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198.) 20.05.2005 / 19:02
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religion kampfmittel?
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zu 197:
"...
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Archivübersicht


THEMA: Die Religion als Kampfmittel

82 Antwort(en).

Felix Schweizer begann die Diskussion am 01.03.02 (17:25) mit folgendem Beitrag:

DasThema ist zwar nicht neu ... aber immer wieder aktuell!
Zur Zeit eskalieren wieder die Konflikte zwischen Hindus und Moslems in Indien. Täglich hören wir Horrornachrichten aus dem nahen Osten. Juden gegen arabische Moslems und umgekehrt. In der Türkei und den umliegenden Staaten werden die Aleviten von andern Islamischen Glaubensrichtungen unterdrückt. Die kriegerischen Auseinandersetzungen und heutigen Spannungen im Balkan entzünden sich ebenso an den unterschiedlichen Religionen: orthodoxe Christen, Katholiken, Moslem. In Tschetschenien ebenso. Auf den Philippinen und in Teilen von Indonesien bekämpfen sich auch verschiedene Glaubensrichtungen.
Die Liste der Konflikte, die in der grauen Vergangenheit bis zur Gegenwart vorallem im Namen des Glaubens unsere Erde verpestet haben ... wäre unheimlich lang... das Elend, die Opfer und das Leiden unermesslich!
Gründe, warum die Menschen immer wieder durch religiöse Motivation sich dazu hinreissen lassen, andere Menschen mit Aggression zu begegenen ... und wenn nötig umzubringen, sind vermutlich vielfältig.
Aber etwas gibt mir zu denken. Je sturer der Glaube, je fundamentalistischer der religiöse Fanatismus ... desto unkritischer wird das eigene kollektive Verhalten beurteilt.
Die Eigenverantwortung wird abgelegt und Gott oder sonst einem hohen Ideal geopfert... der ist ja allmächtig und allwissend und wird uns schon zum Rechten führen!
Die offiziellen Kirchen überbieten sich in rhetorischen Friedensbotschaften .... wir wissen aber, dass sie genauso auch Kanonen segnen oder Märtyrer-Terroristen heilig sprechen


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Karl antwortete am 01.03.02 (21:46):

Ich glaube nicht, dass die Religionen ein Kampfmittel sind. Es wird ja nicht mit der Religion gekämpft, sondern wegen ihr.

Religiöse Überzeugungen sind ein Gruppenphänomen. Religiöse Riten stärken die Gruppenzugehörigkeit und grenzen gegen andere Menschengruppen (früher Horden) ab. Wir werden zwar zufällig in solche Gruppen hineingeboren, aber waren als Kinder doch alle überzeugt, der einzig wahren Religion anzugehören.

Solange die Religionszugehörigkeit verwendet wird, sich gegen andere abzugrenzen (nur wir sind die Erlösten etc.) werden die Religionen auch in Zukunft (wie in der Vergangenheit) eine der Hauptursachen für Mord und Todschlag bleiben.




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seewolf antwortete am 01.03.02 (22:18):

... also doch : Opium für\s Volk ?


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Karl antwortete am 02.03.02 (09:19):

Nein, das ist zu einfach, Seewolf. Im übrigen hat Lenin ja selbst tüchtig an einer "Religion" gebastelt. Wer jemals mit einem "gläubigen" Kommunisten zu diskutieren versucht hat, wird diese meine Einschätzung nachvollziehen können. "Religiösität" ist ein grundlegendes Lebensgefühl und eine Verhaltenstendenz, die den Zusammenhalt von Gruppen fördert und sinngebend wirksam ist. Wenn sie nur nach innen "liebevoll" aber nach außen abgrenzend und abwertend wirkt, entsteht das Problem. Dieses sich bewußt zu machen, halte ich für wichtig.


..."
 
 
197.) 20.05.2005 / 18:57
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www.paraneua.de/tuerkeialevitenchamaeleonsleid enimschaufensterfuerkuckuckspol itik.htm

Sapere aude!

Gruß Paraneua-Bioeule!
 
 
196.) 18.05.2005 / 16:56
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glasnost
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Beiträge zur Politik









Hartmut Krauss
Zur Konstitution des islamischen Fundamentalismus1



Von allen religiösen Fundamentalismen weist der islamische Fundamentalismus den höchsten Ausprägungsgrad und die weiteste Verbreitung auf. Das bezieht sich a) auf seine staatliche Realisierungsform in Gestalt konkreter fundamentalistisch beherrschter Regime im Iran, im Sudan und in Afghanistan, b) auf die Vielfalt seiner länderspezifischen Bewegungsvarianten sowie c) auf die Existenz seiner externen Operationsbasen in den westlichen Einwanderungsländern.

Ist schon dadurch die Konzentration auf den islamischen Fundamentalismus als objektiv relevanteste und einflußreichste Spielart des religiösen Neototalitarismus begründet, so ist zunächst eine Abgrenzung gegenüber folgenden virulenten Zerrbildern vorzunehmen:

Einerseits sind innerhalb der massenmedialen politischen Berichterstattung hierzulande unverkennbar Tendenzen angelegt, in Anknüpfung an fundamentalistische Umtriebe und Erscheinungsformen ein holzschnittartiges
„Feindbild Islam“ zu konstruieren, das sich anschickt, den Platz des gegenstandslos gewordenen ‚Antikommunismus‘2 einzunehmen. Gegenüber dieser nahegelegten Gleichsetzung des islamischen Fundamentalismus mit dem Islam schlechthin, gilt es die mehrdimensionale Binnendifferenzierung des Islam herauszuarbeiten. Andererseits hat sich in einfacher Umkehrung dieser simplifizierenden Feindbildkonstruktion ein euphemistisch-islamophiler Gegendiskurs herausgebildet, der unter Rückgriff auf kulturrelativistische Deutungs- und Verleugnungsmuster eine bagatellisierende bis apologetische Haltung gegenüber den konkreten Tatbeständen und Wesenszügen des islamischen Fundamentalismus einnimmt3. Angesichts dieser Verleugnungs- bzw. Desartikulationstendenzen hinsichtlich der reaktionär-regressiven Charakteristika des islamischen Fundamentalismus gilt es dessen antihumanistisch-totalitären Bestimmungsmomente und kulturinternen (bedeutungssystemischen) Prämissen/Anknüpfungsmöglichkeiten zu rekonstruieren. Weder sind Islam und islamischer Fundamentalismus identisch, noch sind sie durch eine ‚chinesische Mauer‘ voneinander getrennt.




Zur genetischen Konstellation des Islam
Es wurde bereits darauf hingewiesen4, daß die Schöpfung des Islam durch das Wirken des Propheten Mohammed in kritisch-materialistischer Perspektive eine gesamtgesellschaftliche, sowohl soziale als auch geistig-moralische, Reform/Erneuerung darstellt, vermittels derer die vielfältigen Widersprüche und Krisenerscheinungen der damaligen vorislamischen Sozialordnung einer Lösung zugeführt werden sollten.
„Die Gesellschaft, in der Muhammad aufwuchs“, so Endreß (1991, S.35.), „war eine Gesellschaft im Übergang: von der nomadischen zur seßhaften Lebensweise, vom Stammeskollektiv zum Individualismus, vom magischen Polytheismus zum Monotheismus; eine Gesellschaft, die zwischen alter Ordnung und neuen Interessen, zwischen eigener und fremder Religion eine neue Orientierung und einen Weg aus ihren Konflikten nicht finden konnte“. Gewalttätige Stammesfehden, Angriffe und Überfälle waren an der Tagesordnung und bildeten den Nährboden für eine Kultur kriegerischer Prahlerei. Zudem entsprach dem ärmlichen Leben in einer unfruchtbaren und kargen Region eine unentwickelte Subjektivität der Menschen, die keine etablierten sozialen Institutionen besaßen, nur einige Sitten und Bräuche kannten und aufgrund ihrer Unwissenheit naturgemäß zu Aberglauben, Einbildungen und Götzendienst neigten. „Hinter jedem Stein oder Baum sahen sie einen lauernden Dämon“ (Dashti 1997, S.76.). Dennoch ist davon auszugehen, daß es bereits vor Mohammed im Südwesten der arabischen Halbinsel eine Bewegung gegen die Götzenanbetung gegeben hat, die sich auf jüdische Stämme in Yathrib (später: Medina), durchreisende Christen aus Syrien und Hanifen, ‚rechtgläubige‘ arabische Monotheisten5, stützen konnten.

Was die Person Mohammeds betrifft, so wurde er im Jahre 570 nach dem Tode seines Vaters geboren und verlor im Alter von fünf Jahren seine Mutter. Auch sein einflußreicher und großzügiger Großvater starb bald darauf, so daß er bei seinem Onkel väterlicherseits aufwuchs. Dieser übertrug ihm die Aufgabe, tagsüber die Kamele zu hüten. Dashti (1997, S.44), der Mohammeds Offenbarungserlebnis u. a. als Produkt einer aus Isolation gespeisten grüblerisch-kompensatorischen Einbildungskraft interpretiert, geht davon aus,
„daß die Einsamkeit und Eintönigkeit, die das tägliche Hüten der Kamele mit sich bringt, ein Kind selbstbeobachtend, träumerisch und visionär macht ...Wenn man die mekkanischen Suren genau liest, kann man einen ungefähren Eindruck von der mit Visionen gefüllten Seele eines Menschen gewinnen, der fern vom materiellen Segen dieses Lebens ganz und gar allein war, im stillen Gespräch mit sich selbst und mit der Natur.“ Später erlernte Mohammed dann das Handwerk eines Karawanenführers und begegnete auf seinen Reisen fremden Religionen und Kulturen6. Im Alter von 25 Jahren tritt er in die Dienste einer reichen, fünfzehn Jahre älteren Kaufmannswitwe, die er schließlich heiratete.

Im 40. Lebensjahr, als sich Mohammed zum Zwecke der Meditation und Kontemplation in eine Höhle nahe Mekkas zurückgezogen hatte, soll es dann zum initialen Offenbarungserlebnis gekommen sein. Laut Überlieferung sei ihm im Traum der Engel Gabriel erschienen und habe zu Mohammed, der nicht lesen konnte, gesagt:
„Lies im Namen deines Herren, der erschuf, erschuf den Menschen aus einem Klumpen Blut. Lies! denn dein Herr ist der Allgütige, der durch die Feder lehrte, den Menschen lehrte, was er nicht wußte“ (ebenda, S.61).

Der Quraishiten-Stamm, dem auch Mohammed entstammte, profitierte vom polytheistischen Kult der Beduinen, da die mekkanische Kaaba berühmte Götzen und einen schwarzen Stein beherbergte, der von den vorislamischen Arabern als Heiligtum verehrt wurde. Damit war Mekka schon in vorislamischer Zeit Anziehungspunkt für zahlreiche Pilger, was den Einwohnern zu materiellem Reichtum verhalf. Nicht zuletzt aus diesem Grund stießen die von Mohammed verkündeten Offenbarungen sowie sein Anspruch, Gesandter Gottes zu sein, auf entschiedene Ablehnung bei der überwiegenden Mehrheit seiner Stammesgenossen. Wie aus den mekkanischen Suren des Koran hervorgeht, wurde er der Lüge bezichtigt, als
„verzauberter Mann“ angesehen und als verbündeter Satans beschimpft. „Harmlosere Kritiker meinten, er sei ein Phantast und Träumer gewesen, verfolgt von seinen wilden Träumen, oder ein Dichter, der seine Träume und Vorstellungen in gereimten Versen zum Ausdruck bringt“ (ebenda, S.71). Trotz seiner 12 Jahre währenden Predigten in Mekka blieb Mohammeds Anhängerschaft deshalb sehr gering und rekrutierte sich fast ausschließlich aus den niederen und nicht wohlhabenden Schichten, die über keinerlei gesellschaftlichen Einfluß verfügten. Als infolge der Beharrlichkeit Mohammeds die Ablehnung der quraishitischen Stammesfürsten immer aggressiver wurde und sogar Mordpläne ausgeheckt wurden, entschloß er sich schließlich, zusammen mit seinen Anhängern die Stadt zu verlassen und nach Yathrib (später: Medina) auszuwandern. Diese Auswanderung (Hidjra) markiert den Wendepunkt in Mohammeds Lebenstätigkeit: Von nun an agiert er nicht mehr nur als demütiger Verkünder von Gottes Wort, sondern fungiert zugleich als politischer Führer, Kriegsherr und Staatsgründer mit der Tendenz zu apodiktischen Vorschriften und Festlegungen. „Er warf das Gewand des Warners ‚der Mutter der Städte [Mekka] und aller ringsum‘ ab und tauschte es gegen die Ausrüstung eines Kriegers, der die ganze Arabische Halbinsel vom Jemen bis nach Syrien unter seine Flagge bringen sollte“ (ebenda, S.149). Religiöse Verkündung verschmilzt fortan zusehends mit weltlichem Ordnungs- und Herrschaftsstreben.

In der Perspektive eines historisch-genetischen bzw.
‚situationslogischen‘ Rekonstruktionsverfahrens lassen sich demnach folgende korrelierenden Konstitutionsmomente der ‚Islamgründung‘ differenzieren:

a) eine durch soziale Widersprüche und Krisenerscheinungen geprägte gesellschaftliche Umbruchsituation;

b) ein dadurch bedingter Zustand geistig-moralischer Desorientierung ;

c) das Vorhandensein von Ansätzen eines alternativen Bedeutungssystems als Medium progressiver Widerspruchsverarbeitung (monotheistische Einflüsse)7 und

d) das
‚Auftauchen‘ einer charismatischen Persönlichkeit mit der Fähigkeit zur (langfristigen) Mobilisierung einer Anhängerschaft.




Der Koran als widersprüchliche Spiegelung situativer Wirklichkeit und Subjektivität
Im Lichte einer kritisch-materialistischen Betrachtung spiegeln die überlieferten Suren des Koran die subjektiv reflektierten Lebensepisoden Mohammeds8 mitsamt ihren konkret-gesellschaftlichen Bedingtheiten, Konfliktkonstellationen, äußeren und inneren Anfechtungen etc. einschließlich der jeweiligen kontextspezifischen Handlungsorientierungen. Vermittels der Berufung auf das transzendentale Imaginationszentrum
‚Allah‘ werden beständig Selbstbekräftigungen, Warnungen, Ermahnungen, Vorschriften, Anrufungen, Drohungen und Versprechungen als raum-zeitlich spezifische Verarbeitungsresultate konkreter Handlungssituationen kommuniziert. Im subjektiven Horizont der Gläubigen wird dieser konkret-historische/situative Charakter des Koran freilich sofort vollständig eliminiert9. Denn: „Der Koran ... ist direkter Offenbarungstext, d. h. jedes Wort und jedes Komma sind unmittelbar von Allah selbst geoffenbart und deshalb in jeder Einzelheit geschützt. Man nennt diese Weise der Eingebung unmittelbarer Offenbarungen durch Gott Verbalinspiration, d. h. wortwörtliche und buchstäbliche Offenbarungskundgabe. Ein solches Verständnis der Inspiration (Eingebung des Textes der Offenbarung durch Gott) ist offenkundig einer besonderen fundamentalistischen Gefahr ausgesetzt“ (Kienzler 1996, S.24).

Der Ideengehalt des Koran bietet in seinen wesentlichen Teilen nichts wirklich Neues, sondern ist Ausdruck der modifizierenden Aneignung jüdischer und arabisch-heidnischer Bräuche. So wurde das Gesetz des Fastens vom Judentum in den Islam übernommen10. Auch die Pilgerreise nach Mekka stellt eine direkte Fortsetzung der heidnisch-beduinischen Bräuche dar.
„Alle Zeremonien der hadj [Pilgerreise im Monat Zi-Haiia] und der hadje omra [nicht unbedingt obligatorische oder kürzere Wallfahrt], wie beispielsweise ein weißes, nahtloses Gewand zu tragen den schwarzen Stein zu küssen oder zu berühren, zwischen Safa und Marwa hin- und herzuhüpfen und am Arafat anzuhalten, um Kieselsteine zu werfen [symbolische Steinigung Satans], wurden schon in der vorislamischen Zeit praktiziert und sind nur leicht verändert in das islamische Brauchtum eingegangen“ (Dashti 1997, S.109).

In Gestalt der Gemeindeordnung von Medina, der normativen Neuordnung des Sozialgefüges sowie der Schaffung der Moschee als institutionellem Ort islamischer Religionsausübung realisiert sich aber dennoch die historisch progressive soziale und geistig-moralische Reformpraxis Mohammeds: Das Konzept der
‚umma‘ priorisiert die Religionsgemeinschaft der Gläubigen gegenüber den (oftmals zwistbeladenen) Verwandtschafts- und Stammesbeziehungen als übergeordnetes Vergemeinschaftungsprinzip; die Einführung festgesetzter Steuern und freiwilliger Abgaben fördert die materielle Absicherung der Gemeinschaft; die koranischen Normen zivilisieren die zwischenmenschlichen Beziehungen und verdrängen tendenziell oder sublimieren zumindest die heidnischen Sitten und Bräuche11 etc. Verabsolutiert man allerdings die koranischen Normative zu einem zeitlos-ahistorisch gültigen Dogmensystem, dann verkommt ihr relationaler, konkret-historisch wirksamer Fortschrittscharakter zu einem reaktionär-repressiven Regelsystem mit totalitären Konsequenzen.

Von weittragender Bedeutung für das islamische Glaubenssystem und die daraus hervorgehende Weltanschauung ist der ethisch-normative Bruch zwischen dem mekkanischen und dem medinesischen Teil des Koran. In Mekka stand Mohammed mit seiner kleinen Anhängerschar einer übermächtigen Ablehnungsfront gegenüber. Entsprechend tragen die dort (610-622) offenbarten Koranverse einen nahezu ausschließlich spirituellen Charakter. Von Kriegsführung und Gewaltanwendung ist angesichts der gegebenen Kräfteverhältnisse keine Rede. Im Gegenteil: In der mekkanischen Sure 73, Vers 10 heißt es:
„Und ertrage in Geduld, was sie (die verleumderischen Quraishiten, H. K. ) sprechen, und flieh von ihnen in geziemender Flucht“ (Koran 1984, S.505). Nach der Übersiedlung nach Medina und der dortigen Gründung eines islamischen Gemeinwesens ändert sich der Verkündungsinhalt radikal, d. h. er wird den neuen Möglichkeiten der kriegerisch-räuberischen Selbstbehauptung12 gegenüber einer feindlichen Umwelt angepaßt13. Aus der Position der errungener Stärke wird nun ein friedlicher Ausgleich mit den Ungläubigen ausgeschlossenen: „Und erschlagt sie, wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie, von wannen sie euch vertrieben, denn Verführung14 ist schlimmer als Totschlag (ebenda, S.61). Das Konzept des ‚Djihad‘, d. h. der ‚Anstrengung‘ zur Verbreitung bzw. Durchsetzung des Islam, ist jetzt nicht mehr begrenzt auf ‚Überzeugungstätigkeit‘ mit friedlichen Mitteln, sondern wird mit militärischer Gewaltanwendung assoziert und gewinnt so den Charakter des „heiligen Krieges“. Im Gegensatz zu den mekkanischen ist in den medinesischen Versen, so Dashti (1997, S.149), „der poetisch und wohlklingende Ton verstummt, nunmehr werden in einem herrischen Befehlston Vorschriften und Verfügugen angeordnet. In Medina wurden Gesetze mit der Autorität eines Befehlshabers erlassen, der keine Verstöße oder Übertretungen dulden konnte. Die Strafen für Gesetzesbrüche oder Unachtsamkeiten waren äußerst hart.“15

Die episodisch-bedingungsspezifisch verursachte Zwiespältigkeit im Aussagebestand des Koran, der de facto nicht nur als spiritueller Offenbarungstext, sondern zugleich als verabsolutierter politischer Leitfaden und Gesetzbuch fungiert, bietet damit den Nährboden für unterschiedliche Anknüpfungs- und Interpretationsvarianten innerhalb der islamischen Glaubensgeschichte.




Die Geschichte des Islam als Kampf um Auslegungsdominanz und Normierungsmacht
Im Gegensatz zu verklärenden Idealisierungen16 ist bereits im Frühislam die
‚Umma‘ bzw. das „Haus des Islam“ in verfeindete Stämme und Sippen gespalten. In Reaktion auf vetternwirtschaftliche Bereicherungen und ungleiche Verteilung der Kriegsbeute erhoben sich im Jahr 656 Aufständische gegen den dritten Kalifen Uthman, sprachen ihm die Rechtmäßigkeit eines gottestreuen Imam ab und ermordeten ihn schließlich, nachdem er sich vierzig Tage lang geweigert hatte, seine Kalifenwürde zurückzugeben. Dieses historische Ereignis ist für die grundlegenden Auseinandersetzungen und Glaubenskonflikte im Islam von mehrfacher Bedeutung:

1) Die Ermordung Uthmans ist die erste überlieferte innerislamische Gewalttat, die obendrein den ersten Krieg unter Muslimen, die sog Große Fitna, ausgelöst hat. Mit dieser Tat wurde eindeutig gegen den Koran verstoßen, denn die 4. Sure, Vers 93 legt kategorisch fest, daß ein Muslim, der einen anderen Muslim tötet, ewige Höllenqualen erleiden soll,
„und Allah zürnt ihm und verflucht ihn und bereitet für ihn gewaltige Strafe“ (Koran 1984, S.109).

2) Die Mörder Uthmans, die sich auf kein koranisches Widerstandsrecht berufen konnten. sahen sich als Soldaten Gottes, die zur Entmachtung/Tötung Uthmans berufen waren, weil dieser gegen die Grundsätze eines wahren Imam verstoßen hatte und sich weigerte, sein Amt niederzulegen.
„Diese Position vertreten in unserer Gegenwart fundamentalistische Mörder in Algerien und Ägypten, die sich Allahs Kämpfer nennen. Die Djihad-Mörder des ägyptischen Präsidenten Sadat gelten ihnen als jüngeres Vorbild für die Entmachtung eines Herrschers, dem die Legitimation des Imam abgesprochen wurde. Die Entmachtung erfolgt durch Mord“ (Tibi 1996, S.71).

3) In der Sicht Uthmans ist die Übernahme der Kalifenwürde kein Amt, sondern göttlicher Auftrag zur Führung der Umma. Diese von Gott übertragene Führungsrolle kann und darf nicht abgegeben werden. Die Omaiyaden, zu deren Sippe Uthman gehörte, untermauerten diese Auffassung und bauten sie nach der Ermordung des vierten Kalifen Ali17 im Kontext der Errichtung ihrer Dynastie zu einer Legitimationsideologie aus, in deren Tradition sich auch die meisten der heutigen Herrscher innerhalb des islamisch geprägten Kulturkreises sehen.

Wir finden damit bereits in der frühislamischen Geschichte angelegte paradigmatische Legitimationsmuster für apologetische Herrschaftsbehauptung einerseits sowie fundamentalistischen Terrorismus andererseits18.

Aufgrund der modellsetzenden Lebenspraxis Mohammeds und dem Charakter des Korans als zugleich spiritueller Offenbarungstext, Gesetzbuch und normative/alltagsmoralische Handlungsanweisung fallen im Islam Religion und Politik zusammen.
„Islam ist daher nie allein die private Angelegenheit des Individuums gegenüber seinem Gott, sondern immer auch Sache der Öffentlichkeit, der Gesellschaft und des Staates“ (Radtke 1991, S.57.) Aus dieser ‚organischen‘ Synthese von islamischer Religion und Politik (Staatsführung; Regelung des Gemeinwesens) ergeben sich eine Reihe grundlegender Fragen für die gläubigen Muslime: Nach welchen Leitprinzipien muß die Gesellschaft organisiert sein und wer soll in ihr welche autoritativen Funktionen ausüben? (Wer soll wie herrschen?) Wie soll man sich verhalten, wenn der/die menschliche(n) Herrscher die göttlichen Gesetze nicht einhält/einhalten? Soll man sich beugen, da auch eine sündige Herrschaft Ausdruck göttlichen Willens ist oder muß man gegen eine Gottes Gesetze mißachtende Autorität aufbegehren? Dieser Problemkomplex ist eng verknüpft mit der Frage nach der Herkunft des Bösen (Genese sündigen Verhaltens) sowie nach der Existenz/Nichtexistenz der menschlichen Handlungsfreiheit und dem Stellenwert der Vernunft. Um diese Fragen kreisen die innerislamischen Auseinandersetzungen zwischen den unterschiedlichen Fraktionen der muslimischen Gelehrten (Ulema).




Die Omaiyaden rechtfertigten ihr dynastische Herrschaft (661-750) mit Verweis auf die göttliche Vergabe ihrer staatlichen Führungsrolle, so daß aktiver Widerstand gegen ihre Machtposition mit dem Widerstand gegen den göttlichen Willen gleichzusetzen und entsprechend wiederum im göttlichen Auftrag als Frevel zu unterdrücken sei. Aufgrund des offensichtlichen Kontrasts zwischen der omaiyadischen Herrschaftspraxis und den göttlichen Gesetzen stieß diese Selbstlegitimation aber auf zunehmenden Widerspruch und beeinflußte die Gelehrtendiskussion über das Verhältnis von göttlicher Allmacht und menschlicher Handlungsfreiheit. Als situationslogisch konstituiertes und damit tendenziell widersprüchliches Bedeutungssystem betont der Koran einerseits die Allmacht Allahs, gesteht den Menschen aber andererseits durchaus auch Verantwortlichkeit für Handlungen zu, für die sie später zur Rechenschaft gezogen werden. Analog zu dieser ambivalenten Vorgabe bilden sich zwei gegensätzliche Positionen heraus: Der erste Standpunkt betont den frei Willen und die Verantwortlichkeit/Rechenschaftspflichtigkeit des Menschen und legte einen strengen moralischen Anspruch nahe. Konstitutiver Vertreter dieser Richtung war der Asket und Erweckungsprediger Hasan al-Basri (gest. 728), in dem die mystische Bewegung im Islam einen ihrer Stammväter sieht.
„Hasan rief die Menschen zur Buße und Selbsterziehung auf, tadelte auch die Übergriffe der politischen Machthaber, lehnte jedoch offene Rebellion ab“ (Radtke 1991, S.58). Die Vertreter des zweiten Standpunkts, die sog. Murdschiiten19, die die Allmacht Gottes betonten und damit die Handlungsfreiheit/Verantwortlichkeit der Menschen im Prinzip leugneten, legten einen Standpunkt moralischer Selbstgerechtigkeit und latenter Permissivität nahe: ‚trotz sündigen Verhaltens bin ich als gläubiges Mitglied der Umma der göttlichen Gnade gewiߑ. Folgerichtig standen sie auch „der Herrschaft der Omaiyaden generell freundlich gegenüber, da sie sich das Urteil über das Schicksal eines Sünders, also auch das eines sündigen omaiyadischen Kalifen, versagten und Gott allein anheimstellten“ (ebenda).

Die Schule der Mutaziliten, die unter dem abbasidischen Kalifen al- Ma
’mun zwischen 833-850 tonangebend wurden, knüpfte einerseits an die Position der menschlichen Handlungsfreiheit/Verantwortlichkeit an und führte zum anderen erstmals griechische Begriffe in die islamisch-theologische Diskussion ein. Zwei kardinale Lehrsätze der Mutaziliten sind als höchst bedeutsam hervorzuheben:

1) Die Lehre von der Erschaffenheit des Koran: Demnach ist die koranische Botschaft keine für immer und ewig gültige Offenbarung, die wortwörtlich von Gott stamme. So betonte Ibrahim Nesam,
„daß die Zusammenstellung und der Satzbau des Koran in keiner Weise einem Wunder gleichkommen und daß ein ähnliches oder sogar wertvolleres Buch von anderen gottesfürchtigen Menschen verfaßt werden könne“ (Dashti 1997, S.99). Damit wäre der Koran für eine tendenzielle Historisierung bzw. Relativierung geöffnet und der menschliche Handlungsspielraum gegenüber der göttlichen Vorgabe erheblich erweitert worden. Im Endeffekt richtete sich diese Lehre aber auch gegen die Machtstellung der orthodoxen Gelehrten und absolutistischen Interpreten. „Wurde ihre Legitimationsquelle, der Koran, in Frage gestellt, wurde ihr der göttliche, d. h. ewige Charakter aberkannt, so waren auch Macht und Einfluß der ‘ulamª’ auf die Gestaltung des islamischen Staatswesens in Gefahr. Das Dogma von der Erschaffenheit des Koran wurde daher von den ‘ulamª’ scharf abgelehnt“ (Radtke 1991, S.59f.).

2) Die Lehre von der menschlichen Willensfreiheit und Verantwortung. Da der Mensch ein von Allah mit Vernunft und sich darauf gründende Willensfreiheit begabtes Wesen und mithin nicht nur Objekt göttlicher Allmacht sei, müsse er sich auch für seine Handlungen verantworten. Da Gott seinem Wesen nach unfehlbar gerecht sei, könne auch das Böse nur durch die Menschen erzeugt werden.
„Diejenigen Muslime, die an die absolute Allmacht Allahs glaubten, mußten zwangsläufig zugeben, daß er für alles Böse in der Welt verantwortlich sei ... Für die Mu‘ taziliten hingegen waren die Menschen für einen Großteil des Bösen in der Welt verantwortlich“ (Watt, zit. n. Tibi 1996, S.119).

Die bei den Mutaziliten bereits zum Ausdruck kommende Aufnahme griechischer Begriffe setzt sich fort in der Ausprägung einer islamisch-rationalistischen Philosophie in Anlehnung an Aristoteles, Plato u. a. griechische Denker20. In den Lehren von Al- Farabi, Ibn Sina, Ibn Ruschd, Ibn Khaldun u. a. wird die Dogmatik eines strikt theozentrischen Weltbildes systematisch aufgebrochen und durch eine rationalistisch-humanistische Sichtweise ersetzt, die bereits alle Keime der Aufklärung in sich trägt21. In diesem Lehrkontext avanciert das Wissen/die Vernunft zur primären Beurteilungsinstanz gegenüber dem Glauben; der legitime Imam wird als rationaler Philosoph bestimmt22; die Menschen als Selbstgestalter ihrer Lebensumstände gefaßt etc. Wie Bloch (1985, S. 497) betont, verwundeten Ibn Sina (Avicenna) und später Ibn Ruschd (AverroÁs) mit ihrer Lehre von der unitas intellectus (Vernunftfähigkeit als Gattungsmerkmal aller Menschen)
„die Arroganz ihrer Landesreligion, das ist, den Glauben des Islam, daß außer ihm nur Nacht sei. Die Einheit der tätigen Vernunft in allen Menschen verwundete ebenso die Absolutheit des Christentums, vertreten durch die Schlüsselgewalt Petri.“ Bereits Al-Farabi (ca. 873 - 950) lehrte, daß die den Menschen von Gott verliehene Vernunft diese dazu befähige, ihr Gemeinwesen nach sittlichen Prinzipien mit dem Ziel der Glückseligkeit aufzubauen23. „Islamisch formuliert heißt das, daß ... die Menschen auf der Basis der Vernunft in der Lage sind, politisch zu handeln und in der praktischen Politik über den geeigneten Imam zu entscheiden. Diese Einstellung trennt al Farabi von den Vertretern der traditionellen islamischen Disziplinen, für die das politische Denken einzig von der Wahi, der islamischen Offenbarung, ausgehen kann; ihnen zufolge kann der Mensch sein Dasein nicht selbst bestimmen“ (Tibi 1996, S.137).

Die von den Mutaziliten sowie den Repräsentanten der islamischen Vernunftphilosophie formulierten Positionen, die tendenziell auf eine Historisierung/Relativierung des Koran, die Erweiterung des menschlichen Handlungs- und Selbstbestimmungsspielraums gegenüber Allah sowie auf eine Öffnung der islamischen Zivilisation24 für progressive kulturelle Einflüsse hätten hinauslaufen können, stießen auf erbitterte Ablehnung und entschiedene Abwehrreaktionen seitens der orthodox-traditionalistischen Mehrheit der Ulema, d. h. der gelehrten Interpreten des koranischen/göttlichen Rechts (Schari
’a)25. Obwohl sich im Verlauf des 9. Jahrhunderts vier verschiedene Rechtsschulen im sunnitischen Islam herausbildeten, stimmten sie in der Verabsolutierung des Koran als verbalinspirativer Text sowie in der weitestgehenden Leugnung der menschlichen Gestaltungsfähigkeit überein. An die Stelle der Betonung der Vernunft trat die absolute Schriftgläubigkeit. Politik wurde ausschließlich auf Religion und nicht - wie bei Al-Farabi - auf Philisophie gegründet. „Die neuere Forschung hat gezeigt, daß das islamische Recht in seiner Formierungsphase bis hin zur Mitte des zweiten islamischen Jahrhunderts (9. Jh.) in der Theorie keineswegs als unveränderbar begriffen wurde, geschweige denn in der Praxis. Die hartnäckige Ablehnung, auch nur die Möglichkeit eines Wandels zuzulassen, geht erst auf die Zeit von al-Schafi’i26 zurück“ (Ann Lambton zit. n. Tibi 1996, S.117). Im einzelnen sind folgende Grundauffassungen der ‚Fiqh-Orthodoxie‘ erkennbar:

1) Unter Verweis auf den Koran, Sure 4, Vers 59 (
„O ihr, die ihr glaubt, gehorchet Allah und gehorchet dem Gesandten und denen, die Befehl unter euch haben“), werden die irdischen Herrschaftsbeziehungen innerhalb der islamischen Gemeinwesen sakralisiert, d. h. als heiliges Gebot Allahs sanktioniert. Insofern der Imam Nachfolger des Propheten (Kalif) ist, fungiert er zugleich als unantastbarer religiöser und politischer Führer im Interesse der Erhaltung der göttlichen Gesetzesordnung. In diesem Sinne treten die Fiqh-Gelehrten als Legitimatoren und Berater der herrschenden Imame auf. Ihnen obliegt es, die jeweils aktuellen Ereigniskonstellationen post festum im Sinne der religiösen Quellen zu rationalisieren, also ‚sophistisch‘ einen Einklang zwischen absolutem Text und Realität zu konstruieren. Ibn Taimiyya (1236-1328), der zur Zeit des durch den Mongolensturm beschleunigten Verfalls der islamischen Zivilisation wirkte, und der heute ein herausragender Bezugsautor der islamischen Fundamentalisten ist27, bestimmte den Sultan als „Schatten Allahs auf Erden“ und betonte, daß die sechzigjährige Herrschaft eines ungerechten Imams besser sei als eine einzige Nacht ohne einen Sultan. Damit wird ein Widerstandsrecht der Muslime auch gegenüber einem von den religiösen Vorschriften abweichenden Herrscher kategorisch ausgeschlossen; vielmehr wird Widerstand mit strafwürdigem Unglauben gleichgesetzt28.

2) Das dominante Konzept der Fiqh-Orthodoxie kodifiziert die Menschen als Sklaven Gottes sowie als gehorsamspflichtige Untertanen der herrschaftlichen Vollstrecker und Sachwalter des göttlichen Willens. Während die Vertreter des islamischen Rationalismus vermittels der von Gott verliehenen Vernunftfähigkeit ein übergreifendes Allgemeines zwischen Allah und den Menschen betonten und damit eine relative Autonomie der Menschen als rational entscheidungfähige Subjekte nicht nur zuließen, sondern explizit hervorhoben, wird genau dieser relative rational-autonome Subjektstatus von den Verfechtern der orthodoxen Fiqh-Doktrin radikal negiert. An die Stelle der Vernunftverbundenheit zwischen Allah und den Menschen tritt das Dogma von der absoluten Verschiedenartigkeit von Gott und Mensch. Die Möglichkeit, vermittels rationaler Methoden über den göttlichen Willen zu reflektieren, wird strikt ausgeschlossen29. Gleichzeitig wird die Akzentuierung der menschlichen Vernunft systematisch diffamiert, so z. B., indem Ibn Taimiyya den von den islamischen Rationalisten verehrten Aristoteles als den
„ignorantesten aller Menschen“ verleumdet. Zudem wird die Erneuerung von Glauben und Gesellschaft in Form rational begründeter Innovation als Häresie angesehen und verfolgt. Im Endeffekt wird die Entsubjektivierung der Menschen normativ festgeschrieben: „Die Menschen sind die Diener Gottes, die Herrscher vertreten Gott bei seinen Geschöpfen, und sie sind Ermächtigte über diese selbst“ (Ibn Taimiyya, zit. n. Tibi 1996, S. 173).

3) Die Sakralisierung der Herrschaft sowie die damit unlöslich verwobene Entsubjektivierung der Menschen findet im orthodoxen Fiqh-Diskurs ihre systematische Fundierung in Gestalt des postkoranischen Konstrukts der Schari
‘a, dem islamischen Gottesgesetz. Dabei handelt es sich um eine willkürliche Schöpfung orthodoxer Rechtsgelehrter, die situativ konditionierte Aussagen des Koran in ein absolutes und unwandelbares, jederzeit und überall geltendes System von Vorschriften und Strafregeln transfomierten. Unterschieden wird in diesem Kontext zwischen Verstößen gegen das Gottesrecht (Haq Allah) und Vergehen von Menschen gegen Menschen (Haq adami). So darf ein Muslim seinen Glauben weder wechseln noch widerrufen. Für Apostasie sieht die Schari’a für Männer die Todesstrafe vor. Die Vollstreckung der Todesstrafe erfolgt mittels Steinigung oder Enthauptung durch das Schwert. Weitere Strafbestimmungen, die sich bereits bei Ibn Taimiyya finden, sind z. B.: „Wer Zina (unehelichen Verkehr) begeht, soll mit Steinen beworfen werden, bis der Tod eintritt“. Wer Wein trinkt, soll ausgepeitscht werden“ (Tibi 1996, S. 175). Auch Homosexualität wird mit der Todesstrafe geahndet, während lesbische Liebe zunächst „nur“ mit 100 Peitschenhieben bestraft wird und „erst“ beim vierten Mal die Todesstrafe zur Anwendung gelangt. Nach Auffassung des Experten Joseph Schacht ist das islamische Recht „das Mark des islamischen Denkens ... der Kern und das Wesen ... des Islam selbst ... Die Theologie war nie in der Lage, eine vergleichbare Bedeutung im Islam zu erlangen ... es ist unmöglich, den Islam zu begreifen, ohne das islamische Recht zu verstehen“ (zit. n. Tibi 2000, S.87).

Sakralisierung der zwischenmenschlichen Herrschaftsbeziehungen, Entsubjektivierung der Menschen als Sklaven Gottes und gehorsamspflichtige Untertanen und dogmatische Setzung der absolutistischen Schari
’a bilden die wesentlichen Konstitutionsfaktoren des dominant gewordenen orthodox-religiösen Diskurses, der letztendlich den ‚organischen‘ Einbau des Islam in die orientalische Despotie sanktionierte und in Form der vier sunnitischen Rechtsschulen konkret in Erscheinung trat. Die umfassende Negierung und Umkehrung der progressiven Ideen und Positionen der Mutaziliten und islamischen Philosophen kommt konzentriert schon bei Ibn Hanbal (780-855), dem Begründer der nach ihm benannten ‚hanbalitischen‘ Rechtsschule, zum Ausdruck. Bei ihm heißt es: „ ... das Gute und das Böse davon ... kommt von Allah ... Niemand widersetzt sich Allahs Willen, noch überschreitet er Seine Entscheidung ... Ehebruch, Diebstahl, Weingenuß, Mord, Verbrauch unrechtmäßigen Reichtums, Götzendienerei und alle Sünden bestehen aufgrund von Allahs Entscheidung und Bestimmung ... Das Kalifat liegt ... bei Quraisch ... Der Dijhad ist rechtmäßig bei den Imamen, ob sie nun gerecht oder böse handeln ... Der Freitagsgottesdienst ... (wird) mit der Obrigkeit (Sultan) verrichtet, selbst wenn diese nicht aufrichtig und gottesfürchtig ist ... Denjenigen, denen Allah Eure Angelegenheit anvertraut hat, muß Gehorsam geleistet werden ... und sie dürfen nicht von Eurem Schwert bekämpft werden ... Der Koran ist die Rede Allahs, durch die Er spricht. Er ist nicht geschaffen. Derjenige, der meint, daß der Koran geschaffen sei, ist ... ein Ungläubiger ...“ (zit. n. Tibi 1996, S.121).




Der Islam als
‚nichtmonolithisches‘, aber konservativ-traditionalistisch dominiertes Bedeutungssystem
Trotz der historisch gewachsenen Dominanz des konservativ-traditionalistischen
‚Gesetzes-Islam‘ mit seiner Betonung der absoluten (jenseits von Raum und Zeit gültigen) Wahrheit des Koran und der Sunna sowie dem Glauben an die Homogenität der Umma, entgeht auch der Islam als kultureller Zivilisationstyp nicht dem strukturierenden Einfluß historischen Wandels und der dadurch vermittelten widersprüchlichen und konfliktreichen Differenzierung zwischen Allgemeinem, Besonderem und Einzelnem. D. h. ausgehend von einem „übergreifenden“ (allgemeinen) ‚Überzeugungskern‘ präsentiert sich der Islam als ein mehrdimensional differenziertes kulturelles System. Als allgemeingültige (verbindende und verbindliche) ideelle Basis lassen sich zunächst folgende Konstituenten hervorheben:

1) Das theozentrische Weltbild: Demnach ist alles irdische Geschehen Gott-zentriert und Ausdruck der göttlichen Allmacht. Die Menschen sind demnach als Geschöpfe Gottes von diesem abhängig und dominiert sowie diesem gegenüber absolut gehorsamspflichtig. Evident ist die darin als Kehrseite eingeschlossene weitestgehende
‚Selbstentsubjektivierung‘ der Gläubigen.

2) Der Glaube an das Wahrheitsmonopol der (islamischen) Religion: Nach Moses, Jesus und anderen Propheten ist Mohammed dadurch ausgezeichnet, daß er als letzter die endgültige, umfassende, einzig wahre und vollendete Offenbarung von Allah empfing. In diesem Sinne wird Mohammed im Koran als das
„Siegel“ aller Propheten bezeichnet.

3) Die Überzeugung von der Exklusivität der Umma, der Gemeinschaft der Muslime: Grundlage hierfür ist Sure 3, Vers 110 des Koran:
„Ihr seid die beste Gemeinde, die für die Menschen erstand. Ihr heißet, was Rechtens ist, und ihr verbietet das Unrechte und glaubet an Allah“.

4) Der Glaube an die Authentizität des Koran als verbal inspirierter, unhinterfragbarer und nicht historisch-kritisch reflektierbarer Text.

5) Die fünf Säulen des Islam: (a) Die Bezeugung, daß es keinen Gott außer Allah gebe und das der Prophet Mohammed sein Gesandter sei; (b) Das Gebot, daß ein Muslim fünfmal pro Tag beten soll; (c) die Leistung der Almosensteuer (Zakat); (d) Die Einhaltung des Fastenmonats Ramadan; (e) Die Pflicht, einmal im Leben eine Pilgerfahrt nach Mekka oder Medina zu unternehmen.




Ausgehend von diesem
‚Glaubenskern‘ lassen sich folgende binnenstrukturelle Differenzierungsebenen im Islam erkennen:

A. Kulturell-regionale Differenzierung:

Etwa 1,3 Milliarden Muslime leben als Mehrheitsbevölkerung in 46 islamischen Ländern (ein Viertel der UNO-Mitgliedsstaaten). Obwohl eine Zentralität des Arabo-Islam nicht zu übersehen ist (Arabisch ist die Sakralsprache des Islam), ist z. B. die größte islamische Nation, Indonesien (160 Millionen Menschen), eine nicht-arabische Nation. Neben dem Arabo-Islam existieren somit weitere Varianten in Form des asiatischen und des Afro-Islam, sowie der türkisch-sunnitische und der iranisch-schiitische Islam.

B. Konfessionelle Differenzierung:

Neben dem Schisma zwischen sunnitischem Mehrheitsislam (ca. 90 Prozent aller Muslime) und schiitischem Minderheitsislam gibt es weitere Binnendifferenzierungen innerhalb dieser beiden Bekenntnisse. So gehören zu den Schiiten außer der mehrheitlichen Zwölfer-Schia (Glaube an die Reihenfolge der zwölf Imame) die Siebener Schia, die Ismailiten, die Drusen und die Alawiten. Innerhalb des sunnitischen Islam existieren wiederum vier Rechtsschulen, die aufgrund der Koinzidenz von Religion und Rechtssystem den Charakter von eigenständigen Konfessionen besitzen (Hanbaliten30, Malikiten, Hanafiten, Schafiiten als quasiautonome, ethnisch-geographische Konfessionen31).

C. Interpretatorische Differenzierung:

Von dem schriftgläubigen Gesetzes-Islam, der die aus dem Koran-Text entnommene Schari
‘a (Göttliches Gesetz), fokussiert und insbesondere von den Schriftgelehrten/Ulema vertreten wird, ist zunächst der Volks-Islam als Glaubensform der analphabetischen Muslime abzugrenzen, der auf mündlichen Überlieferungen und popularen Sitten basiert (Tariqa-Islam32). Dieser Volksislam ist wiederum aus dem Sufi-Islam, der Islam-Auffasung mittelalterlicher Ordensmystiker, hervorgegangen. Im Unterschied zur orthodoxen Deutung der Gott-Mensch-Beziehung als autoritäres Unterwerfungsverhältnis, betonen Vertreter des Sufi-Islam den unmittelbaren Charakter der Gott-Mensch-Verhältnisses als Liebesbeziehung33. Der Gläubige wird nicht mehr als Sklave Gottes angesehen, sondern als würdige Person aufgewertet, die selbst Züge der Vollkommenheit trägt.




Historisch gewordener Tatbestand ist jedenfalls, daß der konservativ-traditionalistische Gesetzes-Islam und sein konzeptioneller Träger, die Fiqh-Orthodoxie, gegenüber den Varianten des heterodoxen Islam die Oberhand behielten: So wurde der islamische Rationalismus/Vernunftphilosophie systematisch zurückgedrängt und zur Häresie erklärt und im Einklang damit die ra
’y, die persönliche Ratio, aus dem System der Rechtsfindung und seinen Grundlagen ausgeschlossen. Verbindliche Richtlinie wurde somit al-Marwadis (974-1058) Grundsatz „auf der Basis des göttlichen Gesetzes, nicht der Vernunft“. Schon die hanbalitische Reaktion gegen die elitär-rationalistische Ausdeutung der Offenbarung34 hatte zur schrift- und traditionsgläubigen Verabsolutierung von Koran, Sunna und Schari’a als allgemeinverbindliche Regulative der Umma geführt. „Sunna und Orthodoxie wurden darum Synonyme: Orthodoxie, die öffentlich verkündete und allgemein anerkannte Lehre des rechten Glaubens und Handelns, ist nicht von der spekulativen Theologie (Kalam), sondern von den Sammlern und Auslegern der Rechtsüberlieferung geschaffen und formuliert worden“ (Endreß 1991, S. 82). Während der islamische Rationalismus aufgrund der systematischen Repression seitens der reaktionären Ulema keine eigenständige und dauerhafte Institutionalisierung zustande brachte, kam es in Getalt der ‚madrasa‘ zur Etablierung eines Netzwerks von Lehrstätten der orthodox-islamischen Rechtsdogmatik. „Die Madrasa wurde das religiöse und, wie sich versteht, auch das politische Lenkungsinstrument der orthodoxen Führungsschicht“ (ebenda, S. 86). Zudem gelang mit dem Wirken al-Gazalis (1058-1111) ein Brückenschlag zwischen dem asketischen und mystischem Sufitum und dem orthodoxen Gesetzes-Islam. „Sein großes Werk ‚Die Erneuerung der Wissenschaften des Glaubens‘ (Ihya ulum ad-din), in den Jahren des geistigen Exils verfaßt, wies der islamischen Welt den Gehorsam gegenüber der Scharia - der Pflichtenlehre des Korans und der Tradition - als Weg sinnvoller Lebensführung und den Gottesdienst der Mystiker als heilbringender Gotteserkenntnis“ (ebenda, S. 70). Unter der Hegemonie des orthodoxen Rechts-Islam35 wurde somit die geistig-kulturelle Integration der multiethnischen und klassendifferenzierten islamischen Herrschaftordnung vollzogen.

Hervorzuheben ist nun, daß im
‚organischen‘ Verständnis des hegemonialen Gesetzes-Islam der Islam nicht nur eine Religion (im Sinne eines Paradigmas frommer privater Lebensführung), sondern zugleich auch ein Rechtssystem, eine politische Ideologie und eine Staatsordnung darstellt36. „Der Islam ist nach dieser Auffassung also weit mehr als eine Religion, die den Menschen an den transzendenten Grund seiner Existenz bindet, die Grundprinzipien der Ethik vorgibt und darauf aufbauende Rechtsbestimmungen enthält: Der Islam selbst ist ‚Religion und Staat‘ (al-Islam din wadaula) im Sinne eines allumfassenden Systems“(Büttner 1998, S.203).

Angesichts dieser Konstellation lassen sich nun folgende Wesensmerkmale des dominanten Rechts-Islam anführen:

1) Das bereits angeführte theozentrische Weltbild als unüberbrückbarer Gegensatz zum Subjektivitätsprinzip der
‚kulturellen Moderne‘, in dem die Schöpferkraft, Selbstverantwortung und Würde des Menschen (als Gattung und Individuum), also seine vernunftvermittelte Subjektivität, hervorgekehrt wird . Demgegenüber heißt es z. B in al- Aë‘aris (gest. c. 936) Schilderung der Summe der Ansichten der Anhänger der Tradition und der Sunna: „Was Gott will, ist geschehen, und was er nicht will, wird nicht geschehen. Sie (also die besagten Anhänger, H. K.) behaupten, daß niemand das Vermögen zu einer Handlung hat, bevor er sie (von Gott dazu befähigt) ausführt, oder daß er vermöchte, sich Gottes Wissen zu entziehen oder etwas zu tun, wovon Gott weiß, daß er es nicht tun wird. Und sie bekennen, daß es keinen Schöpfer gibt außer Gott, daß Gott es ist, der auch die Schlechtigkeiten der Menschen erschafft, daß es Gott der Erhabene ist, der die Taten der Menschen erschafft und daß die Menschen nichts schaffen können“ (zit. n. Endreß 1991, S.65).

2) Der absolute, ewige und universelle, d. h.
‚totale‘ Gütltigkeitsanspruch des Islam: Die im Koran zum Ausdruck gebrachte göttliche Offenbarung wird als historisch unwandelbare, seit ihrer Verkündung für alle Zeiten und für die ganze Menschheit ewig geltende Glaubenswahrheit fixiert. Damit fungiert der Islam als absolutistische Handlungs-, Bewertungs- und Normierungsmacht, die eine durchgreifende Disziplinargewalt entfaltet.

3) Der absolute/totale Gültigkeitsanspruch des Islam korrespondiert mit einem expliziten Überlegenheits- und Führungsanspruch, der aus Mohammeds Stellung als letzter und verbindlicher Prophet (
„das abschließende Siegel“) sowie aus der bereits zitierten Sure 3, Vers 110 (die Umma als beste menschliche Gemeinde) abgeleitet wird. Aus der Perspektive dieser „Auserwähltheit zur Dominanz“ verbietet sich folgerichtig ein gleichberechtigter kultureller Pluralismus als Prinzip zwischenmenschlicher Koexistenz. „Einerseits tritt der Koran auf als Korrektur und Kulmination, und alles, was die früheren Schriften an Gutem enthalten, ist konform mit dem Inhalt des Koran; andererseits verbietet die Einheitlichkeit der monotheistischen Offenbarung, daß in den Hauptsachen Unterschiede bestehen dürfen“ (Bouman, zit. n. Tibi 1991, S.45).

4) Aus dem Überlegenheits- und Führungsanspruch ergibt sich das Prinzip des
‚Djihad‘, d. h. der Bereitschaft zur angestrengten (multiinstrumentellen) Durchsetzung des Islam als universell verbindliches Bedeutungssystem37. Dieser Intentionalität entspricht eine Zweiteilung der Welt in das „Haus des Islam“ (Dar al-Islam) und die Welt der Anders- und Ungläubigen/ „Haus des Krieges“ (Dar al-Harb). Der aktivistische Sinn dieser dualen Weltsicht offenbart sich in den Worten des Fundamentalisten Sabir Tu’ayyma: „Islamische Rechtsvorschriften sind nicht auf Muslime und ihre Gesellschaften begrenzt. Sie sind dazu geschaffen, um alle menschlichen Beziehungen zu organisieren und sind daher der ganzen Menschheit zugewiesen, sei sie islamisch oder noch nicht islamisiert, sei es in Friedenszeiten oder im Kriegszustand; denn islamische Regeln schaffen ein allgemein gültiges internationales Recht“ (zit. n. Tibi 2000, S. 48).

5) Aus dem
‚organischen‘, d. h. sämtliche Lebensbereiche umfassenden Geltungsanspruch des Islam, der eine Trennung zwischen Öffentlichkeit und Privatsphäre nicht zuläßt, resultiert tendenziell ein umfassendes und omnipräsentes Kontroll- und Überwachungssystem, das die Alltagshandlungen sowie die Subjektivität der Menschen bis in die intimsten Bereiche hinein ‚durchreguliert‘. Hinzu kommt die Setzung des Koran als absolutistisches Bedeutungssystem: „Denn der Koran ist eine Methode des Lebens und eine Verfassung für die ganze Menschheit ohne jedwede zeitliche oder örtliche Begrenzung. Darüber hinaus ist der Koran ein Indiz für Kreation von einem Wunder (I‘Èaz) und eine alles umfassende Enzyklopädie der Wissenschaft und auch eine Zusammenfassung der Geschichte der gesamten Menschheit“ (der ägyptische Pädagoge Mahmut Sayyid Sultan zit. n. Tibi 1991, S. 149).

6) Grundcharakteristikum des Gesetzes-Islam ist die religiöse Sanktionierung bzw. Sakralisierung der bestehenden, in der Regel despotischen Herrschaftsordnung. Das schließt ein: (a) das Fehlen eines antidespotischen Widerstandsrechts der Muslime gegen
„ungerechte“ Herrscher sowie (b) die Vorenthaltung von Individualrechten. Die Schari’a formuliert im Grunde nur menschliche Pflichten gegenüber Gott, beinhaltet aber keine gesellschaftlich geschützten Rechte des Einzelnen gegenüber der Sozialordnung und dem Staat. Insbesondere diese religiös begründete Vorenthaltung von individuellen Menschenrechten zeichnet den Gesetzes-Islam als „kulturelle Software“ der orientalischen Despotie38 aus.

7) Das normative Grundmodell des Gesetzes-Islam ist die
‚Gottesherrschaft‘ bzw. die Errichtung des‚Gottesstaates‘ (Hakimiyyat Allah). Hauptkonstituenten dieser ‚islamischen Herrschaftsordnung‘ sind : (a) der als „Schatten Allahs“ im Namen Gottes Macht ausübende Imam/Despot als religiöser und politischer Führer sowie (b) die Schari’a, d. h. das aus dem Koran und der Sunna abgeleitete „göttliche Gesetz“ als ein rigides normatives Anweisungs- und Sanktionssystem, das schon aufgrund dieser konstitutionslogischen Merkmale keine Individualrechte im Sinne von Berechtigungen gegenüber dem Sozium zuläßt. In der Perspektive dieses Modells göttlich legitimierter Herrschaft gelten säkulare Ordnungen/Lebensmodelle (Demokratie, nichtreligiöser Rechts- und Verfassungsstaat etc.) als „unislamisch“, während die Menschenrechte als Hokuspokus von besessenen Ungläubigen abqualifiziert werden39.

8) Ein zentrales Merkmal des Gesetzes-Islam mit seiner Fokussierung der Schari
’a ist die Verweigerung von Gleichberechtigung bzw. die rechtlich-normative und soziokulturelle Diskriminierung von Anders- und Nichtgläubigen, Frauen und Minderheiten40. „Am dramatischsten betroffen sind davon die Frauen: Wenn sie aus der Welt der Tradition ausbrechen, werden sie gefangen, vergewaltigt, zerbrochen, umgeracht“ (Harwazinski 1998, S.447).

9) Im Gegensatz zu anders lautenden Sätzen im Koran, nach denen es in der Religion keinen Zwang geben soll, existiert im Gesetzes-Islam keine Glaubensfreiheit41. So darf ein Muslim seinen Glauben nicht widerrufen oder wechseln. Tut er es dennoch, so begeht er Apostasie (Riddah), worauf für Männer die Todesstrafe steht. Aber auch bereits die angebliche Mißachtung der Schari
’a kann von islamischen Rechtsgelehrten als Apostasie ausgelegt werden. So erklärte der ägyptische Scheich al-Ghazali 1993 anläßlich der Ermordung des Schriftstellers Faradj Fuda vor dem ägyptischen Gericht für Staatssicherheit in seinem Rechtsgutachten (Fetwa)folgendes: „Jeder, der offen gegen die Anwendung der Schari‘a ... eintritt, fällt vom Glauben ab und muß getötet werden ...; wer einen solchen Apostaten tötet, darf straffrei ausgehen!“ (zit. n. Tibi 1999, S.21). Im Kern handelt es sich hierbei um eine prophylaktische Generalamnestie für ‚radikal-islamistische‘/fundamentalistische Attentäter!42




© Hartmut Krauss, Osnabrück 2001



Anmerkungen:
1 Der vorliegende Text ist ein Auszug aus einer längeren Abhandlung unter dem Titel: Religion -
‚Moderne‘ - Fundamentalismus: Die ‚Wiederkehr des Religiösen‘ als neototalitäres Phänomen“. Eine analytische Skizze zur aktuellen Beschaffenheit des islamischen Fundamentalismus findet sich in meinem Text: „Totalitarismus und Fundamentalismus im Spannungsfeld zwischen prämodernem Traditionalismus und kapitalistischer ‚Moderne‘“. Teil 2.

2 Auch das
„Feindbild Kommunismus“ basierte auf einer verzerrenden Konfundierung von Marxismus, Kommunismus (als Ziel) und Stalinismus (als pervertierender Bewegung). Vgl hierzu Krauss 1997a.

3 Drastisch, aber treffend weist Tibi (1999, S.165) auf den postmodernen Rückfall hinter die Errungenschaften der kulturellen Moderne hin:
„Wenn im islamischen Sudan Frauen durch Beschneidung ihrer Klitoris in ihrer Sexualität entmündigt werden, dann ist das für Kulturrelativisten keine Verletzung des Menschenrechts auf körperliche Unversehrtheit, sondern schlicht ein Ausdruck anderer Sitten, vergleichbar der inhumanen Verschleierung der Frauen. .... In Wirklichkeit bedeutet Kulturrelativismus jedoch nicht Toleranz gegenüber anderen Kulturen, sondern moralische Trägheit und Entlastung von jeglicher Verantwortung, etwa für die Verletzung von Menschenrechten.“

4 Vgl Abschnitt VI. 2.

5 Die Hanifen glaubten an die Lehre vom Stammvater Abraham, ohne sich dem Christentum oder Judentum anzuschließen.

6 Dashti (1997, S.43) sieht in einer Reise, die Mohammed bereits im Alter von elf Jahren mit seinem Onkel nach Syrien unternahm, ein Schlüsselerlebnis:
„Dort konnte er eine andere Welt entdecken, die nicht wie bei seinem Stamm durch Unwissenheit, Aberglauben und Grobheit gekennzeichnet war. Dort traf er Menschen, die frommer waren und deren Sitten und Gebräuche höher entwickelt erschienen. Da wurde ihm wahrscheinlich zum ersten Mal klar, wie primitiv, brutal und abergläubisch sein eigenes Volk war.“

7 Schon vor Mohammed waren in verschiedenen arabischen Gebieten Propheten aufgetreten, die vor der Götzenanbetung warnten vgl. Dashti S. 46f.

8
„Die Lebensgeschichte Muhammeds ist die Geschichte eines Mannes, der Gott sucht und im Erlebnis der Berufung findet; dann die Geschichte des Propheten von Mekka, der eine Gemeinde von Gläubigen um sich sammelt; schließlich die Geschichte des Politikers von Medina, der die islamische Theokratie begründet“ (Endreß 1991, S. 37).

9
„Eine historisierende Lesart des Koran-Textes, so wie (viele, H. K) Christen ihre Bibel textkritisch lesen, wird von den meisten Muslimen ... als häretisch zurückgeiesen. Der Muslim, der hierfür eintritt, setzt sein Leben aufs Spiel“ (Tibi 1996, S. 89).

10
„Nach der Emigration des Propheten nach Medina und der damit verbundenen Änderung der Gebetsrichtung von Jerusalem nach Mekka wurde die Dauer der Fastenzeit von einem auf zehn Tage verlängert. Von jetzt an mußte an den Tagen des Monats Moharram gefastet werden. Nach dem endgültigen Bruch zwischen Muslimen und Juden war schließlich der ganze Monat Ramadan dem fasten vorbehalten“ (Dashti S.108).

11
„Das Prinzip der Verhältnismäßigkeit der Vergeltung und das Verbot, dem Rächer aufs neue eine Blutschuld anzulasten, verhütete die verheerenden Blutfehden der Vergangenheit; die Empfehlung, statt der Vergeltung ein Blutgeld anzunehmen, bahnte einer humaneren Praxis den Weg. Der Zeugenbeweis wurde zur Grundlage des Vertrags- und Prozeßrechts erhoben ... Die gesetzlich geregelte Polygamie war ein bedeutender Fortschritt gegenüber den verschiedenen losen Verbindungen, die vordem möglich und üblich waren; erst damit (sanktioniert durch die harte Ahndung des Ehebruchs) wurde die Familie, die Zelle der seßhaften Gesellschaft, konstituiert“ (Endreß 1991, S. 42f.)

12 Durch Überfälle auf Karawanen feindlicher Stämme besserten Mohammed und seine frühmuslimische Anhängerschaft ihre finanzielle Lage auf. So versetzten sie sich in die Lage, ihre Vormachtstellung über die gesamte arabische Halbinsel zu errichten.
„Aber der entscheidende Schritt, mit dem sie sofort eine feste wirtschaftliche Grundlage aufbauen und ihr Ansehen heben konnten, war die Beschlagnahmung aller Besitztümer der Juden in Yathrib“ (Dashti 1997, S.157).

13 Tibi (196, S.91) schreibt hierzu:
„Die historische Situation, die diesem Muster zugrunde liegt, ist : Unterwerfung der Stämme unter die neue islamische Staatsordnung und Expansion durch den Djihad. Im Kontext der islamischen Religionsstiftung war diese Lehre gleichermaßen verständlich und berechtigt. Muslime haben sie aber zur Rechtfertigung ihrer Futuhat/Eroberungen erweitert und zu einer religiösen, kosmologischen Weltanschauung weiterentwickelt.“

14
„Verführung“ ist hier im Sinne von „Vertreibung“ zu verstehen.

15 Nach Auffassung des französischen Islamwissenschaftler Maxime Rodinson
„wurde der Koran zu einer Art Zeitung: sie erließ Tagesbefehle an die Truppen, sie fällte die Entscheidungen über Fragen der inneren Ordnung, sie erklärte die glücklichen und unglücklichen Wechselfälle des Kampfes“ (zit. n. Tibi 1996, S.103).

16 So verherrlichen Fundamentalisten die Epoche des Frühislam als
„Goldenes Zeitalter“.

17 Aus der
„Partei“ Alis (Schi‘a Ali) , also den Anhängern Alis, die gegenüber dem dynastischen Kalifenprinzip das Imamprinzip vertreten und in Ali den Ur-Imam sehen, bildete sich die islamische Strömung der Schiiten.




18
„In der islamischen Geschichte gibt es keine demokratische Ablösung von Herrschaft ... Der Mord am illegitimen Imam ist die Logik der islamischen Opposition. Die Logik der Herrschaft aber ist dagegen, daß der Imam auf seiner Berufung durch Gott besteht, so daß er nicht von sich aus zurücktreten darf“ (Tibi 1996, S.74).

19 ;Murdschiiten
‘ leitet sich ab von murji’a: „die Aufschiebenden, d. h. diejenigen, die das Urteil über Errettung oder Verdammnis eines Muslims auf den Jüngsten Tag aufschieben“ (Radtke 1991, S.58).

20
„Der Hellenisierung ging eine Welle von arabischen Übersetzungen aus dem Erbe der griechischen Antike durch arabische Christen voraus. Muslime begannen in jener Zeit, politische Themen aus der altgriechischen politischen Philosophie aufzunehmen und in diesem Zusammenhang ihre eigene Tradition eines rationalen, auf der menschlichen Vernunft basierenden Denkens zu begründen. Das Resultat war die politische Philosophie im Islam und ihr Rationalismus.“ (Tibi 1996, S.129)

21 So gehörten die oben Genannten
„zu den bedeutendsten Vertretern rationalistischen, humanistischen und progressiven Philosophierens im gesamten Mittelalter und übten auch auf die europäische Philosophie einen enormen Einfluß aus“ (Wöhler 1989, S.31).

22 Diese Grundthese Al-Farabis zusammenfassend schreibt Tibi (1996, S.141):
„Analog zu der vernunftmäßigen Ordnung des Kosmos herrsche eine Hierarchie unter den Menschen, und nur die Philosophen unter ihnen verfügten über den für die Führung des Gemeinwesens erforderlichen Intellekt.“

23 Die Verwirklichung des menschlichen Glücks im Diesseits öffnet den Weg zu einer Säkularisierung; nicht mehr primär im himmlischen Paradies, sondern auf dieser Erde ist die Sa
’ada/Glückseligkeit anzustreben“ (Tibi 1996, S.142).

24
‚Islamische Zivilisation‘ meint hier die Gesamtheit der raum-zeitlich unterschiedlich verorteten Lebensgemeinschaften, die auf die islamische Religion als prägendes Bedeutungssystem ausgerichtet sind.

25
„Schari’a ist nach Deutung der islamischen Orthodoxie das, was von Gott kommt und als Offenbarung im Koran schriftlich festgehalten ist. Fiqh dagegen ist das islamische Wissen der Schriftgelehrten, welches sie als Menschen bei ihrer Deutung der Schari’a gewinnen“ (Tibi 1996, S. 151).

26 Al-Schafi
’i (767-820) ist der Begründer einer der vier sunnitischen Rechtsschulen.

27
„Obwohl ein kompromißloser Gegner des Widerstandsrechts, geriet Ibn Taimiyya mehrmals durch seine strikte Orthodoxie in Feindschaft zu mehreren Regionalherrschern und mußte deshalb in Damaskus und später auch in Kairo einige Jahre im Gefängnis verbringen ... Diese Widersprüchlichkeit im Leben und Denken des Ibn Taimiyya begegnet uns in unserer Gegenwart bei den islamischen Fundamentalisten. Sie besteht in der Ablehnung des Widerstandsrechts bei gleichzeitiger Revolte gegen den Herrscher, dem die Eigenschaft des Imam abgesprochen wird. Dies ist sicherlich mit ein Grund dafür, daß es kein Werk eines islamischen Denkers aus dem Mittelalter gibt, das an Popularität und Verbreitung unter den zeitgenössischen Fundamentalisten mit dem Ibn Taimiyyas konkurrieren könnte. Ibn Taimiyyas Werk al-Siyasa al-Schar’iyya ist einer der Katechismen islamischer Fundamentalisten; sein Leben in den Gefängnissen dient ihnen als Vorbild in ihrem Kampf gegen die heutigen verhaßten Sultane“ (Tibi 1996, S. 168).

28 Dennoch sind Ibn Taimiyyas Schriften
„eine ideologische Waffe für die Fundamentalisten unserer Gegenwart in ihrem Widerstand gegen die ‚ungerechten Imame‘; sie nehmen selektiv nur seinen Einsatz für eine an der Schari’a orientierte Politik in ihr Denken auf, übersehen jedoch seine Verwerfung eines Widerstandsrechts“ (ebenda, S. 174).

29 Über die Jahrhunderte islamischer Geschichte hat sich diese intellktuellenfeindliche Einstellung der Faqihs (islamische Sakraljuristen, H. K.) zu einer islamischen Tradition der Intoleranz entwickelt. Der Muslim, der zu intellektualisieren wagt, riskiert, der Takfir (Erklärung zum Ungläubigen) ausgesetzt zu werden. Dem Kafir gehört der Tod!
“ (ebenda, S.171)

30 Die auf Ibn Hanbal zurückgehende Rechtsschule des
‚Hanbalismus‘ ist die strengste der vier Rechtsschulen des sunnitischen Islam. Nach ihr darf allein der Koran als Basis der Rechtsfindung dienen. Die von Ibn Hanbal über Ibn Taimiyya und Ibn al-Wahªb (1703-1792) verlaufende Tradierungslinie des orthodox-reaktionären Islam ist die religiöse Legitimationsquelle der heutigen Herrschaftsordnung in Saudi-Arabien.

31Wie Tibi (1999, S. 74) ausführt, sind
„die nordafrikanischen Muslime im Maghreb fast ausschließlich Malikiten (...), während die Saudi-Araber Hanbaliten und die sunnitischen Syrer Hanafiten sind. Die Kurden sind mehrheitlich schafiitische Muslime.“

32
„Tariqa kommt sprachlich von al-Tariq (arabisch: ‚Der Pfad‘) und heißt hier ‚Der Weg‘. Der Begriff gibt an, daß zu Allah viele Wege führen, also nicht nur das von den Schriftgelehrten/Ulema zum Maßstab erhobene Gesetz. Der Tariqa-Islam, obwohl rückständig, ist somit offener gegenüber dem Geist der Vielfalt, eben weil er - im Gegensatz zum streng textgläubigen und somit rigiden Scharia-Islam - flexibel ist“ (Tibi 1999, S. 75)

33 So schreibt Ibn al-Arabi, einer der bedeutendsten Vertreter des mystischen Sufi-Islam:
„Mein Herz ist jeder Form offen: es ist Weide für die Gazelle, ein Kloster für die christlichen Mönche, ein Tempel für die Idole, eine Ka’ba für die Pilger (von Mekka), eine Tafel für die Thora und für den Koran. Ich praktiziere die Religion der Liebe“ (zit. n. Tibi 1999, S. 77).

34 Die hanbalitische Reaktion konnte sich auf die dem Kalifat, seiner Administration und den elitär-rationalistischen Mutaziliten entfremdeten und ungebildeten Volksmassen stützen.

35 Hervorzuheben ist der stagnative Charakter des Gesetzes-Islam.
„Nach dem Zerfall des arabo-islamischen Reiches im 13. Jahrhundert“, so Tibi (1991, S.54), „sind bis zum 19. Jahrhundert keine bedeutenden Koran-Kommentare mehr entstanden.“

36 Als Vorbild für diese
„organische“ Auffassung gilt die Gründung und gesetzliche Regulierung der medinesischen Sozialordnung durch den Propheten Mohammed. „In Medina war der Islam jedenfalls nicht nur der Glaube an Gott, er wurde vielmehr auch zur Grundlage eines neuen Rechtssystems und eines arabischen Staates. Alle Regeln und Pflichten dazu wurden während des Aufenthalts des Propheten in Medina in den letzten Jahren seines Prophetendaseins festgelegt“ (Dashti 1997, S.135)..

37 Zwar ist
‚Djihad‘ nicht mit ‚Krieg‘ gleichzusetzen, aber der islamische Überlegenheitsanspruch schließt die Option kriegerischer Zielverwirklichung ausdrücklich ein. So heißt es in Sure 9, Vers 5: „Sind aber die heiligen Monate verflossen, so erschlaget die Götzendiener (Ungläubigen, H. K.) wo ihr sie findet, und packet sie und belagert sie und lauert ihnen in jedem Hinterhalt auf.“ (Die christlichen und jüdischen Gemeinden konnten erst durch die Entrichtung einer entehrenden „Kopfsteuer“ ihren Glauben behalten, während die Ungläubigen zwischen Islam, Tod oder Sklaverei zu wählen hatten.)

38 Wittfogel (1962, S. 188) vergleicht den Terror des Despoten mit einem frei umherschweifenden Tiger:
„Der Machtspezialist wie der Tiger muß die physischen Mittel zur Vernichtung seiner Opfer besitzen. Der Despot besitzt solche Mittel. Er verfügt unumschränkt über die Armee, die Polizei und den Nachrichtendienst. Er hat Gefangenenaufseher, Folterknechte, Henker und alle Werkzeuge, die nötig sind, um eine Verdachtsperson festzunehmen, zu martern und zu töten.“ Über den nicht zweckrationalen Terror im abbasidischen Kalifat heißt es: „Improvisierte Hinrichtungen und die Schaustellung abgeschlagener Köpfe gehören zu den Alltäglichkeiten des Abbasidenhofes. Seit der Regierung Al Manssôrs ist es so, daß jemand, der von den Wachen des Kalifen dringend zum Palast befohlen wird, das Bewußtsein hat, er werde möglicherweise nicht lebendig zurückkommen. Er macht sein Testament, sagt seiner Familie Lebewohl und trägt sein Grabtuch unter dem Arm mit sich“ (ebenda, S.190).

39 So sah z. B. Khomeini in den Menschenrechten
„nichts anderes als eine Sammlung korrupter Regeln, die von den Zionisten ausgearbeitet worden sind, um die wahren Religionen (d. h. den Islam) zu zerstören“ (zit. n. Tibi 1999, S. 248).

40
„Solange die Basis des modernen islamischen Rechts unverändert bleibt ... wird es keine Möglichkeit geben, drastische und schwerwiegende Verletzungen universeller Menschenrechtsstandards durch die Muslime zu verhindern (An-Na’im, zit. n. Tibi 1999, S.267).

41
„Wenn ein muslimischer Herrscher ein von Ungläubigen bewohntes Land erobert, haben die Einwohner dieses Landes drei Möglichkeiten: (1) zum Islam überzutreten, wodurch sie ein vollwertiges Mitglied des islamischen Staates werden; (2) eine Kopfsteuer (jiza) zu zahlen, wodurch sie als Ungläubige unter den Schutz der Obrigkeit gestellt werden; (3) der Tod durch das Schwert, wenn sie sich weigern, die Kopfsteuer zu zahlen“ (Dasht 1997, S.353f.).

42 Tibi (1999, S. 21) verweist auf den engen zeitlichen Zusammenhang zwischen dieser Fetwa, der Ermordung des Soziologen M. Boukhobza durch algerische Fundamentalisten im Juni 1993 und der Verbrennung von 36 Schriftstellern am 2. Juli 1993 durch türkische Fundamentalisten. Diese Intellektuellen wurden an ihrem Tagungsort bei lebendigem Leib verbrannt,
„weil sie sich für Säkularisierung, d. h. für die Trennung von Religion und Politik, also nach der Fetwa von Scheich al-Ghazali für die ‚Suspendierung der Schari’a‘ eingesetzt und somit der ‚Apostasie‘ schuldig gemacht hatten.“








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195.) 18.05.2005 / 16:07
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Anonym
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194.) 18.05.2005 / 15:08
Name:
alawitisch-jesuitischer balfourismus samt rockefellers
eMail:
keine
Homepage:
keine
Beitrag:
alawitisch-jesuitischer balfourismus samt rockefellers hält die weltwunde israel-holocaust offen und verhindert somit "shalom"?

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Unsichtbare Kirche Christi (kein \"jesuitisches\" Forum!), alternativ: www.jokerbioeule1.de.vu
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155
Datum: Montag, der 07. Oktober, 2002 um 12 Uhr 00
Johanniskraut! (keine e-Mail / http://www.johanniskraut.de.vu/) schrieb:

Wir wissen, aktualisiert werden die Diabolismen des Aleister!
Nehmen wir einmal an, dass der \"Iona\"-Mythos mit irdischen Paradiesen (Mereschkowskij: über Bondarew und lochmann-verlag@gmx.ch erhältlich!)
ist erfolgreich, weil für \"Kinder des Himmels und der Erde\" (Erich Jooß, Ellermann, ISBN 3-7707-3076-3, S. 141: \"Das andere Land\" - Ein Traum, der nicht mehr endet -\\Keltisch-frühchristliche Überlieferung\\!?)
käme an seinemSchildkröten-Ziele an?
Was machen Sie und ich dann?
Wir werden nicht mehr im kulturzerstörten Zeitalter zu lange uns umschauen trauen:
Weil wir uns sonst die Kräfte zur Fortschreibung noch ungeschriebener Johannes-Bücher (letzte Zeilen im Johannes-Evangelium!)
verbauen!
Klicken wir einmal bei www.odermenning.de.vu im linken Frame:
\"...furchtnichtnurliebe\" und schon sind wir \"daheim!\"
\"Zieh\\n auch die Krähen schwirren Flugs zur Stadt\",
Der interkulturelle Galilaeer in unsren Herzen Heimat hat!
Die interkulturelle Ethik ja vielleicht uns zeigt ein wenig unbehaust?
Der Menschensohn, nicht weiss, wohin er legen darf sein Haupt!
So wollen Sie und ich den Tau vom Himmel rufen:
Mit dem Zeichen des TAU segnete ja auch der seraphimische Franziskus und fand über Liebe den Himmel ja offen!
Denn furcht gibt uns nichts, nur Liebe zu allem!
Dem neu zu erarbeitenden Johanneswort zu Gefallen!
Gruß Paraneua-Bioeule-Odermenning.de.vu-Johanniskrautaktuell.de.vu!

154
Datum: Montag, der 07. Oktober, 2002 um 10 Uhr 59
COSMO (keine e-Mail / keine Homepage) schrieb:

Le auguro del tutto cuore mio una futura molto bene e tantissimi cordiali saluti.UNA STELLA DEL CELO !!!

153
Datum: Montag, der 07. Oktober, 2002 um 03 Uhr 24
Johanniskraut! (keine e-Mail / http://www.blitz-buch.de/Bioeule666) schrieb:

Test!

152
Datum: Montag, der 07. Oktober, 2002 um 03 Uhr 23
Johanniskraut! (keine e-Mail / http://www.johanniskraut.de.vu/) schrieb:

Gruß Johanniskraut mit dem gesamten Bioeulen-Netz! Gelobt sei, was gehackt wird!

151
Datum: Freitag, der 04. Oktober, 2002 um 05 Uhr 55
Franziskus und Kolchis: (keine e-Mail / http://www.bach-chor-bonn.de/Willkommen/Hl_Franziskus.jpg) schrieb:

Franziskus und Kolchis:
\"...predigte weniger von Glauben, von Liebe, war aber selber die verkörperung dieses Glaubens und dieser Liebe. Inihm waren sie gleichsam verleiblicht. In ihm traten sie wie ein lebendiges Sinnbild vor die damalige Welt. In der Mitte von allem steht natürlich doch dasjenige, was wirkte. Es wirkte nicht der Glaube, es wirkte nicht die Hoffnung. Die muß man zwar haben, aber wirksam ist nur die Liebe. Sie steht mitten darinnen, sie ist dasjenige, was die wirkliche Weiterentwickelung der Menschheit zum Göttlichen im Sinne des Moralischen eigentlich getragen hat ...\" Rudolf Steiner in: Christus und die menschliche Seele, S. 104, Norrköping, 29. Mai 1912.
Gruß Paraneua-Bioeule-Odermenning.de.vu!

150
Datum: Freitag, der 04. Oktober, 2002 um 05 Uhr 40
Franziskus und Kolchis! (keine e-Mail / http://www.bach-chor-bonn.de/Willkommen/Hl_Franziskus.jpg) schrieb:

Gruß Paraneua!

149
Datum: Freitag, der 27. September, 2002 um 11 Uhr 24
Ekkehard I., Mönch des Klosters von St. Gallen! (keine e-Mail / http://www.odermenning.de.vu/) schrieb:

Eintrag vom 27.9.2002 / 11:5
Name: Odermenning in mutlosen Zeiten!
eMail: keine
URL: http://www.odermenning.de.vu
Beitrag:
Eintrag vom 27.9.2002 / 11:3
Name: Neue Strategie der \"Balfour\"-Asen!
eMail: keine
URL: http://www.odermenning.de.vu
Beitrag:
Die sich natürlich nicht auf die friedlichen Möglichkeiten christlichen Geistes einlassen! (R.Steiner, GA101, S.81!)
Die \"Philosophie\" des Dax uns \"erspart\"
des Eingeweihten Ekkehard Waltharilied für der Antimoninien Wohlfahrt!
Und so gilt bei den \"Balfours\" weiter \"Zahn um Zahn\"!
Das neuheidnische \"Sahne-Pudding\"-Neuheidnische Wohlleben der Arier-Iren- Asen setzt die Elite-Truppe der Berserker und Assassinen gegen den ungewollten \"Strohtod\" an!
Es gilt der Krebsgang indie Vergangenheit!
Halloween! Es ist Hexensabbat und Neuheiden-Zeit!
Gab es nicht fern aller Dax-Philosophien christliche Überzeit?
Die uns der christliche St.Gallener St. Ekkehard zeigt?
Keine Angst vor Drachen und Hunnen!
Die Ängste und Gefahren des Antichrist werden über den \"interkulturellengalilaeer\" bezwungen in unserem Herzen bezwungen!
Und so ersteht nach des des Alphard, des Gotenkönig in Aquitanien, des Sohn älterer Waltharilied-Fassung
eine neue zweite, über die uns Ekkehard I. von St. Gallen zeigt, dass die Hunnen-Ängste ins christliche Weltbild nicht mehr passen: \"... Wendet euch den neuen Anschauungen zu, und ihr werdet das überwinden, was in euch selbst noch steckt von jenem alten, das euch leibhaftig entgegentritt in den Hunnen. ... Wenn ihr bei den alten Zuständen bleibt, dann werdet ihr euch selber aufzehren.\" (GA 101, S.80, Rudolf Steiner: Mythen und Sagen, okkulte Zeichen und Symbole)
Doch die aktuelle neu-\"manichäische\" Politik
verweigert hinter der Maske der Dax-Börse den Frieden für Kriegsgewinne im Augenblick!
Gruß Ekkehard I. von St. Gallen, alias Paraneua-Bioeule-Jokerbioeule, fern des Dax, gegen Huntingtons Kampf der Kulturen für den interkulturellengalilaeer stimmend!


148
Datum: Montag, der 23. September, 2002 um 09 Uhr 56
Genügt Wellen-Politik? (keine e-Mail / http://www.blitz-buch.de/Kampfhund) schrieb:

2674.) Name: Wahlsieg der Welle!? Datum: Montag, der 23. September, 2002 um 09 Uhr 46
Homepage: http://www.paraneua.de E-Mail: keine e-Mail
Sagt nicht wie FAZ ganz \"ohne Stil\" Nr.221, S.39
wär\\ jetzt zu sehn das Wahlergebnis als des Wähler Will\\!?
Der Vorwurf solcher \"Stillosigkeit\" mich kühl bewegt:
Nicht weil ich für die Well\\ nicht mitgewählt!
Ich seh\\ wie Michael Jeismann Chance und Gefahr!
Gönn\\ SPD in der Arena sich zu stellen weitre Jahr\\!
Seh\\ Stoiber für\\s \"augustäisch\" Bayern neu bestätigt!
Seh\\ integrierten Jesuitismus im \"Herz-Jesu\"-Staat samt \"spirit77\" wirken schlau und nicht einfältig!
Die Auferstehung fehlt im Parlament noch \"Rechts\" und \"Links\"!
Glaub auch nicht, dass ein \"Zuspruch ohne Substanz\" (FAZ, Nr. 221, S. 14) von Bahais? über Wolfgang Müller-El Abd aus Hamburg uns die bringt!
Von Müller-El Abd angebotne \"Transformation\"
kennt man als schlau empfohlene Entichung für leichtere politische Regierbarkeit schon!
Geriert sich über viele Lager:
Auch Drewermann mit und ohne die warme Seelenbarke sind dort Zwischenträger!
Ich seh, die Krähen ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Weg - Wahrheit - Leben
keine Kuschelecken hat!
Scheut nicht zu gehn auf unbequemen Wegen:
Sieht Schleusen geöffnet für Waldrösleins politischen Regen!
Kennt auch den Schmerz des negativen Helden:
Weiss, dass die Nietzsches und Bakunins zu radikal sind für des Neu-Marxismus Fetisch-Welten!
So geht der interkulturellegalilaeer.de.tt (oder tf?) weiter durch den Raum und die Zeit!
Vielleicht ja Marx sich über Julius Mosen freut?
Der Patchworkdecke Flicken und Nahtstellen
das nahtlose Gewand des Mittlers nicht verprellen!
So schreitet Christus weiter durch die Zeit
in seiner Erde Pilgerkleid!
Babismus und Papismus nicht passen!
Das Marx-Gemurxe zeigt den Kaiser nackt, doch Menschen gern sich täuschen lassen!
Wir müssen als Bettler um Geist (Rudolf Steiner zur Bergpredigt!)
die Auferstehung jeden Tag ganz neu erfassen,
damit wir vor der Zeit nicht in der Mittlerschaft in Sinflut-Zeiten ertrinken und erblassen!
Gruß Paraneua-Bioeule-Jokerbioeule, alias odermenning.de.vu, interkulturellergalilaeer.de.t f (tt?)



147
Datum: Montag, der 16. September, 2002 um 16 Uhr 47
Text zur Adresse in Eintrag 147: (keine e-Mail / keine Homepage) schrieb:

So spricht der, der uns beisteht von Anfang:
Denkt nicht an das Frühere
und achtet nicht auf das Vorige.
Denn seht, ich will etwas Neues schaffen!
Ich mache einen Weg in der Einöde und
Wasserströme in der Wüste.
So spricht der, der dir beisteht von Anfang: Du, über den alle Wetter gingen, der keinen Trost fand, ich will Wasser
gießen auf das Durstige und Ströme auf das Dürre, weil du in meinen Augen so wert geachtet bist und weil ich dich lieb
habe. Von nun an lasse ich dich Neues hören und Verborgenes, das du nicht wußtest.
Wie eine Wolke tilge ich alles Verkehrte und wie Nebel alle Fehler. Ich will vor dir hergehen und das Bergland eben
machen, ich will die ehernen Türen zerschlagen und die eisernen Riegel zerbrechen und will dir heimliche Schätze geben
und verborgene Kleinode, damit du erkennst, wer ich bin.
Ich habe dich geläutert, habe dich geprüft im Glutofen des Elends. Und ich habe dich gerüstet, obgleich du mich nicht
kanntest.
So fürchte dich nun nicht, denn ich bin bei dir; schäme dich nicht, sondern du wirst die Schande deiner Jugend vergessen
und der Schmach nicht mehr gedenken. Bis in dein Alter bin ich derselbe, und ich will dich tragen, bis du grau wirst. Ich
will dich heben und tragen und erretten.
Ich wohne bei denen, die niedergeschlagen und in Not sind. Ich sage den Gefangenen: Geht heraus! und zu denen in der
Finsternis: Kommt hervor! Ihre Wege habe ich gesehen, und ich will sie heilen und sie leiten und ihnen wieder Trost
geben.
Seht, mein Arm ist nicht zu kurz, daß er nicht helfen könnte. Kommt her zu mir! Denn ihr sollt in Freuden ausziehen und
im Frieden geleitet werden. Es sollen Zypressen statt Dornen wachsen und Myrten statt Nesseln.
Werde wach! Mach deine Augen auf und sieh: Dann wirst du vor Freude strahlen, und dein Herz wird weit werden. Steh
auf, du Gefangener! Mach dich los von den Fesseln: An jenem Tag sollst du meinen Namen erkennen.
Ich bin der, der alles schafft, der den Himmel ausbreitet allein und die Erde festmacht ohne Gehilfen; der die Zeichen der
Wahrsager zunichte macht und die Weissager zu Narren; der die Weisen zurücktreibt und ihre Kunst zur Torheit macht.
Ich mache die Finsternis und erschaffe das Licht und gebe Frieden. Ich bin der, der dich lehrt, was dir hilft, und dich leitet
auf dem Weg, den du gehst. Ich habe dich unter dem Schatten meiner Hände geborgen. Ich hab\\s versprochen und habe
auch geholfen, damit du weißt und mir glaubst und erkennst, daß ich\\s bin: dein Gott, der dich beim Namen ruft.
Auf Gerechtigkeit sollst du gegründet sein. Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins
Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn. Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte. Dann wirst du
rufen, und dein Gott wird dir antworten.
Wenn du den Hungrigen dein Herz finden läßt und den Elenden sättigst, dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen,
und dein Dunkel wird sein wie der Mittag. Und du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der
es nie an Wasser fehlt. Und es soll wieder aufgebaut werden, was lange wüst gelegen hat, und du wirst wieder
aufrichten, was vorzeiten gegründet war; und du sollst heißen:
«Der-die-Lücken-zumauert-und-die-Wege-ausbessert-daß-man-da-wohnen-kann».
Jesaja
Eintrag vom: 10-Jul-2000
Eingetragen von: Anne
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1. Kor 1, 23 - 31: Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein
empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit, für die Berufenen aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit.
Denn das Törichte an Gott ist weiser als die Menschen, und das Schwache an Gott ist stärker als die Menschen.
Seht doch auf eure Berufung, Brüder! Da sind nicht viele Weise im irdischen Sinn, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme, im irdischen Sinn, sondern
das Törichte in der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen. Und das Niedrige in der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt:
das, was nichts ist, um das, was etwas ist, zu vernichten, damit kein Mensch sich rühmen kann vor Gott.
Von ihm her seid ihr in Christus Jesus, den Gott für uns zur Weisheit gemacht hat, zur Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung. Wer sich also rühmen will, der rühme sich des Herrn; so heißt es schon in der Schrift.

e-mail
Webmaster\\s homepage ...\"
Gruß Paraneua-Bioeule!



146
Datum: Montag, der 16. September, 2002 um 16 Uhr 44
Trotz \"spirit77\", der meine Seiten geimpft hat! (keine e-Mail / http://home.germany.net./dr.e.meier/klause.htm) schrieb:

Dies ist G o o g l e s Cache von http://home.online.no/~boethius/wtc/lys-okt201.htm.
Das Archiv von G o o g l e enthält Momentaufnahmen von Webseiten.
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Kommentare und Analysen
zum 11. September
Oktober / November 2001
Die Texte sind den Zeitschriften SZ, FR und FAZ entnommen.
Zurück zur Übersicht

Susan Sontag:
Lernprozesse einer offenen Gesellschaft angesichts ihrer Feinde
Gespräch mit Tahar Ben Jelloun:
Die gescheiterte Integration
Gerd Koenen:
Antithese des Westens
Klaus Hemmo:
Mit Jeanne d\\Arc fing alles an
Christoph Albrecht:
Was passiert, wenn Bin Ladin der Gerechtigkeit zugeführt wird?
Joseph Croitoru:
Das Phänomen Bin Ladin
David Grossman:
Von der Sehnsucht, kein Opfer mehr zu sein
Hans Wollschläger:
Alle Kriege enden schlecht, und wir mit ihnen
Jean Baudrillard:
Der Geist des Terrorismus




Meine Rückkehr nach New York:
Lernprozesse einer offenen Gesellschaft angesichts ihrer Feinde

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.10.2001

Von Susan Sontag
Natürlich wäre ich am 11. September am liebsten in New York gewesen. Aber ich war in Berlin. Mein erster Eindruck von den Ereignissen in den Vereinigten Staaten wurde also durch die Medien vermittelt. Ich saß achtundvierzig Stunden vor dem Bildschirm und schaute CNN. Dann kehrte ich an meinen Laptop zurück, um einen wütenden Kommentar über die idiotischen, irreführenden und demagogischen Sprüche zu schreiben, die von amerikanischen Politikern und Medien verbreitet wurden. Dieser kurze Text (\"Feige waren die Mörder nicht\", F.A.Z. vom 15. September), der auf heftige Kritik stieß, war ja nur eine erste, wenngleich sehr zutreffende Reaktion. Der eigentliche Schmerz stellte sich dann schubweise ein.
Als ich in der Woche nach dem 11. September spätabends in New York eintraf, fuhr ich vom Kennedy-Flughafen sofort zum Ort des Anschlags, so nahe heran, wie das eben möglich war, und stapfte eine Stunde durch die Trümmerberge dieses qualmenden, übelriechenden, etwa sechs Hektar großen Massenfriedhofs im südlichen Manhattan.
Angesichts der Realität der Zerstörung und des immensen Verlustes an Menschenleben trat die politische Rhetorik, die mich zunächst so beschäftigt hatte, in den Hintergrund. Mein Konsum an Realität via Fernsehen war auf das übliche Niveau zurückgegangen, also Null. In Amerika besitze ich kein Fernsehgerät, aber wenn ich im Ausland bin, sehe ich natürlich fern. Zu Hause sind meine wichtigsten täglichen Nachrichtenquellen die \"New York Times\" und mehrere europäische Zeitungen, die ich online lese. Und Tag für Tag bringt die \"Times\" herzzerreißende kurze Lebensläufe mit Fotos von vielen der Tausende, die in den entführten Flugzeugen und im World Trade Center den Tod fanden, auch von den mehr als dreihundert Feuerwehrleuten, die die Treppen hinaufstürmten, während ihnen die Büroangestellten entgegenkamen. Unter den Toten waren nicht nur die gutverdienenden, ehrgeizigen Finanzmanager, die dort ihre Büros hatten, sondern auch viele einfache Leute, Handwerker, Sekretärinnen und mehr als siebzig Küchenkräfte (überwiegend Schwarze und Hispanics) des Aussichtsrestaurants \"Windows on the World\". So viele Geschichten, so viele Tränen. Nicht zu trauern wäre barbarisch, so wie es barbarisch wäre, zu denken, daß diese Toten sich von den Opfern anderer abscheulicher Massaker unterschieden, von Srebrenica bis Ruanda.
Die Vereinigten Staaten sind ein merkwürdiges Land. Die Leute haben einen deutlich anarchischen Zug und gleichzeitig einen geradezu abergläubischen Respekt vor dem Gesetz. Sie beten unmoralischen Erfolg an und haben ausgeprägt moralische Vorstellungen von Richtig und Falsch. Sie betrachten Regierung und Steuererhebung als äußerst suspekte, geradezu sittenwidrige Unternehmungen, aber in Krisenzeiten schwenken sie die Fahne, bekennen sich als Patrioten und stellen sich hinter die Politiker. Vor allem glauben sie, daß Amerika eine Ausnahme in der Geschichte der Menschheit ist und immer verschont bleiben wird von den üblichen Beschränkungen und Katastrophen, die andere Nationen prägen.
Zur Zeit kann man einen heftigen Konformismus hierzulande beobachten. Die Leute waren überrascht und schockiert, daß der Anschlag vom 11. September überhaupt stattfinden konnte. Sie haben Angst. Die erste Reaktion besteht darin, die Reihen zu schließen (um dieses militärische Bild zu verwenden) und Patriotismus zu demonstrieren - als ob dieser durch den Anschlag in Frage gestellt worden wäre. Das Land ist ein einziges Meer von amerikanischen Fahnen. Sie hängen aus den Fenstern von Wohnhäusern, schmücken Geschäfte und Restaurants, wehen an Kränen und Lastwagen und Autoantennen. Sich über den Präsidenten lustig zu machen - ein beliebtes Hobby der Amerikaner, ganz gleich, wer gerade Präsident ist - gilt jetzt als unpatriotisch. Journalisten, wenige, sind entlassen worden. Lehrer wurden öffentlich getadelt, weil sie im Unterricht vorsichtige Fragen gestellt haben (beispielsweise, warum Bush am Tag des Anschlags unerklärlicherweise abgetaucht war). Selbstzensur, die wichtigste und erfolgreichste Form von Zensur, greift um sich. Diskussionen werden mit Opposition gleichgesetzt, und Opposition gilt als illoyal. Es besteht weithin der Eindruck, daß wir uns in dieser neuen Krise (mit offenem Ausgang) unsere traditionellen Freiheiten vielleicht nicht mehr \"leisten\" können. Meinungsumfragen zeigen, daß sich Bush auf die Zustimmung von mehr als neunzig Prozent der Bevölkerung stützen kann - eine Zahl, die den Wahlergebnissen in den alten Diktaturen sowjetischen Typs nahekommt.
Nach den Anschlägen vom 11. September haben sich zwei Deutungsmuster herausgebildet. Das erste besagt, daß dies ein Krieg sei, ausgelöst durch einen \"feigen Angriff\", vergleichbar dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor, der zum Eintritt der Amerikaner in den Zweiten Weltkrieg führte. Das zweite Denkmodell (das in den Vereinigten Staaten und in Westeuropa zunehmend Verbreitung findet) besagt, daß dies ein Kampf zweier rivalisierender Kulturen sei: hier eine produktive, freie, tolerante und säkulare (oder christliche), dort eine rückschrittliche, bigotte und rachsüchtige.
Ich lehne beide Interpretationen - das \"Wir führen jetzt Krieg\"-Modell und das \"Unsere Kultur ist der anderen überlegen\"-Modell - als vulgär und gefährlich ab. Nicht zuletzt deswegen, weil dies die Denkweise jener Leute ist, die diesen verbrecherischen Anschlag verübt haben, und der Fundamentalisten des wahhabitischen Islam. Nur ein streng definierter Militärschlag böte die Chance, die Bedrohung durch jene Bewegung zu verringern, die neben Usama Bin Ladin selbstverständlich noch viele andere Führer hat.
Einerseits ist der Terrorismus, der am 11. September einen so signalhaften Erfolg erzielte, offensichtlich eine globale Bewegung. Er ist nicht mit einem bestimmten Staat, schon gar nicht mit diesem verwüsteten Afghanistan zu identifizieren, so wie Pearl Harbor mit Japan zu identifizieren war. Wie die moderne Wirtschaft, die Massenkultur, wie pandemische Krankheiten (man denke nur an Aids), so kennt der Terrorismus keine Grenzen.
Ich bin der Ansicht, daß ein Vergleich zwischen dem 11. September und Pearl Harbor nicht nur unzutreffend, sondern auch irreführend ist. Es würde bedeuten, daß wir es mit einem anderen Staat zu tun haben. In Wahrheit sind es eher subnationale, transnationale Kräfte, die das mächtige Amerika demütigen wollen. Usama Bin Ladin ist allenfalls Chef eines umfangreichen Netzwerks von Terrorgruppen. Einige informierte Leute glauben sogar, daß er nur eine Art Aushängeschild ist, daß er eher wegen seines Geldes und als charismatische Persönlichkeit geschätzt wird, weniger als fähiger Organisator. Nach Ansicht dieser Leute werden die Aktionen, die in vielen Ländern noch zu erwarten sind, von einem harten Kern ägyptischer Fundamentalisten geplant.
Ich glaube nicht, daß Amerika die islamische Welt seit Jahren provoziert. Amerika ist in vielen Ländern brutal und imperialistisch aufgetreten, aber es unternimmt keine breitangelegte Operation gegen \"die islamische Welt\". Und bei aller Kritik an der Außenpolitik und der imperialen Arroganz Amerikas darf nicht vergessen werden, daß die Anschläge vom 11. September ein abscheuliches Verbrechen waren.
Als jemand, der seit Jahrzehnten mit lauter Stimme amerikanische Untaten anprangert, bin ich besonders empört beispielsweise über das Embargo, das der verarmten, unterdrückten irakischen Bevölkerung soviel Leid bringt. Die Ansicht, die ich unter amerikanischen Intellektuellen wie Gore Vidal und vielen bornierten Intellektuellen in Europa entdecke - daß Amerika sich diese schreckliche Katastrophe selbst zuzuschreiben, daß es Mitschuld habe an den Tausenden Toten -, diese Ansicht kann ich nicht teilen.
Bei aller Kritik an der amerikanischen Außenpolitik: Dieses Massaker zu entschuldigen oder zu rechtfertigen, indem man den Vereinigten Staaten die Schuld dafür gibt, ist obszön. Terrorismus ist Mord an unschuldigen Menschen. In diesem Fall war es Massenmord.
Inakzeptabel erscheint mir auch die Ansicht, daß Terrorismus - dieser Terrorismus - nichts anderes sei als die Durchsetzung legitimer Forderungen mit den falschen Mitteln. Ich möchte es ganz deutlich sagen: Würde sich Israel morgen einseitig aus dem Westjordanland und dem Gazastreifen zurückziehen und würde tags darauf ein eigener palästinensischer Staat ausgerufen, der sich auf umfassende israelische Hilfs- und Kooperationsgarantien stützen könnte - an den terroristischen Projekten, die gegenwärtig geplant werden, dürfte das nichts ändern. Salman Rushdie hat darauf hingewiesen, daß Terroristen sich gern in legitime Forderungen hüllen. Der Kampf gegen Unrecht ist nicht ihr Ziel - nur ihr unverschämter Vorwand.
Diejenigen, die das Massaker vom 11. September verübten, wollten nicht den Palästinensern oder den leidenden Menschen in den meisten islamischen Ländern zu ihrem Recht verhelfen. Der Anschlag ist real. Es ist ein Anschlag auf die Moderne (die einzige Kultur, in der die Emanzipation der Frauen möglich ist) und, jawohl, auf den Kapitalismus. Und wir haben gesehen, daß die moderne Welt, unsere Welt, extrem verwundbar ist. Eine militärische Antwort - kein Krieg, sondern eine komplexe und präzise definierte antiterroristische Operation - ist notwendig und gerechtfertigt.
Amerika ist eine bemerkenswert tolerante, aber auch konformistische Gesellschaft. Das ist das Paradox der politischen Kultur hierzulande. Sollte es aber in der näheren Zukunft einen weiteren Terroranschlag auf dem Boden der Vereinigten Staaten geben, selbst wenn dabei nur vergleichsweise wenig Menschen umkämen, so dürften Meinungsvielfalt und Diskussion bleibenden Schaden nehmen. Eine Art Kriegsrecht könnte verhängt werden, was zu einer Einschränkung der bürgerlichen Freiheiten, besonders der Redefreiheit, führen würde. Noch bin ich vorsichtig optimistisch. Ein Teil der wütenden Angriffe auf kritische Intellektuelle wie mich - und wir sind nur wenige - wird sich angesichts der konkreten Schwierigkeiten, vor denen die Leute stehen (etwa der drohenden Rezession), wohl bald legen.
Im Moment ist in Washington wenig Cowboysprache zu hören - vermutlich das Ergebnis energischer Debatten in höchsten Regierungs- und Militärkreisen. Offensichtlich haben unsere Kriegsherren erkannt, daß wir es mit einem außerordentlich komplexen \"Feind\" zu tun haben, den man nicht mit den alten Mitteln besiegen kann. Daß man bei der Entscheidung über die zu ergreifenden Maßnahmen zögerte, hat nichts mit der öffentlichen Meinung in Amerika zu tun, die ja für eine rasche Bestrafung gewesen war.
Man kann nur hoffen, daß etwas Kluges geplant wird, damit die Menschen sicherer sind vor dem Dschihad gegen die Moderne. Und man kann nur hoffen, daß Bush, Blair und andere wirklich begriffen haben, daß es sinnlos (oder wie sie sagen: kontraproduktiv) und schlimm wäre, die unterdrückten Völker von Afghanistan, im Irak und anderswo zur Vergeltung für die Untaten ihrer Tyrannen und fanatischen religiösen Machthaber zu bombardieren. Man kann nur hoffen . . .
Aus dem Amerikanischen von Matthias Fienbork.
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Tahar Ben Jelloun über kulturelle Missverständnisse und notwendige Gesten
Die gescheiterte Integration

Copyright © Frankfurter Rundschau 24.10.2001


Martina Meister im Gespräch mit Tahar Ben Jelloun
Tahar Ben Jelloun gilt als bedeutendster Vertreter der französischsprachigen Literatur des Maghreb. Der 57-jährige Marokkaner lebt seit 1971 in Paris und wurde 1987 für seinen Roman \"Die Nacht der Unschuld\" mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet. Den größten Erfolg hatte er mit dem Buch \"Papa, was ist ein Fremder?\", in dem er seiner Tochter den Rassismus erklärt. Auf Deutsch erscheint nun sein Roman \"Das Schweigen des Lichts\" (Berlin Verlag), beruhend auf dem Zeugnis eines Überlebenden des marokkanischen Straflagers Tazmamart, wo man 20 Jahre lang Putschisten gefangen hielt, die Hassan II. stürzen wollten. Harsch kitisiert wurde, dass Ben Jelloun diesen Roman nur auf der Basis eines zweistündigen Gesprächs mit einem Opfer geschrieben hat. - Martina Meister sprach mit Ben Jelloun über die Störkraft der Literatur, über misslungene Integration, über den Islam und Fehler der amerikanischen Außenpolitik.
FR: Die Polemik um ihr jüngstes Buch hat gezeigt, dass der Literatur gegenüber ein großes Misstrauen gehegt wird, sobald sie historisch belegtes Leid thematisiert. Wie lässt sich das erklären?
Ben Jelloun: Es handelt sich nicht um Misstrauen, sondern um Unverständnis. Für meine Begriffe kann die Literatur, wenn sie Zeugnis von der Wirklichkeit ablegt, weitergehen als ein Augenzeugenbericht, der die Historiker informiert. Die Literatur geht weiter, sie überschreitet die Grenzen und übersteigt den Einzelfall. Was mich interessiert hat, waren Widerstand und Überlebenswillen, die Frage, wie man die Barbarei in einem schwarzen Loch über so viele Jahre hinweg überlebt.
Heißt das, wenn man sich am fiktionalen Bericht mehr stört als an der bloßen Dokumentation, dass die Literatur eine gewisse Störkraft hat?
Sie stört und ist verstörend, weil sie das Wesentliche in den Mittelpunkt stellt. Sie spricht nicht nur von den Ereignissen. Dieses Buch beispielsweise kann einem Kambodschaner, der Opfer der Roten Khmer war, genauso viel sagen wie einem Vietnamesen, der im Vietnamkrieg gefoltert wurde. Überall gab es denselben Widerstand. Der Mensch verfügt durch die Spiritualität und den Rückzug auf sich selbst über eine einzigartige, humane Kraft, die Tieren beispielsweise abgeht. Deshalb gibt es im Buch die Geschichte des Hundes, der nicht überlebt. Der Mensch aber kann stärker sein als sein Folterer.
Das lässt an Salman Rushdie denken. Anfangs verstand man nicht, warum er getötet werden sollte, da es doch nur um Literatur ging. Richtiger wäre vielleicht zu sagen: gerade weil es Literatur war.
Absolut. Was den Folterern und den Fanatikern Angst macht, ist das Imaginäre - das Einzige, das sie nie werden kontrollieren können.
Ihr Schreiben ist geprägt durch die doppelte islamisch-europäische Identität. Hat sich für Sie seit dem 11. September etwas verändert?
Nein. Aber als ich sah, wie die Türme zusammen stürzten, dachte ich sofort: Die arabisch-moslemische Welt wird das wieder einmal sehr teuer bezahlen. Ich spreche nicht von den Terroristen, denn die gehören weder einem Land noch einer Religion, sondern einer Sekte an. Aber alle, die bereits starke Vorurteile gegen Muslime hatten, bekamen eine Legitimation für Diskriminierungen geliefert. Es hat deshalb an meiner Situation nicht viel geändert, außer, dass ich mich sofort an die Arbeit gemacht habe, weil meine siebenjährige Tochter ihrem vierjährigen Bruder den 11. September erklärt hat. Sie sprach von \"bösen Moslems\", die die Amerikaner nicht mögen. Danach fragte sie mich ängstlich: \"Papa, bin ich Muslimin?\"
Und nun schreiben sie das Buch \"Papa, was ist der Islam?\"
Ja, weil ich sofort begriffen habe, dass ich den Kindern wieder etwas erklären muss: den Islam, die muslimische Zivilisation und das Leben des Propheten. Auch den Erwachsenen will ich erklären, wie eine Zivilisation, die so brillant war, heute von Dekadenz und Vorurteilen betroffen ist. Das ist meine Antwort auf diese Barbarei, denn wie beim Rassismus muss man in der Schule anfangen. Was die Taliban begriffen haben, sonst würden sie die Kinder nicht schon in der Schule indoktrinieren.
Was ist der Islam für Sie?
Ich predige nicht über die Größe des Islams, ich möchte ein objektives Bild vermitteln und erzählen, wie er entstand. Ich versuche zu erklären, dass der Islam eine sehr junge Religion ist, erst 1500 Jahre alt, die dabei ist, sich weltweit auszubreiten, und die ihre Krankheiten hat: Gewalt, Fanatismus, falsche Interpretationen. Ich zeige, dass der Dschihad wie die Fatwa völlig anachronistisch und gesetzlos sind.
Ist der Islam mit der Moderne zu versöhnen?
Natürlich. Ich gebe Ihnen drei Beispiele von Ländern, denen es gelungen ist, eine moderne muslimische Gesellschaft aufzubauen: Die Türkei, die seit 1922 laizistisch ist, Tunesien und Marokko. Die Marokkaner sind zutiefst religiös. Sie respektieren die Gebete, den Ramadan, pilgern nach Mekka, aber sie fordern zugleich demokratische Politik, Respekt für das Individuum und Meinungsfreiheit. Die Modernität des Islam hängt von der politischen Modernität ab. In archaischen und diktatorischen Ländern wie Saudi-Arabien kann der Islam nicht auf eine moderate Weise praktiziert werden.
Das große Rätsel war, dass die Terroristen integriert in unseren westlichen Gesellschaften lebten. Wie ist das zu erklären?
Es herrscht ein großes Missverständnis über die Integration. Ich kenne Deutschland nicht gut, deshalb lassen Sie mich es an Frankreich erklären. Dort ist die Integration gescheitert, auf allen Ebenen, vor allem auf der kulturellen. Die Kinder der Einwanderer, die auf dieselben Schulen gehen wie die Kinder der Franzosen, werden früh in Richtung technischer, nicht besonders anerkannter Ausbildungsgänge gelenkt. Das Ergebnis: Nur vier Prozent machen einen akademischen Abschluss. 25 bis 30 Prozent der Arbeiterkinder, die unter ähnlichen Bedingungen groß werden, gehen auf die Unis. Das sind schreckliche Zahlen, die belegen, dass es keine Integrationspolitik gegeben hat.
Wenn jemand eine solche Wunde zugefügt wird, ist er für die französische Gesellschaft verloren. Er wird französisch sprechen, in Diskotheken gehen, er wird französisch singen und essen, seinen Ausweis haben, aber er wird spüren, dass er mit seinem Aussehen nie dieselben Chancen hat. Also wird er versuchen, seine andere Identität zu stärken. Wir haben quasi zugesehen, wie sich die Islamisten nach und nach den Kindern von Immigranten angenommen haben. Es ist kein Zufall, dass unter den verhafteten Terroristen so viele Nordafrikaner sind, die in Frankreich oder Belgien lebten. Wenn diese Leute integriert und großzügig aufgenommen worden wären, hätten wir viele Dramen vermeiden können. Und wir stehen erst am Anfang. Denken Sie an das Fußballspiel zwischen Algerien und Frankreich am 5. Oktober, das von jungen Männern algerischer Herkunft gestört wurde: Sie haben die Nationalhymne ausgepfiffen, obwohl sie Franzosen sind!
Das allein erklärt den Wahnsinn nicht...
Nein, er muss uns intellektuell überfordern, weil diese \"Todesliebe\" für einen normalen Menschen nicht nachvollziehbar ist. Wir haben keine Antwort darauf, warum ein junger Araber heute gelassen den Tod akzeptiert, unter der Bedingung, andere dabei mitzureißen. Das ist eine völlig neue Situation. Aber sie ist auch das Ergebnis von Ressentiments, starken Demütigungen, von uralten Ungerechtigkeiten.
Sie suchen nach Fehlern?
Zuerst in den muslimischen Gesellschaften, aber auch bei uns. Wir sollten darüber nachdenken, wie wir die Ungerechtigkeiten reparieren können. Der Westen, Amerika, muss seine Politik ändern. Die Amerikaner und Europäer müssen begreifen, dass sie auf etwas Wohlstand verzichten müssen. Denn wir können mit dieser schrecklichen wirtschaftlichen Überlegenheit nicht weitermachen. Wir können uns nicht weiter einbilden, dass wir die Einzigen auf dem Planeten sind. Die anderen zahlen dafür. Ich spreche nicht mal von Afrika, einem ganzen Kontinent, den man schon abgeschrieben hat, sondern erinnere an die irakischen Kinder, die zehn Jahre unter amerikanischen Bomben und Boykotten gelitten haben. Jede irakische Mutter wird Bin Laden applaudieren ...
Sie sind außerordentlich mutig. In Deutschland herrscht derzeit ein Tabu. Niemand spricht über tiefere Ursachen des Wahnsinns, und wer es tut, wird des Antiamerikanismus bezichtigt...
Ich bin nicht antiamerikanisch. Ich bin nur auf Seiten der Gerechtigkeit. Es gibt Dinge, die man von Amerika erwarten kann, denn es ist ein mächtiges Land. Es ist an ihm, Gesten zu machen. Madeleine Albright etwa, als man sie auf die 100 000 Tote im Irak ansprach, sagte cool: \"Es hat sich gelohnt.\" Und auch das war amerikanische Außenpolitik: Henry Kissinger, der heute Lektionen erteilt, und damals Allende ermorden ließ und den Befehl gab, Tausende von Chilenen, die verdächtigt wurden, Sozialisten zu sein, in Säcken aus Hubschraubern ins Meer zu werfen. Wenn eine Weltmacht Fehler gemacht hat, dann muss man sie benennen dürfen. Denn wenn die Dritte Welt Fehler macht, zeigt jeder mit dem Finger drauf. Auch Amerika wird für seine Fehler bezahlen müssen.
Jetzt könnte man ihnen unterstellen, dass sie den \"Kampf der Kulturen\" beschwören wollen ...
Im Gegenteil. Ich halte Huntingtons These für großen Quatsch. Sind die Attentäter vom 11. September Repräsentanten einer Zivilisation? Nein. Sie sind Repräsentanten der Barbarei. Ist der Terrorismus Teil der islamischen Zivilisation? Nein. Es gibt ihn überall, in Irland, Spanien, es gab ihn Deutschland und Italien. Der Terrorismus repräsentiert keine Zivilisation, der Terrorismus ist heimatlos.
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Totalitarismus und Terrorismus - eine Genealogie
Antithese des Westens

Copyright © Frankfurter Rundschau 24.10.2001


Von Gerd Koenen
Die totale Feinderklärung, die in den Angriffen des 11. September enthalten war, kann weder verleugnet noch abgelehnt werden. Wir alle waren für diese Attentäter nur Mitträger eines Systems, in das sie sich eingenistet haben, um es mit seinen eigenen Mitteln von innen zu zerstören. Die Abwesenheit aller Forderungen oder auch nur Losungen macht diese Feinderklärung noch unbedingter, weil sie bedeutet, dass es für uns und unsere Lebenswelt keine andere \"Lösung\" gibt, als atomisiert und verbrannt in den Staub zu sinken.
In einen größeren Zusammenhang gestellt, ist der politische Islamismus, der offenbar hinter den Anschlägen steht, allerdings nur eine der totalitären Ideologien des 20. Jahrhunderts, produziert von Intellektuellen und Halbintellektuellen, die vom \"Westen\" abgestoßen waren und ihre traditionellen Eliten als Diener fremder Mächte denunzierten. Was sie in ihren dünnen Schriften entwarfen, war die archaisch-moderne Vision einer von allen fremden Einflüssen ,gereinigten\" und sozial homogenisierten Gesellschaft, als Basis einer panarabischen oder panislamischen Großmacht. Die Ursprünge dieses politischen Islamismus stammen aus den 20er Jahren, politisch wirksam wurde er um 1967 - die Zeit des \"Sechs-Tage-Krieges\" zwischen Israel und seinen Nachbarn.
Der politische Islamismus lässt sich durchaus mit den kommunistischen oder faschistischen Projekten gereinigter, homogenisierter, zu Machtblöcken neuen Typs zusammengeschweißter Staaten und Völker in eine Reihe stellen. Auch diese haben sich essentiell vom Widerspruch gegen die \"westlichen Siegermächte\" und die von ihnen ausgehende \"Globalisierung\" und kosmopolitische Weltzivilisation genährt. Und als deren spiritus rector wurde zunehmend und immer fanatischer das \"Weltjudentum\" bzw. der \"Weltzionismus\" identifiziert. So auch im Islamismus.
Noch deutlichere Parallelen lassen sich zu den völkischen Panbewegungen ziehen, in denen Hannah Arendt die Wegbegleiter der totalitären Massenbewegungen gesehen hat. Sie beschrieb sie als Produkte der \"bodenlosen\" Völker des Ostens und Südens, die nie erfahren hatten, \"was patria und Patriotismus eigentlich bedeuten\" - eine gemeinsame Verantwortung für eine territorial umgrenzte Gemeinschaft. Daher stellten sie den westlichen Staatsnationen und Bürgergesellschaften ihre auf die Mystik des \"eigenen Blutes\" und geschichtlicher Auserwähltheit gegründeten Kampfbewegungen und Volksgemeinschaften entgegen. Vieles davon findet sich auch im Panarabismus oder Panislamismus.
Ihren direkten Kontext bilden die \"nationalen Befreiungsbewegungen\" der 60er und 70er Jahre, die die Entkolonialisierung revolutionär beschleunigten, aber auch über sich selbst hinaustrieben. Viele Zitate, die die radikalen Linken des Westens damals elektrisierten, lesen sich im Widerschein der brennenden Türme über Manhattan mit neuer Beklommenheit. Etwa Frantz Fanons Apotheose des befreienden Terrors, wonach der Kolonisierte sich \"erst dadurch zum Menschen macht\", dass er seinen Kolonialherren mit Weib und Kind abschlachtet. Oder man erinnere sich an Che Guevaras legendären Aufruf zur \"totalen Vernichtung des Imperialismus\" in einem globalen Völkeraufstand, einem Welt-Vietnam, und an sein Ruhmeslied auf die Soldaten der Revolution, die sich \"in eine wirksame, gewaltsame, selektive und kalte Tötungsmaschine verwandelt\" haben, um im großen Endkampf, dem Armageddon, in den Tod zu gehen.
Beklemmende Erinnerungen
Was berechtigt uns anzunehmen, dass der Charakterschauspieler bin Laden für Jugendliche in der islamischen Welt nicht ein ähnlich attraktiver, heute gejagter und morgen märtyrisierter Film- und T-Shirt-Held ist wie damals Che Guevara? Der den jungen Revolutionären des Westens aus dem bolivianischen Hochland zurief, nun selber den Kampf \"in der Brust der Bestie\", des Imperialismus, aufzunehmen. Viele von denen, die diese Botschaft erreicht hat, werden sich mit Beklommenheit fragen, wie sie damals wohl auf die Bilder des 11. September reagiert hätten.
Nein, die Muhammed Atta und Genossen sind uns so unvertraut nicht. Über Gudrun Ensslin sagte 1968 ihr Vater, der Pfarrer, beim Kaufhausbrandstifterprozeß, er habe seine Tochter auf der Anklagebank in einem Zustand der \"ganz, ganz heiligen Selbstverwirklichung\" vorgefunden. Der Kampf der RAF-Kader, vom Sprung in den Untergrund über die Hungerstreiks gegen \"Vernichtungshaft\" bis zum großen Finale in Stammheim, trug viele Züge eines einzigen, suizidalen Amoklaufs.
Ulrike Meinhof schrieb kurz vor ihrem Selbstmord: In einer vom Imperialismus markt- und machtmäßig total durchdrungenen Welt gebe es für die Guerilla \"keinen Ort und keine Zeit, wo du sagen könntest: von da geh ich aus\". Ihr Interpret Peter Brückner fand - zu Recht - gerade in dieser völligen Ort- und Bodenlosigkeit die Grundlage der besonderen Affinität, die deutsche und palästinensische Kämpfer verband. Wie jene, lebten \"auch die Genossen der RAF ... im ,Niemandsland\\\" und war ihnen \"jeder Ort ununterscheidbar potenzieller Kriegsschauplatz\".
In den Texten der RAF (etwa in der Prozesserklärung von 1976) waren sämtliche inneren und äußeren, sozialen oder politischen Konflikte nur \"Ausdruck des globalen Widerspruchs des internationalisierten Kapitals\". Mehr als jede materielle Ausbeutung beschäftigte sie aber bereits das angebliche Bestreben der weltbeherrschenden USA-Imperialisten, \"die Identität des unterworfenen Volkes zu vernichten, das Bewusstsein seiner historischen Existenz auszulöschen\" - in Deutschland wie in der Dritten Welt. Es griffe viel zu kurz, darin einen \"nationalrevolutionären\" Subtext zu sehen. Vielmehr war es, in bester deutscher Tradition, eine totale Kriegserklärung an eine Welt von Feinden, die auch für die RAF in Wall Street, im Pentagon und in Tel Aviv saßen.
Das alles lässt sich nicht als eine Geschichte bloßer \"ideologischer Verirrungen\" abtun. Noch unsinniger wäre es, alles in einen Topf zu werfen. Saddam ist nicht Hitler, Bin Laden nicht Che Guevara und die Taliban sind nicht die Roten Khmer. Wovon wir sprechen, ist eine Kette verschiedener, in unterschiedlichen nationalen und kulturellen Milieus verankerter, höchst realer Versuche, der von den Kernstaaten des Westen her sich entfaltenden bürgerlichen Weltzivilisation eine äußerste Antithese entgegenzustellen. Diese Versuche sind allesamt eklatant gescheitert, auf heroische oder unheroische Weise.
Auch der Islamismus als das historisch letzte Unternehmen dieser Art befand sich vor dem 11. September längst auf dem Rückzug, ob im Iran oder im Sudan, wo er im Bündnis mit traditionellen Eliten die Staatsmacht okkupieren konnte, oder in Algerien und Ägypten, wo er durch Massenmobilisierungen und organisierten Terror nach der Macht griff. Das archaische Regime der Taliban hielt sich nur noch mit Hilfe massiver, taktisch gewährter militärischer und finanzieller Unterstützung von außen und um den Preis einer Massenflucht seiner städtischen Bevölkerungen. Umso mehr war das Land zur Basis und zum Trainingscamp einer Internationale der extremsten, global agierenden islamistischen Terrororganisationen geworden. Mag \"El Kaida\" dafür nur eine Chiffre sein - der Krieg gegen den Terror hat sehr wohl seine Adressaten.
Kampf gegen die Weltwirtschaft
Noch ist unklar, ob wir es mit einem völlig neuartigen Weltbürgerkriegs-Szenario des 21. Jahrhunderts zu tun haben oder mit den letzten Eruptionen eines historischen Zyklus, der 1914 begonnen hatte. Der erste Weltkrieg drehte sich nämlich keineswegs nur um den \"Platz an der Sonne\", um imperiale Einflusszonen und materielle Beute. Vielmehr wurde von radikalen Intellektuellen und entwurzelten Massen - zumal in Deutschland - die Kriegsmobilisierung als Mittel einer volksgemeinschaftlichen Zusammenschweißung und eines neuartigen Kriegssozialismus begrüßt. Durch die Kombination von Autarkie und Planung, national wie international, sollte es gelingen, das dicht geknüpfte Netz einer einheitlichen, eng verflochtenen Weltwirtschaft, deren Zentrum damals London war, zu sprengen.
Die totalitären Massenbewegungen kommunistischen wie faschistischen Typs, die in den besiegten Ländern des Weltkriegs (Russland, Italien, Deutschland) die Macht ergriffen, haben diese Impulse radikalisiert und in hermetische Weltanschauungen, totalitäre Sozialprojekte und neue Weltkriegsszenarien überführt. Dass sie das in heftiger Rivalität und auf unterschiedliche Weise taten, ändert nichts daran, dass sie es vor allem als Antagonisten eines \"Westens\" taten, der selbst erst ab 1917 Gestalt angenommen hatte.
Jenseits der hypertrophen Macht- und Großmachtambitionen ihrer Führer und Eliten waren diese Massenbewegungen und Projekte von aggressiven Vernichtungs- und Berührungsängsten gespeist. So war \"Versailles\" für die Nazis nicht einfach ein ungerechtes Friedensdiktat, sondern, in den Worten Hitlers, \"ein Syphilisfrieden\", der darauf abzielte, das deutsche Volk mit seinen gesunden Selbstbehauptungsinstinkten und seinem künstlerischen Schöpfergeist zu zersetzen. Von ähnlichen Furien des Verschwindens waren - um einen großen Sprung zu machen - die Aktionen der Roten Khmer zur Ausrottung aller \"Korrupten\", d.h. mit der westlichen Weltkultur in Kontakt gekommenen städtischen Bevölkerungen.
Hannah Arendt hat, in Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft einen irritierenden Gedanken geäußert: Die liberal-humanistische Schwärmerei von der einen, unteilbaren Menschenwelt habe vielleicht \"niemals den Ernst und den Schrecken erfasst, die der Idee der Menschheit ... zukommen, sobald nun wirklich alle Völker auf engstem Raum mit allen anderen konfrontiert sind\". Mehr noch: \"Je besser die Völker einander kennenlernen, desto mehr scheuen sie begreiflicher Weise vor der Idee der Menschheit zurück, weil sie spüren, dass in der Idee der Menschheit ... eine Verpflichtung zu einer Gesamtverantwortung mitenthalten ist, die sie nicht zu übernehmen wünschen.\"
Das gibt einen Begriff davon, welche dramatischen Reaktionen und Regressionen die immer dichtere Kommunikation und vielseitigere Abhängigkeit der Individuen, Nationen, Kulturen und Kontinente im 20. Jahrhundert zwangsläufig mit sich gebracht hat. Und es lässt ahnen, unter welchen Konvulsionen und Rückschlägen die Ausbildung einer tragfähigen Weltzivilisation nur denkbar war - und sein wird. Aber auch wir, die wir den Ereignissen des 11. September und dem Krieg in und um Afghanistan wie hypnotisiert zugeschaut haben und weiter werden zuschauen müssen, spüren verstärkt den Ernst und den Schrecken, die der Idee der Menschheit und der einen Welt zukommen.
Eine ausführlichere Fassung dieses Artikels erscheint in Kürze im Heft 11/01 der Zeitschrift \"Kommune\".
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Mazedonien, Palästina und anderswo: Historische Ursachen ethno-nationaler Konflikte
Mit Jeanne d\\Arc fing alles an

Copyright © Frankfurter Rundschau 24.10.2001


Von Klaus Hemmo
Kaum ein Tag vergeht, da uns nicht neue, beunruhigende Nachrichten aus dem Nahen Osten oder vom Balkan erreichen. Kaum jemand, der sich nicht fragt: Wie lange noch, und - warum diese Unversöhnlichkeit?
Ähnliche Konflikte kennzeichnen - graduell unterschiedlich - auch das Verhältnis zwischen Israelis und Palästinensern, Serben und Albanern, Türken und Griechen, Türken und Kurden sowie Russen und Tschetschenen. Schaut man in die Geschichte, so lassen sich drei wesentliche Ursachen für diese Völkerfeindschaften ausmachen: Da ist zunächst der ethnische Nationalismus, der sich im 15. Jahrhundert in Frankreich zum ersten Mal beim Kampf gegen die englischen Eroberer herausgebildet hatte. Entwickelte er sich in West- und Mitteleuropa später unter dem Einfluss von Aufklärung und Französischer Revolution zum politischen, bürgerlichen Nationalismus weiter , so blieb er bei den meisten dieser Völker in seiner \"Urform\": ethnisch, allein bestimmt von Sprache, Religion und Sitten.
In dieser völkischen Form funktionierte der Nationalismus auf dem Balkan zwar erfolgreich als Ideologie im Kampf gegen die osmanische, österreichische oder russische Fremdherrschaft. Aber nach innen wirkte er destruktiv. Er förderte nicht nur eine Abgrenzungs- und Feindbildhaltung, sondern auch die Verklärung der Geschichte: Sie existiert bis heute, zum Beispiel in der serbischen Legende von der Schlacht auf dem Amselfeld oder dem albanischen Mythos von der ununterbrochenen illyrisch-albanischen Besiedlung Kosovos.
Albanische Großmachtträume
Die Großmächte - und hier stoßen wir auf die zweite wesentliche Ursache für die heutigen, oft ausweglos erscheinenden ethnonationalen Konflikte - verfolgten ohne jede Rücksicht auf die nationalen Interessen der kleinen Völker ihre imperiale Politik. Das hieß, dass auch Grenzen und Staaten so festgelegt bzw. errichtet wurden, wie es am besten ihren Zielen diente. Albanien war für sie auf der \"Berliner Konferenz\" 1878 einfach kein Thema.
Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Österreich-Ungarn ging es in erster Linie darum, Russland in seine Schranken zu weisen, die es im Frühjahr 1878 mit einem siegreichen Krieg gegen das Osmanische Reich durchbrochen hatte. Weil sie um die \"balance of power\" fürchteten, beschnitten sie dessen Einfluss auf dem Balkan und verhinderten seinen Zugriff auf die Dardanellen.
Doch die Albaner gaben nicht auf. Nachdem der Sultan ihnen Autonomie gewährt hatte, riefen sie 1912 einen unabhängigen Staat aus. Ein Jahr später wurde er von den Großmächten anerkannt, freilich nur in sehr engen Grenzen. Ein Torso, der nur etwa der Hälfte des albanischen Volkes eine Heimat gab. Die albanisch besiedelten Gebiete in Kosovo und in Westmazedonien wurden Serbien zugeschlagen mit dem Ergebnis, dass der Ruf nach einem Großalbanien aufkam, der fortan nicht mehr verstummte.
Erhört wurde er während des Zweiten Weltkrieges von Mussolini. Nachdem seine Armee diese Region okkupiert hatte, ließ er einen albanischen Vasallenstaat errichten, der alle albanischen Siedlungsgebiete umfasste, also auch die in Nordgriechenland, Mazedonien und Montenegro. Nach dem Sturz der faschistischen Diktatur in Italien wurde Hitlers Heer die neue Besatzungsmacht. Ein Teil der Albaner kollaborierte nun mit der Wehrmacht und mit der Waffen-SS. So kämpfte die albanische Division \"Skanderbeg\" nicht nur gegen Titos Partisanen, sondern verschleppte auch tausende Juden und Roma in die Vernichtungslager. Ein Umstand, der die schon seit dem Mittelalter durch das ständige Ringen um Kosovo entstandenen Spannungen zwischen Serben und Albanern verschärfte und bis in Titos Jugoslawien hinein immer wieder eine Rolle spielte.
Ein zweites Beispiel für Großmachtpolitik ist die Nahostpolitik Großbritanniens von 1916 bis 1947, die verheerende Folgen hatte. Um sich die Vorherrschaft über das für die See- und Landverbindung nach Indien und die Ausbeutung der arabischen Erdölquellen strategisch wichtige Palästina zu sichern, versprach die britische Regierung, dieses Land kurz nacheinander zwei Völkern: den Arabern und den Juden. Den einen, weil sie - mobilisiert vom Zionismus - in das Land ihrer \"Vorväter heimkehren\" wollten und sich London im Ersten Weltkrieg finanzielle und politische Hilfe, etwa bei Intensivierung der amerikanischen Kriegsanstrengungen, erhoffte. Den anderen, weil sie sich bereit erklärten, an der Seite der Briten mit einem \"Aufstand in der Wüste\" den Kampf gegen die Herrschaft des mit den Deutschen verbündeten osmanischen Sultans aufzunehmen. Aus den arabischen Gebieten des Osmanischen Reiches, zu denen Palästina gehörte, sollte ein souveräner arabischer Staat entstehen.
Das jedenfalls versprach der britische Hochkommissar für Ägypten, Sir Mac Mahon, dem Großscherifen von Mekka, Hussein, in einem geheimen Briefwechsel im Frühjahr 1916. Was der Großscherif nicht wusste: Während er und sein Sohn Faisal, unterstützt von dem britischen Stabshauptmann Thomas Edward Lawrence, die Vorbereitungen zum Ausstand trafen, verhandelten London und Paris über die Aufteilung der arabischen Gebiete des Osmanischen Reiches unter den Großmächten. Am 16. Mai 1916 unterzeichneten ihre Verhandlungsführer einen Geheimvertrag (Sykes-Picot-Abkommen), der den Nahen Osten unter die Vorherrschaft Großbritanniens und Frankreichs stellte. Er schloss die Formierung eines arabischen Staates zwar nicht aus, machte aber dessen Unabhängigkeit zur Illusion.
Zwei Monate später führte Faisal - ahnungslos wie sein Vater, der Großscherif - gemeinsam mit Lawrence die Wüstenkrieger zum Angriff auf die osmanischen Garnisonen am Roten Meer. Sie kämpften erfolgreich an der Seite der Briten. Als sie schließlich anderthalb Jahre später vor der Befreiung von Jerusalem standen, rückte London ein zweites Mal, ohne Hussein und Faisal zu informieren oder gar zu konsultieren, ein weiteres Stück von seiner Zusage ab.
Jetzt stellte die britische Regierung nicht mehr nur die Souveränität eines arabischen Staates in Frage, sondern auch einen wesentlichen Teil des für ihn vorgesehenen Territoriums zur Disposition: nämlich Palästina. Am 2. November 1917 antwortete der britische Außenminister Lord Balfour dem Bankier Lord Rothschild, der sich um die Finanzierung der Kriegskosten verdient gemacht hatte, auf dessen Bitte, die Regierung seiner Majestät möge die jüdische Einwanderung nach Palästina unterstützen.
In dem Brief, der auf der Grundlage eines von der \"Zionistischen Föderation\" vorgelegten Entwurfs formuliert wurde, versicherte der Minister, die Regierung betrachte die \"Schaffung einer nationalen Heimstätte in Palästina mit Wohlwollen\" und werde sie nachhaltig unterstützen. Dieses Dokument wurde dann sehr schnell zur Grundlage einer von den Zionisten organisierten Masseneinwanderung, die sich in den folgenden Jahrzehnten in verschiedenen Wellen vollzog und jenen heute schon mehr als 80 Jahre andauernden blutigen Konflikt auslöste.
Damit sind wir bei der dritten der wesentlichen Ursachen für die bis in unsere Tage reichenden völkisch-nationalen Konflikte: der sie stets zuspitzenden Rolle der Religionen.
Rolle der Religion
Dass eine Mixtur aus ethno-nationaler Feindschaft und der Propaganda religiöser Fanatiker auf dem Balkan, auf dem drei konkurrierende Religionen - die griechisch-orthodoxe, die römisch-katholische und die islamische - aufeinander treffen, zu Massenmord führen kann, wissen wir nicht erst seit Srebrenica. Schon im Zweiten Weltkrieg verursachte sie regelrechte Massaker. Im halb faschistischen Ustascha-Staat der römisch-katholischen Kroaten, in dem orthodoxe Serben, wie in Deutschland Juden und Polen, ein Kennzeichen an ihrer Kleidung tragen mussten, wurden sie mit dem Segen der Kirche, oft sogar unter aktiver Teilnahme von Priestern veranstaltet. In Dutzenden von serbischen Dörfern wurde die Bevölkerung, einschließlich der Frauen und Kinder sowie aller Juden und Roma, derer man habhaft werden konnte, in der nächsten orthodoxen Kirche zusammengetrieben, die man dann sprengte oder anzündete. Zehntausende starben außerdem in kroatischen Konzentrationslagern.
Vom Autor ist soeben im Düsseldorfer Patmos-Verlag erschienen: \"Warum sie Feinde wurden. Völkerhass vom Balkan bis zum Nahen Osten\".
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Was tun, wenn der günstigste Fall eintritt: Usama Bin Ladin kann gefangen genommen werden.
Was passiert, wenn Bin Ladin der Gerechtigkeit zugeführt wird?

(c) FAZ 24.10.2001


Von Christoph Albrecht
Was tun, wenn der günstigste Fall eintritt: Usama Bin Ladin kann gefangen genommen werden. Die \"New York Times\" berichtet von der Diskussion, die amerikanische Experten für Strafrecht und internationales Recht begonnen haben, nachdem vorige Woche vier Attentäter, die Bombenanschläge auf amerikanische Botschaften in Ostafrika verübten, zu lebenslanger Haft verurteilt worden sind. Auch Bin Ladin könnte auf diese Weise \"der Gerechtigkeit zugeführt\" werden, wie Präsident Bush für den Fall vorhergesagt hat, daß die Gerechtigkeit nicht zu Bin Ladin gebracht wird. Doch ein Prozeß gegen Bin Ladin in den Vereinigten Staaten würde Probleme aufwerfen. Dazu gehört beispielsweise der Zugang der Verteidiger zu den Beweisen gegen den Angeklagten. Um Informanten und geheimdienstliche Quellen zu schützen, wurden Beweise zwar der Nato vorgelegt, aber nicht veröffentlicht. Im Rahmen eines Prozesses vor einem Bundesgericht ließe sich das aber nicht umgehen. Terroristen erhielten damit Vorteile im anhaltenden Kampf gegen den Terrorismus. Auch könnte sich internationaler Protest gegen eine Verurteilung durch ein amerikanisches Geschworenengericht erheben. Denn es dürfte schwer sein, zwölf Geschworene aufzutreiben, denen sich nicht Voreingenommenheit unterstellen ließe. Umgekehrt ist nicht sicher, ob ein internationaler Strafgerichtshof dem amerikanischen Gerechtigkeitsempfinden Genüge tun könnte. Denn die Todesstrafe wäre ausgeschlossen. Ein zu lebenslanger Haft verurteilter Terroristenführer könnte jedoch weitere terroristische Handlungen zu seiner Befreiung herausfordern, argumentieren die Juristen. Andererseits würde eine vollstreckte Todesstrafe einen Märtyrer aus ihm machen, einen terroristischen Kristallisationskern im kollektiven Gedächtnis der Islamisten. Eine dritte Möglichkeit bestünde in einem internationalen Militärausschuß ähnlich dem Nürnberger Kriegsverbrechertribunal. Dort könnten Verdächtige angeklagt werden, denen die Verletzung des internationalen Kriegsrechts zur Last gelegt wird, beispielsweise Angriffe auf Zivilisten. Ein solches Tribunal, das die Vereinigten Staaten und ihre Alliierten einsetzen könnten, sei gewiß mit internationalem Recht vereinbar. Allerdings wenden manche Experten ein, daß es in der muslimischen Welt auf Vorbehalte stoßen würde. Deshalb hat man vorgeschlagen, den Vorsitz eines solchen Tribunals zwischen einem amerikanischen und einem islamischen Richter gleichen Ranges aufzuteilen. Der Vorteil eines Militärtribunals sei auch darin zu sehen, daß seine Richter mehr Kontrolle als amerikanische Richter ausüben könnten. Dies betrifft die Art der Beweisführung durch die Anwälte von Terroristen. Dies würde es unmöglich machen, daß ein Angeklagter wie Bin Ladin seinen Prozeß als Plattform seines Propagandakriegs benutzt. Die Argumente sprechen für eine internationale Lösung. Der Einrichtung eines internationalen Strafgerichtshofs hat sich Amerika jedoch bisher widersetzt und deshalb auch die Begleichung seiner Schulden bei den Vereinten Nationen ausgesetzt. Ein Teil dieser Schulden wird zwar jetzt ohne Bedingungen gezahlt. Gleichzeitig steht jedoch ein Gesetzentwurf zum Schutz amerikanischer Militärangehöriger im Raum. Es sieht vor, Nicht-Nato-Staaten Militärhilfe zu verweigern, die das Römische Statut zur Schaffung eines internationalen Strafgerichtshofs ratifizieren wollen.
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Blick in zufriedene arabische Zeitschriften
Das Phänomen Bin Ladin

(c) FAZ 24.10.2001


Von Joseph Croitoru
Kommentatoren der wichtigsten internationalen arabischen Zeitungen bringen seit den Anschlägen in Amerika ihre Zufriedenheit darüber zum Ausdruck, daß der Westen zwischen Islam und Islamisten klar unterscheidet. Dies räumt selbst der prominente libanesische Kommentator Bassem al Dschisr in der Zeitung \"Al-Sharq Al-Awsat\" ein, nachdem er zwei Wochen zuvor im selben Blatt noch verkündet hatte, der Kampf gegen den internationalen Terror drohe zu einem globalen Krieg gegen die Muslime auszuarten. Dschisr glaubt wahrzunehmen, daß man im Westen nun zu der Einsicht gelangt sei, die Hauptursache der arabischen Aversion gegenüber der westlichen Welt sei der noch nicht gelöste arabisch-israelische Konflikt. Dieser Logik folgend, wäre - so Dschisr - die Beilegung dieses Konfliktes der erste und wichtigste Schritt in Richtung einer umfassenden Bekämpfung des neuen Terrors.
Doch auch die Araber selbst seien gefordert: Die Rechtsgelehrten, Intellektuellen und Meinungsführer der arabischen Welt dürften den Kampf gegen die fundamentalistischen Terroristen nicht mehr allein der politischen Führung ihrer Länder überlassen. Denn die Gebildeten könnten, weit mehr als dies die Sicherheitskräfte oder die Geheimpolizei zu tun vermöchten, dem islamischen Terrorismus den geistigen Nährboden entziehen. Dies seien sie nicht nur dem Westen schuldig, sondern auch den eigenen Kindern und den arabischen Gesellschaften insgesamt. Vorrangige Aufgabe der islamischen Religionsführer, die mit ihrer entschiedenen Verurteilung der Anschläge vom 11. September auch zum Teil erfüllt worden sei, sei es nun, unmißverständlich klarzustellen, daß der neue Terror eben kein legitimer Dschihad sei. Daß der Islam eine friedliche Religion sei, sollte noch deutlicher hervorgehoben werden als bislang: Dem Taliban-Regime und seiner \"verkrusteten Variante des islamischen Glaubens\" bringe man in der arabischen Welt schließlich nicht weniger Abscheu entgegen als im Westen, ja man befürchte, daß eines Tages das afghanische Modell in den arabischen Ländern Nachahmer finden könnte.
Über die Sympathie, die Usama Bin Ladin mancherorts in der arabischen und islamischen Welt entgegengebracht wird, rätselt der Tunesier Muhammad al Haddad in der internationalen arabischen Zeitung \"Al-Hayat\". Die derzeit gängige Erklärung laute: Die Völker der Dritten Welt, die unverschuldet zu Opfern des Kalten Krieges geworden waren, hätten vergeblich a
 
 
193.) 18.05.2005 / 09:01
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Rudolf Steiner scharf gegen geistigen vampyrismus vampirismus

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V. NEUZEIT Anmerkungen ein
Materialschlachten des Ersten Weltkrieges


Doch wir sind den Ereignissen etwas vorausgeeilt. Am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts beherrschte aufgrund der philosophischen Strömungen des ausgehenden letzten Jahrhunderts der Materialismus das Denken der Völker Europas. Er erkannte allein in der Materie den Grund und die Substanz aller Wirklichkeit.
Der ethische Materialismus, der nur die nutz- und genießbaren Güter erstrebenswert findet und die Anerkennung eines Reiches autonomer, nicht-materieller Werte ablehnt, bestimmte weitgehend die imperialistische Außenpolitik aller Großmächte und begann auch im Volk Fuß zu fassen. Die Massen fühlten sich zu ihm hingezogen, weil sie mit seiner Hilfe durch ihre große Zahl ihre Ziele zu erreichen hofften, durch ihr »Gewicht«, und sich selbst dabei als etwas Körperhaftes empfanden.
Es konnte nicht ausbleiben, daß diese materialistische Grundhaltung auch auf das militärische Denken des beginnenden 20. Jahrhunderts einwirkte und in den großen Materialschlachten des Ersten Weltkrieges ihren sichtbaren Ausdruck fand. Im Zeitalter des modernen Imperialismus setzten zunächst die alten Kolonialmächte ihre teils im 16. Jahrhundert begonnene und bis ins 20. Jahrhundert betriebene Kolonialpolitik fort. An ihrer Spitze standen England und Frankreich.
Doch etwa ab 1880 beteiligten sich auch das Deutsche Reich, Italien und die Vereinigten Staaten an dem Kampf um die wirtschaftliche und politische Aufteilung der Welt. Reale Machtpolitik hatte zur Bildung der neuen Nationalstaaten Deutschland und Italien geführt. Die dabei erzielten Erfolge bestärkten die Großmächte und Staaten mittlerer Größe in der Ansicht, daß nur Nationen mit dem Willen zur Macht den Kampf ums Dasein bestehen könnten. So kam es zu einem Wettrüsten, vor allem zur See, weil man annahm, die Weltherrschaft beruhe auf der Kontrolle der Meere. Da keine der Großmächte sich für stark genug hielt, den Kampf mit einer anderen allein aufzunehmen, wurden Bündnisse abgeschlossen, die immer mehr ihren defensiven Charakter verloren. Die militärischen Klauseln der Bündnisse sollten in verhängnisvoller Weise zur Automation der Kriegserklärungen im Sommer 1914 führen.
Als Ursachen, die 1914 zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges führten, müssen zunächst die machtpolitischen Gegensätze im europäischen Staatensystem angesehen werden. Dazu kamen u.a. die deutsch-britischen Rivalitäten im Flottenbau, die Schwierigkeiten der Österreich-Ungarischen Monarchie bei der Lösung des Nationalitätenproblems (vor allem des Slawenproblems) sowie die präventiv ausgelösten Mobilmachungen.
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Allerdings waren letztere durch die relativ lange Dauer von Mobilmachung und Aufmarsch sachlich begründet. Von weit geringerer Bedeutung als früher angenommen waren dagegen die Revanchepolitik Frankreichs, die Ideen der »Alldeutschen« und die deutsch-britische Wirtschaftsrivalität. Überhaupt können wirtschaftliche Gegensätze als Kriegsursache nun so gut wie ganz ausgeschlossen werden. Neuere Forschungen haben das eindeutig ergeben.
Der Krieg zur Lösung von Wirtschaftsproblemen oder nur Erlangung wirtschaftlicher Vorteile gehörte der Zeit der »Hochflut des Materialismus« an, aber nicht mehr dem 20. Jahrhundert. Doch waren damit keineswegs die materialistischen Anschauungen überwunden. Es trat nur ein anderer Aspekt dieses Materialismus in den Vordergrund, die Machtpolitik. Daneben stand nach wie vor das Nationale. Die Menschen der am Ersten Weltkrieg beteiligten Völker vermochten diese kalten, nüchternen und egoistischen Gründe nicht zu durchschauen, im Gegenteil, in einem wahren Taumel der Begeisterung, der die Realitäten wie mit einem Schleier verdeckte, zogen sie auf die Schlachtfelder, wo erst nach etwa zwei Jahren eine gewisse Ernüchterung eintrat. Die beteiligten Völker befanden sich, wie schon einmal angedeutet, durch den idealistischen Nationalismus und das materialistische Machtstreben in einer doppelten Umklammerung. Selbst die Vertreter der Kirchen gaben sich diesem allgemeinen Taumel hin und segneten auf beiden Seiten die Waffen, die doch Tod und Verderben bringen sollten.
Das Kriegsbild, das man sich in allen militärischen Führungsstäben Europas gemacht hatte, basierte wesentlich auf den Erfahrungen aus den Feldzügen der Jahre 1859, 1866 und 1870, weniger auf den Erkenntnissen aus dem russisch-japanischen Krieg in der Mandschurei. Der Feldzug gegen die französische Republik von 1871 blieb ebenso unberücksichtigt. Vor allem erkannte man auf der taktischen und operativen Ebene nicht, wie groß die abstoßende Wirkung der modernen Feuerwaffen, vor allem der Maschinengewehre war. Durch sie errang bei einem Abwägen der beiden Elemente des Gefechts, Feuer und Bewegung, das Feuer als typisches Symptom für den herrschenden Materialismus die Oberhand. Diese Waffen waren echte Erzeugnisse des technischen 20. Jahrhunderts, während die Bewegungsmittel vorerst immer noch die gleichen waren wie im 19. Jahrhundert. Alle Kriege, auf die sich die europäischen Generalstäbe bei ihren Planungen stützten, waren durch eine einzige oder einige wenige große Schlachten entschieden worden. Auf diese Entscheidungsschlachten hin wurden alle europäischen Heere ausgebildet, erzogen, gegliedert und ausgerüstet. Selbst die Versorgung blieb daher auf eine kurze Kriegsdauer abgestellt.
V. KRIEGE UM DIE FREIHEIT DER PERSON 369

Die allgemeine Wehrpflicht, die zunächst nur in Großbritannien nicht bestand, und die relativ geringe technische Ausstattung erlaubten das Aufstellen von Massenheeren. Lediglich Großbritannien und später auch die Vereinigten Staaten planten für eine lange Kriegsdauer. Doch entsprang dieser Plan bei den Briten weniger einer tieferen Einsicht des Generalstabs als vielmehr dem Unvermögen, mit dem britischen Werbesystem sofort ein für die Entscheidungsschlacht genügend starkes Heer aufstellen zu können. Vorläufig verfügte man nur über ein reguläres Heer von vier, dann sechs Infanteriedivisionen mit einiger Kavallerie und über eine Territorialarmee, die nicht sofort einsatzbereit war. Dem weitschauenden Kriegsminister Lord Kitchener war es zu verdanken, daß nach Einführung der Wehrpflicht die britische Armee mit über einer Million Mann in Frankreich auftrat, allerdings erst ab 1916. Die Vereinigten Staaten lernten aus der Erfahrung. Die beiden Seemächte wollten durch eine steigende materielle Überlegenheit den Feind erdrücken. Es sollten dabei nicht nur der personelle Einsatz, sondern vor allem das Material den Ausschlag geben.
Natürlich kann in unserem Rahmen nicht der ganze Kriegsverlauf geschildert werden. Doch sollen einige wenige Beispiele dazu dienen, das Charakteristische an diesem Krieg aufzuzeigen. Die Deutsche Oberste Heeresleitung unter dem Chef des Generalstabs HELMUTH VON MOLTKE (1848-1916), einem Neffen des großen Feldherrn im Krieg von 1870/71, beabsichtigte, mit der 1. bis 7. Armee den entscheidenden Schlag innerhalb von sechs Wochen nach Mobilmachung im Westen zu führen. Sie stützte sich dabei auf die vom Generaloberst Graf SCHLIEFFEN ausgearbeiteten operativen Grundlagen, die aber bereits vor Beginn des Feldzuges abgeändert wurden.
Zuungunsten des zur Entscheidung vorgesehenen rechten Flügels verstärkte sie die Kräfte in Elsaß-Lothringen, um dort einer französischen Offensive entgegentreten zu können. Wie so oft in der Kriegsgeschichte entschied auch hier wieder der verfehlte Kräfteansatz über den Ausgang der Operation. Der Fehler wurde durch die politisch falsche Entscheidung eines Durchmarsches durch Belgien noch größer. Militärische Zweckmäßigkeit muß nicht immer politischer Klugheit entsprechen. Doch belastet diese falsche Entscheidung die deutschen Politiker mehr als die deutschen Militärs. Es ist behauptet worden, der deutsche Generalstab habe diese Schritte unternommen, ohne die politische Führung davon zu unterrichten. Das mag bis zu einem gewissen Grad zutreffen. Aber die politische Führung hätte ihre Gegenargumente dennoch deutlicher vortragen müssen. Traditionellerweise konnte vor allem Großbritannien aus politischen und strategischen Gründen sein Standbein auf dem europäischen Kontinent nicht kampflos preisgeben. Dies gab den letzten Anstoß zu seinem Eintritt in den Krieg.
MATERIALSCHLACHTEN DES ERSTEN WELTKRIEGES 370

Ein schwaches Land wie Belgien dagegen konnte seine Unabhängigkeit nicht mehr im Sinne der alten Pufferstaaten des 18. und frühen 19. Jahrhunderts bewahren
— dieses Konzept hatte seine Gültigkeit verloren, nachdem der Krieg nicht mehr Kabinettskrieg war —; zwischen zwei Großmächten oder zwei Mächteblöcken können, und das wird die Geschichte immer wieder lehren, sich neutral erklärende Staaten nicht behaupten, wenn es zu einer großen Auseinandersetzung kommt. Sie müssen sich von vornherein für die eine oder andere Seite entscheiden. Belgien zahlte in diesem Krieg daher einen mehr als bitteren Preis.
Insbesondere das deutsche Heer strebte aufgrund der Lehren des Grafen SCHLIEFFEN (1833-1913) die Umfassungsschlacht an, die zur Vernichtung des Feindes führen sollte. Daß zur Durchführung dieses Planes das Heer modernisiert werden mußte, scheint Schlieffen gewußt zu haben. Er machte die schwere Artillerie zu einer modernen Feldtruppe, stellte Transportverbände zur Steigerung der Beweglichkeit des Feldheeres auf und sorgte für eine starke und leistungsfähige Gliederung der Versorgungsverbände. Der Prototyp von Schlieffens Feldherrn, des »modernen Alexander«, führte nicht mehr vom Schlachtfeld aus, sondern weit von der Truppe abgesetzt allein durch gedankliche Arbeit. Besonders diese letztere Vorstellung sollte zur Ursache vieler Fehlentscheidungen werden. Auch die spätere Kritik am Schlieffenplan hakte vor allem bei seinen zu theoretischen Vorstellungen ein.
Wie schon flüchtig erwähnt, wurde der Schlieffenplan zur Niederringung Frankreichs nicht in seiner ursprünglichen Form durchgeführt. Moltke schwächte den rechten Flügel zugunsten der in Elsaß-Lothringen stehenden Kräfte und nach Beginn der Operation ein zweites Mal, um die in Ostpreußen benötigte 8. Armee zu verstärken. Beiden Maßnahmen lag der Wille zugrunde, kein Stück deutschen Bodens dem Feind zu überlassen. Das mag politisch zu rechtfertigen sein, militärisch war es ein Fehler. Friedrich der Grosse hatte im Siebenjährigen Krieg Ostpreußen bedenkenlos von Truppen entblößt, um an der entscheidenden Stelle stark genug sein zu können.
Nach der siegreichen Grenzschlacht stieß der rechte Flügel des deutschen Westheeres energisch gegen Belgien und Nordostfrankreich vor (s. Fig. 13). Die deutsche 5. Armee hatte am 5. September 1914 den linken Schwenkungspunkt im Raum Verdun erreicht. Die deutsche 1. Armee, die rechte Flügelarmee, stand ostwärts Paris. Nach Schlieffens Plan hätte sie jedoch westlich an Paris vorbeistoßen müssen. Die zu geringen Kräfte und vor allem die eintretenden Versorgungsschwierigkeiten durch eine Entfernung der am weitesten vorgedrungenen Truppen von 160 km vom Eisenbahnendpunkt ließen dies nicht zu.
371

Fig. 13 Die Marne-Schlacht 1914 372-373
Ludendorff erkannte später, daß die Truppe nicht mehr als 120 km über ihre Eisenbahnendpunkte (Kopfbahnhöfe) hinaus vordringen kann, ohne ihre sichere und ausreichende Versorgung zu gefährden. Das war zwar eine beträchtliche Erweiterung des Aktionsradius, den der ältere Moltke noch mit 70 km von den Eisenbahnendpunkten angegeben hatte, zeigte aber, daß 160 km, wie in der sich anbahnenden Marneschlacht, bei weitem zu viel waren. Hier zeigte sich einer der Fehler bei der Ausführung des Schlieffenplanes. In ihrer operativ ungünstigen Lage ostwärts Paris mußten die am rechten Flügel vorgehende deutsche 1. und 2, Armee nördlich und südlich der Marne Front gegen Paris machen. Allein die deutsche 3. Armee stieß mit nur drei Korps weiter nach Süden vor. Außerdem ging die Deutsche Oberste Heeresleitung noch während der im Gang befindlichen Operationen vom Gedanken der Umfassung ab. Sie versuchte, mit der 6. und 7. Armee die französische Front an der Mosel zu durchbrechen, und setzte daher ihre Heeresreserven zur Verstärkung der 6. Armee ein. Zwar kann eine rasche Schwerpunktverlagerung äußerst zweckmäßig sein. Sie führt aber nur zum Erfolg, wenn der ursprüngliche Operationsplan dadurch nicht völlig aufgegeben wird, wie es hier offensichtlich geschehen war.
Der französische Oberbefehlshaber General JOFFRE (1852-1931) erkannte die schwierige deutsche Lage und entschloß sich zum Gegenangriff durch Umfassung der beiden Flügel der deutschen Schwenkungsarmeen. Doch Generaloberst Kluck, der Oberbefehlshaber der 1. Armee, kam ihm mit einer kühnen Bewegung nach Nordwesten zuvor und brachte die französische 6. Armee am Ourcg zum Stehen. Unter weiterer Entblößung seiner Südfront setzte Kluck zur Umfassung des Nordflügels der französischen 6. Armee an. Am 8. September bereits zeigten sich die ersten deutschen Erfolge.
In dieser Gefahr warf General Gallieni eine Division mit 1100 Pariser Kraftfahrzeugen, meist Personenkraftwagen, zur Verstärkung der bedrohten französischen 6. Armee an die Front, allerdings ohne greifbare Auswirkungen. Dennoch war dies der erste Versuch, einen Großverband mit dem Kraftfahrzeug zu transportieren. In der volkstümlichen Legende wurde er allerdings überbewertet. Klucks kühne Operation hatte aber eine Frontlücke gegenüber dem britischen Expeditionskorps und dem linken französischen Flügel der 5. Armee verursacht, die nur durch schwache deutsche Kräfte überwacht wurde. In sie hineinstoßende britisch-französische Verbände errangen am 6. September Anfangserfolge. Die deutsche 2. Armee wurde zu einem Defensivhaken nach Westen gezwungen.
In dieser Krise der Schlacht sprach sich General Bülow, der Oberbefehlshaber der 2. deutschen Armee, für einen Rückzug aus, um vor allem die Frontlücke schließen zu können. Kluck hingegen wollte den Angriff unentwegt fortsetzen.
MATERIALSCHLACHTEN DES ERSTEN WELTKRIEGES 374

Zur Klärung der Lage und zur Koordinierung der Maßnahmen der Oberbefehlshaber der deutschen Flügelarmeen hatte der Chef des Generalstabs, Generaloberst Moltke, den Oberstleutnant i.G. Hentsch mit besonderen Vollmachten an die Front gesandt. Dieser stimmte dem Rückzugsbefehl des Oberbefehlshabers der deutschen 2. Armee zu, ohne daß dieser mit Kluck Fühlung aufgenommen hatte. Gegen dessen Willen mußte nun auch die deutsche 1. Armee den Rückzug antreten. Das »Wunder an der Marne« war geschehen. Nach der Schlacht versuchten beide Seiten, dem Feind die Nordflanke abzugewinnen, doch der »Wettlauf zum Meer« brachte keine operativen Früchte. Aufgrund des Übergewichts des Feuers über die Beweglichkeit erstarrte die gesamte Front von der Schweizer Grenze bis zur See im Stellungskrieg. Die wahre Bedeutung der Marneschlacht hat damals nur Lord Kitchener erkannt. Er behauptete, nicht die Schlacht, sondern der Krieg sei zugunsten der Alliierten entschieden worden. Je länger der Krieg dauerte
— und mit einer langen Dauer war nun zu rechnen —, um so mehr mußte sich die materielle Überlegenheit der Alliierten auswirken.
Der Krieg war in Wirklichkeit schon entschieden, und zwar in einer Entscheidungsschlacht. Aber keines der sich bekämpfenden Heere, die nach Moltke das Operationsobjekt darstellen, war aus dem Feld geschlagen. So mußte es zu einer jahrelangen Agonie beider Seiten kommen, zu einem Abnutzungskrieg im Sinne Grants, bei dem schließlich die materielle und technische Überlegenheit den Ausschlag geben sollte. In bezug auf diese Auseinandersetzung zwischen Mensch und Material hat der spätere Schöpfer der Deutschen Reichswehr, Generaloberst Hans von Seeckt (1866-1936), treffend gesagt: »Das Material hat über die Menschenmasse, nicht über den Menschen selbst gesiegt und wird das nie, weil es nur in der Hand des Menschen Leben gewinnt. Der Fehler liegt darin, daß man eine unbewegliche, fast wehrlose Menschenmasse einer brutalen Materialwirkung gegenüberstellte.«
Alle Feldherren setzten nun in symptomatischer Weise ihre Hoffnungen auf das Material, von dem sie eine rasche Entscheidung erwarteten. Sie unterschätzten aber alle ebenso die Seelenkraft des Menschen.
Der Materialismus, den die Menschheit überwinden muß, wurde von Marx, Darwin und Haeckel, besonders wirkungsvoll aber von Marx und später Lenin, philosophisch begründet und politisch in die Tat umgesetzt. Zusammen mit dem materialistischen Kapitalismus der Vereinigten Staaten führte dies zu den barbarischen Menschenschlächtereien in den Materialschlachten des Ersten Weltkrieges. Kein Heer kann besser sein als seine Zeit. Denkt die Zeit materialistisch, so denken auch die Heerführer so. Diese Materialschlachten begannen mit der geradezu als pervers zu bezeichnenden Idee des Generals von Falkenhayn, Moltkes Nachfolger, die Franzosen vor Verdun ausbluten zu lassen.
V. KRIEGE UM DIE FREIHEIT DER PERSON 375

Die sich anschließende Zermürbungsschlacht endete nach deutschen Anfangserfolgen ohne Entscheidung. Das deutsche Ziel aber wurde nicht erreicht. Hier finden wir das von General Grant im amerikanischen Sezessionskrieg gefundene Prinzip des Abnutzungskrieges in etwas veränderter Form von der strategischen auf die operative und taktische Ebene verlagert. Es war ein völlig untauglicher Versuch, der, wie die folgenden Materialschlachten der westlichen Alliierten, nur aus dem materialistischen Zeitgeist und aus der Hilflosigkeit der modernen Technik gegenüber entstehen konnte. Ein Ruhmesblatt für die führenden Generäle waren diese Materialschlachten genausowenig wie für die führenden Politiker, die sie billigten und oft sogar forderten.
Noch während die erbitterten Kämpfe bei Verdun tobten, bereitete sich die britische Armee auf eine Offensive an der Somme vor. Am 24. Juni 1916 setzte ein in diesen Ausmaßen noch nicht dagewesenes Trommelfeuer auf die deutschen Stellungen ein, das sieben Tage andauern sollte. Artillerieflieger und Fesselballons übernahmen die Feuerleitung. Dann brachen auf einer Breite von etwa 40 km 20 britische und 11 französische Infanteriedivisionen sowie 3 Kavalleriedivisionen gegen die Stellungen der anfänglich nur 11 Divisionen starken Verteidiger vor. Die Wirkung des von rund 3000 Geschützen mit enormen Munitionsmengen unterhaltenen Trommelfeuers, das durch den Einsatz von 309 Flugzeugen noch erhöht wurde, überstieg die Erwartungen, so daß die angreifende alliierte Infanterie im ersten Anlauf die vorderste deutsche Stellung überrannte. Dann aber machten rasch herangeführte Eingreifreserven und einzelne stehengebliebene Maschinengewehrnester ein weiteres Vordringen der in dichten Massen angreifenden Engländer und Franzosen unmöglich. Mit den herkömmlichen Kampfverfahren waren die jetzt gegliederten Abwehrstellungen nicht zu durchbrechen. Gerade das zu lange andauernde Trommelfeuer ermöglichte es, Reserven heranzuziehen und neue Abwehrstellungen aufzubauen. Militärisch wirkungsvoller waren dagegen die nur vier bis sechs Stunden dauernden Feuervorbereitungen der deutschen Artillerie vor den wenigen Durchbruchsschlachten, die das deutsche Heer noch führen konnte. Diese Zeit war so kurz, daß Reserven nicht mehr in genügender Menge herangeschafft werden konnten. Jedoch fehlte es dem deutschen Angreifer dann an den nötigen Truppen und Mitteln, um seine Erfolge ausnutzen zu können.
Als die britische Führung erkannte, daß mit den Materialschlachten keine Erfolge zu erzielen waren, setzte sie im September 1916 die ersten, in aller Heimlichkeit entwickelten Kampfpanzer ein, die damals den Tarnnamen »Tanks «trugen. Sie beging dabei den zweiten Fehler. Insgesamt waren es nur 49 Panzer, die den ersten Angriff an der Somme fuhren.
MATERIALSCHLACHTEN DES ERSTEN WELTKRIEGES 376

Unaufhaltsam rollten sie vorwärts, bis sie von der deutschen Artillerie im direkten Beschuß vernichtet werden konnten. Der Fehler der britischen Führung bestand darin, beim ersten Einsatz dieser Waffe nur »gekleckert«, nicht aber »geklotzt« zu haben, um ein Wort Guderians zu gebrauchen. Es fehlte das Vertrauen in den Erfolg der neuen Waffe, und das Überraschungsmoment war damit zum größten Teil aus der Hand gegeben. Aber auch bei der deutschen Führung ergab sich eine Fehlbeurteilung, die sich bitter rächen sollte. Da die Artillerie die neuen Panzer wirkungsvoll bekämpft hatte, versäumte man es in der Folge, die Infanterie mit einer geeigneten Panzerabwehrwaffe auszurüsten.
Einen ähnlichen Fehler wie die Briten mit den Kampfpanzern beging die deutsche Führung mit dem Einsatz der ersten Kampfstoffe bei Ypern 1915. Es war der erste Griff nach einem Massenvernichtungsmittel; wiederum ein Symptom für die materialistische Zeit. Doch auch die Deutschen vertrauten diesen Kampfstoffen, wie man die Kampfgase militärisch nennt, nicht, so daß der erste Erfolg nicht ausgenutzt werden konnte. Der Materialismus des Denkens hatte zur Erstarrung der Fronten geführt und bot keine andere Lösung als das Abschlachten von Millionen tapferer Menschen auf beiden Seiten.
Waren die Heere der damaligen Feindmächte um mehr als das Doppelte den Mittelmächten überlegen, so prägte sich diese zahlenmäßige Überlegenheit der Alliierten bei den Flotten noch stärker aus. Sie lag nicht nur in der größeren Zahl der Schiffseinheiten, sondern auch in der Beherrschung der Weltmeere aufgrund eines starken Stützpunktsystems und der damit verbundenen besseren Versorgungsmöglichkeiten. Am eindeutigsten aber waren die Feindmächte auf wirtschaftlichem Gebiet und im Hinblick auf die Rohstoffquellen überlegen. Dieser Tatsache waren sich die westlichen Alliierten bewußt und verhängten kurz nach Kriegsausbruch die Blockade über die Mittelmächte. Es zeigte sich dabei, daß eine von den Weltmeeren abgeschnittene mitteleuropäische Macht nicht mehr in der Lage war, einen lang dauernden Krieg selbständig zu führen. Der Versuch, eine wirtschaftliche Autarkie zu errichten, hat sich auch im Zweiten Weltkrieg als unmöglich erwiesen. Natürlich war diese Blockade völkerrechtlich gesehen ein recht zweifelhaftes Mittel. Sie traf ja nicht nur die kämpfenden feindlichen Soldaten, sondern vor allem die Zivilbevölkerung einschließlich der Frauen, Kinder und Greise. Am schlimmsten aber war, daß nach dem am 11. November 1918 unterzeichneten Waffenstillstand die Blockade nicht aufgehoben wurde. Furcht vor einem erneuten Aufflammen des entsetzlichen Blutvergießens, aber leider auch Chauvinismus und Haß veranlaßten die Siegermächte, die Augen vor der Not der hungernden Zivilbevölkerung in den geschlagenen Ländern zu schließen und die Blockade aufrechtzuerhalten.
V. KRIEGE UM DIE FREIHEIT DER PERSON 377

Diese Tatsache und nicht zuletzt überzogene Forderungen bei den anschließenden Friedensverhandlungen legten den Grund für den folgenden, noch schrecklicheren Krieg.
Zum ersten Mal seit der Antike richtete sich der Krieg auch gegen alle Nichtkombattanten. Mit der Luftwaffe war die Möglichkeit gegeben, die zivile Bevölkerung auch unmittelbar anzugreifen, wie es z.B. beim Angriff der französischen Tiefflieger auf die Kinderprozession von Trier geschah. Die westlichen Alliierten waren sich der Zweifelhaftigkeit dieser Maßnahmen durchaus bewußt. Aber in ihrer Propaganda stellten sie dies alles als den Kampf gegen eine belagerte Festung dar, bei dem das Aushungern zu einem normalen Kampfmittel gehört. Darüber hinaus sprachen sie von einer Kriegsschuld der gesamten Bevölkerung Mitteleuropas, und gegen Schuldige an einem solchen Verbrechen wie dem Krieg durfte man nach den Worten ihrer Propaganda mit allen Mitteln vorgehen. Die übrige Welt glaubte es um so leichter, als fast alle damaligen Massenmedien von den Feindmächten Mitteleuropas beherrscht wurden. Die alleinige Schuld Deutschlands und Österreich-Ungarns am Ausbruch des Ersten Weltkrieges gilt heute aber als klar widerlegt.
Ganz anders verhielt sich dagegen die westliche Propaganda, als das Deutsche Reich seinerseits zu Mitteln griff, deren völkerrechtliche Rechtmäßigkeit noch nicht geklärt war. Doch zunächst sollte versucht werden, die Blockade auf konventionellem Weg zu brechen. Das Deutsche Reich verfügte über 18 Großkampfschiffe, 14 ältere Schlachtschiffe und 4 Schlachtkreuzer, die den Kern der Hochseeflotte bildeten. Ihnen standen 29 britische Großkampfschiffe der Heimatflotte gegenüber, die sich aus 20 älteren Schlachtschiffen und 9 Schlachtkreuzern zusammensetzte. Bei den älteren Linienschiffen und Panzerkreuzern der Vor-Dreadnought-Klasse fiel das Kräfteverhältnis mit etwa 2:5 noch deutlicher zugunsten Großbritanniens aus.
Angesichts des ungleichen Kräfteverhältnisses wurde der deutsche Plan, sofort mit allen verfügbaren Einheiten die Entscheidungsschlacht zu suchen, ab 1912 insofern abgewandelt, als man zunächst versuchte, durch einzelne Vorstöße ein ausgewogeneres Verhältnis zu schaffen und dann erst zur Entscheidungsschlacht anzutreten. Bis zu einem gewissen Grad kam die britische Führung diesem Plan entgegen, da sie den Vertreter des sofortigen offensiven Einsatzes durch Admiral John Jellicoe zu Kriegsbeginn ablösen ließ. Letzterer trat für die Verwendung der Heimatflotte zur Fernblockade ein. Eine Entscheidungsschlacht unter günstigen Verhältnissen blieb dabei nicht ausgeschlossen. Aber die Zurückhaltung der britischen Flotte führte auch dazu, daß es, von einigen Gefechten abgesehen, der deutschen Flotte nicht gelang, das Kräfteverhältnis zu ihren Gunsten zu ändern.
MATERIALSCHLACHTEN DES ERSTEN WELTKRIEGES 378

Erst als Vizeadmiral Scheer (1863-1928) im Januar 1916 zum Chef der deutschen Hochseeflotte ernannt wurde, kam es am 31. Mai 1916 im Skagerrak zur einzigen großen Seeschlacht dieses Krieges. Trotz der fast doppelten Überlegenheit der britischen Flotte endete die Schlacht mit einem taktischen Sieg der Deutschen, da Admiral Jellicoe den Kampf abbrach.
Dank der überlegenen deutschen Feuerleitung und der größeren Sinksicherheit der deutschen Schiffe waren die britischen Verluste mit 3 Schlachtkreuzern, 3 Panzerkreuzern, einem Flottillenführer, 7 Zerstörern und 6094 Mann weit höher als die der deutschen, deren Verluste aus einem Schlachtkreuzer, einem älteren Linienschiff, 4 kleinen Kreuzern, 5 Torpedobooten und 2551 Mann bestanden.
Dennoch sprechen auch die Briten von einem Seesieg, nicht ganz zu Unrecht, denn nur ein strategischer Sieg der Deutschen durch die Vernichtung der britischen Heimatflotte hätte die Engländer zwingen können, die todbringende Blockade aufzuheben. Ein weiterer Versuch, die britische Seeherrschaft in der Nordsee mit Hilfe der Hochseeflotte zu brechen, wurde nicht unternommen.
Damit war auch die deutsche Flotte wie die österreichisch-ungarische in der Adria zur Rolle der »fleet in being« verurteilt. Der Entschluß, die Hochseeflotte in der Zukunft fast ausschließlich in den Häfen zurückzuhalten, war wohl mehr politisch als militärisch begründet. Doch ist immerhin zu bedenken, daß ein eventueller späterer deutscher Seesieg nur unter schweren Verlusten zu erringen gewesen wäre. Während die Briten die eigenen Verluste durch Einheiten aus Übersee und durch die Seestreitkräfte der Verbündeten hätten in etwa ersetzen können, wäre das auf deutscher Seite nicht möglich gewesen, da Planung, Entwicklung und Bau von Kriegsschiffen auch heute noch bis zu zehn Jahre dauern können.
Neben dem Einsatz der Hochseeflotte zur entscheidungssuchenden Schlacht setzte die deutsche Marineleitung auch Kriegsschiffe in Übersee ein, um den Kampf gegen feindliche Kriegsschiffe und Stützpunkte aufzunehmen. Trotz anfänglicher Erfolge machte sich besonders nach dem Fall der meisten deutschen Kolonien der Mangel an Stützpunkten für diese Kräfte immer mehr bemerkbar. Dennoch konnte der Handelskrieg durch einzelne Kreuzer und Hilfskreuzer noch bis zum Kriegsende auf allen Weltmeeren mit gutem Erfolg fortgesetzt werden. Eine entscheidende Wende zugunsten der Mittelmächte brachte er naturgemäß nicht.
Die deutsche Führung setzte nun alle Hoffnung zur See auf den Einsatz der Unterseeboote. Diese neuartigen Kriegsschiffe hatten bereits im September 1914 ihre Gefährlichkeit bewiesen, als u.a. das deutsche »U 9« mehrere britische Panzerkreuzer versenkte. Als dann Großbritannien am 2. November 1914 die gesamte Nordsee zum Kriegsgebiet erklärte und sogar die neutralen Schiffe zwang, in der Nähe der britischen Küste zu fahren und sich einer strengen Kontrolle zu unterwerfen, erklärte das Deutsche Reich Mitte Februar 1915 den U-Boot-Handelskrieg.
V. KRIEGE UM DIE FREIHEIT DER PERSON 379

Scharfe amerikanische Proteste und völkerrechtliche Bedenken veranlaßten jedoch die deutsche Regierung, den U-Boot-Handelskrieg bereits im September 1915 praktisch wieder abzubrechen. Erst unter dem Druck der immer schwieriger werdenden Versorgungslage und um England innerhalb von fünf Monaten durch Abschneiden der Zufuhren in die Knie zu zwingen, eröffnete Deutschland am 1. Februar 1917 den »Uneingeschränkten U-Boot-Krieg«. Die Antwort der Vereinigten Staaten blieb nicht aus. Sie erklärten Anfang April 1917 Deutschland den Krieg.
Selbstverständlich wurde diese Art der Kriegsführung von den westlichen Alliierten für völkerrechtswidrig erklärt. Obwohl die damaligen Unterseeboote lediglich als Tauchboote zu bezeichnen sind, die nur zum Angriff auf Tauchstation zu gehen vermochten, sonst aber als Überwasserschiffe in ihre Einsatzräume fuhren, brachten sie mit einer Versenkungsziffer von ungefähr 8 Millionen BRT England an den Rand des Abgrunds. Aber durch den Ausbau des britischen Geleitsystems, die Bewaffnung der Handelsschiffe und den gewaltigen Anstieg des Handelsschiffbaues auf britischen und vor allem auf amerikanischen Werften sowie durch die Verbesserung der Abwehrwaffen gelang es, der tödlichen Bedrohung der englischen Versorgung Herr zu werden. Trotz großer Leistungen und höchstem Einsatzwillen blieb es den deutschen Unterseebooten versagt, das Kriegsglück noch einmal zu wenden.*
Insgesamt gesehen hat der Erste Weltkrieg gezeigt, daß vor allem durch die Teilnahme der Seemächte die Kontinentalmächte in die Rolle der belagerten Festung gedrängt wurden und damit auch wirtschaftlich unterlegen waren. Diese Lage ergab sich vor allem nach dem Eintritt der Vereinigten Staaten in den Krieg, der dadurch zum Weltkrieg wurde. Sie vermochten es, den Mittelmächten endgültig die Versorgung aus den so wichtigen überseeischen Gebieten abzuschneiden und darüber hinaus, trotz des deutschen U-Bootkrieges, ein Millionenheer auf dem europäischen Festland zu landen, von den enormen Materiallieferungen ganz abgesehen. Die Aufgabe der Alliierten bestand seit 1917 nur mehr darin, die Festung der Mittelmächte auszuhungern oder sturmreif zu schießen.
»Das Krisenjahr 1917 ist in der Geschichte des Ersten Weltkrieges das Jahr der eigentlichen Entscheidung gewesen... Die Geschichte dieses Jahres [wurde] nicht nur zum Wendepunkt des Krieges, sondern auch zu einem der erregendsten, noch keineswegs ausdiskutierten, wohl aber von unserem heutigen Abstand her wenigstens übersehbaren Problem der modernen Geschichte und... symbolisch zum Eingangstor in die Geschichte der Gegenwart...«231 Auch Rudolf Steiner unterstreicht die ungeheure Bedeutung dieses Jahres für die geschichtliche Entwicklung.232
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Mit diesem Jahr 1917, in dem die USA endgültig mit der Monroe-Doktrin brachen und sich zur westlichen Weltmacht aufschwangen, begann auch deren außereuropäischer materialistischer Einfluß auf dem europäischen Kontinent, zunächst bei den westlichen Alliierten, dann aber auch im besiegten Mitteleuropa Fuß zu fassen. Diesem westlichen materialistischen Einfluß, der dem Einzelmenschen allerdings noch die politische Freiheit garantiert, folgte der noch konsequentere östliche Materialismus bald nach. Von nun an befand sich Europa in einer doppelten materialistischen Umklammerung. Nur die Besinnung auf die eigenen geistigen Kräfte kann es kulturell daraus wieder erlösen. Politisch-militärisch aber mußte es sich für eine Seite entscheiden. Doch das geschah erst nach dem Zweiten Weltkrieg, der im Grunde nichts als eine Fortsetzung des Ersten war.
Wie aber war es zur Umklammerung aus dem Osten gekommen? Im Jahr 1917 machten sich bei den Mittelmächten im Hinterland, bei den Feindmächten aber bei der Fronttruppe, gewisse Anzeichen von Kriegsmüdigkeit bemerkbar. Die Meuterei der Franzosen ist dafür das hervorstechendste Zeichen; sie war nach dem blutigen Scheitern der Nivelle-Offensiven im Frühjahr 1917 ausgebrochen. Standgerichte mußten eingesetzt werden, die eine Anzahl von Todesurteilen aussprachen. Aber im Verein mit der französischen Regierung gelang es Marschall Petain (1856-1951), das Vertrauen der Truppe in die Führung u.a. mit Hilfe von Fürsorgemaßnahmen und durch Beseitigung von Mißständen wiederherzustellen.
Zur schlimmsten Krise kam es aber im Osten. Die russische Armee hatte einen unverhältnismäßig hohen Blutzoll gezahlt, und in den Großstädten herrschte aufgrund des vernachlässigten Verkehrsnetzes und der Mißwirtschaft der Verwaltung Hunger. Demonstrationen, vor allem in der damaligen Hauptstadt des Zarenreiches Petrograd, dem heutigen Leningrad, beunruhigten die Regierung, die schließlich Truppen gegen die Demonstranten einsetzte.
Aber am 12. März 1917 weigerte sich die 2. Kompanie des wolhynischen Gardeinfanterieregiments, auf die Demonstranten zu schießen, und richtete ihre Waffen gegen die Offiziere. Schon seit einiger Zeit herrschte bei den Regimentern in Petrograd eine revolutionäre Gesinnung. Sie sahen den Krieg als sinnlos an. So kam es, daß die Meuterei bis zum Abend des gleichen Tages die ganze Garnison erfaßt hatte. Sehr rasch wurde ein »Sowjet der Arbeiter- und Soldatendeputierten« gebildet, von dem alle militärischen Befehle gebilligt werden mußten. Außerdem übte er die unumschränkte Macht im Land aus. Selbst der neue Regierungschef, Fürst Lwow, ein Liberaler, war in seinen Entscheidungen völlig von den nun überall aufgestellten Arbeiter- und Soldatenräten (Sowjets) abhängig. Auf Anraten der Mehrzahl der Generäle dankte Zar Nikolaus II. (1868-1918) ab.
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Obwohl die Regierung Lwow für eine Fortsetzung des Krieges auf Seiten der Entente eintrat, verlangten die allmächtigen Arbeiter- und Soldatenräte einen raschen Frieden »ohne Annexionen und Entschädigungen«. Unter der Parole »Demokratisierung der Armee« wurden alle Offiziere und Unteroffiziere in den Augen der Mannschaften bewußt herabgesetzt, die Ehrenbezeugungen aufgehoben, der Beitritt zu politischen Vereinen und Parteien freigestellt und die strengen Bestimmungen der Disziplinargesetzgebung aufgehoben. Umbesetzungen bei allen Kommandobehörden von der Brigade an aufwärts mit den neuen Herren genehmen Offizieren taten ein übriges, um die Disziplin, vor allem bei der Infanterie, völlig zu untergraben.
Den Oberkommandos der Mittelmächte konnten der schnelle Zerfall der russischen Kampfkraft und die Gründe dafür nicht lange verborgen bleiben. Die politische Führung der Mittelmächte erhoffte sich einen Sonderfrieden, wenn der Zerfall des russischen Heeres weitere Fortschritte machte. Um ihn zu beschleunigen, gestattete die Deutsche Oberste Heeresleitung im März 1917 die Durchreise einiger russischer Berufsrevolutionäre von der Schweiz quer durch Deutschland nach Rußland. Unter ihnen befand sich auch Wladimir Iljitsch Uljanow, der sich seit 1901 Lenin nannte (1870-1924).
Außerdem vermieden die Mittelmächte jede militärische Aktion, um den russischen Widerstandswillen nicht erneut zu wecken. Dafür setzte eine heftige Propaganda für den Frieden von Graben zu Graben ein. Es wurden auch Teile der deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen von den revolutionären Ideen, die noch nicht ausschließlich bolschewistisch waren, angesteckt. Besonders traf das für die slawischen Truppenteile der Donaumonarchie zu.
Das russische Oberkommando dachte jedoch keineswegs an Frieden, sondern wollte seinen Verpflichtungen den Verbündeten gegenüber nachkommen. Als Kerenskij im Mai 1917 das Kriegsministerium übernahm, versuchte er sofort die Disziplin im Heer wiederherzustellen. Eine daraufhin angesetzte erneute und letzte Offensive auf einer 65 km breiten Front mit Stoßrichtung Lemberg erstickte jedoch im Blut. Es zeigte sich dabei, daß eine einmal gelockerte Disziplin sich nicht in ein paar Wochen oder durch einfache Befehle und Aufrufe wiederherstellen läßt. Das erfordert Zeit, längere Zeit, als es sich der militärische Laie vorstellt. Auch die Einführung drakonischer Strafen, im übrigen ein fragwürdiges Mittel, kann gewachsene und anerzogene Disziplin nicht ersetzen.
Als die gut organisierten und militärisch straff geführten Bolschewisten unter Lenin am 7. November 1917 die demokratische Regierung Kerenskij stürzten, war endlich der entscheidende Schritt zum Frieden mit Rußland getan.
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Trotz der Verzögerungstaktik Trotzkijs (1879-1940) wurde im März 1918 ein Separatfrieden mit Rußland geschlossen. Ihm folgte kurz darauf der Friede mit Rumänien, das sich ohne Rußland nicht länger halten konnte. Für das Deutsche Reich bedeutete das, daß es Truppen für die Offensive im Westen freimachen konnte, für Österreich-Ungarn vor allem, daß es Getreidelieferungen aus der Ukraine erhielt. Daß man mit dieser Maßnahme jedoch der kommunistischen Infiltration Tür und Tor öffnete und dem bolschewistischen System in Rußland in den Sattel half, hatte man nicht erkannt.

Zunächst wurde dort dem übersteigerten Nationalismus die Parole von der Internationale entgegengesetzt. Das schlimmste aber war, daß sich diese Internationale nur auf eine Klasse, nämlich das Proletariat und die Bauern, erstrecken sollte und später, besonders unter Stalin und seinen Nachfolgern, zum Instrument des russischen und panslawistischen Chauvinismus wurde.
Die Verbreitung des Marxismus-Leninismus wurde und wird dadurch erleichtert, daß LENIN die Sprache als Waffe erkannte. Indem man einem Wort einen neuen Inhalt gibt, kann man diese Waffe benutzen, wie es den eigenen Zwecken entspricht. Zwei typische Beispiele dafür sollen hier genannt werden: Das russische Wort mir hat drei Bedeutungen: »Friede«, »Welt« und »Dorfgemeinschaft« im alten russischen Sinne. Wenn im kommunistischen Rußland von den Massenbewegungen mir gefordert wird, so schwebt dem dieses Wort Ausrufenden nicht nur der Friede, sondern auch die Forderung nach Weltherrschaft und die Art jener Demokratie vor, wie sie im mir geübt wurde - die Minderheit mußte dort das Dorf verlassen oder wurde gar getötet, wenn sie in altslawischer Zeit bei einer Abstimmung unterlag.
Das zweite Beispiel führte Breschnew bei seinem Auftreten in Washington vor. Dort erklärte er den »Kalten Krieg« (cholodnaja woina) für beendet. Das konnte er leicht tun, denn nach der sowjetischen Sprachregelung gab es den Kalten Krieg nur als Politik des Westens, während die gleiche Sache von den Sowjets als ideologischer Kampf bezeichnet wird. Er erklärte also nur, daß diese Art des Nichtkrieges vom Westen aus beendet war, was die westlichen Staatsmänner schon längst erklärt hatten. Für die sowjetische Seite vergab er sich damit nichts.

Kehren wir jedoch zum Ersten Weltkrieg zurück. Auch damals spielte die Propaganda eine große Rolle. Bei den westlichen Alliierten hatten sich allmählich Diktatoren wie etwa Clemenceau (1841-1929) und Lloyd George (1863-1945), trotz der demokratischen Verfassung ihrer Länder, durchgesetzt. Sie verstanden es, mit politischen Mitteln den Siegeswillen ihrer Völker aufrechtzuerhalten und mit einer geschickten, wenn auch oft lügnerischen Propaganda fast die ganze Welt auf ihre Seite zu ziehen und das Ansehen der Mittelmächte bei den wenigen verbliebenen Neutralen mit allen Mitteln herabzusetzen.
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Im Deutschen Reich und in Österreich-Ungarn sprach man dagegen schließlich nur noch von einem »Verständigungsfrieden« (Erzberger), der zu erreichen wäre, nachdem die Aussichten auf den militärischen Sieg geschwunden waren. Das war zwar ehrlich und entsprach den tatsächlichen Möglichkeiten, führte aber schließlich zur negativen Einstellung gegenüber den »Durchhalteparolen«, die ja an sich schon ein mehr passives und daher schlecht geeignetes Ziel darstellten. Dies traf um so mehr zu, als die fortschreitende Technisierung des Krieges und der enorme Materialeinsatz zur Anspannung aller wirtschaftlichen Kräfte zwangen, so daß nun zum ersten Mal auch die Heimat verstärkt in das Kriegsgeschehen einbezogen wurde. Nicht nur die Heere rangen gegeneinander, sondern auch in der Forschung, Entwicklung und Produktion galt es, einen Vorsprung gegenüber dem Kriegsgegner zu gewinnen. Der Krieg war auf dem besten Weg, sich zum »totalen Krieg« auszuweiten, wie es Ludendorff zu praktizieren versuchte und vor allem in seiner theoretischen Nachkriegsschrift vertrat. Danach sollte der Feldherr nicht nur die Armee, sondern auch die Politik seines Landes für die Dauer des Krieges führen. Das bedeutete die totale Abkehr von den CLAusEWiTZschen Lehren und sollte sich bitter rächen, da die Soldaten aufgrund ihrer Erziehung und Ausbildung im allgemeinen die politischen Belange nicht zu übersehen vermochten. Ludendorff schwebte dabei allerdings eine seltene Ideallösung vor, bei der der Feldherr wie etwa Napoleon i. zugleich Politiker ist, aber auch das kann fragwürdig sein.
Keinesfalls aber entsprachen der gewaltigen Kriegsanstrengung die Kriegsziele der Mittelmächte, die nicht einmal untereinander vertraglich abgesichert waren. Im allgemeinen dachte man an die Schaffung eines politisch, wirtschaftlich und militärisch einheitlich geführten Großraumes Mitteleuropa unter Zurückdrängung Rußlands nach dem Osten und Frankreichs nach dem Westen. Die angespannte Kriegslage ließ kaum noch auf eine Verwirklichung dieser Ziele hoffen. Außerdem war ihre Erfüllung ohnehin durch die Rivalitäten untereinander gefährdet. Dagegen besaßen die Alliierten vertraglich festgelegte Kriegsziele, die von der Propaganda geschickt bemäntelt wurden. In ihrer Hauptsache zielten sie auf die Entmachtung Deutschlands und später auf die Aufteilung der Donaumonarchie. Frankreich sollte Elsaß-Lothringen zurückerhalten und entscheidenden Einfluß auf das Saargebiet und einige weitere Westgebiete des Reiches gewinnen, England die deutschen Kolonialgebiete übernehmen. Italien versprach man die Brennergrenze nach Zerschlagung der Donaumonarchie sowie der Türkei Libyen. Rußland sollte die Dardanellen erhalten. Hinter allen Zielen stand der Gedanke an die absolute Autonomie der eigenen Wirtschaft und an den Zugriff auf die arabischen und türkischen Meerengen bzw. Ölfelder.
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Waren die Kriegsursachen nicht wirtschaftlich bedingt, so waren es doch neben den strategisch begründeten Forderungen die Kriegsziele. Ein so entmachtetes und großer Gebiete beraubtes Deutschland konnte jederzeit von den Siegermächten vernichtet werden.
Rudolf Steiner wandte sich im Dezember 1916 scharf gegen diese Absichten, als er sagte:
»Wenn irgend jemand, der mit gewissen Ursprungsstätten dieser schmerzlichen Weltereignisse, die man aus einer Nachlässigkeit der Gedanken heraus noch immer >KriegKrieg< nennen will, verbunden ist, und sich daher verbunden fühlt mit dem, was, wenigstens von gewissen Zentren aus, in der Peripherie geschieht, der soll ruhig sagen: Ja, ich will dasselbe, was man an gewissen Zentren dieser Peripherie will, ich will, daß die Menschen Mitteleuropas zum Teil ausgerottet, zum Teil zu Heloten gemacht werden.
Gewisse Leute in jenen Zentren wollen ja nicht, daß das Geistesleben Mitteleuropas zugrunde gehe; sie reden von der schönen Wissenschaftlichkeit und Geistigkeit und von der ernsten Bescheidenheit, die früher vorhanden waren. Es täte ihnen mit anderen Worten gefallen, wenn man Herr sein könnte über dieses Territorium der Geistigkeit und der Bescheidenheit, aber es ungefähr so machen könnte wie die Römer mit den Griechen. Selbstverständlich war die griechische Kultur die höhere; die Römer haben die griechische Kultur nicht vernichtet. Auch will niemand in der Entente die deutsche Kultur vernichten. Im Gegenteil wird es den Leuten sehr recht sein, wenn die Deutschen ihre Kultur recht gut fortpflanzen, aber sie möchten so etwas ähnliches wie das Verhältnis der Römer zu den Griechen, das heißt dasjenige, was in Mitteleuropa existiert, zu einer Art von geistigem Helotendienst machen. Dann sage man es aber! Dann verbräme man es nicht mit etwas, was geradezu lächerlich ist; denn der deutsche Militarismus - der nicht geleugnet werden soll - ist seinem wahren Ursprung nach französischer und russischer Militarismus. Ohne französischen und russischen Militarismus gäbe es keinen deutschen.
Dann sage man aber: Man will das, was man nennen kann die Helotisierung von Mitteleuropa! - Man sage, daß man zufrieden wäre, wenn man das erreicht hat. Dann gestehe man ruhig: Ich hasse es, daß da so ein Volk in der Mitte von Europa ist und es so machen will wie die anderen Völker ringsherum. - Wenn das jemand gesteht: Ich hasse alles Deutsche, ich will nicht, daß die Deutschen auch so etwas haben wie die anderen Völker - gut, es läßt sich mit ihm reden, oder auch nicht reden, wenn er nicht will; aber er sagt die Wahrheit. Wenn er aber wiederholt: Ich will den deutschen Militarismus vernichten, ich will, daß die Deutschen andere Völker unterdrücken, ich will, daß die Deutschen das oder jenes tun - wie es heute und seit Jahren immerfort gesagt wird -, dann lügt er. Vielleicht weiß er nicht, daß er lügt, aber er lügt, er lügt tatsächlich; er lügt objektiv, wenn auch vielleicht nicht subjektiv.«233
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Als er Erste Weltkrieg durch den Zusammenbruch der Mittelmächte im Jahr 1918 beendet wurde, war die Absicht der Entmachtung und Zersplitterung Deutschlands und Österreich-Ungarns nur zum Teil erreicht. Aus den Erkenntnissen der militärischen Führung der Alliierten ergaben sich mit einer gewissen Folgerichtigkeit die politischen Forderungen bei den Friedensverhandlungen, die jedoch kaum den Namen Verhandlungen verdienten. Die Grundlage der Seeherrschaft mußte gesichert werden. Also verlangte man die Auslieferung der deutschen Hochsee- und U-Boot-Flotte. Die Einfallspforten nach Mitteleuropa mußten durch »Demarkationslinien« gesichert werden, um den ehemaligen Feind jederzeit militärisch unter Druck setzen zu können. Das vermochte man um so leichter durchzuführen, wenn die Mittelmächte durch ein zahlenmäßig begrenztes Freiwilligenheer aus langdienenden Berufssoldaten ohne schwere Waffen an der Ausschöpfung ihrer Wehrkraft gehindert wurden. Bei langdienenden Freiwilligen konnten keine größeren Reserven geschaffen werden. Zum Schluß gewährleisteten die Alliierten den zumeist aus der Donaumonarchie hervorgegangenen neuen Staaten Europas ihre volle Unterstützung. Diese Forderungen waren zwar logisch, erwiesen sich aber als politisch unklug, weil sie zur Demütigung der Besiegten führten und endlich auch zur materiellen Not der betroffenen Bevölkerung. Die Fortsetzung der Blockade, um den ehemaligen Feind zur Erfüllung dieser Bedingungen zu zwingen, tat ein übriges. So kam man zu der geradezu perversen Ansicht, den ewigen Frieden durch Krieg errungen zu haben.
Doch bei jedem Volk, das an dem gewaltigen Völkerringen teilgenommen hatte, entstand gerade aufgrund dieser Erfahrung die Auffassung von der Sinnlosigkeit des Krieges, vor allem nachdem die Begeisterung bei den Siegern abgeklungen und die Welt von einer Weltwirtschaftskrise in die andere gestürzt war. Nie zuvor war diese Auffassung von der großen Masse der Völker geteilt worden. Sie war ein erstes Anzeichen dafür, daß von nun an der Krieg nicht mehr als etwas Selbstverständliches hingenommen wurde, das jede Generation zu erleiden hat.
Die Hoffnungen auf eine lange Friedenszeit, vielleicht sogar auf einen ewigen Frieden, schwanden nach dem Ersten Weltkrieg jedoch rasch dahin. Der rigorosen Abrüstung des Deutschen Reiches, der Republiken Österreich, Ungarn, der Türkei und des Königreichs Bulgarien folgten keine Abrüstungsmaßnahmen oder wenigstens Waffenkontrollmaßnahmen bei den ehemaligen Feindmächten.
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Im Gegenteil, sie verstärkten ihre Anstrengungen auf dem Gebiet der Waffenentwicklung, wenn auch Großbritannien und die USA wieder zu ihren kleineren Berufsarmeen zurückkehrten. Besonders aber die neuen Randstaaten, die im Verein mit Frankreich die beiden mitteleuropäischen Staaten unter Kontrolle halten sollten, wie die Tschechoslowakei, Polen, Litauen etwa, rüsteten in einem gewaltigen Umfang auf und setzten vor allem das Deutsche Reich immer wieder unter politischen und militärischen Druck, griffen, wie etwa Polen, sogar mit Insurgentenarmeen auf altes deutsches Reichsgebiet über. Dies führte in Deutschland und Österreich erneut zu einem starken Aufleben des nationalen Gedankens und dem Wunsch, durch neuerliche militärische Stärke dieser Pressionen Herr zu werden. Politisch öffnete dies dem Nationalsozialismus in Deutschland und Österreich Tor und Tür.
Die taktischen und operativen Erfahrungen des Ersten Weltkrieges fanden ihren Niederschlag in den Vorschriften der Nachkriegsheere in allen Staaten. Sie waren sich darin einig, daß die Infanterie allein das Gefecht nicht mehr entscheiden konnte. Nur noch in weit geöffneter Ordnung vermochte sie sich auf dem Gefechtsfeld zu bewegen. Man sprach daher von der » Leere des Schlachtfeldes«, in dem der Einzelkämpfer seinen Auftrag erfüllte. Auch auf militärischem Gebiet zeigte sich symptomatisch die Bedeutung der Einzelpersönlichkeit.
Unterschiedlicher Auffassung war man jedoch über den Einsatz der Kampfpanzer. Engländer und Franzosen verkannten die wahre Bedeutung der Panzerwaffe, da der deutsche Gegenangriff in der Schlacht bei Cambrai allen Geländegewinn zunichte gemacht hatte. Sie sahen im Kampfpanzer lediglich eine Unterstützungswaffe für die Infanterie und banden das schnelle Fahrzeug an das langsame Vorgehen des Einzelschützen. So kam es nur zur taktischen Verwendung der neuen Waffe mit allen sich daraus ergebenden Folgen für das Bild von einem künftigen Krieg. Noch immer war ihr Denken vom Stellungskrieg mit seinen Materialschlachten beherrscht und sollte es mit einigen Abänderungen im Zweiten Weltkrieg auch bleiben. Auf Gedanken des britischen Generalmajors J. C. Füller und des Hauptmanns B. H. Liddell Hart fußend, entwickelten jedoch in Deutschland General Guderian und in Österreich General Eimannsberger jene Konzeptionen vom Einsatz der Kampfpanzer, die zu den deutschen Siegen der ersten Jahre des Zweiten Weltkrieges führen sollten.
Liddell Hart hatte von einem Koppeln von Kampfpanzern und taktischen Luftstreitkräften, also vom Kampf der Landheere gesprochen. Dem stand die Kriegstheorie des italienischen Generals Douhet entgegen, der allein durch den Einsatz operativer Luftstreitkräfte, ganzer Luftflotten, einen neuen Krieg entscheiden zu können glaubte.
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Sie sollten mit Sprengbomben sowie Absprühen und Abwerfen von Kampfstoffbomben auf das gesamte feindliche Hinterland, vornehmlich auf die Städte, den Feind so schnell zum Aufgeben zwingen, daß das Heer das feindliche Gebiet nur noch zu besetzen brauchte. Diese Ansicht hat sich als Irrtum erwiesen. Sie verhinderte dazu noch bei den Westmächten den Aufbau starker taktischer Luftwaffenverbände. Aber sie beherrschte z.T. dennoch die Einsatzgrundsätze der britischen und amerikanischen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg.
Das Auftreten der Luftwaffe hatte auch für die Seekriegsführung einschneidende Folgen. Das Flugzeug war zu einem sehr gefährlichen Gegner der Kriegsschiffe geworden. Für sie mußten daher Bordabwehrwaffen entwickelt werden. Schließlich kam es auch zum Bau der ersten Flugzeugträger, die zunächst Aufklärungsflugzeuge, dann aber auch Bomben-, Torpedo- und Jagdflugzeuge mit sich führten.
Im Hinblick auf die Aufbringung der Streitkräfte waren fast alle Staaten beim System der allgemeinen Wehrpflicht geblieben. Selbst die Sowjetunion rückte nach einem mißglückten Versuch, nur milizartige Streitkräfte zu unterhalten, bald wieder davon ab und kehrte zur Wehrpflicht zurück. Deutschland und Österreich durften nur eine langdienende Berufsarmee ohne Luftstreitkräfte und schwere Waffen von 100.000 bzw. 30.000 Mann unterhalten. Aber beide nutzten diese Möglichkeiten in hervorragender Weise.
Generaloberst von Seeckt formulierte am klarsten die Aufgabe der Reichswehr und des Bundesheeres. Sie mußten »Führerheere« werden, d.h., daß jeder Soldat die Funktionen der nächsthöheren Dienststellung zu erfüllen hatte. Nur so war der rasche Aufbau der neuen Armeen in den dreißiger Jahren möglich. Darüber hinaus sorgten Ausbildungsverträge mit der Roten Armee für die Ausbildung von Panzerfahrern und Flugzeugpiloten. Damit besaß die Deutsche Wehrmacht zu Anfang des Zweiten Weltkrieges ein realistischeres Kriegsbild als die anderen Staaten, allerdings nur auf taktischer und operativer Ebene.
Statt des erhofften Friedens zeichneten sich immer rascher neue kriegerische Verwicklungen ab, zu denen einerseits der Wille Deutschlands zum Bruch des Vertrages von Versailles, andererseits aber auch die neuen Staaten beitrugen, die angeblich nach dem von Wilson in seinem 14-Punkte-Programm
— das Rudolf Steiner in seinen zeitgeschichtlichen Betrachtungen so scharf geißelte — verkündeten Selbstbestimmungsrecht der Völker gegründet worden waren, jedoch ausnahmslos Mehrvölkerstaaten darstellten, in denen dazu noch ein starkes deutsches Element bestand. In einer Zeit des noch immer andauernden Nationalismus mußte das neuen außenpolitischen Sprengstoff abgeben.
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Doch bevor wir an diese geschichtlichen Ereignisse herantreten, ist kurz auf die Haltung der Menschen dem Krieg gegenüber einzugehen. Er hatte insgesamt rund 8 Millionen Tote und 20 Millionen Verwundete gefordert. Die Kriegsziele aber waren nirgends ganz erreicht worden. Dieses gewaltige Geschehen mußte erst einmal verkraftet werden. Dabei hatten die Beteiligten den Krieg in seiner Wirklichkeit recht unterschiedlich erlebt. Die Hauptlast des Kampfes trugen auf allen Seiten die Frontsoldaten in den Gräben, vom einfachen Mann bis zum Bataillonskommandeur. Man fühlte sich als »armes Schwein« oder »Frontschwein« und betrachtete auch den feindlichen Soldaten, der einem im Schützengraben gegenüberlag, so.
Diese Einstellung führte nach dem Ersten Weltkrieg zu einer gewissen Solidarität der Frontkämpferverbände aller Nationen, und auch im Zweiten Weltkrieg blieb dieses Mitleid »dem armen Schwein da drüben« gegenüber erhalten, wenn es nicht durch plötzliche Ausbrüche von Haß und Brutalität, besonders im Osten, gestört wurde. Hinter der Front, in der sog. Etappe, kam es aber bei immer längerer Kriegsdauer auf allen Seiten zu jenem von den Frontsoldaten so verachteten und doch heimlich beneideten Etappenleben. Dabei ist zu bedenken, daß die Masse der Heere in der Versorgung tätig war.
Im Ersten Weltkrieg brauchte man zur Versorgung eines einzigen Frontsoldaten 3 bis 5 Männer aus der Etappe und im Zweiten Weltkrieg sogar 5 bis 10. Die Zahl der eigentlichen Kämpfer ging also mit der steigenden Technisierung ständig zurück. Dennoch waren soldatische Haltung, Kampf- und Durchhaltewillen an der Front stets stärker als in der Etappe. In der Heimat dagegen erlebte man bei härtester Arbeit und bei den Mittelmächten unter fortdauerndem Hunger den Krieg in der ständigen Sorge um die Männer an der Front. Im Zweiten Weltkrieg sollte die Heimatfront, wie sie genannt wurde, dazu noch den fürchterlichen Bombenangriffen ausgesetzt sein, die die Etappe in dieser Form nie erlebte. Hier setzte sich zuerst der Gedanke von der Sinnlosigkeit des Krieges durch, weil man den Feind, der ständig das eigene Leben bedrohte, gar nicht vor Augen hatte.
Noch einmal müssen wir auf den Schluß des Kriegsgeschehens im Ersten Weltkrieg zurückkommen. Obwohl es der Deutschen Obersten Heeresleitung bei ihren letzten Offensiven von März bis Juli 1918 in mehreren Fällen gelungen war, die Stellungen der Alliierten zu durchstoßen, konnte eine kriegsentscheidende Wende nicht mehr herbeigeführt werden. Überall fehlte es an Kräften und Material, vor allem aber an rasch beweglichen Verbänden, um die Operationsfreiheit zu gewinnen. Auch darf nicht übersehen werden, daß die Westmächte in der Zwischenzeit einen beträchtlichen Vorsprung auf dem Gebiet der Kriegstechnik und der Produktion errungen hatten, der sich besonders in den hohen Panzer-, Flugzeug-, Geschütz- und Lastwagenzahlen ausdrückte. Unter Marschall Foch (1851-1929) gingen die Alliierten im Juli 1918 zur Gegenoffensive über.
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Mit dem alliierten Panzerangriff vom Freitag den 8. August 1918, dem »schwarzen Freitag des deutschen Heeres«, wie es Ludendorff ausdrückte, wurde die Wende zugunsten der Alliierten eingeleitet. Das deutsche Heer ging in weiterer Folge über die Siegfriedstellung hinaus zurück. Wer aber nicht unmittelbar von diesem Angriff betroffen war und nur einfach auf Befehl auswich, konnte sich nach wie vor für unbesiegt halten.
Doch am 14. August 1918 erklärte die Oberste Heeresleitung, die allein den Gesamtüberblick besaß, die Fortführung des Krieges für aussichtslos. Im September 1918 verlangte sie nach dem Zusammenbruch Bulgariens ein sofortiges Friedensangebot durch die deutsche Regierung. Anfang Oktober erging ein solches an den amerikanischen Präsidenten Wilson (1856-1924). Am 29.Oktober meuterten Teile der deutschen Hochseeflotte, die zum Flankenschutz der aus Flandern zurückgehenden Heeresteile eingesetzt werden sollten. Hier hatte sich der Gedanke von der Sinnlosigkeit des Opfers am schnellsten breitgemacht, da die Flotte keine größere Feindberührung mehr gehabt hatte. Nachdem sich Tschechen, Südslawen und Ungarn für selbständig erklärt hatten und die Österreich-ungarische Südwestfront Ende Oktober 1918 zusammengebrochen war, sah sich Österreich-Ungarn gezwungen, einen Waffenstillstand abzuschließen. Er trat am 3.November 1918 in Kraft. Sechs Tage später, am 9. November, brach in Berlin die Revolution aus. Zwei Tage danach unterzeichnete das Deutsche Reich einen Waffenstillstand, nachdem der Kaiser abgedankt und einen Tag zuvor ins holländische Exil gegangen war. Der Krieg war zu Ende.
Die geschilderten Umstände über die unterschiedliche Haltung von Front, Etappe und Heimat dem Kriegsgeschehen gegenüber sowie der Ausbruch der Revolution führten in Deutschland zur »Dolchstoßlegende«. Das Wort vom Dolchstoß 1918 in den Rücken des Heeres geht keineswegs auf einen Vertreter der deutschen Rechten zurück. Es beruht auf einem Bericht des Londoner Korrespondenten der »Neuen Züricher Zeitung« im 2. Morgenblatt vom 17.Dezember 1918, der den General Maurice nach der »Daily News« wie folgt zitierte: »Was die deutsche Armee betrifft, so kann die allgemeine Ansicht [d.h. die öffentliche Meinung in Großbritannien] in das Wort zusammengefaßt werden: sie wurde von der Zivilbevölkerung von hinten erdolcht.«234
Selbst bei den damaligen Feinden des Deutschen Reiches war man sich demnach nicht sicher, ob das kaiserliche deutsche Heer tatsächlich militärisch besiegt worden war. Wen wundert es, daß von einem sehr großen Teil des deutschen Volkes die militärische Niederlage Deutschlands nach dem Krieg nicht einfach hingenommen wurde, obwohl doch die Oberste Heeresleitung nach dem »schwarzen Freitag« die Regierung hatte ersuchen müssen, um Waffenstillstand zu bitten. Diese Anschauung gab dem noch immer weithin verbreiteten Nationalismus in Deutschland weiterhin einen starken Auftrieb.
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Wie sehr dieser Nationalismus bei allen kriegsführenden Mächten des Ersten Weltkrieges verbreitet war, soll ein englisches Gedicht zeigen. Der 1915 auf Lemnos gefallene junge britische Dichter RUPERT BROOKE schrieb:
Der Soldat
Sollte ich sterben, denkt nur dies von mir:
Daß da ein Winkel ist auf fremdem Feld,
Der England ist für immer. Es wird hier
Der reichen Erde reicherer Staub gesellt.
Ein Staub, den England formte, trug, erzog,
Dem England Blumen gab und Wanderzeit,
Ein Stück von ihm, das Englands Lüfte sog,
Von seinen Wassern, seinem Licht geweiht.
Und denkt, dies Herz, das mit erlöstem Schlag
Im Ewigen schlägt, erwidert noch und wahrt,
Was ihm von England kam: Gedank\ und Stimme,
Und Traum, der glücklich ist wie Englands Tag,
Lachen, das Freunde lehrten, sanfte Art
Friedlicher Herzen unter Englands Himmel.
Übersetzung von B. v. Heiseler

Im gleichen nationalen Rausch und Hochgefühl stürmten angeblich deutsche Kriegsfreiwillige bei Langemarck die englischen Gräben mit dem Deutschlandlied auf den Lippen. Diese Haltung dem Nationalen gegenüber, die etwas lockerer auch den Zweiten Weltkrieg prägte, hat sich inzwischen allein in Deutschland geändert. Das Nationale als höchster ethischer Wert ist inzwischen anderen gewichen und wird bei einem Teil der heutigen deutschen Jugend sehr zu Unrecht nicht einmal mehr als Wert angesehen. Die übrigen Völker haben dagegen das Nationale als selbstverständlichen Wert beibehalten, selbst wenn sie ihm, wie im Osten, den Begriff Patriotismus beilegten, der aber nur allzu leicht in Chauvinismus umschlagen kann. Der Versuch, dem Nationalen das Internationale entgegenzustellen, ist bereits im vorigen Jahrhundert und zu Anfang des Ersten Weltkrieges gescheitert.
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Nach dem Ersten Weltkrieg und auch später haben die westlichen Sozialisten zwar die Internationale angestrebt, sie jedoch immer dann aufgegeben, wenn es sich um die Interessen des eigenen Volkes handelte. Der kommunistische Internationalismus des Ostens dagegen dient heute der Stärkung der Machtstellung Sowjetrußlands.
Mit dem Gedicht Rupert Brookes wurde ein Beispiel aus der Literatur gegeben, und es ist an der Zeit, nun in ein paar wenigen Worten die in Prosa und Poesie manifestierte Wandlung der Einstellung der Menschen zum Krieg zu schildern. Wir haben gehört, daß das erste deutsche Soldatenlied aus dem Hochmittelalter ein Michaelslied war, das noch ganz die religiöse Bindung des Kriegsgeschehens dokumentiert. Die Landsknechtslieder dagegen schildern uns, soweit es echte Lieder aus der damaligen Zeit sind, zumeist bereits das persönliche Erleben sowie die Ziele des egoistischen Beutemachens. Nur in den Liedern gegen die Türken klingt noch etwas von der alten Kreuzzugsstimmung an. Bei Friedrich Schiller lesen wir ganz aus dem Zeitgeist die verschiedensten Auffassungen über Krieg, Soldatenleben und Vaterland.
Neben der Aussage im »Wilhelm Teil« I/2:
Ein furchtbar wütend Schrecknis ist
Der Krieg, die Herde schlägt er und den Hirten,
steht in der »Braut von Messina« am Schluß des 4. Aktes:
Das Leben ist der Güter höchstes nicht, Der Übel größtes aber ist die Schuld.
Und im »Wilhelm Teil« II/i:
Ans Vaterland, ans teure, schließ dich an, Das halte fest mit deinem ganzen Herzen. Hier sind die starken Wurzeln deiner Kraft.
Das Soldatenleben aber preist Schiller im »Wallenstein« mit dem Lied:
Wohl auf, Kameraden, aufs Pferd, aufs Pferd! In das Feld, in die Freiheit gezogen. Im Felde, da ist der Mann noch was wert, Da wird das Herz noch gewogen.
Besonders reich sind die Freiheitskriege an dichterischen Aussagen über den Krieg, wenn sie etwa mit Ernst Moritz Arndt fordern:
Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte...,
MATERIALSCHLACHTEN DES ERSTEN W
 
 
192.) 17.05.2005 / 12:03
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alawiten ohne gelatine
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Islam und Islamismus - Eine Herausforderung für Deutschland?Grundlegendes über den IslamIn der heutigen Zeit kann man von drei grundlegenden Tatbeständen ausgehen. Zum ersten ist der Islam eine ungemein dynamische Erscheinung. Sie kann nicht mehr einfach mit Rückständigkeit, Modernisierungsfeindlichkeit und "Mittelalter" gleichgesetzt werden. Der Islam als Faktor gesellschaftlicher und politischer Umgestaltung ist nicht mehr auszublenden. Er ist heute weithin die einzige Kraft, über die breitere Massen in islamischen Ländern mobilisiert werden können. Mit Ideologien vergangener Jahrzehnte wie Sozialismus, Nationalismus, Säkularismus oder etwa Kommunismus sind Massenmobilisierung und Legitimation nicht mehr zu erreichen. Zum zweiten ist der Islam auch aus europäischen Gesellschaften nicht mehr wegzudenken. Während der letzten 40 Jahre hat hier eine fundamentale Entwicklung stattgefunden. Hat es um 1950 erst rund 900.000 muslimische Bewohner in Europa gegeben, so sind es zu Beginn des 21. Jahrhunderts bereits rund 17 Millionen. Waren es Anfang der sechziger Jahre in der alten Bundesrepublik Deutschland nur einige zehntausend Muslime, die etwa als Ärzte, Ingenieure oder Studenten hier lebten, einige zehntausend, die überhaupt nicht auffielen in der Gesellschaft, so liegt heute die Anzahl der Muslime in Deutschland bei etwa 3,5 Millionen mit steigender Tendenz.1) Sie sind hier und werden hier bleiben, als Minderheit in einer christlich-säkularen Mehrheitsgesellschaft. Das bedeutet, dass künftig auch der Islam aus dem Erscheinungsbild der deutschen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken ist. Er ist unter uns und Teil unserer Gesellschaft. Zum dritten ist klar, dass Islam nicht gleich Islam ist. Er existiert in vielen verschiedenen Variationen. Ein Muslim in Europa muss sich mit anderen Gegebenheiten auseinandersetzen als ein Muslim in Indonesien oder im Jemen und wird sich entsprechend anders verhalten. "Der Islam ist", so die Berliner Islamwissenschaftlerin Gudrun Krämer, "überspitzt ausgedrückt, weitgehend das, was Muslime an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit als islamisch definieren und praktizieren". So umfaßt der Islam so konträre Auffassungen wie die der gemäßigten Aleviten oder der radikalen Schiiten. Insgesamt gibt es in der islamischen Welt 76 verschiedene religiöse Strömungen und Richtungen. Bild 1: Organisation der islamischen KonferenzIm September 1969 beschloss eine Konferenz islamischer Staatsoberhäupter in Rabat/Marokko die Gründung einer Institution , die auf den Namen Organisation der Islamischen Konferenz getauft wurde. Die Ziele sind in der 1972 verfassten Charta u.a. wie folgt festgeschrieben: Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten auf den Gebieten Wirtschaft, Soziales, Kultur und Wissenschaft, Kampf gegen Rassismus (Zionismus) und Kolonialismus sowie der Schutz der Heiligen Stätten des Islam. Der Organisation gehören heute 57 Mitgliedsstaaten sowie drei Länder mit Beobachterstatus an. Der Islam ist die heute wohl vitalste, vor allem aber die kämpferischste aller Weltreligionen. Eine zentrale Eigenart des Islam - vom aufgeklärten Abendland als besonders bedrohlich empfunden - hatte schon der französische Historiker Alexis de Tocqueville im 19. Jahrhundert erkannt: die Verschmelzung von geistlicher und weltlicher Autorität, von Religion und Politik. "Der Mohammedanismus", schrieb Tocqueville, "ist diejenige Religion, welche die beiden Machtbereiche am vollständigsten miteinander vermengt und vermischt hat, so dass alles Handeln im bürgerlichen und politischen Leben mehr oder minder vom religiösen Gesetz geregelt wird". Mohammeds Lehre fordert die totale Unterwerfung unter den allgewaltigen Gott. Sie ist einfacher und konkreter als die älteren Religionen von Hindus, Buddhisten, Juden und Christen. Sie kennt nicht so Geheimnisvolles wie Wiedergeburt, Dreifaltigkeit, Fleischwerdung und Erlösung. Im Islam gibt es keine zentrale Institution - wie für die Katholiken der Vatikan -, die verbindliche Anweisungen erteilt. Dennoch bleibt kein Bereich des menschlichen Daseins von seiner Durchdringungskraft ausgespart. "Der Islam", so befand der englische Philosophieprofessor Ernest Gellner bündig, sei nicht weniger als "der Entwurf einer Gesellschaftsordnung".2) Bild 2: BilderverbotAllah bleibt unsichtbar: Er offenbarte sich lediglich durch einen Text, den Koran, in dem von einem Bilderverbot jedoch nicht ausdrücklich die Rede ist. Dieses wurde vielmehr aus den Aufzeichnungen über das Leben und Wirken des Propheten (Hadith) hergeleitet. Engel, so habe er gesagt, beträten kein Haus, in dem sich eine bildliche Darstellung von Mensch oder Tier befinde. Ferner habe Mohammed Berichten zufolge bebilderte Vorhangstoffe zerschneiden und zu Kissenbezügen umarbeiten lassen. Um 1400 kamen dennoch erste Bilder mit Darstellungen des Prophetenleben auf. Die Entstehung des IslamAllgemeine Aussagen über den Islam sind schwierig. Schon das Wort Islam selbst wird für gewöhnlich in zwei unterschiedlichen, wenngleich verwandten Bedeutungen verwendet. Zum einen steht der Begriff für eine Religion, ein System des Glaubens und der Verehrung, zum anderen für die Zivilisation, die unter dem Zeichen dieser Religion gewachsen und aufgeblüht ist. So gesehen bezeichnet das Wort Islam mehr als vierzehn Jahrhunderte Geschichte, 1,3 Milliarden Menschen und eine enorm vielfältige religiöse und kulturelle Tradition. Islam wörtlich übersetzt meint "Hingabe", "Unterwerfung" oder auch "Sich-Gott-Ergeben" und kommt von der Wurzel Salam, die u.a. "Frieden" und "Ergebung in Gottes Willen" bedeutet. Vom selben Wortstamm abgeleitet ist Muslim: "der sich Ergebende". Islam heißt also Frieden halten mit Gott, eine Lebensweise des Einzelnen und der Gemeinschaft im Rahmen der von Gott offenbarten Regeln. Der Islam ist in seinen Idealen auch eine Religion des Friedens. Große Teile der Menschheit haben über die Jahrhunderte hinweg in ihr Orientierung für ihr Leben gefunden. Der Islam ist eine monotheistische Weltreligion mit über 1,3 Mrd. Anhängern.3) Er ist nach dem Christentum entstanden und versteht sich wie dieses als eine universale Religion mit einem Wahrheitsanspruch, der sich potentiell an jeden Menschen richtet. Ein Wesenszug des Monotheismus ist der Alleinvertretungsanspruch; Monotheisten erklären alle anderen - einschließlich anderer Monotheisten - zu Ungläubigen. Die historischen Ursprünge des Islam finden sich im Leben eines Mannes mit dem Namen Mohammed, geboren um 570 n. Chr. in der Stadt Mekka im heutigen Saudi-Arabien und verstorben 632 n. Chr. in der nahe gelegenen Stadt Medina. Der Islam ist insofern ein Sonderfall in der Religionsgeschichte, als sein menschlicher Begründer, der Prophet Mohammed, gleichzeitig Staatsmann und als solcher auch Militärführer war. Buddha und Jesus waren umherziehende Wanderprediger, die selbst wenig oder keinerlei Bezug zur Politik ihrer Länder hatten. Auch die alttestamentlichen Propheten waren äußerstenfalls Berater von Königen und Heerführern, aber sie zogen in aller Regel nicht selbst in den Krieg. Mohammed sah sich selbst als Fortsetzer und Vollender einer langen Reihe von monotheistischen Propheten, zu denen auch die jüdischen Propheten und Christus gehören. Dennoch wendet sich Mohammed in seiner Verkündung, wie sie der Koran überliefert, auch gegen Judentum und Christentum. Aus der Sicht des Koran haben beide, Juden und Christen, die auf Moses und Jesus von Gott (arabisch Allah) selbst herab gesandten Heiligen Schriften verfälscht, was den Text oder aber zumindest was dessen authentische Bedeutung angeht. Es gibt somit zwischen Islam, Christentum und Judentum sowohl Gemeinsamkeiten als auch Gegensätzliches. Als Mohammed gegen 570 n. Chr. in Mekka im Klan der Haschim vom Stamm der Kuraischiten geboren wurde, siedelten auf der arabischen Halbinsel Nomaden, Halbnomaden und sesshaft gewordene arabische Stämme. Die Kuraischiten waren bereits um etwa 500 n. Chr. in Mekka sesshaft geworden. Mekka lag am Kreuzungspunkt mehrerer Karawanenstraßen und beherbergte offenbar schon sehr lange ein vorislamisches, polytheistisches Heiligtum: die Kaaba, einen Tempel, in dessen südwestlicher Außenwandecke ein Meteorit, der heilige schwarze Stein, eingemauert war und der den Mittelpunkt eine riesigen Wallfahrtsbewegung bildete. Diese zu bestimmten Zeiten abgehaltenen Wallfahrten brachten der reichen Handelsstadt Mekka durch Messen und Märkte wirtschaftliche Vorteile; hier trafen sich im Schutze der heiligen Monate, in denen Kampf und Mord verboten waren, Vertreter aller arabischen Stämme. Südarabien, durch seinen Reichtum berühmt, hatte zur Zeit, als Mohammed geboren wurde, seine Glanzperioden hinter sich. Es war noch ein Gebiet magisch-kultischer Stammesreligionen, in dem sich zahlreiche Heiligtümer befanden: Bäume, Grotten und vor allem Steine wurden für heilig und machtgeladen gehalten. Die arabische Gesellschaft setzte sich ursprünglich aus Nomadenstämmen zusammen, deren Stammesrivalitäten in altarabischer Zeit Blutrache und Überfälle in den großen Wüstengebieten nach sich gezogen hatten. Neben den heidnischen Arabern lebten zu dieser Zeit auch schon christliche arabische Stämme und jüdische Familien auf der Halbinsel. Bild 3: Die WeltreligionenDie überkommene Gesellschaftsordnung der Stämme auf der arabischen Halbinsel war im 6. Jahrhundert in eine Krise geraten. Das Stammeseigentum ging immer mehr über in das Eigentum einzelner Sippen und Familien, wodurch soziale Unterschiede wuchsen. Diese fortschreitende soziale Differenzierung zerstörte die ursprünglichen Ideale des Beduinentums - Stammessolidarität, Freiheit, Tapferkeit. Proteste wurden laut gegen das wachsende Unrecht. Der weithin zur leeren Formel erstarrte Polytheismus verlor an Attraktivität, zumal jüdische und christliche Gemeinden mit ihrem Monotheismus dem Bedürfnis nach stammesübergreifenden Gemeinwesen ein positives Beispiel gaben. Hanifen ("Gottsucher" , die als asketische Einsiedler in der Wüste lebten, vertraten den Glauben an einen einzigen Gott. Mohammeds Vater starb, als dieser noch nicht geboren war. Mohammed war gerade erst sechs, als auch seine Mutter verstarb. So wuchs Mohammed zunächst unter der Obhut seines Großvaters auf. Dieser starb, als der Junge acht Jahre alt war, und einer von Mohammeds beiden Onkel väterlicherseits, Abu Talib, übernahm seine Erziehung und nahm ihn auch immer wieder auf Geschäftsreisen mit. Mohammed lebte in Mekka, bis er nach dem 20. Lebensjahr für eine wohlhabende Witwe namens Hakhiga zu arbeiten begann, die ihn als Karawanenführer u.a. nach Syrien schickte. Mit 25 Jahren heiratete er die damals 40-jährige Witwe und bewahrte ihr immer eine tiefe Zuneigung: Solange sie lebte, nahm er keine andere Gattin. Sie schenkte ihm sieben Kinder, von denen nur eine Tochter, Fatima, überlebte und selbst Nachkommen hatte. Als Karawanenführer dürfte Mohammed sowohl Juden als auch Christen kennen gelernt und somit Kenntnisse über ihren von den arabisch-vorislamischen Vorstellungen völlig abweichenden Glauben erworben haben. Mohammed begab sich schon früh auf die Suche nach Gott, zog sich in die Einsamkeit der Berge und der Wüste zurück, meditierte in Höhlen und mit 40 Jahren, also im Jahre 610 n. Chr., setzte seine prophetische Sendung - die Offenbarung des Koran - ein. "Die Wahrheit" kam schmerzlich über ihn, der nach Ansicht vieler Islamforscher ein Analphabet war. Seine prophetische Sendung begann im Traum. Sie erging auf einer Berghöhe (Hira) in der Nähe von Mekka, wohin er sich zurückzuziehen pflegte, an ihn. In einer Höhle, so ist überliefert, stand eines Nachts plötzlich eine geheimnisvolle Gestalt bei ihm. Der Engel Gabriel, den er vor sich sah, packte ihn mit aller Kraft und schnürte ihm die Luft ab, als er auf dessen Worte nicht reagieret: "Trage vor im Namen deines Herrn!" Noch einmal würgte der Engel ihn und forderte: "Trag vor!" Endlich glaubte Mohammed begriffen zu haben - er sollte die ihm vorgebeteten Worte rezitieren und sich für alle Zeiten merken: Die Lehre von Gott, der ihn als seinen Gesandten dazu bestimmt habe, die Mitmenschen von ihrem heidnischen, egoistischen und unbarmherzigen Leben abzubringen, damit ihnen nicht am Tage des Jüngsten Gerichts "eine auseinander klaffende Erde, lodernde Feuer" und weitere Höllenqualen drohten. Ein Gedanke beherrscht die ersten Verkündigungen Mohammeds: das nahende Endgericht. In jagenden kurzen Zeilen klingender Reimprosa, in sich überstürzenden Bildern wird das Hereinbrechen der Stunde, des Tages der Abrechnung, der Auferstehung angekündigt. Diese Offenbarung, die in Mekka begann und sich später in Medina fortsetzte, war die Geburtsstunde des Islam. Mohammed trat aus der Höhle und hörte, wie eine Stimme ihn als den Gesandten Allahs grüßte. Als er die Stimme Allahs zum erstenmal hörte, war er anfänglich in Sorge, das Opfer eines teuflischen Betruges zu sein; doch allmählich wuchs der Glaube an die Echtheit der Offenbarung. Durch die Vermittlung des Erzengels Gabriel wurde also der Koran offenbart, wobei die Sure 96 als die erste der Offenbarungen gilt. Mohammed galt als Träumer. Seiner Sendung war er sich anfangs keinesfalls sicher. Nur seiner Frau und wenigen Vertrauten erzählte er von den Offenbarungen, die ihm fortan in unregelmäßigen Abständen zuteil wurden. Nach drei Jahren erhielt er vom Engel Gabriel den Befehl zur offenen Verkündung: "Wenn du es nicht verkündest, hast du deine Sendung nicht erfüllt." Im Trancezustand empfing er weitere Fragmente des Korans. Gegen 613 begann er zu predigen, in kurzen, angstvollen, erregten Sätzen, die ganz von dem Gedanken an den göttlichen Zorn und das nahe Gericht erfüllt waren. Er predigte gegen Diebstahl und Verleumdung, von der sozialen Verpflichtung des Eigentums, dem pfleglichen Umgang mit Frauen, gegen Wucherzins, Glücksspiel und Alkohol, gegen Ehebruch und Mord an Kindern, die man nicht ernähren zu können glaubte, und für das Körperwaschen nach dem Sex. Aber Mohammed war nicht nur der Androher und Ermahner, sondern auch der Verkünder froher Botschaft: Der Fromme, welcher Gottes Befehlen gemäß lebt, wird ins Paradies eingehen, wo Bäche von Milch und Honig in kühlen, duftenden Gärten fließen und jungfräuliche Geliebte ihn erwarten. Auch Frauen und Kinder haben an der Paradiesseligkeit teil. Handelte es sich in Mekka zumeist um eschatologische Themen vom Jüngsten Gericht, so richteten sich die späteren Medina-Botschaften vor allem auf das diesseitige Leben. Oft bezogen sich Mohammeds vom Himmel diktierte Eingebungen auf tagespolitische Ereignisse. Er fand glühende Anhänger unter seinen nächsten Angehörigen, darunter seine Frau Hakhiga und seinen jungen Vetter Ali; dazu kamen Freigelassene fremder Herkunft, junge Leute und solche, die sich in schwierigen und bedrückenden Lebensumständen befanden. Als Mohammed in der Folge in Mekka zu predigen begann, brachten ihm die Kuraischiten vorerst wohl Interesse entgegen, als er jedoch sein Volk zu warnen begann, zur "Umkehr" und der Aufgabe ihres Kultes aufrief und es zur bedingungslosen Unterwerfung unter den einen, einzigen Gott aufforderte, musste Mohammed zwangsläufig von den Kuraischiten als Feind betrachtet werden. Er stellte nicht nur die althergebrachten Stammes- und Familienstrukturen in Frage, sondern auch die Grundlagen des Kuraischitischen Wohlstandes. Mohammed wurde also in seiner sehr oligarchisch geprägten Heimatstadt Mekka von seinem eigenen Stamm verspottet, bekämpft und verfolgt, weil er eine echte Revolution gegen die Interessen der Kuraischiten auf mehreren Gebieten entfachte: religiös, da er eine neue Religion verkündete, die alle heidnischen, polytheistischen Religionen ersetzen und die jüdische und christliche berichtigen sollte; politisch, weil eine neue Ordnung etabliert werden sollte, die den Stamm durch eine islamische Gemeinde ersetzen sollte, in der zunächst die Araber (also die Halbinsel) vereinigt werden sollten; wirtschaftlich, weil der Islam auch hier die staatliche und gesellschaftliche Entwicklung bestimmen wollte, wobei eine größere Gerechtigkeit als im alten System angestrebt wurde. Nach dem Tod seines Ersatzvaters Abu Talib und seiner Frau Hakhiga im Jahr 619, entschloss sich Mohammed am 16. Juli 622, mit einer kleinen Schar von Anhängern und Getreuen aus Mekka zu fliehen und einem Ruf jüdischer und arabischer Stämme der Stadt ("medina" Yathrib (später Medina) zu folgen, wo er als Friedensstifter agieren sollte (Hedschra, Beginn der islamischen Zeitrechnung). Mohammed war 52, als er seiner Stadt den Rücken kehrte: Ein Prophet, der in seiner Heimat nichts galt. Ein Gescheiterter, der zwei Drittel seines Lebens hinter sich hatte und nicht viel mehr als einige Dutzend Anhänger um sich scharen konnte, die an ihn glaubten. Dass er in dieser Situation nicht an seiner Botschaft verzweifelte und aufgab, grenzt für den Ungläubigen an ein Wunder. In Medina gab es zu dieser Zeit nicht nur einen, sondern fünf Stämme, die sich gegenseitig befehdeten. Es gab deshalb auch keine oberste politische Instanz und keine Ratsversammlung der Oberen wie in Mekka. Das Erste, was Mohammed in Medina demonstrierte, war das Integrationspotential seiner Offenbarung, da er an Stelle genealogischer Gemeinschaften eine religiöse Vergemeinschaftung verkündete. Deren Nutzen wurde allmählich von den Medinensern erkannt, denn schon nach wenigen Jahren entstand ein Bündnisvertrag (die sogenannte "Konstitution von Medina" , der die Muslime Medinas und die Zuwanderer aus Mekka zu einer religiös begründeten Gemeinschaft, der "Umma", zusammenschloss. Bald aber ging Mohammed einen Schritt weiter, denn nun forderte er in Medina Gehorsam gegen Gott und seinen Gesandten: "Und gehorchet Gott und seinem Gesandten und streitet euch nicht" (Sure 8 Vers 46, 47, 33). Da die Medinenser dieser Aufforderung Folge leisteten, hatte Mohammed sein Ziel erreicht: Er hatte einen staatsbildenden, dritten Monotheismus begründet und eine welthistorische Revolution eingeleitet. Diese Revolution war alleine das Werk Mohammeds mit seiner großen Ausstrahlungskraft. Er konnte sie aber dennoch nur realisieren, weil seine Botschaft mit ihrem Friedensappell ("Streitet euch nicht" Sinn stiftete in einer nicht funktionierenden Gesellschaft, die sich aus verschiedenen genealogischen Gemeinschaften zusammensetzte. In dieser Phase entsprach die Umma, die islamische Gemeinde, durchaus einer Theokratie, einer Gottesherrschaft. Als Prophet Gottes sorgte Mohammed dafür, dass der göttliche Wille auf Erden befolgt wurde. Dennoch, oder gerade deswegen, finden sich im Koran keine klaren Aussagen darüber, wie die Umma politisch organisiert werden sollte. Er geht über vage Anweisungen nicht hinaus. So werden die Gläubigen etwa an einer Stelle dazu aufgerufen, sich vor wichtigen Entscheidungen untereinander zu beraten. Dieses Prinzip, auf arabisch schura, nehmen reformorientierte Muslime heute als Beleg dafür, dass demokratische Elemente bereits im Koran angelegt und deswegen mit dem Islam vereinbar seien. Von nun an nahm Mohammed in Medina die Stellung eines Staatsoberhauptes im Kleinen ein. Für den Religions-Stifter begann eine Zeit des Aufbaus seines neuen Reiches. Es ging Mohammed neben der Erfüllung seiner religiösen Aufgabe vor allem darum, für seine Emigrationsgefährten, die Muhadschirun (die Auswanderer) und seine neuen Verbündeten von Yatrib, die Ansar, ein gemeinsames Leben in gutem Einverständnis zu sichern und eine Einheit des Glaubens zu schaffen: Er betrachtete die ihm zuteil gewordene Offenbarung als Vollendung derjenigen, mit der Gott einst Moses und vor ihm Abraham, den gemeinsamen Ahnherrn der Juden und Araber, begnadet hatte. Nichtmuslime vermögen leicht einzusehen, dass die trotz aller Verschiedenheit bestehenden Gemeinsamkeiten zwischen dem Koran und dem Alten Testament auf die Gespräche zurückgehen, die Mohammed und seine Freunde mit den Juden Medinas geführt haben. Äußeres Zeichen für die zunächst bestehende Nähe dieser dritten "Buchreligion" zu ihren Vorgängern war die von Mohammed zu Anfang angeordnete Ausrichtung beim Gebet nach Jerusalem. Noch die erste Moschee in Medina war mit der Stirnseite nach Jerusalem ausgerichtet, wohin sich die Gläubigen auch verneigten. Aber weil Mohammed von den Juden nicht als Prophet anerkannt und seine Lehren nicht akzeptiert wurden, kam es zum Bruch. Mohammed unterstellte jedoch Juden und Christen eine Verfälschung der Heiligen Schriften durch spätere Generationen. Sie hätten dort nach eigenem Gutdünken Texte eingefügt oder entfernt. Er gab die koranische Version des biblischen Stoffes als allein authentisch aus, proklamierte eine neue, von ihren Vorläufern losgelöste, verselbstständigte Religion und veränderte die Gebetsrichtung in Richtung Mekka. Den Juden warf Mohammed vor, Jesus als einen Propheten Gottes abzulehnen, damit würden sie einen gewichtigen Teil der Wahrheit unterschlagen. Die Christen wiederum würden Jesus zu einem "Sohn Gottes" machen und außerdem noch den "Heiligen Geist" zu einer dritten Erscheinungsform des Göttlichen erklären. Gott aber in drei Formen, dies sei der erste Schritt zur Vielgötterei. Mohammed beanspruchte auch den Stammvater Abraham ganz für sich, indem er ihn zum Ur-Muslim erklärte. Er behauptete, Abraham habe einst den schwarzen Stein in die Kaaba von Mekka gebracht und dort gebetet. Abrahams Name wird in 25 der 114 Koran-Suren erwähnt. Der Koran gebietet den Muslimen, dem Glauben Abrahams zu folgen: "... Abraham war weder Jude noch Christ, doch er war fest im Glauben und er war kein Götzendiener." Damit erhebt Mohammed den Islam nicht nur zur Vollendung, sondern zum Ursprung aller monotheistischen Religionen. Eine weitere Aufgabe, die Mohammed zu lösen hatte, bestand darin, das materielle Leben der Gemeinschaft zu sichern und sie moralisch im Kampf zusammenzuschweißen. Auch galt es, den Kuraischiten, welche die Bildung der feindlichen Zelle in Medina beunruhigte, so lange Widerstand zu leisten, bis sie in den neuen Staat eingefügt werden konnten. Die kriegerischen Zwischenfälle, von denen die Überlieferung so gern eingehend berichtet, setzten einerseits die alte Gewohnheit der Stammeskämpfe und Beutezüge fort, leiteten aber zugleich den Dschihad, den "Heiligen Krieg" der kommenden Zeit ein. Im Jahre 630 schließlich konnte Mohammed nach Mekka zurückkehren. Der alte Kult wurde abgeschafft, die Götzen in der Kaaba zerstört, die Kuraischiten unterwarfen sich, aber es gab keine Vergeltungsmaßnahmen. In Mekka hielt er auch seine letzte Rede, denn, kaum nach Medina zurückgekommen, erkrankte er und starb (632 n. Chr.). Solange Mohammed lebte, wurden die Probleme von ihm selbst gelöst, das betraf sowohl die Religion als auch die Politik, Gesellschaft usw. So waren bereits in dieser frühen Phase Religionsgemeinschaft (arab. umma) und Staat prinzipiell eins. Deshalb wurde keine gesonderte Institution, keine Kirche, gegründet und diese Umstände führten auch dazu, dass der Islam - wie das Judentum, aber im Unterschied zum Christentum - eine Gesetzesreligion wurde: Alle Regelungen, die der Prophet als Staatsoberhaupt zu treffen hatte, galten von Anfang an als heilig und wurden so zu ewig gültigen, unabänderlichen Normen. Dadurch ist der Islam deutlich mehr als andere Religionen - er ist auch der Entwurf einer Gesellschaftsordnung. Im Islam fehlt die Trennung zwischen Religion und weltlicher Macht von Anbeginn: Während christliche Gesellschaften über Jahrhunderte hinweg ganz selbstverständlich akzeptierten, dass es zwei Autoritäten gab, Gottes Stellvertreter und den Kaiser, war Mohammed von Anafang an Interpret des wahren Glaubens und weltlicher Herrscher in einem. Eine Trennung von Staat und Kirche ist zumindest im Ur-Islam undenkbar. Der Kaufmannssohn feierte bereits zu Lebzeiten große militärische und politische Erfolge. Er schuf in Medina ein neues Gemeinwesen und eroberte dann auch seine Heimatstadt Mekka, aus der er hatte fliehen müssen. Er kommandierte Armeen, erhob Steuern, übte Rechte aus. Als er 632 verstarb, umfasste seine Gemeinschaft rund 104.000 Mitglieder. Der Werdegang des Propheten Mohammed vollzog sich also in zwei Phasen. In der ersten Phase, in den Jahren, die er in seiner Geburtsstadt Mekka (570-622 n. Chr.) verbrachte, stand er in Opposition zu den heidnischen Herrschern. In der zweiten Phase, nach seinem Umzug von Mekka nach Medina (622-632), war er der Herrscher der Gemeinschaft. Diese beiden Phasen, die des Widerstands und die der Herrschaft, spiegeln sich im Koran wieder, in dem die Gläubigen in unterschiedlichen Versen und Suren einmal dazu angehalten werden, Gottes Stellvertreter auf Erden zu gehorchen, und dann wieder dazu, dem Pharao - Sinnbild des ungerechten und tyrannischen Herrschers - den Gehorsam zu verweigern. Es ist für uns heute schwierig, einen Mann richtig zu beurteilen, der Stifter einer großen Religion wurde und doch zugleich tief in seiner Zeit verwurzelt war. Für den wahrhaft gläubigen Muslim ist er der Prophet Allahs, der Mittler, der dazu ausersehen war, den Menschen die Offenbarung zu bringen. Auch als Nichtmuslim muss man in diesem Mann eine überragende Persönlichkeit sehen, die mit der Kraft der Leidenschaft und mit unbestreitbarer Aufrichtigkeit das moralische und geistige Niveau der Menschen seines Lebenskreises zu heben suchte und die es verstand, ihre Botschaft dem Charakter und den Überlieferungen dieser Menschen mit so viel Verständnis und politischem Talent anzupassen, dass sie Lebenskraft gewann. Bild 4: Das Reich des Islam
Im Islam sind die sogenannten "vier Rechtsquellen" maßgeblich: Koran, Sunna, übereinstimmende Meinung der Rechtsgelehrten (Konsens) und Analogieschluss.Der Koran Der Koran ist das heilige Buch, Grundlage und Stiftungsurkunde des Islam. Das arabische Wort "Qu\ran" bedeutet etwa "Lesung/Rezitation/Vortragstext". Der Koran ist also Vortrag, vorgetragene Lesung. Nach islamischer Vorstellung handelt es sich dabei um das dem Propheten Mohammed zwischen 610 und 632 teils in Mekka, teils in Medina offenbarte Wort Gottes, das durch den Erzengel Gabriel übermittelt wurde. Alljährlich rief sich der Prophet den Wortlaut und die Reihenfolge der offenbarten Verse im Monat Ramadan erneut ins Gedächtnis, indem er sie vor dem Engel Gabriel noch einmal rezitierte. In dem Jahr, in dem er starb, rezitierte Mohammed den gesamten Koran sogar zweimal.Zu Lebzeiten Mohammeds pflegten seine Begleiter die verkündeten Offenbarungen auswendig zu lernen oder auch schriftlich festzuhalten. Ausnahmslos alle Gefährten des Propheten kannten zumindest Teile des Korans, da diese während der gemeinsamen Gebete ständig rezitiert wurden. Da Mohammed weder lesen noch schreiben konnte, diktierte er die Offenbarungen an insgesamt 43 Sekretäre, die teils auf Stein, teils auf Holz, auf Leder oder auch Papyrusblätter schrieben. Zur Zeit des ersten Kalifen Abu Bakr wurden die einzelnen Suren gesammelt, geordnet und in die abschließende Form eines Buches gebracht. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Suren an unterschiedlichen Orten untergebracht. Der dritte Kalif Otman ließ den Koran sieben Mal vervielfältigen und in die Zentren des Islam schicken. Zwei der Orginalausgaben befinden sich heute in Istanbul und in Taschkent.Der Koran ist in arabischer Sprache verfasst und besteht aus 114 Suren. Die meisten Suren (92 von 114) wurden in Mekka geoffenbart. Sie sind kurz, scharfsinnig, ja feurig und voll prophetischen Gedankengutes, Ausdruck der kämpferischen Zeit Mohammeds in seiner Vaterstadt. Thematisch zielen sie in ihrer Mehrheit darauf, die Sendung des Propheten zu bestätigen und die Gegner durch Bilder der Furcht zu überzeugen: von der Einzigkeit Allahs, seinen Attributen oder Eigenschaften, den moralischen Pflichten des Menschen und schließlich der Belohnung oder Bestrafung am Jüngsten Tag. Die restlichen 22 Suren, in Medina unter anderen Verhältnissen geoffenbart, sind Ausdruck des Siegers und Gesetzgebers, daher ihre Länge, die ungefähr die Hälfte des Korans ausmacht. Sie enthalten die verschiedenen islamischen Gesetze (oder deren Grundlagen) über Gebete, Fasten und Wallfahrt sowie Gebote und Verbote für alle Bereiche des Erdenlebens, die von Bedeutung waren. Die Offenbarungen, die über einen Zeitraum von 22 Jahren erfolgten, lassen sich historisch gliedern, was manche Aussagen widersprüchlich erscheinen lässt aufgrund der divergierenden Schwerpunkte. Diese widersprüchliche Haltung ist vermutlich auf den Unterschied im Sozialgefüge zwischen Mekka und Medina zurückzuführen und sorgt bis heute für Dispute und voneinander abweichende Interpretationen.Die Vielfalt möglicher Interpretationen wurde in der islamischen Theologiegeschichte zumeist als göttliche Gnade und Beleg für den inneren Reichtum der Offenbarung empfunden. Die Anordnung der Suren, mit Ausnahme der ersten Sure, erfolgt einfach nach ihrer Länge: Sure 2 ist die längste, Sure 114 die kürzeste7). Die Suren sind in Reimprosa abgefasst und stellen das älteste arabische Prosawerk dar. Sie decken den gesamten Lebensbereich im Islam ab und sind allein aus diesem Grund auch politisch zu verstehen. Von den 6.236 Versen (mit 77.437 Wörtern) des Korans beinhalten etwa 500 rechtliche Regelungen in den unterschiedlichsten Rechtsbereichen. Allah kommt im Koran 2.685 mal vor. Er besitzt 99 Eigenschaften, in der Theologie Attribute genannt, an die die 99 muslimischen Rosenkranzkügelchen erinnern.Der Koran gilt als unnachahmliches, übermenschliches Meisterwerk. Als besondere Leistung gilt es, den Koran in Koranschulen auswendig zu lernen, wobei es weniger darauf ankommt, den Inhalt zu verstehen, als die arabischen Laute, die Gottes Wort sind, auswendig zu können. Übersetzungen gibt es lediglich als Verdeutlichung, da Arabisch als Gottes Sprache gilt, weil Gott sich Mohammed auf Arabisch offenbart hat. Der Koran existierte lange Zeit nur in Arabisch, wodurch die arabische Sprache erst ihre weltweite Verbreitung fand. Arabisch bietet aber auch einen politischen Sprachschatz, der zur Abgrenzung gegenüber westlichem Dominanzstreben genutzt werden kann.Was zu Lebzeiten Mohammeds noch ständige Erklärung und Anpassung an die wechselnden äußeren Umstände erfahren konnte, wurde nach seinem Tod als unabänderlich anerkannt, seiner Auslegung nur ein begrenzter Spielraum zugestanden. Die wichtigste Konsequenz für einen Muslim aus dem Koran als Wort Gottes ist, dass Gott und nur er - nicht etwa Mohammed oder ein anderer - der eigentliche Gesetzgeber ist, der prinzipiell mit seinen Anweisungen nichts im Leben unbeeinflusst lässt. Dadurch ist eine Trennung von Religion und täglichem Leben nicht möglich, im Gegenteil zu westlichen Vorstellungen bilden im Islam Religion und Staat ("din wa daula" eine feste Einheit. Hieraus ergibt sich heute für islamische Fundamentalisten die logische Konsequenz der Wiedereinführung der Scharia, des islamischen Rechts, das infolge der Kolonialisierung im 19. Jahrhundert weitgehend durch europäische Codici abgelöst worden war. Da der Islam der Ausdruck des Willen Gottes, also der einzigen Wahrheit ist, die nicht diskutiert werden kann, kann sich kein Muslim außerhalb dieser Wahrheit stellen. Wer vom Glauben abfällt oder sich als Atheist bekennt, liefert sich dem Prinzip des "ridat" aus, d. h. es ist nicht nur erlaubt, sondern geboten, denjenigen umzubringen. Die gegen Schriftsteller wie Salman Rushdie und Nagib Machfuz ausgesprochenen Todesurteile sind Konsequenzen solcher rigoroser Schriftauslegung. Die Sunna / die Hadithe Neben dem Koran sind die Hadithe der zweite Grundlagentext der islamischen Religion. Zwischen den beiden Schriften besteht insofern ein grundsätzlicher Unterschied, als der Koran laut der orthodoxen Glaubenslehre das authentische Gotteswort ist, das durch den Erzengel Gabriel dem Propheten offenbart wurde. Die Hadithe dagegen sind nicht Gottes, sondern Mohammeds Aussprüche und Taten. Da aber der Prophet nach Auffassung der Theologen in allem unfehlbar war, was seine religiöse Sendung betraf, konnte sein Reden und Tun als direkt von Gott geleitet gelten. Ein Hadith ist demzufolge der Ausdruck des göttlichen Willens, der sich entweder in einer Handlung oder einem Ausspruch des Propheten selbst manifestiert oder aber in einer Handlung oder Aussage, die seine Zustimmung fand. Weil die Hadithe nicht Gottes eigenes Wort repräsentieren, sind sie den Koranversen untergeordnet; doch gelten auch sie als eine Form der göttlichen Offenbarung und demzufolge als eine verbindliche Basis für die islamische Lehre und die Lebens- und Glaubenspraxis der Muslime. Tatsächlich ist der Großteil der diesbezüglichen Vorschriften aus den Hadithen und nicht aus dem Koran abgeleitet. Dieser vermittelt mehrheitlich die umfassenden Lehren über Gott, den Menschen und das Universum; deren detaillierte Übertragung auf die Lebenswelt jedoch findet sich in den Hadithen. So beschränkt sich der Koran auf die Erwähnung der Pflicht zum regelmäßigen Gebet; die Hadithe informieren über die genaue Art und Weise, wann und wie die Gebete zu verrichten sind.Die in den Hadithen entworfenen Glaubens- und Verhaltensregeln werden kollektiv als Sunna bezeichnet. Wörtlich bedeutet das arabische Wort "Weg", in übertragenem Sinn auch "Brauch". Im ersten Jahrhundert islamischer Zeitrechnung bezeichnete der Begriff die richtige Lebenspraxis der gesamten muslimischen Gemeinde, doch nach und nach verengte sich seine Bedeutung allein auf die exemplarische Lebensführung des Propheten; in diesem Sinn wird er auch heute verstanden. Vom 8. Jahrhundert an wurden diese Traditionen in Büchern zusammengestellt, nachdem Stücke vor allem auf Papyrus in sehr begrenztem Umfang schriftlich fixiert worden waren. Bis zu einer Million Hadithe zirkulieren in sechs kanonischen Büchern5): ein Sammelsurium von teilweise dubiosen Erzählungen und durchsichtig parteilichen Auslegungen von Mohammeds Worten.6) Rund 9.000 werden gemeinhin anerkannt, auch davon sind mit einiger Sicherheit viele Fälschungen und wurden in offen tendenziöser oder sektiererischer Absicht nachträglich verfasst. Doch als die Hadithe im 8. und 9. Jahrhundert niedergeschrieben wurden, war eine Unterscheidung in authentisches und untergeschobenes Material kaum mehr möglich. Deshalb versucht sich jeder Hadith selbst dadurch zu rechtfertigen, dass er die ganze Überlieferungskette (die Isnad) von Gewährsmännern bis zurück zum Propheten angibt. Dementsprechend besteht jeder einzelne Hadith aus zwei Teilen: der Überlieferungskette (A hörte von B, dieser von C, etc.) sowie dem eigentlichen Text. Die als echt anerkannten Überlieferungen der Sunna werden in drei Gruppen eingeteilt: · Die echten authentischen: ursprünglich in ununterbrochener Tradition weitergegebenen Überlieferungen. Sie begründen verbindliche Rechtsnormen, denn die Rechtsgutachten von Muslimen, die den Propheten Mohammed selber noch befragen konnten, sind besonders wertvoll. · Die schönen: zwar später allgemein bekannte, zunächst aber nicht in ununterbrochener Tradition weitergegebene Überlieferungen. Sie begründen wegen des Bruchs in der Tradition keine verbindlichen Rechtsnormen. · Die schwachen: nur von einzelnen Gewährsmännern weitergegebenen Überlieferungen. Sie begründen unter genereller Anerkennung als Auslegungsregel eine gegenüber der zweiten und erst recht der ersten Gruppe nur abgeschwächte gewisse Wahrscheinlichkeit. Der Konsens Der Konsens bezeichnet die Übereinstimmung der Rechtsgelehrten, die nach dem Tode von Mohammed bei der Feststellung einer bestimmten praktischen Rechtsvorschrift zum Tragen kommt. Die Mehrheit der sachkundigen und kompetenten Gelehrten schreibt der Übereinstimmung einen bindenden und verpflichtenden Charakter zu. Die Gelehrten berufen sich dabei auf die überlieferten Aussagen und Handlungen des Propheten. Auch der Koran (Sure 4,59-83) betont den hohen Stellenwert der Gemeinschaft und bestätigt somit die fundamentale Wichtigkeit der übereinstimmenden Meinung qualifizierter Gelehrter. Der Analogieschluss Der Analogieschluss ist das System analoger Deduktionen auf der Grundlage von Koran, Sunna und übereinstimmender Meinung der sachkundigen Rechtsgelehrten. Die Analogie führt dadurch zur Festlegung der anzuwendenden Rechtsnorm, dass sie in den Grundlagen des Gesetzes Vorschriften oder Entscheidungen ausfindig macht, die eine Ähnlichkeit mit dem vorliegenden Fall aufweisen und damit ihre Anwendbarkeit im vorliegenden Fall rechtfertigen. Gebet Vor dem rituellen Gebet reinigen sich die Muslime durch rituelle Waschungen. Zudem müssen sie dafür sorgen, dass ihre Kleider und der Ort, an dem sie beten, ebenfalls sauber sind. Der Gläubige wendet sich gen Mekka (1) und richtet seine Gedanken auf die nun erfolgende Zwiesprache mit Gott. Er hebt beide Hände neben den Kopf (2) und spricht "Allahu akbar" - Gott ist groß. Nun legt er die Hände vor dem Bauch zusammen (3) und rezitiert die erste Sure des Koran (die fatiha), die mit der basmala beginnt: "Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes". Danach spricht er leise noch eine weitere Sure des Koran, zumeist die 112. Die Handhaltung der Frauen weicht bei (2) und (3) geringfügig von jener der Männer ab. Der Gläubige verneigt sich. Die Handflächen berühren dabei seine Beine etwas oberhalb der Knie (4) und er spricht abermals "Allahu akbar" sowie dreimal "Ruhm und Preis meinem Gott, dem Allmächtigen". Danach richtet er sich wieder auf sagt: "Möge Gott den hören, der ihn preist. Dir, mein Herr, die Lobpreisungen". Der Gläubige lässt sich mit einem erneuten "Allahu akbar" auf die Knie nieder (5), berührt mit der Stirn den Boden und spricht: "Ruhm sei Gott, dem Höchsten". Er setzt sich auf der Fersen (6) und spricht abermals "Allahu akbar", dann: "Mein Gott, vergib mir, erbarme dich meiner". Dann berührt er wieder mit der Stirn den Boden. Damit ist ein Gebetsabschnitt (rakaa) abgeschlossen, und der Gläubige verharrt auf den Fersen sitzend. Bevor er eine zweite rakaa beginnt, zitiert er erneut die erste Sure. Je nach Tageszeit bestehen die Gebete aus zwei bis vier Abschnitten. Am Ende der Zwiesprache mit Gott spricht der Gläubige dass Bezeugungsgebet, das mit den Worten endet: "Es gibt keinen Gott außer Gott; und ich bezeuge, dass Mohammed der Gesandt Gottes ist". Abschließend entbietet der Betende einen Gruß nach recht und links (7): "El-salam alleikum!" - Der Friede sei mit euch und die Barmherzigkeit Gottes. Mit dieser Geste zeigt der Gläubige, dass er Teil der muslimischen Gemeinde ist. Bild 5: Das GebetDie Scharia Im Islam umfasst die Scharia die das Leben eines Gläubigen bestimmenden Gesetze und Regelungen. Da der Koran von den Gläubigen fordert, in allen Bereichen des Alltags dem Wort Gottes zu folgen, kennt der Islam keine Trennung zwischen religiösem und weltlichem Recht: Die Scharia umfasst über 52 Bereiche der unterschiedlichsten Art - von den Riten über Reiten und Bogenschießen zu den Rechtsgebieten u.a. des Familien-, Erbschafts-, Wirtschafts-, Verwaltungs-, Straf- oder Prozessrechts. Das Strafrecht bildet also nur einen dieser 52 Bereiche. Von daher kann man das Strafrecht der Scharia als gewichtigen, nicht aber als abschließenden Maßstab für die Bewertung der Scharia nehmen, obwohl vom Umfang der strafrechtlichen Regelungen her dieses Gebiet rund drei Fünftel des islamischen Gesetzes ausmacht.Grundlage der Scharia sind zuvorderst der Koran und die Sunna, die Lebenspraxis des Propheten. In allen strittigen Fragen, in denen diese Quellen keine Lösung bieten, gilt die Übereinstimmung der Rechtsgelehrten (idschmâ) als maßgeblich. Als vierte Grundlage dient der Analogieschluss (qiyâs), der auf den ersten drei Grundlagen beruht.Die Scharia ist das arabische Wort für "der deutliche, gebahnte Weg" (zur Tränke), ist der Sammelbegriff für islamische Lebensregeln, religiöse Pflichten und das religiös begründete, auf Offenbarung zurückgeführte Recht des Islam. Es regelt nicht nur Rechtsfragen, z. B. Ehe- oder Strafrecht, sondern beinhaltet auch Kultvorschriften, Normen der Sozialethik und stellt somit eine umfassende Lebensordnung dar. Strafmündig ist im Islam jeder, der geschlechtsreif ist: Mädchen sind es mit neun, Jungen mit 15 Jahren. Mit der Neugründung islamischer Nationalstaaten hat sich fast überall ein modernes Zivil- und Strafrecht gegenüber der Scharia durchgesetzt, jedoch wird sie in vielen Staaten auch heute noch in vielen Bereichen des öffentlichen Rechts angewandt. Neben dem Iran greifen unter anderem auch Mauretanien, Pakistan, der Sudan, Saudi-Arabien, der Jemen, Afghanistan und seit 1999 zwölf von 36 Provinzen Nigerias auf das islamische Rechtssystem zurück.Was das islamische Recht im Einzelnen beinhaltet, haben die Rechtsgelehrten herausgearbeitet und in jeweils nach Möglichkeit zusammenhängende Systeme gefasst. Die fünf wichtigsten Kategorien, mit denen diese Systeme menschliche Handlungen einteilen, sind: das zwingend gebotene oder verpflichtende Handeln (wadschib, mitunter auch fard), deren Unterlassung gerügt bzw. Bestraft wird, und zwar in der Regel im Jenseits; das empfohlene oder lobenswerte Handeln (mandub), die besondere Frömmigkeit und Gehorsam gegen Gott erkennen lässt und im Jenseits belohnt wird; Handlungen, die erlaubt und im Hinblick auf die sittliche Bewertung indifferent sind (mubah), Handlungen, die missbilligt und verabscheuenswert , aber rechtlich nicht verboten sind (makruh) und schließlich Handlungen, die verboten sind (haram) und die zur Bestrafung im Diesseits oder/und Jenseits führt. Haram meint alles, was Gott absolut verboten hat. Hierzu gehören: Diebstahl, Ungehorsam gegenüber den Eltern, Angriffe auf das Leben, die Ehre und das Eigentum anderer, Lügen, Betrug, Glückspiel, Genuss von Schweinefleisch, Blut, Alkohol. Es zieht Gottes Strafe im Jenseits und die gesetzliche Strafe im Diesseits nach sich. Alles, was nicht verboten ist und daher einer der anderen vier Kategorien zuzuordnen ist, wird auch als "erlaubt" (halal) bezeichnet. Zu den zwingend gebotenen Handlungen zählt vor allem die Praktizierung der fünf kultischen Pflichten.Die praktische Anwendung des islamischen Gesetzes im Leben obliegt den einzelnen Gläubigen und der Gemeinschaft. Von Amts wegen haben die Gesamtleiter der islamischen Gemeinschaft und die Richter die Aufgabe, das Gesetz zur Anwendung zu bringen. Ihnen steht als Beratungsinstanz der Rechtsgelehrte zur Seite. Die Fatwa Die Fatwa ist ein religiöses Rechtsgutachten, das auf Anfrage von einem islamischen Rechtsgelehrten ausgestellt wird und Antwort darauf geben soll, was im Islam Recht und was nicht Recht ist. Eine Fatwa kann nur abgeben, wer durch ein Studium in islamischer Theologie und Jurisprudenz qualifiziert ist. Diese so genannten Muftis sind hoch angesehen und gelten in der Bevölkerung als zuverlässige Gelehrte. Mehrheitlich sind sie Privatgelehrte, die unabhängig vom staatlichen Justizsystem wirken, deren Funktion aber vielfach eng mit dem staatlichen Justizsystem verknüpft ist. In der Theorie ist die Meinung der Muftis bindend, jedoch fehlen Institutionen, die diese Rechtsmeinung durchsetzen, weshalb sie des öfteren ignoriert werden. Für die Rechtssprechung hat eine Fatwa die Bedeutung eines Gesetzes, trägt allerdings nur empfehlenden Charakter, ist also nicht rechtsverbindlich und kann daher weder "verhängt" noch zwangsweise vollstreckt werden. Sie soll religiös relevantes Wissen vermitteln und in allen Lebenslagen Anleitung zu einer islamischen Lebensführung geben.Eine der bekanntesten Fatwas stammt von dem iranischen Revolutionsführer Ajatollah Ali Chomeini. In ihr wurden am 14. Februar 1989 alle Muslime zur Ermordung des Schriftstellers Salman Rushdie aufgefordert, da Chomeini Rushdies Roman "Die satanischen Verse" für blasphemisch befand und nach islamischem Recht Abtrünnige vom muslimischen Glauben dem Tode verfallen.Ein Beispiel ist die berüht/berüchtigte "Kamel- Fatwa" aus Hessen aus dem Jahr 2000 durch den Vorsitzenden der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen (IRH): Demnach sollen muslimische Mädchen und Frauen in Hessen nicht mehr an Klassen- oder Studienfahrten teilnehmen, die weiter als 81 Kilometer führen. "Eine mehrtägige Reise mit Übernachtung außerhalb der elterlichen/ehelichen Wohnung ist für muslimische Frauen ohne die Begleitung eines Mahram (enger männlicher Verwandter) nicht erlaubt und verstößt gegen islamisches Recht", befand Amir Zaida. Dabei beruft er sich auf den Propheten Mohammed, der bestimmt habe, dass eine Frau eine "Tages- und Nachtreise" nicht ohne Mahram zurücklegen dürfe. "Die Entfernung schätzen die islamischen Gelehrten heute auf ca. 81 Kilometer", heißt es in der Fatwa. Bei dieser Entfernungsangabe handelt es sich um die Strecke, die eine Kamel-Karawane zu Zeiten des Propheten innerhalb von 24 Stunden zurücklegen konnte. Konkret bedeutet dies aber auch, dass muslimische Frauen höchstens im näheren Umkreis arbeiten dürfen oder niemals allein Verwandte in einer entfernteren Stadt besuchen können. Der Dschihad (Jihad) Der Dschihad stellt einen im Koran und im Leben des Propheten unübersehbaren Auftrag dar. Gleichwohl bildet er, außer bei den Schiiten und einigen islamistischen Bewegungen, keine "sechste Säule des Islam". Nach dem klaren Schriftbefund im Koran heißt Dschihad an mehr als 80% der Fundstellen "einen Krieg um des Glaubens willen führen". Darüber hinaus rufen die Verse 5 und 29 der neunten Sure des Korans, die als zeitlich letzte und damit alle anderen interpretierende Sure gilt, dazu auf, die Ungläubigen aktiv zu bekämpfen und, falls sie sich nicht ergeben und Muslime werden, zu töten. Die Vorstellung, dass die im Glaubenskrieg Gefallenen - nach islamischer Terminologie Märtyrer - unmittelbar ins Paradies eingehen, ist schon im Koran enthalten (Sure 3, 169; 2, 14; 22,58).Dschihad heißt wörtlich "Anstrengung bei der Abwehr von etwas/jemanden" und übertragen das "Streben, der Kampf auf dem Pfad Gottes" und ist eines der am meisten missgedeuteten und missverstandenen Konzepte des Islam. Es schließt alle Taten ein, die entweder der Verteidigung des Islam oder der Förderung seiner Sache dienen. Man unterscheidet zwei Formen des Dschihad: den "größeren" (al-jihad al-akbar) und den "kleineren" (al-jihad al-asghar). Der größere Dschihad heißt auch Jihad al-nafs und bezeichnet den inneren, geistigen Kampf des Einzelnen gegen die niedrigen Regungen der eigenen Seele, gegen Laster, Leidenschaft und Unwissenheit. Diese Ansicht stützt sich auf ein Hadith, das allerdings in die sechs gemeinhin als kanonisch bezeichnete Sammlungen der Sunniten, die als zuverlässig gelten, keinen Eingang gefunden hat. Die meisten Muslime verstehen unter Dschihad den Einsatz für eine gute Sache. Jede Anstrengung wird als Dschihad bezeichnet, vor allem wenn damit Entbehrungen verbunden sind, wie etwa beim Universitätsstudium.Der kleinere Dschihad bezeichnet den "Heiligen Krieg" gegen Ungläubige. Voraussetzung für diesen Dschihad ist, dass Gläubige (das schließt Juden und Christen ein) an der Ausübung ihrer Religion gehindert werden. Also darf nicht jeder Krieg, nicht einmal jeder Verteidigungskrieg, als Dschihad bezeichnet werden. Da der Islam als die letzte, höchste und universalste der von Gott verliehenen Religionen gesehen wird, herrscht die Überzeugung vor, dass der Dschihad so lange geführt werden muss, bis sich alle Völker der Erde dem Islam unterwerfen. In der traditionellen Lehre lag die Verantwortung zur Führung eines Dschihad in den Händen der Obrigkeit. Untertanen mussten dieser folgen, hatten aber selbst kein Recht, einen Dschihad autonom zu führen. Heute wird der Islam von den Muslimen weitgehend als von Hause aus friedfertige Religion dargestellt und die meisten muslimischen Autoren der Gegenwart halten nur noch den defensiven Charakter des Dschihad für erlaubt. Freilich bleibt das Problem dann, wie eigentlich der Verteidigungsfall genau definiert wird.Wurde also der Dschihad in den Zeiten der Expansion als Rechtfertigung verstanden ähnlich den Kreuzzügen der Christen, so deuten in der heutigen Zeit politische Extremisten alle möglichen bewaffneten Aktivitäten als Dschihad um, obwohl sie sich aus dem traditionellen Dschihadkonzept so nicht rechtfertigen lassen und auch die Mehrheit der muslimischen Gesellschaft ihr Handeln als ungerechtfertigt ansieht. Heute gibt es muslimische Gruppen, die politische Ziele tatsächlich mit gewaltsamen Mitteln anstreben, sich selbst dabei aber nicht primär als Politiker, Krieger oder Terroristen ansehen, sondern sich als konsequente Muslime, ja als die einzig Rechtgläubigen einschätzen und gebärden. Solche Gruppen entwickeln manchmal eine ausgesprochen sektiererische Mentalität. Dazu kommt ein gewisser Fanatismus, der bis zur Selbstaufopferung für die Ziele der Gruppen gehen kann. Freilich geht der Hass von Angehörigen solcher Gruppen wohl mindestens ebenso sehr auf politische und soziale Ursachen zurück wie auf religiöse. Tatsächlich herrschen in zahlreichen islamischen Ländern Massenarmut und andere gravierende soziale Missstände, verursacht durch den repressiven Regierungsstil, die Misswirtschaft und die Korruptheit örtlicher politischer Führungen, aber auch durch bis heute spürbare Folgewirkungen europäischer Kolonialherrschaft, durch eine die westlichen Industrienationen begünstigende Weltwirtschaftsordnung und durch ein Bevölkerungswachstum, mit dem die Entwicklung neuer ökonomischer Ressourcen nicht Schritt halten kann.Ein Beispiel für dieses Denken ist Saiyid Qutb (1906-1966). Nach seiner Ansicht ist eine künftige Weltfriedensordnung nur dadurch zu erreichen, dass die Muslime zuerst einmal in einem groß angelegten Dschihad die ganze Welt erobern. Diesen Vorgang preist er als einen zum Wohl der ganzen Menschheit gebotenen revolutionären Befreiungsprozess. Aufbauend auf diesen Überlegungen geschah dann in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts etwas, das die meisten Muslime noch nicht recht begriffen haben. Es entstand eine neue "Schule", die eine andere Sicht des Islam propagierte. In Ägypten verfasste ein blinder Student an der altehrwürdigen Al Azhar, einer der berühmtesten theologischen Hochschulen des Islam, eine zweitausend Seiten umfassende Dissertation über den Dschihad. Darin behauptet Omar Abdel Rahman, die Überlieferung vom "Kleinen" und "Großen Dschihad" sei erfunden, der Prophet habe so etwas nie gesagt. Dschihad bedeute nur eines, nämlich zur Waffe zu greifen und die Ungläubigen aufzufordern, den Glauben anzunehmen oder sich zu ergeben und muslimischer Herrschaft unterzuordnen. Alle anderen Interpretationen des Dschihads seien nichts als Apologetik und seien aus der Furcht vor übermächtigen Kolonialmächten geboren. Das Gerede von der Selbstläuterung als "Großem Dschihad" sei verwerflich, damit mache man sich nur lächerlich.Vergleichbar ist die Idee des Dschihad generell mit der Theorie des gerechten Krieges im Westen. So wird das Töten des Feindes durch den Soldaten gerechtfertigt. Wäre dies nicht so, würde er einen Mord begehen, der im Islam als schwere Sünde gilt. Im Umkehrschluss wird natürlich derjenige, der in der gerechten Sache des Dschihad stirbt, zum Märtyrer, dem die Sünden vergeben werden.Grundlegend weicht der heutige Begriff des Dschihad von den traditionellen Dschihad-Lehren ab in Bezug auf die Privatisierung des Kampfes, die Aggression gegen muslimische Mitbrüder, die nicht der eigenen Lehre folgten, sowie das Selbstmordattentat als Abkürzungsweg ins Paradies. Grundsätzlich können sich Einstellungen zum Dschihad relativ schnell ändern: Als Ajatollah Chomeini 1979 über Schah Reza Pahlevi gesiegt hatte und seinen schiitischen Gottesstaat aufzubauen begann, rückten der Dschihad, der Heilige Krieg und der Märtyrertod an die erste Stelle schiitischer islamischer Tugenden. Mit den Worten: "Je mehr Menschen, vor allem junge Menschen, für unsere Sache sterben, desto stärker werden wir. Die Moslems müssen die Todesfurcht bezwingen, damit sie die ganze Welt bezwingen können", kündete Chomeini getreu den schiitischen Traditionen am Tage seiner Ankunft im Iran auf dem Teheraner Friedhof Behescht-e-Sahra den Beginn eines "Zeitalters des Märtyrertums"4) an. Und an die Kinder und Jugendlichen - nach islamischem Gesetz gilt jeder mit Erreichen des zwölften Lebensjahres bereits als volljährig - seines Landes appellierte der unerbittliche Großayatollah: "Der Islam war tot oder starb doch vierzehn Jahrhunderte lang. Wir haben ihn mit dem Blut unserer Jugend belebt. Euer vergossenes Blut wird den Baum des Islam gedeihen lassen. ... Bald werden wir Jerusalem befreien und dort beten". Dies hatte die Konsequenz, dass im achtjährigen ersten Golfkrieg 1980-88 zwischen dem Irak und dem Iran von den ca. 150.000 an den Fronten eingesetzten Schülern Zehntausende von Kindern den Märtyrertod starben. Sie waren aus ihren Familien unter Druck rekrutiert worden. Die "Bassidschi" mussten durch ihren Opfertod auf den Schlachtfeldern u.a. feindliche Minen hochgehen lassen, um so den in ihrem Schutze nachrückenden regulären iranischen Truppen, die sich praktisch hinter den Kindern des Landes versteckt hatten, eine Schneise durch die irakischen Minenfelder zu bahnen. Ihren Leichen und denen der anderen Märtyrer zu Ehren wurde in Teheran der makabre Blutsbrunnen erbaut. Gesetzblatt der Islamischen Republik Mauretanien(aus dem Jahre 1984) Artikel 306:"Jeder Muslim, der sich in Wort oder Tat des Verbrechens schuldig macht, vom Glauben abzufallen ... wird aufgefordert, innerhalb von drei Tagen zu bereuen. Bereut er nicht innerhalb dieser Frist, so wird er als Abtrünniger zum Tode verurteilt. Sein Hab und Gut wird zugunsten der Staatskasse konfisziert. ... Jeder Muslim, der das Gebet verweigert, wird aufgefordert, der Gebetspflicht innerhalb der vorgeschriebenen Zeit nachzukommen. ... Bleibt er bei seiner Weigerung ... so wird er mit dem Tode bestraft". Artikel 307:"Jeder volljährige Muslim, gleich welchen Geschlechtes, der sich des Ehebruchs schuldig macht, wird öffentlich bestraft, ist er ledig, mit hundert Peitschenschlägen und einem Jahr Gefängnis... Beim verheirateten oder geschiedenen Paar wird in jedem Fall die Todessstrafe durch Steinigung (Radschum) ausgesprochen. Ist die Frau schwanger, so wird die Steinigung oder Geißelung bis zur Niederkunft ausgesetzt". Artikel 308:"Jeder volljährige Muslim, der eine unkeusche oder widernatürliche Handlung mit einer Person seines eigenen Geschlechtes begangen hat, wird durch öffentliche Steinigung mit dem Tode bestraft". Artikel 341: "Jeder volljährige Muslim, der freiwillig und bewusst Alkohol trinkt, wird mit vierzehn Peitschenhieben bestraft." Artikel 351:"Wer in täuschender Absicht etwas nimmt, was ihm nicht gehört, ist des Diebstahls schuldig und wird zur Amputation der rechten Hand verurteilt. ... Wird er zum zweiten Mal schuldig, so wird ihm der linke Fuß amputiert. ... Begeht er den dritten Diebstahl, so wird ihm die linke Hand amputiert. ... Begeht er den vierten Diebstahl, so wird ihm der rechte Fuß amputiert". Die Eckpfeiler des Glaubens Jeder, der sich als Muslim bezeichnet, soll an sechs grundlegende Dinge glauben, nämlich die Einheit Gottes, die Macht der Engel, die Offenbarung, das Prophetentum, die Existenz des jenseitigen Lebens und den Glauben an die Vorherbestimmung. Diese sechs Glaubensgrundsätze sind von einer so zentralen Bedeutung, dass sie "Pfeiler des Glaubens" genannt werden. 1. Einheit GottesDie Muslime glauben an die Einheit und Einzigartigkeit Gottes. Der Koran bestätigt an vielen Stellen dieses Wesen Gottes. Exemplarisch soll hier nur die sehr kurze, vollständige Sure 112 mit dem Namen "Der aufrichtige Glaube" angeführt werden: "Sprich: Er ist Gott, ein Einziger, Gott, der Undurchdringliche, Er hat nicht gezeugt, und Er ist nicht gezeugt worden, und niemand ist ihm ebenbürtig." Dieses Koranzitat zeigt, dass Allah einzig und ewig ist und dass die Menschen Gott zwar über seine Eigenschaften wie Gnade, Gerechtigkeit, Erbarmen, Zorn und dergleichen begreifen, aber sein Wesen letztlich nicht erfassen können. Im Koran wird mehrfach betont, dass Gott keine Gefährtin und keinen Sohn hat. Vielmehr ist er der Schöpfer der Söhne, und eine Gefährtin oder einen Sohn zu haben, stünde im Widerspruch zur Einzigartigkeit Gottes. Die koranische Lehre widerspricht der Auffassung, dass Jesus der Sohn Gottes sei. Vielmehr wird Jesus als einer der großen Propheten Gottes von den Muslimen besonders geehrt und geachtet. Auch der Begriff der Dreifaltigkeit ist mit der islamischen Lehre von der Einheit Gottes unvereinbar und wird im Koran kategorisch verneint. Der Islam weist auch die Vorstellung zurück, dass Gott selbst die Gestalt Jesus angenommen habe, damit die Menschen ihn, Gott, erkennen könnten. Auch widerspricht der Islam der Behauptung, dass Jesus für die Sünden der Menschen am Kreuz gestorben sei. 2. Die Macht der EngelEngel sind hauptsächlich Wesen, die Gott loben und preisen. Im Auftrag Gottes bewachen und schützen sie die Menschen, verzeichnen deren Taten und sind für den Empfang der Seelen der Toten zuständig. Der berühmteste Engel ist Gabriel, der bei der Offenbarung als Mittler zwischen Gott und Mohammed diente. Eine weitere wichtige Gestalt ist Iblîs, der gefallene Engel (Satan, vgl. Sure 7, 11-18). Er wurde aus dem Paradies vertrieben, weil er Gott den Gehorsam verweigerte. Daraufhin wurde er zum Satan, zum Herrscher über die Hölle, der versucht, die Menschen auf die falsche Bahn zu leiten. Wie viele Engel es gibt, das weiß allein Allah.Doch vier große Engel unter ihnen sind bekannt: Dschebrail (Gabriel): Ihm obliegt es, den Propheten die Offenbarungen Allahs zu überbringen. Er ist ein Mittler zwischen Allah und seinen Gesandten. Mikail (Michael): Er hat die Aufgabe, bestimmte Naturereignisse auszulösen, wie Wind, Regen und Pflanzenwachstum. Israfil (Raphael): Er ist mit Obliegenheiten betraut, welchen den Anbruch des Jüngsten Tages durch das Blasen der Posaune und die Auferstehung der Menschen am Jüngsten Tag betreffen.Azrail (der Todesengel): Er ist beauftragt, die Seelen der sterbenden Menschen in Empfang zu nehmen. Außerdem existieren bei jedem Menschen 384 beauftragte Engel. Darunter befinden sich die Schreibengel, die alle Taten der Menschen aufzeichnen und die Schutzengel. 3. Die Offenbarung Die Propheten offenbarten den Menschen die Worte Gottes in verschiedenen Schriften. Vor dem Koran gab es die Thora (die fünf Bücher Moses), die Psalmen Davids und das Neue Testament Jesu als Schriften echter Offenbarung. Differenzen unter diesen vier Schriften ergeben sich nach islamischer Auffassung dadurch, dass die Menschen nicht immer bereit waren für die vollkommene Offenbarung Gottes und deswegen den Inhalt verfälschten. So wurde Gottes Offenbarung immer vollständiger, bis sie schließlich im Koran gipfelte, der die unabänderliche Fassung der Botschaft Gottes darstellt und gültig ist bis zum Ende der Zivilisationen. 4. Das Prophetentum Gott berief auserwählte Menschen zu seinen Gesandten und Propheten. Er betraute sie mit der Aufgabe, seine Offenbarungen, die er ihnen zuteil werden ließ, anderen Menschen weiterzuvermitteln und sie die Art und Weise der gottgewollten Lebensführung zu lehren. Nur durch die Gesandten konnten die Menschen Kenntnis über die Eigenschaften Gottes, über seinen Willen und über das Jenseits erhalten. Die Muslime kennen eine Reihe von Propheten, zu denen z.B. Abraham, Moses und Jesus gehören.Mohammed wird dabei als letzter Prophet gesehen, als Ende, Bekräftigung und Höhepunkt in dieser Reihe. Durch ihn hat Gott die Lehre des Islam für die Menschen zum vollkommenen Abschluss gebracht. 5. Das jenseitige Leben Nach muslimischem Glauben wird die Welt eines Tages an ihr Ende gelangen. Nach dem Volksglauben gibt es eine Reihe von Zeichen, die diesen Jüngsten Tag ankündigen. Allerdings wird die Erde nicht vollkommen vernichtet, sondern vielmehr gänzlich verwandelt. An diesem jüngsten Tag werden alle Menschen, die je gelebt haben, auferstehen und gerichtet werden. Wer frei von jeder Sünde ist, wird direkt ins Paradies eingehen.Andere werden einige Zeit in der Hölle verbringen, bis ihre Schuld gesühnt ist. Die Höllenqualen für die Gottlosen und Ungläubigen sind fürchterlich. Das Paradies dagegen ist paradiesisch schön mit allem, was ein Menschenherz erfreut. Nach der Vorstellung der meisten Muslime wird aber keiner der Gläubigen ewig im Feuer verbleiben, sondern irgendwann aus den Höllenqualen errettet. 6. Die Vorherbestimmung Allah kennt alle Dinge in seiner Schöpfung und er hat die Macht, die Beschlüsse, die er in diesem anfanglosen und endlosen Wissen umfasst und für gut befindet, auch zu verwirklichen. Es gibt keine Macht, die sich seinem Willen entziehen könnte. Deshalb kann nichts gegen seinen Willen geschehen, und alles, was geschieht, geschieht mit seiner Erlaubnis. Dem steht die Wahlfreiheit des Menschen nicht entgegen. Gott hat dem Menschen einen freien Willen gegeben und ihn befähigt, entsprechend zu wählen und zu handeln. Deshalb ist Gott gerecht, wenn er den Menschen am Jüngsten Tag zur Verantwortung zieht. Die Pfeiler der religiösen Praxis - Die fünf Säulen des IslamParallel zu den Pfeilern des Glaubens gibt es gewisse Rituale, die allen Muslimen abverlangt werden: · das Glaubensbekenntnis, die shahâda · das fünfmal am Tag zu leistende Gebet, die salât · das Almosengeben, die zakât · das Fasten, die saum · die Pilgerfahrt, die hâdsch. Viele Muslime erkennen zwar die Bedeutung dieser Rituale an, führen sie aber im täglichen Leben nicht oder nicht vollständig durch. Das islamische Recht regelt genau, wann eine solche Pflichtaufgabe entfallen darf, und sieht die Möglichkeit der Kompensation des Versäumten vor. Da diese fünf Pflichten den gläubigen Muslim erst ausmachen, werden sie auch als die "Fünf Säulen des Islam" bezeichnet und oftmals durch einen fünfzackigen Stern symbolisiert (vgl. z.B. die Flaggen von Jemen, Libyen, Marokko, Pakistan, Syrien, Tunesien und Türkei). Das Glaubensbekenntnis, die Schahada Nicht Gegenstand des islamischen Rechts, sondern vielmehr Voraussetzung für seine Anwendung auf den Muslim ist die shahâda, das "Zeugnis". Durch Ablegen dieses Zeugnisses bestätigt der Muslim die Einheit und Einzigartigkeit Gottes und die Aufgabe Mohammeds als Propheten und Überbringer der göttlichen Offenbarung. Die shahâda lautet: "Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Prophet." Wer nicht schon in die Gemeinschaft der Muslime hineingeboren ist, tritt in sie ein, indem er diese Glaubensformel, die shahada, mit den Worten "Ich bezeuge" aufrichtig und vor Zeugen ausspricht.Er akzeptiert damit zugleich den Glauben an den Koran als das Wort Gottes, den Glauben an die Engel als Boten und Werkzeuge Gottes sowie den Glauben an den Tag des Jüngsten Gerichts. Nach solchem Bekenntnis gibt es kein Zurück mehr; auf Glaubensverrat steht der Tod. Die schiitische Minderheit fügt dem Glaubensbekenntnis die Worte hinzu: "Ali ist der Freund Gottes". Die shahada wird täglich mehrmals durch die Gebetsrufer (Muezzins) in den Moscheen verkündet. Das tägliche Pflichtgebet, die Salat Neben den Festgebeten und dem Freitagsgebet spielen für den gläubigen Muslim vor allem die alltäglichen fünf Pflichtgebete (salât) in arabischer Sprache eine bedeutende Rolle. Daneben gibt es das private, innerliche Gebet (Dua = Anrufung, Bittgebet). Die salât-Gebete werden unmittelbar vor Sonnenaufgang (in der Morgendämmerung) verrichtet, gleich nachdem die Sonne ihren höchsten Stand erreicht hat (Mittag), in der Mitte des Nachmittags, gleich nach Sonnenuntergang und nach Einbruch der Dunkelheit..Die Zeiten des Gebets werden durch den Muezzin ausgerufen. Diese Gebete sind nach Haltung und Inhalt streng ritualisiert. Vor dem Gebet muss sich der Muslim durch rituelle Waschung (wudu) in einen Zustand ritueller Reinheit versetzen. So heißt es in einem Hadith: "Wenn einer sich reinigt und dabei die Waschungen richtig vollzieht, verlassen die Sünden seinen Leib, bis sie schließlich unter seinen Fingernägeln hinausgespült werden". Dann muss er sich nach Mekka wenden, der Kaaba wegen. Nun folgt eine fest vorgeschrieben
 
 
191.) 16.05.2005 / 14:55
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Herr, dieser dein geringster und unwürdiger Diener will reinen Herzens in dein Heiligtum eintreten. Lass es dir gefallen, Herr, dass du ihn hineinführst und verleihe ihm, unter seinen hochheiligen Worten dich zu erkennen, damit er dich lieben möchte und gib ihm soviel zu erkennen, wie viel du ihm zu lieben schenkst. Darum will ich dich erkennen, damit ich dich lieben kann. Amen

Diese vorstehende Bitte soll vor dem Gottesdienst gesprochen werden, während sich der Propst oder Priester den Schriftworten ( Hl. Schrift) und den göttlichen Gesetzen (10 Gebote) zuwendet und der Herr gib dazu das Verständnis.



Dieses persönliche Bittgebet eines Propstes vom Kloster "Marienthal" ist handschriftlich in lateinischer Sprache in die Netzer Klosterbibel 1472 - 1529 eingetragen. (Ins Deutsche übersetzt 1974 von Pfr. Herbert Baum)




Verfasser: Karl Kann, Naumburger Straße 16a
3544 Waldeck Netze
Tel: 05634 / 283

Bilder: Heinz Ebrecht, Kassel

Textbearbeitung : Rainer Seltmann

Herausgeber: Evangelische Kirchengemeinde Netze

Der Erlös dieser Schrift ist für den Erhalt der Netzer Kirche bestimmt.

Einleitung

Zur Lage des Ortes Netze

Das Dorf Netze liegt in einer Höhe von 320 m am Westhang des Langen Waldes, eines Gebirgskammes, der sich - später als Eggegebirge und Teuteburger Wald - in weitem Bogen bis zur Ems bei Rheine hinzieht. Das Dorf wird vom Netzebach durchflossen, der bei Mehlen in die Eder mündet; im Dorf fließen der Fombach (Formenbach),Meierbach und Eckenbach zusammen und bilden die Netze. Heute hat Netze etwa 700 Einwohner. Seit dem 1. Oktober 1971 ist es Teil der Großgemeinde Stadt Waldeck. Zu erreichen ist es von Kassel über Naumburg, von Korbach und Bad Wildungen über die B 485.

Zur Geschichte des Ortes Netze


Netze ist eine sehr alte Siedlung. Wegen seiner günstigen Lage in einem geschützten Tal mit genügend Wasserläufen ist anzunehmen, dass hier schon in vorgeschichtlicher Zeit Menschen lebten. Einige steinzeitliche Äxte und Werkzeuge die im Dorf und Flur gefunden wurden, zeugen davon. Netze ist das nördlichste fränkische Dorf im heutigem Kreis Waldeck.Wir finden noch heute in der Mundart und Bauweise der Wohn- und Bauernhäuser die Zugehörigkeit zum fränkischen Volksstamm. Die 6 Kilometer entfernten Nachbarstädte Sachsenhausen und Freienhagen sind bereits sächsischer Art.


Vallis domine nostre Nezehe 1240 ...
Das Dorf Netze und der Bezirk " Im Thal der heiligen Maria " waren nördlich vom Dorf durch einen Bachlauf von einander getrennt. Auf der heutigen Domänen-Raite bestand schon im 12 Jahrhundert ein eigenständiger großer Hof ( Curie ). Ob dieser frühe Besitz ehemals aus Schwalenberger Hand kam od. Den früheren Besitzern ( Ziegenhain ) zur Burg Waldeck gehörten, deckt bis jetzt das Dunkel der Geschichte. Jedenfalls erbauten die Schwalenberger Grafen, vermutlich schon Graf Wittekind I. + 1137, bei ihren Besitz eine 3.stiftige romanische Kirche. Von dieser ist der stattliche Turm mit Glocke erhalten geblieben. Jener Graf Wittekind I. war auch Gründer des Kloster " Marienmünster " 1128. So bekam auch diese Kirche und sein gesamter Besitz den Namen " Im Thal der heiligen Maria " bei dem Dorf Netze. Solche Gründungen von Eigenkirchen und Klöstern dienten zur Festigung ihres Territorialbereiches und als Sühne begangener Sünden. Hier in unmittelbarer Nähe ihrer neuerworbenen Burg Waldeck und im nahen hessischen Grenzbereich der jetzigen Weidelsburg. Die Besitzer im Dorf Netze waren Ministerial- und Adelsfamilien, die ihre Güter und Höfe z.T. verlehnt hatten. Nach neuester heutiger Erkenntnis besaß das Dorf Netze eine eigene Kapelle. Vermutlich war diese zu klein und so bekamen die Netzer in der Schwalenberger sowie auch ab 1228 in der Klosterkirche " ihr Kirchenrecht ". Urkunden berichten von einer alten Kapelle und einem Kapellenhof im Dorf. In einigen Ablassbriefen werden 2 Kapellen des Kloster erwähnt, die den Petrus und Paulus ( ? wo ) und die " Allen heiligen Aposteln " geweihte. Die letztere erschient mir die vom Dorf zu sein, denn die letzte Äbtissin und Konvent stifteten 1540 an diesem Patronatstage auch die erste Ev. Pfarre zu Netze ( K. ). Die 2.te Schwalenberger Generation auf Burg Waldeck , die Brüder Volkwin und Adolf stifteten 1228 zum Heil ihrer Seelen ( s. Stiftungsbrief ), bei ihrem Besitz das Kloster " Marienthal " und gaben zur Dotierung ihre Kirche und das gesamte Gut. Im Laufe der Klosterzeit vermehrte sich der Grundbesitz, hauptsächlich Außerhalb, aber auch durch Schenkungen ganzer Güter und Höfe aus dem Dorf Netze. Nach der Reformation, im Zuge der Klosteraufhebung durch Graf Philipp IV. v. Waldeck, wurde der gesamte Besitz 1553 mit dem alten Klosterhof als gräfliche Meierei zusammengelegt und umfasste ca. 1.000 Morgen Land. Ab 1929 die heutige Staatsdomäne Netze. 1527 wurde das Kloster im Zuge der Reformation aufgelöst.

Netze ist ein Haufendorf und war bis 1914 größer als die Stadt Waldeck. Es gibt nur wenige alte Häuser, denn im 30-jährigen Krieg und im 7-jährigen Krieg hat Netze sehr gelitten. 1618 gab es 72 Wohnstätten. Als nach 30-jährigem Schweigen die Glocken wieder geläutet wurden und Friede in deutschen Landen eingekehrt war, konnten nur noch 22 Häuser bewohnt werden, die anderen waren abgebrannt oder eingestürzt, jedenfalls wüst und leer. Die Felder waren verunkrautet und begannen zu verwalden. 13 Männer lebten noch in Netze.
Im 7-jährigen Krieg war es bald noch schlimmer, als Franzosen und Schweden kamen. 1763 fand ein großes Scharmützel bei den Schanzen am Tiergarten statt, bei dem der berühmte englische General v. Apfelbaum fiel. Er wurde am Netzer Gottesacker begraben. 2.000 Franzosen mit Pferden schlugen im Dorf Kisten und Kasten entzwei. 7 Wohnstätten waren danach noch bewohnbar.
Daá auch sonst die Zeiten nicht immer einfach waren, zeigt folgende Geschichte: Jost von Dalwigk lag 1552 noch einem Überfall mit zwei Rotten Kriegsknechte im Klaster und mit 150 Kriegern im Dorfe, verzehrte den armen Netzer Hausleuten alles ohne Bezahlung und nahm Vieh und Frucht mit - "waer de zyt abb in aller teuffel Namen...", schreibt der Chronist.
Das alte Pfarrhaus, erbaut 1686, ist eines der wenigen Häuser, die den 7-jährigen Krieg überstanden. In ihm wurde nachts dem damaligen Pfarrer Kuchenbecker die Pistole an den Kopf gesetzt und das Bett geraubt. Er selbst floh durch das Fenster, "was er vorher noch nie getan hatte".
Wenn auch vieles von dem, was einst hier war, nicht mehr ist, so grenzt es doch an ein Wunder, dass durch all die Wirren der Zeiten der wertvolle gotische Flügelaltar und manches andere bis in unsere Tage erhalten blieb. Umso mehr bedarf dieses große Erbe unserer Pflege und würdigen Erhaltung. Es sollte nicht nur einen anschaulichen Platz in unserem dörflichen Bereich haben, sondern Mittelpunkt im Leben eines jeden einzelnen sein. Möge dereinst ein jeder von sich sagen können: "Wie froh war ich beim Ruf der Glocken, als man sagte: Komm, lass uns gehen zum Hause unsers Herrn! Denn wir lieben diese Stätte und den Ort, da Gottes Ehre wohnt."

Das Kloster Marienthal

Der Stiftungsbrief

Der Stiftungsbrief des Klosters Marienthal von 1228 der Volkwin und Adolf von Schwalenberg (s.o.) hat folgenden Wortlaut:

"Im Namen der heiligen und unteilbaren Dreifaltigkeit!
Die Brüder Volkwin und Adolf, Grafen von Schwalenberg und Waldeck und über das waldeckische Kloster im Thal der Hl. Maria für immer:

Da langes Bestehen, vollends der schnelle Verlauf der Zeit, die Erinnerung an große Taten auszulöschen pflegen, so wurde in würdiger Weise dafür gesorgt, dass das, was planmäßig betrieben wird, mit öffentlichen Bauten dargestellt werde: Es wisse also die gegenwärtige Zeit und nehme zur Kenntnis die gesamte Nachwelt, dass wir in Vorsorge für das Heil unserer Seelen und hochherzig überdenkend, wie durch reiche Spenden und die Erbauung dieser Heiligen Kirche die Vergehen der Sünden, sowohl der begangenen wie auch der künftigen, getilgt werden, das Gotteshaus im Thal der Heiligen Maria, uns noch frei ( d.h. noch nicht geweiht; d.Ü), der Heiligen Gottesmutter Maria weihen und mit den Gottesdiensten in ihm nach Zisterzienserordnung die beauftragen, die bei Tag und Nacht Gott dienen sollen, und das auch mit dem Einverständnis unserer späteren Erben bei aller Unantastbarkeit der Einkünfte der genannten Kirche, wobei wir beharrlich verbieten, dass keiner von unseren Beauftragten oder späteren Erben irgendeine Gerichtsbarkeit in unseren vorgenannten Gütern ausübt.
Wir bestimmen auch, dass niemand, um Feindseligkeiten zu unternehmen, sich herausnehme, den vorgenannten Gütern irgendwie zu nahe zu kommen, er sei denn vom Propste des Klosters berufen.
Damit aber niemand in aller Zukunft dies entkräften kann, haben wir veranlasst, dass die vorliegende Seite dieser verbindlichen Abmachung aufgezeichnet werde, und bekräftigen sie mit dem angehängten Siegel. Geschehen ist dies im Jahr des göttlichen Wortes 1228, als Kaiser Friedrich regierte und Siegfried als Erzbischof der Kirche von Mainz vorstand.
Zeugen dieses Ereignisses sind: Wiegand, Propst von ebendort ( im Thal der heiligen Maria ) sowie sein Kaplan Dietrich ; Hermann, Priester in Schwalenberg; Dietrich, Kaplan zu Waldeck; Laien: Burkhart von Holzhausen; Dietrich von Ebblinghausen; Dietrich von Wiegenshausen; Johann von Donape und andere mehr."
(Übersetzung 1974 aus dem Lateinischen von Pfr. Herbert Baum.)

Der Zisterzienserorden


Zur Besiedlung ihres Hausklosters "Im Thal der heiligen Maria", später "Marienthal", hatten die Stifter, als eine der letzten gemeinsamen Handlungen, Nonnen aus dem ältesten deutschen Zisterzienserinnenkloster Altenkamp (Kamp-Lintfort) am Niederrhein berufen, Der Orden stand damals in seiner höchsten Blüte. Ihrem Brauch gemäß bauten die Zisterzienser ihre Klöster in still, abgeschiedene Täler und an Wasserläufen; dies war bei dem Dorf Netze ja gegeben.
Der Zisterzienserorden entstand im Jahre 1098 in der Einöde von Citeaux bei Dijon in Burgund. An die Pforte des Benediktinerklosters Molesmez klopfte Bernhard, ein Jüngling aus hochadeligem Burgunder Rittergeschlecht, mit dreißig Gefährten und bat um Aufnahme. Er wurde der große Heilige, der berühmte Abt von Clairvaux, der Fürsten und Kaiser, ja selbst Päpste, beriet und - wenn erforderlich - auch schonungslos rügte.
Durch den Eifer seines Lebens, durch glühende Gottesliebe und seine große Verehrung der Maria als Mutter der Kirche wurde er zum Vorbild Vieler und zum größten Mehrer des Ordens. Er gründete 68 Klöster und ganz Europa war bald von zisterziensischem Leben erfüllt. So wurde auch hier bei Netze das einzige Waldecker Zisterzienserkloster gegründet.
Die erste Klosterfamilie begann hier zu leben und zu wirken nach den Regeln des Kirchenvaters Benedikt von Nursia und den Weisungen Bernhards von Clairvaux, der über seinen reformierten Orden aussagte: "Unsere Lebensart ist Gehorsam, Friede und Freude im Heiligen Geiste. Unsere Lebensart ist zu leben unter dem Abte, unter der klösterlichen Ordnung. Unser Leben ist Schweigen, Beten und Arbeiten und vor allem, den erhabenen Weg wandeln, der da ist die Liebe."


Klösterliches Leben

Wir dürfen uns diese vergangene Klosterzeit nicht vorstellen als ein geruhsames, stilles und weltabgeschiedenes Leben. Jeder Tag und das ganze Leben waren ausgefüllt mit dem ORA ET LABORA - bete und arbeite ! -, denn es war Askese in höchster Anforderung, Entsagen von Nahrung, Schlaf und vielerlei anderen Bequemlichkeiten. Den Menschen in unserer heutigen Zeit wird es schwer fallen, sich in das Leben einer Klosterfamilie der Zisterzienserinnen jener Zeit einzudenken. Kraft, es zu leben, gab nur der Glaube an den Dreieinigen Gott und die Hoffnung auf die zukünftige Welt. Nur so konnte der erhabene Weg gewandelt werden, der da ist die Liebe.
Nachdem hier in Marienthal 1228 die erste Äbtissin das "Deus in adjutorium meum intennte!" - "Gott, mir zu helfen, sei bedacht!" - angestimmt hatte und die ersten mitgekommenen Zisterzienserinnen bittend weitergesungen hatten: "Dominum, ad adjuvandum me festina!" - "Herr, mir zu helfen, eile !", da war hier in Marienthal bei Netze für Jahrhunderte eine dauernde Gebetsstätte entstanden. Hier nun hatte die heilige Kirche all denen, die dem Ruf Gottes mit Hingabe folgten, im Laufe der Jahre die hohe Aufgabe anvertraut, in ihrem Namen Tag und Nacht Gott, dem Herrn, Lob, Dank und Anbetung darzubringen.
Dem lateinischen Chorgebet durfte keine andere Tätigkeit vorgezogen werden: "Siebenmal des Tages will ich dir Dank sagen und aufstehen um Mitternacht, um dich zu loben!" Jeder Tag begann um 3,30 Uhr mit dem Gotteslob in den Laudes. Das arbeitsreiche Tagewerk wurde durch den Ruf der Glocke mit dem Gang auf den Nonnenchor in der Kirche unterbrochen. Das Chorgebet wurde gefeiert in den Stunden der Prim, Terz, Sext und Non. Die Tagesarbeit erreichte in der feierlichen Vesper ihren Höhepunkt, und mit der Complet beschloss das Chorgebet jeden Abend die Mühen und Sorgen des Tages. Jede Nacht wurde geheiligt durch die Matutin mit ihren Vigilien. Der letzte nächtliche Gruß des Chores, das Salve Regina, galt Maria, seiner Patronin und Schutzherrin des Klosters Marienthal.
Wo Menschen in Gemeinschaft leben, muss immer wieder reformiert werden. So geschah es auch hier in Marienthal. Dieses Kloster wurde 1468 durch den Abt Frowyn aus dem Kloster Flechtdorf im Auftrag des Erzbischofs Adolf von Mainz
und 1487 durch Abt Heinrich von Kalkar aus dem Mutterkloster Kamp reformiert und wieder auf die strengen Regeln des Kirchenvaters Benedikt und des hl. Bernhard verwiesen.

Auflösung des Klosters

Ab 1529 war es den Nonnen freigestellt, aus dem Kloster auszutreten. Wie uns bekannt ist, gingen zwei Nonnen von hier auf den Eisenberg zum Waldecker Grafenhaus als Erzieherinnen. Die Äbtissin Katharina von Rhene verblieb mit den letzten 36 Nonnen bis an ihr Lebensende im Kloster und hatte nach dem Vertrag mit dem Landesherren Philipp IV (1553): "freien Tisch nach des Hauses Vermögen" auf ihrem Klosterhofe, der in eine gräfliche Meierei umgewandelt wurde.


Niedergang des Klosters, Not- und Kriegszeiten



Jahre der Pest und Entvölkerung führten zu großer Armut. So schrieben der letzte Kaplan Otto Kutzledder und sein Küster Johann Zuddel in die alte Klosterbibel "zum Gedächtniss vergangener Tage: Das Closter war so reyn und ledig von spise und vorrad,... es war nicht ein punt botter noch ein müd korns, noch haber, allein zwei siden spekkes, ja nicht ein guth pfert, alle allth von jaeren". Dann führt er auf: "Anno 1553 habe ich Otto, begraben hyr zu Netz 100 Menschen, die an Pestilenz gestorben, den Gott gnade". Anno 1567 waren es über 200 Bewohner von Netze, die der schwarze Tod dahinraffte. Man kann sich heute nicht mehr vorstellen, wie viele Familien ausgestorben sind, deren Höfe wüst und leer standen.
So können wir wohl die aktuellen Worte des Pfarrherrn Otto, der auch Kaplan am Kloster war, verstehen, die auch durch die Zeiten hindurch nichts an Wahrheit und Bedeutung verloren haben: "Sequentia comendana sunt misericordie dei. Exitus presentis anni avartiam hominis ostendit, impietatem huius mundi. Summa: nulla fides, nulla pietas, nulla misericordia." -" Was noch zu erwähnen wäre (außer Pest und großer Teuerung; K.), sind Barmherzigkeiten Gottes. Der Ausgang dieses gegenwärtigen Jahres (1561; K.) zeigt die Habsucht des Menschen, die Gottlosigkeit dieser Welt. Aufs ganze gesehen: kein Glaube, keine Güte, keine Barmherzigkeit."
"Der Teufel hat diese Welt besetzt sampt den Menschen. Gott helfe mit gnaden zum guthen ende..." Vier Jahre nach diesem Bekenntnis starb 1565 in Christo die letzte Äbtissin Katharina von Rhene. Der Kaplan Otto starb 1568. Zwei Nonnen lebten noch in der Kemenate des Klosters. Die letzte starb 1577. Marienthal hatte aufgehört, als Kloster zu existieren. Wo sind die Nonnen? Namen-
und denkmalslose ruhen sie in ihrem alten Gotteshaus und um es herum. "Wo sind sie, deren Lied aus deinem Schoß, o Kirchlein, einst zu Gott empor geflogen,/ vergessend all ihr trübes Erdenlos ?/ Wo sind sie? Ihrem Liede nachgezogen...".


Baugeschichte der Kirche



Turm und eine Kirche waren von den Stiftern schon vorhanden; aber für eine Ordenskirche waren sie zu klein. So wurde schon bald nach 1228 die alte Kirche zum Teil abgebrochen. Die Fundamente dieser ersten romanischen Kirche wurden 1989 im Zuge einer archäologischen Ausgrabung in ihren Resten freigelegt. Das Mittelschiff war so breit wie das heutige Altarschiff, die zwei Seitenschiffe (westfälischer Stil) waren etwas schmaler als das jetzige Nordschiff. Eine Apsis ist noch unmittelbar unter den jetzigen Fußbodenplatten in ihrem Fundament erhalten, und reicht von dem Kanzelfuß bis vor den Altarblock. An der Stelle der heutigen Grabkapelle St. Nikolaus befand sich ein südliches romanisches Schiff der ersten Kirche. Die Zisterzienserinnen von Marienthal bauten eine zweischiffige chorlose Hallenkirche mit einer westlichen Nonnenempore. Diese Bauweise ist in Hessen sehr selten, wenn nicht einmalig, und man sucht, diesen Bautypus mit dem heimatlichen Raum der ersten Nonnen in Verbindung zu bringen.
Der Umbau der ersten Kirche zu einer Gebetsstätte als Herz und Mittelpunkt eines jeden Klosters wurde um 1280 geweiht. Die Schutzpatrone waren die Jungfrau Maria und die seligen vier gekrönten Märtyrer ( quattuor coronatis ); die auf das Gebot des Kaisers Diokletian mit Bleiklötzen zu Tode erschlagen wurden, weil sie Christus bekannten. Papst Miltiades (311-314) gebot die vier Märtyrer zu ehren, und sie die vier gekrönten zu nennen. Seit dem Jahre 354 gedenkt die Kirche ihrer mit einem jährlichen Fest am 8. November. Es waren vier leibliche Brüder mit den Namen Claudius, Nicustratus , Castor und Symphorianus ( s. Anh. Entdeckungen in der Netzer Kirche ) Sie sind auch die Patrone der Steinmetze und passen gut zu einem Bau der Zisterzienser, den wahren Klassikern des abendländischen Bauens. Somit stehen die, mit der strahlenden Krone des Martyriums gekrönten für alle anderen, deren Namen das Dunkel der Geschichte auslöschte, im Gedächtnis der Menschen, die aber bei Gott eingeschrieben sind, in dem unvergänglichen Licht seiner Liebe.
Die Zisterzienserinnenkirche hatte ursprünglich drei Joche. Ihnen wurden um 1330 zwei weitere Joche im Osten vorgesetzt. Nachdem ein Brand den aus Holz errichteten Kreuzgang 1419 zerstört hatte, wurde 1429 auf der Nordseite der Kirche der heute nicht mehr erhaltene Kreuzgang in Stein erbaut. Unter Pfarrer Johannes Curen (1660-1686) wurden die Kirche renoviert und eine neue Kanzel eingebaut. Um 1845 wurde das Dach erneuert und erhielt eine flache Neigung. Daraufhin stürzte das 5. Joch des Seitenschiffes mitsamt dem dortigen Teil der Nonnenempore ein. 1846 wurde der Teil der Nonnenempore im Mittelschiff im 4. Joch abgebrochen, so dass nur noch ein Viertel der Nonnenempore, im 5. Joch des Mittelschiffes, erhalten ist. Außerdem wurde zwischen 4. und 5. Joch eine Wand gezogen, die im Seitenschiff bis zum Gewölbe, im Mittelschiff bis zum Rest der Nonnenempore reicht. Die so von der Kirche abgetrennte Nonnenkrypta diente als Rübenkeller der Meierei, bis sie 1950 wieder hergerichtet und als Friedhofskapelle in Gebrauch genommen wurde.
1846 wurden auch äußere Strebepfeiler am Langhaus errichtet, um den weiteren Bestand der Kirche zu sichern. 1971 wurde der Turm renoviert. 1975 wurde der Dachstuhl des Langhauses wieder auf die alte Höhe errichtet; ein hervorstehender Stein in der Ostwand der Kirche gibt die Dachhöhe von 1845 an.
Die gräfliche Begräbniskapelle, St. Nikolaus geweiht, wurde im 13. Jahrhundert erbaut. In der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde sie um ein Joch nach Westen erweitert. Wegen mangelnder Belüftung bemoost und verschimmelt, wurde sie 1977 belüftet, gereinigt und grundlegend renoviert.


Der Turm

Der sorgfältig aus Quadersteine gemauerte romanische Westturm gehört noch zur vorklösterlichen Kirche, wurde 1100 - 1150 erbaut. Er ist von wuchtiger Schönheit. Der rundbogige Westeingang ist der älteste Eingang zur Kirche. Bemerkenswert ist das kleine mit Schuppenmuster umrahmte Fensterchen an der Südwand. In der Ostwand befindet sich im zweiten Geschoss ein aus einem einzigen Stein herausgehauener Kreuzstein (St. Andreas geweiht?). Im Glockengeschoss zeigen sich nach allen Seiten schmucke Arkaden mit 7 Säulen, welche wohl die sieben Gaben des Heiligen Geistes symbolisieren; jede Säule und jeder Kapitelstein hat eine andere Form. Schon in der Zeit der ersten Nonnen die ihre strenge Turmlose Ordnungsregeln hier in Netze gebrochen hatten, wurden Arkadensäulen mit ihren Kapitelschmuck gänzlich vermauert.1971 und 1973 legte man die Arkaden wieder frei und schmücken somit einen der ältesten und schönsten Kirchtürme des Waldecker Landes.
Am 15.6.1566 wurde die bis dahin romanische Turmspitze durch Blitzschlag zerstört. Fast 20 Jahre blieb sie als aus finanziellen Gründen als Torso stehen; man hatte auf die Turmmauern Bretter gelegt und sie mit Strohballen abgedichtet. Die heutige "Welsche Haube" wurde von dem Korbacher Meister Lieburg gezimmert und mit Schiefer belegt.
Einige Stufen führen durch den Westeingang hinab in das Untergeschoss des Turmes, das dabei immer noch höher als der Fußboden des Langhauses liegt. Neben der Treppe wurden in einer Mauernische aus der Erbauungszeit Eierschalen gefunden, Symbole der Auferstehung. 1978 wurde der Raum als Friedhofskapelle neu gestaltet. An seiner Nordseite befindet sich eine Sandsteinplatte mit dem Wort Christi nach dem Johannesevangelium Kap 11 Vers 25 und 26: "Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe; und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben". Die Platte wird getragen von zwei liegenden Renaissance Löwen ( die Früher einen Sarg trugen - 1513 ), darüber befindet sich die Nachbildung des gotischen Kreuzes vom Altar mit modernen Evangelistensymbolen an den Kreuzenden und dem Symbol des Lammes Christi in der Vierung.
Über die Nonnenempore gelangt man in die Obergeschosse des Turmes, der mit vorbildlichen Treppen ( auf eigene Gefahr ) begehbar ist. In einem Stockwerk steht ein Uhrwerk der Firma Wolle, Holzminden, aus dem Jahr 1887.
Im ersten Geschoss des Turmes, in dem bis 1962 die Glocken geläutet wurden, hat heute eine mittelalterliche Handmühle (vor 1500) aus dem Küchenbetrieb des Klosters Marienthal ihren Platz gefunden. Sie ist das einzige Arbeitsgerät, das uns aus dem Kloster erhalten geblieben ist.

Die Glocken



In der Glockenstube hängen drei Bronzeglocken. Die kleinste läutet die Tagesgebete und wiegt 7 Zentner. Sie trägt die Inschrift: "Immer, wenn ihr meine Stimme hört, so vernehmt, dass Christus der Fels ist, den die Fluten der Zeit nicht stürzen können!"
Die größte wiegt 14 Zentner und trägt die Inschrift: "Ich juble Fried und Freud, ich löse Lust und Leid, ich ruf zur Ewigkeit." Diesen beiden Glocken wurden 1971 in Gescher/Westf. gegossen.
Die dritte zählt zu den ältesten Bronzeglocken Deutschlands und gehört in zeitliche Nähe der Bad Hersfelder Lullus-Glocke. Die Glocke besitzt als auffälliges Merkmal ihrer Zeit eine kugelförmige gerundete Haube. Die Flanke verläuft fast steil zum kräftig profilierten ausladenden Schlagring. Sie ist eine der ältesten welche noch regelmäßig geläutet wird. Im 12. Jahrhundert an Ort und Stelle von durchziehenden Mönchen gegossen. Der vorbildliche ausgewogene Bronzeguss der Netzer Glocke zeigt eine geglückte Form, ohne Inschrift und Verzierung. Bei einer Höhe von ( ohne Krone ) 80 cm mit einem Durchmesser von 83 cm hat sie ein Gewicht von ca. 6 Zentnern. Hören wir ihre Stimme, so hören wir lebendige Geschichte. Die Glocke hing schon in ihrem Joch, als Kaiser Friedrich Barbarossa in das heiligen Land zog. Als sie 1228 die ersten Nonnen vom Niederrhein hier begrüßte, erscholl ihre eherne Stimme schon über ein Jahrhundert durch das stille Tal. So ist sie mit ihrer feierlichen Stimme (a) durch die langen, wechselvollen Jahrhunderte eine treue Ruferin gewesen. Sie erlebte die Gründung, Blüte und den Niedergang des Klosters. Als die letzte Nonne starb, war sie ein halbes Jahrtausend alt. Sie erlebte die unselige Zeit des 30-jährigen Krieges, Pest und Plünderungen sowie die verheerenden Heimsuchungen des 7-jährigen Krieges hier in Netze. Dies alles überlebte sie in ihrer hohen Stube. Alle hier in Kirche und Kapelle begrabenen Waldecker Grafen und ihre Angehörigen geleitete sie von der hohen Burg auf dem "Totenweg" zur letzten Ruhe. Immer wieder zogen andere Menschen an ihrem Strang, manche schneller, manche langsamer, wenn die Flammen schlugen und eine Heimstätte zu Schutt und Asche wurde auch in großer Hast. So ist sie zu aller Zeit eine große
Mahnerin gewesen. Sie sah viele Geschlechter kommen und gehen. Trägt sie auch keine Inschrift, so will sie uns aber mit ihrer ehernen Stimme sagen: Mensch, bedenke dein Ende! Staub bist du, und zu Staub wirst du wieder werden. Kein Bleiben ist auf Erden.



Das Kirchenschiff (Langhaus)



Das Langhaus ist eine Halle mit breitem Hauptschiff ohne Chor und schmalerem nördlichen Seitenschiff. Beide Schiffe schließen im Osten mit gerader Wand ab. Die beiden westlichen Joche waren durch die Nonnenempore in zwei Stockwerke geteilt. Nach der fehlerhaften Tieferlegung ( über 3 Meter ) des Kirchendaches 1845 kam es 1 Jahr später 1846 zum Einsturz der nordwestlichen Kirchenwand und somit verbundenen Einsturzes des Gewölbes. Daraufhin wurde die Nonnenempore abgebrochen und nur das südwestliche Viertel, das seither die Orgel trägt, blieb uns erhalten. Das Erdgeschoss dieses Viertels und das nordwestliche Viertel in seiner ganzen Höhe wurden durch eine Wand vom übrigen Langhaus getrennt. 1990 wurde das eingestürzte Gewölbe in seiner ursprünglichen Form wieder aufgebaut. Der Schlussstein, der seit 1846 verloren war ,in der ca. 12 m langen Kirchenwand, für das Auge nicht sichtbar eingemauert , wurde von mir auf wundersamer Weise 1989 wiedergefunden und trägt nun das Gewölbe über dem ehemaligem Nonnenchor. Die vier Herzen symbolisieren die "Vier Gekrönten Märtyrer".
Der Zugang zum Langhaus erfolgte früher vom Turmuntergeschoss einige Treppenstufen abwärts zum 1. Joch des Hauptschiffes. Von hier gibt es jetzt keinen unmittelbaren Zugang zum Langhaus mehr, sondern nur noch an der Südseite die Tür in das 1. Joch der Begräbniskapelle. Ein weiterer Eingang unmittelbar neben dem Kloster ( Klostergasse / Pass ) war der separate Eingang für Probst und Novizinnen in die Altar- und Chorräume der Kirche, welche durch einen steinernen Lettner der Laiengemeinde getrennt war ( jetzt steht hier die große gusseiserne Grabplatte des Pfr. Scipio gest. 1660 ).
Der heutige Eingang der Kirche wurde im Zuge der östlichen Kirchenerweiterung um 1330 angelegt. In der Westwand der ehemaligen Nonnenempore befindet sich die schmale " Nonnenforte ". Unmittelbar aus den an die Kirche angebauten Klostergebäuden, gingen die Nonnen zum täglichen Chorgebet auf ihren Chor. Bemerkenswert ist, dass in Brusthöhe ( ca. 158 cm ) ein in Blei eingelassener noch sichtbarer eiserner Demutsstab sich befand. Nach meiner Erkenntnis ist es die gleiche Höhe wie der Eingang zur Grotte der Geburtskirche in Jerusalem.
Sollte Graf Heinrich VI. von Waldeck ( gen. d. Eiserne ) dieses auffällige Höhenmaß 1358 von seiner Pilgerreise mitgebracht haben ? ( K ) So das die Nonnen wenn sie zum Chorgebet auf den Chor zogen, sich zum Gedächtnis in Demut beugen mussten, wie ein jeder der zur Geburtsstätte des Erlösers der Welt gelangen will.
Die seitlich etwas tiefer liegende, gleich große Forte , schmückt noch die mittelalterliche Tür mit Eisenbeschlag und geschnitzten Flachornament aus der Klosterzeit. Durch diese Forte schritt täglich der Probst und sein Kaplan auf den Nonnenchor zur Austeilung der Hl. Kommunion für die Nonnen. Gleichzeitig war er der einzige Zugang für jene in die untere Kirche der Laiengemeinde zu gelangen.

Das zweigeteilte kleine Fenster an der Nordwand und das über dem Eingang ( Mittelsäule herausgebrochen ) sind Frühgotisch. Die anderen Kirchenfenster entstanden beim Kirchenbau um 1330. In den beiden östl. Chorfenstern befand sich wertvolle Got. Glasmalerei ( s. Kapelle ). Im Jahre 1900 kamen die 3 restlichen verblieben Fenster, aus Sorge der entgültigen Zerstörung od. des Verkaufs, im Besitz des Fürsten Friedrich v. Waldeck. Die Fürstenfamilie v. Waldeck die durch die Jahrhunderte immer eine besondere Beziehung zur Netzer Kirche - Kapelle hatte, stiftete alle großen Chorfenster. Im Eingedenk dieser Hilfe wurde das nördlichen Chorfenster mit dem fürstlichem Wappen versehen, Waldeck-Pyrmont / Schaumburg-Lippe.
Drei Rundpfeiler teilen das Langhaus; am westlichen ist noch der Absatz für die Nonnenempore sichtbar. Die runden Bögen laufen auf Halbpfeilern, Halbsäulen und Konsolen aus. Die Gewölbe sind gotische Kreuzgewölbe. Die Renovierung von 1957 hat die gotische Rankenmalerei (um 1350) über dem Altar wiederhergestellt; sie zeigt die typischen Zisterzienserkreuze des Heiligen Bernhard.
Die beiden Nischen mit Spitzgiebel an der Nordwand, sind die Tabernakel der ersten Klosterkirche von 1228 - 1330. An der Ostwand des Hauptschiffes hinter dem Altar befindet sich ein Wandtabernakel. Sein für Zisterzienser schmuckvolles mit Rosetten besetztes Eisengitter wurde um 1330 gefertigt. Der jetzt im Tabernakel stehende mittelalterliche Tontopf wurde 1956 vor dem Altar gefunden. Es handelt sich um eine Reliquienurne mit Knochen, Erde, Stoff und Metallresten welche die Klosterkirche besaß. Neben dem Tabernakel in halber Höhe mit im halben Achteck vorspringenden Becken die Piscina, ein steinernes Ausgussbecken für das Tauf- und Priesterwasser, deren Ausfluss von Außen zu sehen ist. Daneben befinden sich eine Wandnische für Tauf- und Abendmahlsgeräte.
Die acht Kreise an den Chorwänden sind Fragmente von ehemals 12 Apostel- oder Weihekreuzen. Sie entstanden nach der Fertigstellung der östlichen Gewölbe um 1330. In jedem Kreis war ein Kreuz angebracht, und darüber brannte auf einem Halter je eine Kerze.


Die Krypta



Der nördliche Teil der Krypta im 1. Joch ist vom südlichen Teil durch eine Wand abgetrennt. Dieser südliche Teil unter der Orgel, der heute als Friedhofskapelle dient, ist romanisch, von rundbogigen Quertonnen überwölbt. Das Gewölbe wird von einem in die Nordwand einbezogenen und einem freistehenden Pfeiler sowie von verdoppelten kämpferlosen Eckpfeilern und einer unten gerundeten Wandkonsole getragen. Diese romanische Unterkirche ist eine der eindruckvollsten Friedhofskapellen unseres heimatlichen Raumes.

Die Innengestaltung

Die Orgel



Auf der Nonnenempore befand sich aus der Klosterzeit eine Orgel, diese wurde im Jahr 1600 " wegen Baufälligkeit " abgebrochen. An Ihr befand sich das Mainzische Wappen ( Rad ).In der Amtszeit von Pfarrer Johann Curen wurde geradeaus vom Eingang wurde an der Nordwand 1670 eine Holzempore mit neuer Orgel errichtet. Diese wurde 1823 verkauft und im gleichen Jahr von dem Wildunger Orgelbauer Bornemann eine einmanualige Orgel angeschafft. Diese war laut Berichten so schlecht " gearbeitet " das sie 1845, 1908 und 1928 vom Betrieb des Korbacher Orgelbauer Jakob Vogt umgebaut werden musste. Sowie 1959 von Bosch (Sanderhausen) und 1979 von Lötzerich (Ippinghausen) erneuert wurde. 7 Register: Manual: Prinzipal 4`(Prospekt), Hohlflöte 8`, Gedackt 8`, Blockflöte 2` , Quinte 2 2/3`, Mixtur 4 f.; Pedal: Subbaß 16`; Pedalkoppel (erneuert 1979).
In den Blasebälgen der Orgel, die über 30 Jahre zweckentfremdet in der Kirche lagerten, entdeckte ich einen Tag vor dem Abtransport auf die Mülldeponie, dass der gesamte Blasebalg (1845) innen mit Papier zur Abdichtung ausgeklebt wurde. Es waren über 120 Seiten der Zisterzienser "Regeln" und Bibelseiten aus der Klosterzeit, die um 1500 in Latein gedruckt wurden.
Auf der Orgelempore steht die ehemalige Pfarrerbank aus dem Jahre 1670 mit reich profilierten Wangen und mit je einem eingeschnitzten achtstrahligem Stern.


Grabplatten



Wo früher der Eingang aus dem Laienrefektorium durch die Klostergasse (Paß) in das Seitenschiff der Kirche war, steht heute die große gußeiserne Grabplatte des Pfarrers Johannes Scipio (Klöppel) (1574 - 1660), der von 1608 an hier Pfarrer war und das erste evangelische Kirchenbuch 1642 begonnen hat. (In diesem Kirchenbuch steht u.a. auch, dass er dem Christophel Krummel den Teufel austrieb). Vieles wusste er zu berichten von den Menschen seiner Zeit. Die Grabplatte enthält fünf Inschrifttafeln: außer der Grabinschrift noch vier Bibelsprüche. Pfarrer Scipio war neben dem Altar beerdigt worden.
Nach altkirchlichem Brauch wurden Adels-, Amts- und Standesfamilien in den Kirchen beerdigt. So war es auch hier in Netze, wie die Freilegung von über 120 Gräbern (Skeletten) im Zuge einer Bodenuntersuchung, die 1989 durchgeführt wurde, ergab. Eine bemerkenswerte Vielzahl von Bestattungen fand im nördlichen Schiff jeweils vor den Altären statt, begonnen in der ersten romanischen Kirche und bis in das 16. Jahrhundert der Klosterkirche fortgesetzt.
Zum größten Teil in schlichte Erdbestattungen (Einbaum) und einige in Feldsteinkammern. Bei den Ausgrabungen 1989 hoffte man zahlreiche alte Grabplatten zu finden, aber es war den Archäologen nicht vergönnt, gerade im Hinblick auf die Vielzahl der Gräber, auch nur das Bruchstück einer Platte zu sichern; keine hatte die Jahrhunderte überdauert.
Wer waren die Bestatteten? Das Grafengeschlecht v. Waldeck hatte seine Beisetzungen ausschließlich in der waldeckischen St. Nikolaus Kapelle, der Zisterzienser Orden bestattete grundsätzlich außerhalb ihrer Kirchen. Wurde die Ministerialfamilie v. Netze, in Folge hier bestattet ? Denn eine Urkunde von 29. Mai 1290 besagt das ein Ludwig v. Netze, zum Ruhme Jesu Christi sowie der ruhmvollen Jungfrau Maria, zum Heil unserer Seelen ( Seelgerät ), den Netzer Konvent alle meine im Dorf Netze gelegen Güter ( 6 ) und Wälder .... zum ewigen Besitz geschenkt und gegeben habe ...
Umso mehr gewinnt die Grabplatte des Netzer Propstes Joh. v. Wolfhagen an Bedeutung, die ich selbst unter einer 30 cm tiefen Erdschicht 1989 wieder freilegen konnte. Sie ist die einzige aus katholischer (Kloster-) Zeit. Joh. v. Wolfhagen (* um 1280) war von 1320 - 1350 Propst am Netzer Kloster. Er ließ 1325 um die gesamte Kloster- und Meiereianlage eine hohe Mauer anlegen (Klostermauer), von der heute nur noch kleine Reste vorhanden sind. In seiner Amtszeit und unter seiner Leitung wurden um 1330 die vier östlichen Gewölbe mit geradem Chorabschluss angebaut.
Die lateinische Inschrift besagt, dass der Konvent des Klosters dem eifrigen Propst diese Platte aus Dankbarkeit auf sein Grab gelegt hat.
Andere beschriftete Grabplatten wurden leider bei der Renovierung 1846 zerstört.
Erwähnt sei die des Pfrs. Joh. Curen (* -; + 1686), der vor seiner Kanzel begraben wurde. Seine lateinische Inschrift lautete:
In diesem Grab liegt Curen, das besagt alles. Denn Frömmigkeit, Tüchtigkeit, eine starke Stütze liegen da. Er war ein Hirte, kein anderer war beherzter als er. Sei es die Herde zu weiden, sei es den Wolf zu vertreiben. Ein Mann, mit dem Würde und Klugheit waren Aufrichtigkeit, Unbescholtenheit und Liebe zur Religion. Kaum zehn Jahrfünfte ( 52) hatte er in der trügerischen Welt verbracht. Der in Netze eines sanften Todes selig verschied.


Taufstein und Marienfigur



Der wuchtige achteckige große Taufstein, der um 1350 entstand, bedarf besonderer Beachtung. Er besteht aus einem einzigen Sandstein und ist innen tief ausgehauen, da im Mittelalter die Kinder zur hl. Taufe ganz in Wasser getaucht (und dann wieder "aus der Taufe gehoben" wurden. Von 1845 -1990 stand er an dem Pfeiler im Chor und leider wurde deswegen ein gotisches Maßwerk zerstört um die Rundung des Pfeilers ausgespart. Der Taufstein ist mit acht gleichen ( sichtbar sieben ) gotischen Fenstermaßwerken versehen . Die jetzige Messingabdeckung mit der Darstellung der vier Paradiesströme wurde 1957 vom Waldeckischem Geschichtsverein gestiftet.
In einer Flachnische an der Säule vor dem Altar ( ehem. Jungfrauenchor ) sehen wir Maria, die Schutzpatronin des Klosters, der Kirche und des ganzen Netzer Tales (Marienthal): Die schöne, aus feinem Sandstein gefertigte gotische Madonna ist um 1260 entstanden; sie ist von schlichter Schönheit und passt gut in den Raum einer Zisterzienserkirche. "Herr, lass uns eins sein in deinem Wort, das Fleisch angenommen hat aus Maria, der Jungfrau!".


Die Barockkanzel



In der Amtszeit des Pfarrers Johannes Curen entstand die schmucke Barockkanzel in 5/8 Typ, geschnitzt 1663, "damit man ersehen möchte, dass es ein Haus Gottes wäre". 1673 ließ Curen die Kanzel von dem Maler Heinrich Schwarzenberg aufs schönste zur Ehre Gottes mit Ölfarben ausmalen. In den Füllungen sehen wir die vier Evangelisten und Christus als Salvator und Heiland, der die Weltkugel im Arm hält; darüber die jeweiligen Attributzeichen (Markus Löwe, Christus Lamm mit Kreuzfahne usw.). Bei Lukas sehen wir den Maler selbst vor seiner Staffelei stehend. Auf dem Buch des Lukas steht HS und BP - wohl die Malerinsignien.
Über der Kanzel befindet sich der Schalldeckel in 6/8-Form mit dem Sternenzelt und der Holztaube als Symbol des Hl. Geistes.
Was auf der Kanzeltür zu sehen ist, hat so oft nicht seinesgleichen in deutschen Landen: Wir sehen den Pfarrherrn Curen selbst in voller Größe unter dem Gekreuzigten. Er steht 40-jährig vor seinem Netzer Arbeitstisch, darunter sein Wahlspruch: In Christi vulneribus vivo - In Christi Wunden lebe ich. Es war ihm vergönnt, noch 13 Jahre zu sich selbst heraufzusteigen. 1686 wurde er aus dieser trügerischen Welt abgerufen und ruht seitdem neben "seiner" Kanzel.



Kruzifix, Klosterbibel und Abendmahlskelch

über dem Flügelaltar ein hölzernes Kruzifix. Der fein empfundene Corpus mag aus dem 15. Jahrhundert stammen und wurde von den Nonnen als Prozessionskreuz verwand. Die Nachbildung des Kreuzes ist im Untergeschoss des Turmes zu sehen.
Erwähnt sei hier die alte Netzer Klosterbibel. Sie wurde 1471 in dritter Auflage von Scheffer ( Nachfahre von Gudensberg )zu Mainz gedruckt und enthält wertvolle Miniaturmalereien, viele Eintragungen zur Chronik von Kloster und Dorf sowie ein Äbtissinnenregister von 1380 bis 1565. Als 1630 das Kloster durch kaiserliches Resolutionsurteil wieder besetzt werden sollte, kam die wertvolle Bibel auf Burg Waldeck und später nach Marburg in das Staatsarchiv wo sie sich Heute noch befindet.
Bei der Stiftung der Ev. Pfarre von Netze 1540 wurden durch die letzte Äbtissin Katharina von Rhene und Konvent neben vielen Büchern, Schriften, Mobiliar und Urkunden auch einige silberne Messkelche übergeben. Einer dieser wertvollen Kelche ( vor 1500 ) blieb uns erhalten und ist bis heute der Abendmahlskelch der Netzer Gemeinde. 1638 verkaufte man einen Kelch um diesen zu vergolden. Nehmen wir den heiligen Trunk aus ihm, so sind wir gleichsam verbunden mit all denen, die vor uns hier knieten.

Der gotische Flügelaltar


Das bedeuternste Kunstdenkmal der ehemaligen Netzer Zisterzienserinnen-Klosterkirche ist der große ( Triptichon )gotische Flügelaltar ( geöffnet 475 cm Breite und 134 cm Höhe ). Eines der wenigen monumentalen Altarwerke aus dem 14. Jahrhundert deutscher Tafelmalerei. Dieser Typus beeinflusste die gesamte norddeutsche Malerei seiner Zeit.
Der Meister, der den Flügelaltar um 1370 geschaffen hat, ist uns nicht bekannt. Wer war der Meister ? War es der legendäre Meister Wilhelm aus Köln ? Wir finden kein Zeichen seiner Hand oder einer Signatur auf seinem Gemälde. Wie alle Künstler seiner Zeit tritt er gänzlich hinter sein Werk zurück und doch muss er einer der Großen dieser Epoche gewesen sein. Wir wissen nur das der Altar unter westfälischen Einfluss entstanden ist ( Raum Osnabrück / Soest ).Er ist charakteristisch für die Stilstufe der Generation vor des Konrad von Soest ( im nahen Bad Wildungen ( 1404 ).Ein Gegenstück aus Osnabrück ( um 1390 ),befindet sich jetzt im Wallraft-Richardt-Museum in Köln. Nicht vom Meister selbst geschaffen, jedoch aus seiner Werkstatt. Der " Entdecker " des Netzer Altars Prof. Dr. Meyer-Barkhausen nannte unter anderem ... Dieses Netzer Bild als eines der wertvollsten und bedeutensten Werke Got. Malerei, dass einen besonderem Platz in der deutschen Kunstgeschichte einnimmt. Bei der damaligen Internationalität der Kunstbeziehungen sind die spürbaren rheinischen und bömischen Einflüsse erkennbar ( Prag, Schloss Karlstein ). War doch das oberste Gebot in den alten " Malschulen " an die Künstler : " Merke dir mein Sohn, wenn spätere Geschlechter deine Werke betrachten und denken dabei nur an dich - und sprechen von deinem Werk nur von dir - dann hast du deinen heiligen Auftrag nicht erfüllt ... ". In diesem Bekenntnis und Weisung liegt eine tiefe Frömmigkeit und Wahrheit, der schaffende Künstler tritt hinter sein Werk zurück - allein die Verkündigung des Heilsgeschehens haben Vorrang. Als dieser Netzer Altar von gewaltiger Wucht und Eindringlichkeit entstand, haben die Menschen seiner Zeit nicht nur das Heilsgeschehen als Bilder der Bibel "biblia pauperum" (Armenbibel; d.i. "für die Armen im Geiste", die nicht lesen und schreiben konnten) betrachtet, sondern auch die Symbole einer "Sprache" lesen können, die uns Heutigen fremd geworden ist. So sollte an dieser Stelle beides betrachtet werden: das verkündigte Wort der Hl. Schrift und die Symbolsprache der Gotik. Wenn beide verstanden und erkannt werden, dann bekommt dieses monumentale Altarwerk noch mehr Aussagekraft, als wenn nur bunte Farben und gehämmertes Gold die Augen des Betrachters erfreuen.

Der Netze Überlieferung zufolge soll der Altar vom Waldecker Graf Heinrich VI. gen. d. Eiserne (* - + 1395) nach seiner Rückkehr aus dem heiligem Land 1357 von ihm und seiner Familie aus Dankbarkeit für seine Heimkehr und der inzwischen verstorbenen Mutter ( Mechthild v. Hause Braunschweig / Lüneburg ), zu derer Seelenheil den Nonnen ihres Hausklosters gestiftet worden sein. Man will in dem römischen Hauptmann den Grafen Heinrich v. Waldeck sehen (?).
Jedenfalls stand er ursprünglich bis 1604 auf der großen Nonnenempore, im Gewölbe vor der jetzigen Orgel. Er diente den Nonnen des Zisterzienser-Ordens zur Anregung für ihre täglichen Gebetsübungen und geistlichen Vertiefungen in die Geschichten der Hl. Schrift, die in den einzelnen Bildtafeln dargestellt waren. Oben im Halbdunkel der Empore brannten bei diesen Übungen eine Fülle von Kerzen und gaben mit ihrem lebendig sich bewegenden Schein den Beterinnen die Einstimmung zur Betrachtung und inneren Versenkung. In kniender Haltung erlebten sie täglich die hohen geistlichen Freuden und den Anruf ihres Gottes. Die einzelnen Darstellungen aus dem Leben Jesu wurden innerlich durchlebt. Der Goldgrund der Bilder leuchtete damit auch für ihr Leben als schöner Goldgrund der Ewigkeit auf.
Die erschütternde großartige Darstellung der Christusgestalt zieht den Betrachter machtvoll in seine weit geöffneten Arme. Seine Größe und Ausdruckskraft sind es die das Netzer Bild ebenbürtig neben die bedeutersten Schöpfungen der mittelalterlichen Kunst stellen. Auf 13 Bildern ist das Leben Jesu dargestellt und begleitet gleichsam den Ablauf des Kirchenjahres von Advent bis Pfingsten.



Linker Flügel, links oben: Verkündigung und Wurzel Jesse


"Und es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen." (Jes 11,1).
Maria hört mit betend erhobenen Händen dem Verkündigungsengel zu. Gott-Vater spricht durch den Mund des Erzengels aus Himmelshöhen zu seiner Magd. Sie ist die größte Person auf diesem Bild. Wenn wir jedoch näher hinsehen, so ist der Engel, der Gesandte Gottes, der Größere. Seine Flügelspitze reicht oben bis an das Ende des Himmels und der Saum seines Rockes bis an das Ende der Erde. Er, der Bote Gottes, umfasst beides: Himmel und Erde. Nur im knienden Gruß vor Maria "erscheint" er uns kleiner. Alle Füße sind in Gewänder oder Schuhe gehüllt, nur der Engel steht mit nackten Füßen auf geheiligtem Boden ("Ziehe deine Schuhe aus, denn die Erde ist heilig"; vgl. Gen 3,5).
Zwischen dem Engel und Maria sitzt Jesse (Isai); er ist nackend und schläft, aber aus seinem Herzen wächst der starke Baum des Glaubens, in dessen Krone der auf seiner Harfe spielende und seine Psalmen singende König David sitzt. Aus den Ästen des Baumes erblühen um David herum abwechselnd Lilie und Rose; es sind die anderen elf Stämme Israels.
Wir erkennen hier die Blüten vom Baum des Lebens, "Rose ohne Dornen" und die Lilie als "Marie, die reine Magd". Auf dem mystisch wehenden Spruchband, über die 12 Stämme Israels, - über dem ganzen Erdkreis ,- verkündet der Gesandte Gotte, Erzengel Gabriel, den schönsten, umfassensten , beständigsten, würde- und verheissungsvollsten Gruß hin zu Maria. AVE GRATIA PLENA DOMINUS TEKUM. Sei gegrüßet, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Maria war erschrocken und dachte bei sic : Welch ein Gruß ist das ? Und der Engel sprach zur ihr : Fürchte dich nicht, Maria ! Du hast Gnade bei Gott gefunden ( Lukas 1.28/30 ).
Über diesem Geschehen erkennen wir die Heilige Dreifaltigkeit. Oben, aus den Wolken blickend, sehen wir Gott-Vater. Der Nimbus um ihn ist geschlossen wie ein Ring. Er, der Ewige und Vollkommene, ist ohne Anfang und Ende. Er sendet uns mit segnender Gebärde auf Segensstrahlen Christus in die Welt, als Kind kommend, aber schon mit dem Kreuz seiner Passion beladen, und die Taube seines Hl. Geistes berührt gerade jetzt mit ihrer Schnabelspitze das Ohr Marias.
Diese Verkündigungsdarstellung auf dem Netzer Altar zählt zu den Einmaligkeiten in der deutschen Kunstgeschichte. Bild und Wort kommen zusammen und lösen die Verzückung des Betenden aus.


Linker Flügel, rechts oben: Geburt Christi



"Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln... " (Lk. 2,7).
Die alte und immer wieder neu durchlebte Weihnachtsgeschichte wird uns auf dem Netzer Altar in besonderer Weise dargestellt. Der Neugeborene ruht nicht auf einem Kissen oder in einer Krippe noch auf dem Arm der Mutter. Der sondern liegt eingezwängt in einer schmalen westfälischen Kufenwiegen. Somit ist sie wohl eine der ältesten Wiegendarstellungen auf einem deutschen Altar überhaupt. Die Wiege ist ganz an die Seite gerückt. Aller Blicke richten sich auf das Kind in der an die Seite gerückten Wiege und wird doch zum Mittelpunkt.
Neben der Wiege auf einer Liegestatt, gemäß dem alten Byzantinischen Typus, ( Ikonen ) ruht anmutig die Gottesmutter Maria; liebevoll, fürsorglich und schützend wacht sie dem Salvator Mundi - dem Erlöser der Welt. Dies ist vielleicht eine der schönsten Marien-Darstellungen des 14. Jahrhunderts.
Zu ihren Füßen, auf einem Schemel sitzt der oft belächelte ( ? ) Brei kochende Josef. Er sitzt nicht nur dabei, weil er eben zur Geschichte dazugehört, sondern er nimmt eine wichtige Aufgabe als Nährvater der heiligen Familie wahr. Der große Meister dieses Netzer Altares zeigt es ganz deutlich, Josef wendet sich von seiner täglichen Arbeit ab, diese kann er ohne hinzusehen verrichten. Er dreht sich um, denn seine Führsorge und Liebe gilt der ruhenden Wöchnerin Maria und dem neugeborenem Jesuskind in der Wiege.
Vor der Wiege sehen wir zwei kämpfende und zwei weidende Schafe: Christus ist in die Welt gekommen zu den guten und bösen Menschen.
Neben der Wiege sitzt ein Hund; er ist das Symbol des Verkünders und der Treue. Hier wird der Welt kundgetan: Hier ist Wichtiges geschehen!
Rechts am Pfosten des Stalles über Josef kommt ein Engel und bläst mit einer Hand das Horn zum ewigen Ruhm und Lobpreis Gottes. Wenn auch Josefs Haupt kein Nymbus ziert so streckt doch der Engel seine andere Hand schützend und segnend über all sein Thun aus. Gott ist mit ihm. Wer möchte da einen Brei kochenden Josef noch belächeln (? ). Die kleine ausgestreckte segnende Hand des Boten Gottes, setzt alles in ein anderes Licht.
Im Hintergrund steht der Stall des alten Bundes, das Stroh auf dem Dach ist stellenweise zerbrochen - der zerbrochene Zion - Christus in der engen Wiege ist die neue Verheißung.
"Ein Ochs kennt seinen Herren und ein Esel die Krippe seines Herrn..." (vgl Jes. 1,3a), so blicken uns diese Tiere gleichsam mit menschlichen Gebärden an. Die Armseligkeit und Dürftigkeit der Herberge aber bekommt ihren Glanz und ihre Würde durch das ewige Wort.


Linker Flügel, rechts unten: Die Anbetung der drei Weisen



"Als sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut..." (Mat. 2,10).
Die drei Weisen aus dem Morgenland (aus dem Osten, wo das Licht herkommt) als Vertreter des Reichtums, der Wissenschaft und der Macht (hier nicht als Vertreter der drei Erdteile!), begeben sich auf den weiten Weg durch die endlose Wüste, um "den neu geborenen König der Juden" zu finden (Mat. 2,2).
Maria mit dem Kind auf einen Thron erhoben, um das Haupt Jesu der Nimbus mit den Zeichen der Hl. Dreifaltigkeit.
Der ältere kniet zur Anbetung nieder, der Mittlere zeigt auf den hellen Stern über Bethlehem und der Jüngste zeigt auf seinen dritten Knopf. An seinem langen Gewand sind 21 Knöpfe in einer Reihe angebracht; in diesen verbirgt sich dreimal die Zahl sieben (Hinweis auf die "Sieben Gaben des Hl. Geistes", vgl. Jes. 11,2).
"... und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe." (Mat. 2,11).


Linker Flügel, links unten: Darstellung



"Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen." (Luk. 2,29 - 30)
Maria, unvergleichlich ausgezeichnet die Begnadung Gottes, trägt stolz und glücklich, Gottes größtes Geheimnis in den Tempel. Wahrhaftiger Gott, vom Vater in Ewigkeit geboren und auch wahrhaftiger Mensch, von der Jungfrau Maria geboren .... Als sichtbare Opfergabe bringt sie das Armeleuteopfer, 2 Turteltauben auf den Altar. Zum Evangelium diese Tages gehört der Lobgesang Simeons auf Jesu. Als Licht der Erleuchtung der Völker und als Krone aller Erfüllung erkennt ihn das Seherauge und preist ihn der Prophetenmund. Die Prophetin Hanna, begleitet Mutter und Kind auf diesem Wege und trägt das Körbchen in dem die Tauben waren. Eine große Opferkerze hält sie brennend in ihrer Hand. Bei diesem Licht gedenken alle Christen durch die Zeiten, den Tag " Maria Lichtmess " 40 Tage nach Weihnachten ( 2 Februar ). Ehrfurchtsvoll verhüllt Simeon sein Hände um das Jesuskind - das Heil - zu empfangen. Der alte Priester Simeon aber darf Gott loben, und wir möchten ihm gern seine Worte nachsprechen.


Mittelflügel, links oben: Abendmahl



"Als sie aber aßen, nahm Jesu das Brot , dankte und brach\s und gab´s den Jüngern und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib..." (Mat. 26, 26-28)
Ergriffen hören seine Jünger die feierliche Einsetzung des Hl. Mahls und genießen andächtig still und in sich gekehrt vom "Brot des Lebens".
Der Tisch wirkt wie ein hergespanntes Tuch und die Teller stehen aufrecht auf dem Tisch, es fehlt noch jegliche Perspektive.
Hinter dem Tisch, in der Mitte, sitzt Christus. In tiefer Demut neigt sein Lieblingsjünger Johannes sein Haupt an die Brust des Herrn. Mit einer Hand segnet Jesus den Kopf des Johannes, mit der anderen reicht er den Bissen Brot über den Tisch zu Judas. "Dieser wird es sein, der mich verraten wird." So ist schon hier der Verräter ausgeschlossen aus der Reihe der anderen Jünger, er sitzt ohne Nimbus vor dem Tisch.
Der Ausdruck der Jünger ist ergreifend und bedarf der besonderen meditativen Betrachtung.


Mittelflügel, rechts oben: Handwaschung



"... nahm Pilatus Wasser und wusch sich die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig an seinem Blut; seht ihr zu." (Mat. 27,24)
Die meisten Verspottungsbilder anderer Altäre zeigen uns, wie Christus gegeißelt, erniedrigt und gedemütigt wird. Hier auf dem Netzer Bild ist es anders: Wir sehen Christus als größte Person; er überragt noch Pilatus auf dessen Thron. Sein Ausdruck bleibt lächelnd erhaben. Das will uns sagen: Christus bleibt Sieger, egal wie sich ein Pilatus oder die Welt gegen ihn entscheiden wird, obwohl die beiden Kriegsknechte ihn schlagen und bedrängen.
Ein Diener bringt eine goldene Schüssel mit Wasser, in der sich Pilatus als Zeichen seiner Unschuld die Hände wäscht.


Mittelflügel, links unten: Kreuztragung



"... und er trug sein Kreuz" (Joh. 19,17).
Die Menschen haben kein Mitleid mit ihm; ein Kriegsknecht mit stumpfen Gesicht schlägt ihn verächtlich; er aber trägt mit großer Ergebenheit und Geduld das ihm auferlegte Kreuz und Leiden. Die Gläubigen begleiten ihn auf diesem letzten Wege und richten sich an diesen fünf Worten der Schrift auf.


Großes Mittelteil: Kreuzigung



"... kreuzigten sie ihn dort und die Übeltäter mit ihm..." (Luk. 23,33) - "Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein" (Luk. 23,43). "... und Frauen, die klagten und beweinten ihn. Jesus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weint nicht über mich, sondern weint über euch selbst und eure Kinder" (Luk. 23, 27 - 29). - "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!" (Luk. 23,34). - "Und zu der neunten Stunde rief Jesus laut: Eli, Eli, lama asabtani? das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" (Mak. 15,34) - "Und Jesus rief laut: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände..." (Luk. 23,46).
Alle diese Worte wollen lang und still von uns bedacht werden; sie sind von großem inneren Gewicht und bedeutungsvoll.
Im Mittelpunkt des Bildes und des ganzen Flügelaltars: der gewaltige Christus am Kreuz. Diese Szene beherrscht den ganzen Altar. Tiefbraune lange Locken hängen um das Gesicht mit dem starken Leidensausdruck. Das bekannte Passionslied " O Haupt voll Blut und Wunden ... " begleitet uns Zeile für Zeile bei dieser Betrachtung. Der Corpus Christi ist umgeben von den himmlischen Heerscharen. Die Engel warten auf den Heimgang der Seele Christi ins Paradies.
Ein Engel wischt den Todesschweiß von der Stirn des Übeltäters, zu dem Christus sprach: "Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradies sein" (vgl. Luk. 23,43). Dem anderen Schächer holt der Teufel mit Krallen und Schwimmflossen die Seele aus dessen Ohr.
Links unter dem Kreuz stehen die weinenden und trauernden Frauen: Maria, die Mutter des Herrn, ist vor Schmerz zusammengebrochen und wird von den anderen Frauen gestützt. Erschütternd der in Schmerz und Qual sich der Mutter zuneigende Körper des Gekreuzigten. Noch ist Christus nicht verschieden, seine Augen sind geöffnet und suchen den Blick der Mutter. Diese blickt hoch zu dem geliebten Sohn am Kreuzesstamm.
Neben den trauernden Frauen steht Johannes, der Freund Jesu. Er erhebt seine Hände und neigt sich in Trauer und Schmerz den trauernden Frauen zu. "Siehe Weib, das ist dein Sohn...".
Alle Füße sind in lange Gewänder gehüllt, nur Johannes zeigt uns einen nackten Fuß: diese Stätte ist von nun an für alle Zeiten ein heiliger Ort.
Auf der anderen Seite, unter dem Kreuz des Schächers, steht eine Gruppe von Kriegsknechte. Voran der römische Hauptmann, gekleidet in ein prächtiges gotisches Gewand und im Schmuck seiner eisernen Rüstung. Er steht unter dem Kreuz Christi, erhebt seine Hand, zeigt mit seinem überlangen Finger hin zu Christus und will denen, die dabei waren- und zu allen Zeiten den Menschen, die unter dem Kreuz Christi stehen - sagen: Sehet, dieser war nicht irgend jemand, sondern wahrhaftig der Sohn des lebendigen Gottes. Somit erhält sein Finger einen wichtigen und entscheidenden Auftrag.


Mittelflügel, rechts unten: Kreuzabnahme



"... und Josef nahm ihn ab, wickelte ihn in ein Leinentuch..." (Lukas 23,53).
Wir sehen Maria als Pieta mit dem kostbaren Leib, der von den Seinen geborgen wird. Die Leiter steht noch am Kreuz, und darunter steht der erschütterte Johannes. Josef aus Arimathia kniet nieder und hält die Füße des Leichnams umfangen.
Daneben steht der Knecht Nikodemus und hält uns drei große Nägel entgegen. Unsere Kirche gedenkt dieser Nägel noch täglich, wenn auch oft vergessend oder unbewusst. So sei es an dieser Stelle in Erinnerung gebracht: Nach dem täglichen Läuten der Glocken, des Morgens, am Mittag und am Abend, werden nach dem Läuten die neun Gebetsschläge angeschlagen, oder während des Gottesdienstes, beim Vaterunser, vernehmen wir die drei mal drei Gebetsschläge. Hier sollen wir immer wieder täglich an die drei mal drei Schläge auf die Nägel am Kreuz - an das Martyrium und den Tod Christi - erinnert werden. Es kommt nicht auf die Größe der Glocken, sondern auf das Erkennen der Wichtigkeit ihrer Schläge an.


Rechter Flügel, links unten: Grablegung



"... und legte ihn in ein Felsengrab in dem noch nie jemand gelegen hatte." (Lukas 23,53)
Joseph und der Kriegsknecht legten den heiligen Leichnam in ein mittelalterliches Tumbengrab. Auch der Henker gibt dem Heiland die letzte Ehre. Dahinter stehen die drei Frauen.


Rechter Flügel, rechts unten: Auferstehung



"Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt;..." (Johannes 11,25).
Bedeutungsvoll hebt er den Zeigefinger der rechten Hand bei diesen Worten. Die Siegesfahne aber weht im Winde des Auferstehungsgeschehens. War vorher Pilatus auf seinem Thron in Purpur gehüllt, so trägt jetzt Christus den Pupurmantel: Der Auferstandene und Sieger über den Tot. Gerade die, die wach sein sollten und wollten, verschlafen den entscheidenden Augenblick in ihrem Leben, ja im Leben der Welt.


Rechter Flügel, links oben: Himmelfahrt



"Und als er das gesagt hatte, wurde er zusehends aufgehoben und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen." (Apg 1,9)
Zwölf Jünger im Heiligenschein (wer ist der Zwölfte? oder hat sich der Maler verzählt?) heben betend die Hände; aber ihre Blicke bleiben auf der Erde. Sie begreifen nicht, dass all ihre Gebete in dem Augenblick erhört sind, in dem der Herr die Königsherrschaft über die Welt antritt



Rechter Flügel, rechts oben: Pfingsten



"Als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind... Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist..." (Apg 2, 1 - 4).
Die elf Jünger und als Zwölfter, ohne Heiligenschein, Matthias sehen betend den Heiligen Geist in Gestalt einer Taube (nicht als Feuerzungen!) herniederkommen, mit einer Abendmahlsoblate im Schnabel. Wir aber, als seine Gemeinde, sehnen uns, beim Heiligen Mahle das auch zu erleben. Links neben der Taube ist Johannes, rechts von ihr sehen wir Maria. Die Verehrung der Zisterzienser lässt Maria am Pfingstgeschehen, Geburtstag der Kirche , unmittelbar teilhaben.


Rückseite des Altars



Ursprünglich war der Altar auch auf der Rückseite bemalt: auf den Flügeln jeweils sechs Apostel. In der Weihnachts- und Passionszeit, wenn der Altar geschlossen war, wollte er - gemäß dem Wort: "Gott will im Verborgenen wohnen" - den Betrachtern vom Geheimnis Gottes erzählen und auf die Kirche in Gestalt der 12 Heiligen aufmerksam machen.
Ob und wie das Mittelfeld bemalt war, ist nicht mehr festzustellen. Nach der Überlieferung wurde im 30-jährigen Krieg der Altar geschlossen und die Heiligen zerkratzt, zerstört und mit einer braunen Farbe überstrichen die 1929 wieder entfernt wurde. So ist die Rückseite bis auf die " Vier gekrönten Märtyrer " und " Bischof Erasmus " nicht mehr erkennbar.



Die wechselvolle Geschichte des Altars



Im Siebenjährigen Krieg (1757 - 1764) wurden die Flügel aus Sicherheitsgründen abgenommen und im Dorf aufbewahrt. Wenn man bedenkt, dass in jenem Krieg durch französische und englische Truppen im Dorf Netze bis auf sieben Wohnstätten alles abgebrannt war, grenzt es an ein Wunder, dass uns der Altar bis in unsere Tage erhalten geblieben ist. Im Jahr 1928 konnte der Verkauf des Bildes Dank der Wachsamkeit der Netzer Bürger verhindert werden.
Im 2. Weltkrieg wurde das Bild ebenfalls aus Sicherheitsgründen (1943 - 1945) in einem Bunker in Bad Wildungen eingelagert. Auch hier kann man von einer guten Fügung sprechen, dass der Altar nicht nach Amerika gelangte. Auf den Hinweis eines U.S. Captains an den damaligen Netzer Bürgermeister hin, konnte das Bild einen Tag vor dem Abtransport in die USA (wie andere Kunstwerke), auf einem Pferdewagen getarnt unerkannt die bewachte Stadtgrenze von Bad Wildungen passieren und wieder nach Netze geholt werden. Klimatische Verhältnisse der letzten Jahrzehnte machten eine kostenaufwendige Festigung des porösen Kreidegrundes unter den Farben notwendig. 8 Jahre war der Altar zur Renovierung und Einlagerung in Wiesbaden beim Denkmalpflegeamt. Um den Bestand des Altarbildes in Zukunft zu sichern, wurde 1990 eine Klimaanlage in die Kirche eingebaut und alle Fenster erneuert und doppelt verglast .Am Sonntag Jubilate, dem 21. April 1991 feierte die Netzer Kirchengemeinde und mit ihr ein großer Kreis von Geschichts- und Heimatfreunden aus Nah und Fern die Rückkehr des kostbaren Bildes an seinen über 600 Jahre geweihten Altarplatz. Mögen noch viele Generationen vor ihm stehen und alle Zeit erkennen, dass dieses Altarbild würdig ist, erhalten zu werden. Die Restauratorin des Altars Uta Reinhold berichtet in ihrem Aufsatz, Denkmalpflege 1./ 1988 u. a. ... ausführlich über ihren Versuch , die Identität dieses Objektes zu bewahren.

Der Altarblock stammt noch aus der Erbauungszeit (1330). Er ist aus Sandstein gemauert und war bis 1957 verputzt. Die Rückwand wurde auf dem Fundament eines quadratischen Chores aufgebaut. Der quadratische Chor entstand nach dem Abbruch der romanischen Apsis um 1330. Von vorn ist noch die Öffnung zu sehen, in der die Reliquien aufbewahrt wurden.
Die Altarmensa (Deckplatte) ist aus einem einzigen großen Sandstein gefertigt. Die Plattform vor dem Altar, wo der Pfarrer steht, ist der Rest des Altares aus der Zeit des quadratischen Chores.




Waldeckische Grabkapelle des St. Nikolaus

Innengestaltung



Fürbitte und Pflege der Totenstädte waren neben den täglichen Chorgebeten, der Krankenpflege und dem Wirken im landwirtschaftlichen Bereich eine große Aufgabe der "Töchter des Hl. Bernhard" hier in Marienthal.
Die Waldeckische Grabkapelle St. Nikolaus wurde an die Südwand der Klosterkirche in der Länge der Nonnenempore eingebaut. Schon die Stifter werden den Wunsch gehegt haben, sich im Schutze des Hausklosters bestatten zu lassen. Der erste urkundlich erwähnte Graf, der in der Kapelle begraben wurde, war Heinrich II. von Waldeck (1238 - 1267). Es ist anzunehmen, dass der Stifter, sein Vater Adolf I. (1218 - 1270), auch hier begraben liegt. So wurden von 1267 - 1690 die Mehrzahl der Angehörigen des Grafenhauses hier bestattet. Männer und Frauen, selbst viele Kinder, die nie die Bürde des Landesherren getragen haben, ruhen hier.
St. Nikolaus war eine selbständige Kapelle mit eigenem Priester, Kaplan und Rektor des Altares St. Nikolaus und wurde von dem Stifterhaus reichlich mit Besitzungen in Netze und den umliegenden Ortschaften beschenkt.
Durch eine Spitzbogenpforte betreten wir heute die Grabkapelle von der Kirche her.
Die einzelnen Grabdenkmäler und Sarkophage (Tumbengräber) schmücken die Kapelle in feierlichem Ernst.
Außer auf viele weitere beschriftete Grabplatten und fünf Namenssteine, sei noch auf die drei gotischen Glasfenster im Südfenster der Kapelle hingewiesen. Es sind die kostbaren Reste der östlichen Chorfenster aus der Klosterkirche. Christus krönt und segnet die Gottesmutter Maria, über diesen Geschehen leuchtet der große Marienstern, ( in Rot ) darüber erkennen wir die Zinnen des himmlischen Jerusalem. Sie entstammen der Z
 
 
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189.) 16.05.2005 / 14:48
Name:
turcistartaris.htm
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keine
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www.paraneua.de/turcistartaris.htm
 
 
188.) 16.05.2005 / 14:34
Name:
macht der liebe
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www.paraneua.de/ichbetea.midi
 
 
187.) 16.05.2005 / 13:46
Name:
statt holocaust-politik "power of love"!
eMail:
keine
Homepage:
Beitrag:
O power of love, all else transcending
In Jesus present evermore,
I worship Thee, in homage bending
Thy name to honor and adore;
Yea, let my soul, in deep devotion,
Bathe in love\s mighty boundless ocean.

Thou art my rest, no earthly treasure
Can satisfy my yearning heart,
And naught can give to me the pleasure
I find in Thee, my chosen part,
Thy love, so tender, so possessing,
I joy to me, and every blessing.

To Thee my heart and life be given,
Thou art in truth my highest good;
For me Thy sacred side was riven,
For me was shed Thy precious blood.
O Thou who art the world\s salvation,
Be thine my love and adoration.




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Eines der erschütterndsten und zugleich großartigsten Erlebnisse war mir die Weihnachtsnacht 1945, in der wir gefangenen Nationalsozialisten - etwa 6.000 an der Zahl - umgeben von mit amerikanischen Maschinengewehrschützen besetzten Wachtürmen, ohne vorherige Verabredung plötzlich gemeinsam das Lied "Ich bete an die Macht der Liebe" sangen. Alle amerikanischen Offiziere und viele Tausende Deutsche liefen zusammen, um uns zu sehen, zu hören und mitzusingen - und der amerikanische Lagerkommandant, ein Frontoffizier, hatte Tränen in den Augen.
(Friedrich Christian Prinz zu Schaumburg-Lippe).

Google-Suche, angeregt von Paraneua-Bioeule
www.paraneua.de/linkverweis.htm
www.paraneua.de/miteinander.htm
 
 
186.) 16.05.2005 / 13:41
Name:
statt holocaust-politik!
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Ich bete an die Macht der Liebe

Melodie - Melodie mit Vorspiel - "St. Petersburg" Dmytri Bortniansky, 1822 (1751-1825)


Gerhard Tersteegen 1697-1769
Ich bete an die Macht der Liebe,
Die sich in Jesu offenbart;
Ich geb\ mich hin dem freien Triebe,
Wodurch ich Wurm geliebet ward;
Ich will, anstatt an mich zu denken,
Ins Meer der Liebe mich versenken.

2. Für Dich sei ganz mein Herz und Leben,
Mein süßer Gott, und all mein Gut!
Für Dich hast Du mir\s nur gegeben;
In Dir es nur und selig ruht.
Hersteller meines schweren Falles,
Für Dich sei ewig Herz und alles!

3. Ich liebt und lebte recht im Zwange,
Wie ich mir lebte ohne Dich;
Ich wollte Dich nicht, ach so lange,
Doch liebest Du und suchtest mich,
Mich böses Kind aus bösem Samen,
Im hohen, holden Jesusnamen.

4. Des Vaterherzens tiefste Triebe
In diesem Namen öffnen sich;
Ein Brunn der Freude, Fried und Liebe
Quillt nun so nah, so mildiglich.
Mein Gott, wenns doch der Sünder wüßte!
- sein Herz alsbald Dich lieben müßte.

5. Wie bist Du mir so zart gewogen,
Wie verlangt Dein Herz nach mir!
Durch Liebe sanft und tief gezogen,
Neigt sich mein Alles auch zu Dir.
Du traute Liebe, gutes Wesen,
Du hast mich und ich Dich erlesen.

6. Ich fühls, Du bist\s, Dich muß ich haben,
Ich fühls, ich muß für Dich nur sein;
Nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben,
Mein Ruhplatz ist in Dir allein.
Hier ist die Ruh, hier ist Vergnügen;
Drum folg ich Deinen selgen Zügen.

7. Ehr sei dem hohen Jesusnamen,
In dem der Liebe Quell entspringt,
Von dem hier alle Bächlein kamen,
Aus dem der Selgen Schar dort trinkt.
Wie beugen sie sich ohne Ende!
Wie falten sie die frohen Hände!

8. O Jesu, daß Dein Name bliebe
Im Grunde tief gedrücket ein!
Möcht Deine süße Jesusliebe
In Herz und Sinn gepräget sein!
Im Wort, im Werk, in allem Wesen
Sei Jesus und sonst nichts zu lesen.
O power of love, all else transcending
In Jesus present evermore,
I worship Thee, in homage bending
Thy name to honor and adore;
Yea, let my soul, in deep devotion,
Bathe in love\s mighty boundless ocean.

Thou art my rest, no earthly treasure
Can satisfy my yearning heart,
And naught can give to me the pleasure
I find in Thee, my chosen part,
Thy love, so tender, so possessing,
I joy to me, and every blessing.

To Thee my heart and life be given,
Thou art in truth my highest good;
For me Thy sacred side was riven,
For me was shed Thy precious blood.
O Thou who art the world\s salvation,
Be thine my love and adoration.




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Eines der erschütterndsten und zugleich großartigsten Erlebnisse war mir die Weihnachtsnacht 1945, in der wir gefangenen Nationalsozialisten - etwa 6.000 an der Zahl - umgeben von mit amerikanischen Maschinengewehrschützen besetzten Wachtürmen, ohne vorherige Verabredung plötzlich gemeinsam das Lied "Ich bete an die Macht der Liebe" sangen. Alle amerikanischen Offiziere und viele Tausende Deutsche liefen zusammen, um uns zu sehen, zu hören und mitzusingen - und der amerikanische Lagerkommandant, ein Frontoffizier, hatte Tränen in den Augen.
(Friedrich Christian Prinz zu Schaumburg-Lippe).


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185.) 16.05.2005 / 02:20
Name:
Anonym
eMail:
keine
Homepage:
keine
Beitrag:
www.paraneua.de/wilhelmbraunschmetterling.jpg



Wilhelm Braun, Kunstmaler, 4.5.1906, Kreuzau
– München, 1906 – 1986: www.paraneua.de/passion.gif

http://www.wilhelmbraun.de.vu/

http://www.wilhelmbraunbiografie.de.v u/



ZUM SCHILLERJAHR: www.paraneua.de/schillerunddiegegenwart3.htm







NEWS:



http://www.nachtigallaktuell.de.vu/

www.paraneua.de/newstoday.htm












In der Würde freier Menschen liegt unsere Zukunft!

.05 9:34




Sollten Sie den teuren Golf des vormaligen Kardinals Ratzinger bei Ebay versäumt haben wie ich,

folgende
„Auto“-Philosophie entschädigt Sie sicherlich:

„ … was wir im eminentesten Sinne brauchen:

Vertiefung unseres Ideenlebens
– damit wir hinauskommen über allen Nominalismus, damit wir wiederfinden durch die Durchchristung der Ideen das Christentum, das eindringt in das geistige Sein, dem der Mensch doch entstammen muß, da ihn, wenn er ganz ehrlich und aufrichtig gegen sich ist, nichts anderes befriedigen kann als das Bewusstsein seines geistigen Ursprungs.“ Dr. Rudolf Steiner: Die Philosophie des Thomas von Aquino, ISBN 3-7274-0740-9; S.108

ISBN 3-7274-6050-4, S.108, (Die Bedeutung des Thomismus in der Gegenwart, Pfingstsonntag, 24. Mai 1920

Vgl. Prof.Dr..Böckenförde:
“Wir brauchen eine neue Geisteswissenschaft!“

Paraneua-Bioeule:
„Hier ist sie!‚Stirb-und-Werde’

Mehr als Blick zur Erde!
“

URL: http://www.paraneua.de


Nachricht:

Nur das ist freier Wesen würdig:


Der Optimismus nimmt an, daß die Welt vollkommen sei, daß sie für den Menschen der Quell höchster Zufriedenheit sein müsse. Sollte das aber der Fall sein, so müßte der Mensch erst in sich jene Bedürfnisse entwickeln, wodurch ihm diese Zufriedenheit wird. Er müßte den Gegenständen das abgewinnen, wonach er verlangt. Der Pessimismus glaubt, die Einrichtung der Welt sei eine solche, daß sie den Menschen ewig unbefriedigt lasse, daß er nie glücklich sein könne. Welch ein erbarmungswürdiges Geschöpf wäre der Mensch, wenn ihm die Natur von außen Befriedigung böte! Alles Wehklagen über ein Dasein, das uns nicht befriedigt, über diese harte Welt muß schwinden gegenüber dem Gedanken, daß uns keine Macht der Welt befriedigen könnte, wenn wir ihr nicht zuerst selbst jene Zauberkraft verliehen, durch die sie uns erhebt, erfreut. Befriedigung muß uns aus dem werden, wozu wir die Dinge machen, aus unseren eigenen Schöpfungen. Nur das ist freier Wesen würdig..

Rudolf Steiner
www.paraneua.de/nurdasistfreiermenschenwuerdig 3.htm

www.paraneua.de/christeeleison.htm









NEWS: http://www.www.nachtigallaktuell.de.v u/
www.paraneua.de/newstoday.htm

www.paraneua.de/friedevompapst.htm

www.paraneua.de/ja26.txt



www.paraneua.de/friedevompapst.htm

Gegen
„Krabats schwarze Mühle“ (www.paraneua.de/eiwaz13.htm (Hitler-Rune, gekreuzt?)



(eiwaz eoh, ýr
Buchstabe: ei, Zahlenwert: 13, Götter: Höðr(Hotherus) und Loki als Töter Balders, Ullr als Bewohner von Ydalir
Eibe, Eibenbogen, versteckter Angriff, Gegner, Hinterlist, Hinterhalt, Verbergen, Verheimlichen, Hader. Quelle: www.google.com/search?q=cache:E6yywI1Jzg0J:ww w.domhain.de/sakristei/runen/01052101.php+13+eiwaz+verderbe n&hl=de www.paraneua.de/eiwaz13.htm www.paraneua.de/linkverweis.htm





würde freier menschen
aus
.05 9:34




eMail:
URL: http://www.paraneua.de


Nachricht:

Nur das ist freier Wesen würdig:


Der Optimismus nimmt an, daß die Welt vollkommen sei, daß sie für den Menschen der Quell höchster Zufriedenheit sein müsse. Sollte das aber der Fall sein, so müßte der Mensch erst in sich jene Bedürfnisse entwickeln, wodurch ihm diese Zufriedenheit wird. Er müßte den Gegenständen das abgewinnen, wonach er verlangt. Der Pessimismus glaubt, die Einrichtung der Welt sei eine solche, daß sie den Menschen ewig unbefriedigt lasse, daß er nie glücklich sein könne. Welch ein erbarmungswürdiges Geschöpf wäre der Mensch, wenn ihm die Natur von außen Befriedigung böte! Alles Wehklagen über ein Dasein, das uns nicht befriedigt, über diese harte Welt muß schwinden gegenüber dem Gedanken, daß uns keine Macht der Welt befriedigen könnte, wenn wir ihr nicht zuerst selbst jene Zauberkraft verliehen, durch die sie uns erhebt, erfreut. Befriedigung muß uns aus dem werden, wozu wir die Dinge machen, aus unseren eigenen Schöpfungen. Nur das ist freier Wesen würdig..

Rudolf Steiner
www.paraneua.de/nurdasistfreiermenschenwuerdig 3.htm

www.paraneua.de/christeeleison.htm







www.paraneua.de/friedevompapst.htm




www.paraneua.de/ja26.txt



www.paraneua.de/friedevompapst.htm

Gegen
„Krabats schwarze Mühle“ (www.paraneua.de/eiwaz13.htm Lokis Ränkeschmiede) beten wir weltweit das Vaterunser für Benedikt XVI.:

Vater unser im Himmel,
Geheiligt werde Dein Name,
Dein Reich komme,
Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden!
Unser tägliches Brot gib
’ uns heute!
Und vergib
’ uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unsern Schuldigern!
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen!

(Denn Dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.)

Amen.

(Nach Matthäus)




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Impressum





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www.paraneua.de/index11.htm

Lamm-Paraneua, als Gruß nach Rom:
www.paraneua.de/lammparaneua.htm
www.paraneua.de/lamm.htm
www.paraneua.de/geistsiegtkreuz.htm
www.paraneua.de/lehmannparaneua.htm



2015)
papst und bischof kamphaus
aus
09.04.05 22:47




eMail:
URL: http://www.paraneua.de/7true.htm


Nachricht:

Im Vorfeld der Veröffentlichung seines fünften Buches ???Erinnerung und Identität - Gespräche an der Schwelle zwischen den Jahrtausenden
“ wurde Johannes Paul II. am 20. Februar 2005 vorgeworfen, er habe die Abtreibung mit dem Holocaust verglichen. In Wirklichkeit erinnerte er an die Schrecken des Holocausts, um auf Grenzen der Gesetzgebung hinzuweisen, die nicht zu überschreiten seien. Außerdem rief er dazu auf, die Gesetzgebung in den Parlamenten demokratischer Staaten zu hinterfragen, insbesondere zur Abtreibung. Parlamente, die solche Gesetze verabschieden, sollten sich bewusst sein, dass sie damit ihre Befugnisse überschreiten und in offenen Konflikt mit dem Gesetz Gottes und dem Gesetz der Natur geraten.

Paolo Mieli, der Chefredakteur der italienischen Zeitung ???Corriere della Sera
“, entschuldigte sich inzwischen im Namen der italienischen Presse für die ???verfälschende Zuspitzung“ der Papstworte.

Bekannt ist jedoch auch, dass sich Johannes Paul II. in den 90er Jahren mit Nachdruck gegen die Lockerung der Abtreibungsgesetze in seinem Heimatland Polen ausgesprochen hat. In einer Rede vor polnischen Gläubigen hatte er Abtreibung als "Mord" bezeichnet.

Auch wurde auf Druck Johannes Paul II., gegen den Widerstand deutscher Kardinäle, den katholischen Kirchen in Deutschland untersagt, so genannte "Beratungsscheine" auszustellen. Hintergrund war, dass die deutsche Kirche "Schwangeren-Konfliktberatungen" (Einschub in diese Google-Suche veranlasst von Paraneua-Bioeule: www.paraneua.de/666.htm, www.internetstartbioeule2000.d e.vu)

für Frauen angeboten hatte, welche eine Abtreibung beabsichtigten. Betroffenen wurde auf Wunsch ein Nachweis über die Teilnahme ausgestellt. Die Teilnahme an einer Beratung und die Vorlage eines gültigen Beratungsscheins sind Voraussetzungen dafür, in Deutschland als Frau die Erlaubnis zu erhalten, einen Schwangerschaftsabbruch durchführen lassen zu dürfen.

[Bearbeiten]

Frauen

Google-Suche, angeregt von Paraneua-Bioeule!
www.paraneua.de/miteinander.htm








www.paraneua.de/kardinalratzingerpopper.htm

www.paraneua.de/ethosevolutionrudolfsteiner.ht m

„Anthroposophie ist Erkenntnis-Christentum, das zur leiblichen Auferstehung im Geiste führt … zur freien Individualität.“
Dr. Rudolf Steiner

Ausbeutung der anthroposophischen Bewegung?
„Man zimmert ein Zerrbild und kritisiert anhand dessen Anthroposophie und ihren Gründer, - oder mehr noch -, man vertreibt meine Gedanken als Billigware ohne meinen Namen zu nennen; das Ergebis ist kurz und bündig als Plagiat zu bezeichnen!“
Dr. Rudolf Steiner (sinngemäss zitiert aus dem Gedächtnis von Paraneua-Bioeule)


Paraneua gegen
„Bischofskonferenzler“ und
ihren düsteren, nekrophilen SozioFaschismus- Hintergrund
www.paraneua.de/666.htm
Wird Papst Benedikt XVI. bei den
„Mietlingen“eine andere Rolle spielen als Westerwelles Möllemann?

Spielt der rhetorisch versierte (vgl. Festmesse am 25. April 2005 im Mainzer Dom) Kardinal Lehmann mit Parteigängern in Trier und Limburg u.a.m. eine Rolle als Anhänger des
„Liberal-Katholizismus“, der sich nicht nur unter Trierer „Unterröcken“ versteckt? Spielt er als „Schattenkabinettler“ zusammen mit Kardinal Martini (Jerusalem, vgl. FAZ „Im Zentrum“) die Möglichkeit eines Schismas durch? (Vgl. auch einen Ausspruch Bischof Kamphaus’: „Spätestens im Jahre 2000 wird sich das Zentrum der römisch-katholischen Kirche von Rom nach Jerusalem verlagern!“? Paraneua-Bioeule zitiert aus der Limburger Ordinariats-Gerüchteküche! So bliebe dem neu gewählten Papst nur Schwanengesang auf der Grundlage des Markus-Evangeliums? Ob sich da die Evangeliumsworte nicht stärker als die absichtvollste Bosheit erweisen? Ist der „verworfene Eckstein“ nicht eine Tatsache, die auch Dämonen nicht leugnen können? (Vgl. im Neuen Testament „Dämonen“ und der Krankenheilungen im Markus-Evangelium, ebenfalls im Festgottesdienst in Mainz, 25. April 2005) zum Thema gemacht!
www.paraneua.de/liberalkatholischwiemathewundl eadbeater.htm



Ein politisch glückloser Papst: Papst Benedikt XV?
« Nomen est Omen ! » ?
Kardinal Lehmann, 25. April 2005 im Mainzer Dom!
„Seinen Tod verkünden wir!“ („Fallbeil“?)



Paraneua gegen Rechtsradikalismus
www.paraneua.de/paraneuagegenrechtsradikalismu s.htm

www.paraneua.de/alptraum.htm

www.paraneua.de/index11.htm

Würde eine Aufhebung des Papsttums oder -staates zugunsten föderativer Strukturen (Vorschlag Rudolf Steiner bevor der Vatikan zum Nationalstaat wurde!) die Gefahr des Fundamentalismus aufheben? (Während des Pontifikats Benedikt XV. gab es noch keinen
„Vatikanstaat“, sondern erst 1933!)
Ist der Papst ein Gefangener der Weltpolitik, ohne die Ethik des
„Nicht-mein-sondern-Dein-Wille-Geschehe!“ umsetzen zu können?
Oder wirken
„gerufene Geister“ über gewollte Absichten hinaus mit dem Preis des unfreiwilligen Märtyrertums für den Gewählten? („Fallbeil“ für Papst Benedikt XVI.?)

Statt Dogmatismus Weg der Geisteswissenschaft
www.paraneua.de/stattdogmaweg.htm

Gegen Fatima-Drohbotschaften: www.paraneua.de/gegenfatimaundlourdesislamjesu itismus.htm



www.paraneua.de/ethosevolutionrudolfsteiner.ht m





www.paraneua.de/rudolfsteinerpapst.htm

Zitat-Beginn :

„Barometer des Fortschritts: Verwirklichung der Freiheit

„Es soll [...] nicht geleugnet werden, daß mit dem liberalen Prinzip der Kernpunkt der modernen Kultur überhaupt richtig getroffen ist.

Das Barometer des Fortschrittes in der Entwicklung der Menschheit ist nämlich in der Tat die Auffassung, die man von der Freiheit hat, und die praktische Realisierung dieser Auffassung. Unserer Überzeugung nach hat die neueste Zeit in dieser Auffassung einen Fortschritt zu verzeichnen, der ebenso bedeutsam ist, wie jener war, den die Lehren Christi bewirkten: «es sei nicht Jude, noch Grieche, noch Barbar, noch Skythe, sondern alle seien Brüder in Christo». Wie damals die Gleichwertigkeit aller Menschen vor Gott und ihresgleichen anerkannt wurde, so bemächtigte sich in dem letzten Jahrhundert immer mehr die Überzeugung der Menschen, daß nicht in der Unterwerfung unter die Gebote einer äußeren Autorität unsere Aufgabe bestehen könne, daß alles, was wir glauben, daß die Richtschnur unseres Handelns lediglich aus dem Lichte der Vernunft in unserem eigenen Innern entstammen solle. Nur das für wahr halten, wozu uns unser eigenes Denken zwingt, nur in solchen gesellschaftlichen und staatlichen Formen sich bewegen, die wir uns selbst geben, das ist der große Grundsatz der Zeit.
”

(GA 31, ursprüngl. in: Deutsche Wochenschrift, 13. Juli 1888, »Papsttum und Liberalismus«. Über die von Papst Leo XIII publizierte Enzyklika, S. 134 f).

1894:



Das Wesen des Menschen ist seine Individualität ...
“ Schluss des Zitats



www.paraneua.de/angeblichsollrudolfsteiner1910 einneueskonzilmitneuempapsterse hnthaben.htm
„Der Rosenkreuzer Rudolf Steiner ersehnte 1910 ein neues Papsttum mit neuem Papst!“? (Grabner, Athanasius?)
Hermann Bahrs Haltung scheint ihm aber nicht gefallen zu haben!



„Anthroposophie ist Erkenntnis-Christentum, das zur leiblichen Auferstehung im Geiste führt … zur freien Individualität.“
Dr. Rudolf Steiner

Europa-Verfassung? www.paraneua.de/kropf.htm
www.paraneua.de/attacrudolfsteiner.htm ?

Mehr als
„Kraft und Herrlichkeit“:
www.paraneua.de/mehralskraftundherrlichkeit.ht m

www.philos-website.de/index_g.htm?autoren/steiner_g.htm~main2

Grünes Licht für den interkulturellen Galiläer www.paraneua.de/grueneslichtfuerdeninterkultur ellengalilaeer.htm

Gruss an Papst Benedikt XVI.:
www.paraneua.de/facmetecumcondolere.htm

Aus der bayerischen Staatskanzlei:
www.paraneua.de/papstbenediktxvialiaskardinalr atzingerundeuropa.htm

Referenz an ein irdisches Zion?
www.paraneua.de/zionreferenz.htm

www.paraneua.de/chargaffselfterseptember.htm


NEWS: http://www.nachtigallaktuell.de.vu/
www.paraneua.de/newstoday.htm
www.paraneua.de/defaultirgendwann.htm
www.paraneua.de/indexverboten.htm

Paraneua-Bioeule im alten Kleid: http://www.internetstartbioeule2000.d e.vu


Frankreichs Volksentscheid zur EU-Verfassung:

„Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist Unsinn,
Verstand ist stets bei wen
’gen nur gewesen.
Bekümmert sich ums Ganze, wer nichts hat?
Hat der Bettler eine Freiheit, eine Wahl?
Er muß dem Mächtigen, der ihn bezahlt,
Um Brot und Stiefel seine Stimm
’ verkaufen.
Man soll die Stimmen wägen und nicht zählen,
Der Staat (Rechtsverfassung ist im weitren Sinne hier zu versteh
’n! Anm. Paraneua-Bioeule) muß untergeh’n, früh oder spät,
Wo Mehrheit siegt, und Unverstand entscheidet.
“ Sapiehas Veto vor dem Reichstag in Demetrius, erster Aufzug, Friedrich Schiller, Insel-Verlag, Frankfurt a.M. 1966, Schiller Dramen II, S. 454

Wahrscheinlich werden die Medien sich
Im Sinne eines Volksentscheids pro EU-Verfassung suggestiv hören und seh
’n sich lassen sicherlich für „Kropf“-Pro www.paraneua.de/kropf.htm so würd’ das Unheil eines Megastaates anwachsen fürchterlich!
Es würd
’ den USA und ihren Seilschaften wohl gut gefallen?
Neu-Manichäus braucht starke Fronten, der Wolfspolitik und ihren
Huntingtons zu Gefallen?
Paraneua-Bioeule im Schillerjahr 2005


www.bioeule.de/bioeulegegendeutschebischofsko nferenzundihreliberalkatholisch eneumalthusstrategeme.htm

“Pacta Conventa”, (Demetrius, Schiller) sprich „Altérité“ (Münchner Professorenforum) kann ich missen: Echte Könige richten sich nur nach heiligem Wissen! Paraneua-Bioeules Beitrag zum Schiller-Jahr:
www.paraneua.de/3.htm

Google-Suche, angeregt durch Grabbes
„Herzog von Gothland“ im Münchener Residenztheater
www.paraneua.de/gegenoekonomisierungdesmensche nderdichtergrabbemitberdoa.htm
Berdoas Meinung zur Frage der Religionen: www.paraneua.de/religionberdoa.htm ;Stichworte
„Diamant“, „Renegaten“ und„Islam“ führten auch zu Novalis:
www.paraneua.de/solltenauchweltlichjesuitenhie rerstehn.htm
Zum Ethikabbau in der Gesellschaft gesellt sich der Kulturabbau:
Weh, dem, der ein Theater heut
’ besucht?
Man zeigt ihm, dass Theater jesuitisch-islamisch ist verrucht? (Vgl. Programmheft Nr. 53:
„Wir bedanken uns bei Peter Lämmle, BR Nachtstudio, für die freundliche Vermittlung des Textes von Said.“?


Krieg für Frieden ist der Krieg der Lügner!
www.paraneua.de/kriegfuerfriedenistderkriegder luegner.htm

Wirtschafts-Angst-Politik? www.paraneua.de/wirtschaftsangstpolitik.htm

Wie kann die seelische Not der Gegenwart überwundenwerden?
www.paraneua.de/wiekanndieseelischenotdergegen wartueberwundenwerden.htm


Rudolf Steiner gegen
“jesuitisch-türkisch“? verordnete Zirkelschlüsse www.paraneua.de/roi.htm

Der Papst, ein unfreiwilliger Märtyrer des Welt-Jesuitismus? www.paraneua.de/katakombeparaneua.htm

www.paraneua.de/elitaerebosheit.htm

www.paraneua.de/furchtnichtnurliebe.htm


689
Datum: Sonntag, der 17. November, 2002 um 18 Uhr 14
"Letzter Platz" für Kirchen in FAZ (aktuelle Ausgabe, Feuilleton!) (keine e-Mail / http://www.blitz-buch.de/Kampfhund) schrieb:

178.) Eintrag vom 17.11.2002 / 17:59
Name: "Letzter Platz" für die "ecclesia catholica romana"? (FAZ, Nr. 267, Feuilleton, S. 37!)
eMail: keine
URL: http://www.blitz-buch.deParaneua
Beitrag:
Liegt die Chance der Kirchen in ihrer Wirtschaftlichkeit?
Kein Aspekt ist dies, der die Vertreter der "ecclesia catholica" freut!
Aber, um einmal die "rechts"-lastige FAZ direkt zu fragen:
Sind FAZ-Feuilletonnisten Auftragsarbeiter, die den Auftrag haben eine "Deutsch-Orden"-orientierte "ecclesia teutonica" mit den nicht nur unter Trierer Röcken verschobenen Geldern für ein irdisches Zion und seine Akzeptanz bei der frisch überbügelten Bevölkerung haben?
Schauen Sie sich einmal das "Logengesicht" an bei dt.-orden.at!
(Oder über welche Internet-Adresse unsereins zur Zeit dorthin Zugang hat!)
Und ihren angeschlossenen "Marien-", "Elisabeths-" und "Michaels"-Verein!
Wahrscheinlich vermeldet Ihr nach Wahrheit suchendes Herz eine deutliche Pein!
Diese "Rom"-freie "ecclesia catholica" ist also auch nicht das Wahre!
Seine Politik nicht nur eifrigen Lesern im Bioeulen-Netz in seiner absichtsvollsten Güte eine erfahrbare!
Mal sehen was der beauftragte "Rechts"-Katholiker Christian Geyer zu sagen hat:
"Die Verhöhnung des Desasters" bei Harald Schmidt ist ihm zu platt?
Dass wir in einer weiteren Feuilleton-Überschrift dann haben den Gärtner als Bock:
Es meldete vor einiger Zeit das Logenblatt Kardinal Wetters in MKZ schon salonfähig bleibt im Bereiche der "Kirche" Antisemitismus light!?
Haben wir nicht den eigentlichen interkulturellen Ahasverus der Nationen,
dort wo "borstige Merowinger" "privatrechtlich" bringen Diözesen und Staatsgebiete um Milliarden und Millionen?
Es ist ja interessant bei den Spuren-Suchen,
bei Deutsch-Ordens-Verbindungen auf gewisse "nationalistisch"? belastete Krisengebiete wie Südtirol zu stossen!
"Un fiume amaro" in der Vertonung von Theodorakis mit Iva Zanicchi unser Leben durchfliesst?
Passen Sie auf, dass Ihr linkslastiges Herz für Bella Italia nicht rechtslastig fliesst!
Ist denn alles politisiert?
Werden über Protokolle wir schikaniert?
In der "Geschichte der Menschheit" von Rudolf Steiner auch hinsichtlich "Ku-Klux-Klan" zu lesen
erklärt die "komisch"-gefährliche Politik und hier hinterhältiges Wesen!
Aber auch andere Worte finden sich bei dem vielfach verleumdeten Vertreter und leidenschaftlichen Vertreter und Befürworter des interkulturellen Galiläerrtums:
"Man darf sich nicht täuschen lassen darüber, dass die Ecclesiacatholica non Romana eben doch in sich birgt lichtvolle ewige Weisheit. Und in dem hiesigen Theologenkurs, den ich abhalten durfte, zeigte es sich, daß aus jener protestantischen Sehnsucht, die sich da geltend machte nach einer Vertiefung des spirituellen Seite hin, ..., aus dem Intellektualismus heraus, es zeigte sich, daß einigen der Teilnehmer gegenüber das Wort: Ecclesia catholica non Romana geradezu wie eine Befreiung gewirkt hat. Denn wir sind heute durchaus auf dem Standpunkte, daß der Rationalismus ebenso überwunden werden muß wie das Welttum der römischen Kirche; daß die Menschheit wiederum sich zusammenfindenmuß in einem allgemeinen geistigen Leben, das aber nicht in Anspruch genommen werden darf durch irgendein weltliches (!!!) Herrschaftsgelüste... (GA 208, Rudolf steiner, S. 210)
Haben "Lehmänner" diesen Kurs in den letzten Jahren vertreten?
Leider wird sich in anbetracht der Mietlings-Positionen eine solch fromme Ansicht verbieten!
Wir haben in der Flügel-Politik der "Protokolle" die Politik des Diabolos:
Sie karrikiert und führt auif zynische weis\ uns herum an der Nas\!
Das scheinbar überzeugte "Los-von-Rom" spricht auch bei Lehmännern einer wünschenswerten Spiritualisierung Hohn!
Wo Komödianten allerorten in immer ernsten Zeiten sind in absichtsvoller Bosheit zur Verwirrung uns bestellt:
Da wird der Wahrheits-Friedensweg von Balfours-adjudanten nicht gewählt!
Jetzt würd\ ich Geyer Christian gern fragen:
Ob "rechts"-katholisch Ludendorffs behagen?
Sogar die "meso-amerikanische Astronomie für Magic-City hätt\ ihre Renaissance mit Hinterland?
Auf Ihrer nächsten Party, wenn Sie essen:
Mexikanische Küche könnt\ den Herzverpflanzern und "Rule Britannica" gut passen!?
Vielleicht, wenn Sie mehr für die regionale Küche schwärmen in den Zeiten von Protokollen:
Was ass Heinrich II. vor den Zeiten der Missbrauchs-Kirchenpolitik samt Mythenverbrauch: Ist sächsische Freistaats-Küche, was wir wollen?
Vor allem! Essen Sie spontan!
Bei Bioeule morgen sind die der Computer-Arbeit freundlichen und von Kindern sehr geliebten Pfannkuchen dran!
Zwei schwarze Hunde fressen auch davon!
Auf keinen falls mit einem Haps das dicke Schwein frisst morgen sie:
Tausch auch sie keinesfalls für Mac Donalds ein und Ketchup-Song samt Strips und Straps!
Gruß Paraneua-Bioeule, wieder enorm gedankenflüchtig!
177.) Eintrag vom 15.11.2002 / 11:28
Name: China und dasEnde des Kommunismus? Sie sollten mit Bioeule in Günter Weisenborns Buch: Auf Sand gebaut lesen,, auch zu ab S.256 behandeltem "jesuitischen "Wesen

688
Datum: Samstag, der 16. November, 2002 um 14 Uhr 57
"Freiheit" aus dem "Goetheanum"? (keine e-Mail / http://www.blitz-buch.de/Kampfhund) schrieb:

Samstags erfahre ich vom goetheanistischen Überschriftenmacher,
inwieweit sich die "Philosophie der Freiheit" behauptet gegen ihre Widersacher!
Freiheit ist ein "Pscho"-Logismus?
Suggeriert wird hier bei Freiheit nach Belieben Psycho-Snobismus?
Indem man der Freiheit Wirklichkeit ironisch zum Thema macht,
ist der Zweifel ebenfalls schon eingebracht?
Suggestionen, die sich tarnen,
werden, wo der freie Wille über helles Bewusstsein nicht entfacht,
unbedacht mit Fallstrick uns umgarnen!
Eine "Philosophie der Freiheit" ist,
dass du Herr auch deines Denkens bist!
Nur wo wir Gedanken in absichtsloser Güte! auch entfalten,
werden sie sich produktiv selbst für die durch die Presse irrlichternden Wirtschaftsnöte sich entfalten!
Dies den "Balfours" nicht behagt!
"Rule Britannica" samt dem vereinigten "türkischen" Freimaurertum ist angesagt!
Warenlager quellen über!
Dies ist selbst nach Steiner für künftige Möglichkeiten friedlicher Koexistenz als Ansatz ein trüber?
"Krieg als Vater aller Dinge"?
Hoffen wir, dass Geist der Freiheit solchen Engpass gegen Klans der Ku-Kluxe und ihre Ordensbrüder diesen Engpass bald bezwinge!
Gruß Paraneua-Bioeule-Odermenning-Jokerbioeule1.de.vu-johanniskrautaktuell.de.vu!

687
VORSPANN:

:Zuwendung, auf die ich schmerzlos verzichten könnte: www.paraneua.de/maxlengthlikesme.htm

www.paraneua.de/jesuitischeshandicap.htm

Ist Herr Drewermann (bestellter Renegat des jesuitischen Lagers,
„Seelenbarker“,„Thomaschrist“-IHS-Isartorplatz München-U-Bahn-Geschoss) Raucher „Türkischer Zigaretten“ und durch diesen Dunst „impotent“ als „Geisteswissenschaftler“? www.paraneua.de/drewermannjesuitismustuerken3. htm

Nicht ohne meine
„Kopftuch-Paraneua“: www.paraneua.de/kopftuchparaneua.htm





NEWS: http://www.nachtigallaktuell.de.vu/

www.paraneua.de/newstoday.htm

www.paraneua.de/indexunerlaubt.htm

www.paraneua.de/defaultirgendwann.htm

www.paraneua.de/3rudolfsteiner26maerz1924siebe ntervortragtb727seite125.htm





www.paraneua.de/tuerkeipapstrudolfsteiner.htm



www.paraneua.de/solltemannichtdurchkonklavedas papsttumabschaff4enbevoreinweit ererpapstzutodegequaeltwerdenka nnalsozumbeispielderostkirchefo lgen.htm



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abschaffung
papsttums
abschaffung
fundamentalismus







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Prof. Dr. Joachim Köhler:
"Alles, was er [der Papst] Gutes und Böses getan hat, ist dem Land nützlich geworden."







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Paraneua gegen
„Bischofskonferenzler“ und
ihren düsteren, nekrophilen SozioFaschismus- Hintergrund
www.paraneua.de/666.htm


Ein politisch glückloser Papst: Papst Benedikt XV?
Kardinal Lehmann, 25. April 2005 im Mainzer Dom!
„Seinen Tod verkünden wir!“ Nomen est Omen!



Paraneua gegen Rechtsradikalismus
www.paraneua.de/paraneuagegenrechtsradikalismu s.htm

www.paraneua.de/alptraum.htm

www.paraneua.de/index11.htm

Würde eine Aufhebung des Papsttums oder -staates die Gefahr des Fundamentalismus aufheben? (Während des Pontifikats Benedikt XV. gab es noch keinen unabhängigen Vatikanstaat, sondern erst 1933!)
Ist der Papst ein Gefangener der Weltpolitik, ohne die Ethik des
„Nicht-mein-sondern-Dein-Wille-Geschehe!“ umsetzen zu können?
Oder wirken
„gerufene Geister“ über gewollte Absichten hinaus mit dem Preis des unfreiwilligen Märtyrertums für den Gewählten?

Statt Dogmatismus Weg der Geisteswissenschaft
www.paraneua.de/stattdogmaweg.htm



www.paraneua.de/rudolfsteinerpapst.htm

Zitat-Beginn :

„Barometer des Fortschritts: Verwirklichung der Freiheit

„Es soll [...] nicht geleugnet werden, daß mit dem liberalen Prinzip der Kernpunkt der modernen Kultur überhaupt richtig getroffen ist.

Das Barometer des Fortschrittes in der Entwicklung der Menschheit ist nämlich in der Tat die Auffassung, die man von der Freiheit hat, und die praktische Realisierung dieser Auffassung. Unserer Überzeugung nach hat die neueste Zeit in dieser Auffassung einen Fortschritt zu verzeichnen, der ebenso bedeutsam ist, wie jener war, den die Lehren Christi bewirkten: «es sei nicht Jude, noch Grieche, noch Barbar, noch Skythe, sondern alle seien Brüder in Christo». Wie damals die Gleichwertigkeit aller Menschen vor Gott und ihresgleichen anerkannt wurde, so bemächtigte sich in dem letzten Jahrhundert immer mehr die Überzeugung der Menschen, daß nicht in der Unterwerfung unter die Gebote einer äußeren Autorität unsere Aufgabe bestehen könne, daß alles, was wir glauben, daß die Richtschnur unseres Handelns lediglich aus dem Lichte der Vernunft in unserem eigenen Innern entstammen solle. Nur das für wahr halten, wozu uns unser eigenes Denken zwingt, nur in solchen gesellschaftlichen und staatlichen Formen sich bewegen, die wir uns selbst geben, das ist der große Grundsatz der Zeit.
”

(GA 31, ursprüngl. in: Deutsche Wochenschrift, 13. Juli 1888, »Papsttum und Liberalismus«. Über die von Papst Leo XIII publizierte Enzyklika, S. 134 f).

1894:



Das Wesen des Menschen ist seine Individualität ...
“ Schluss des Zitats



www.paraneua.de/angeblichsollrudolfsteiner1910 einneueskonzilmitneuempapsterse hnthaben.htm
„Der Rosenkreuzer Rudolf Steiner ersehnte 1910 ein neues Papsttum mit neuem Papst!“? (Grabner, Athanasius?)
Hermann Bahrs Haltung scheint ihm aber nicht gefallen zu haben!



„Anthroposophie ist Erkenntnis-Christentum, das zur leiblichen Auferstehung im Geiste führt … zur freien Individualität.“
Dr. Rudolf Steiner

Europa-Verfassung? www.paraneua.de/kropf.htm
www.paraneua.de/attacrudolfsteiner.htm ?

Mehr als
„Kraft und Herrlichkeit“:
www.paraneua.de/mehralskraftundherrlichkeit.ht m

www.philos-website.de/index_g.htm?autoren/steiner_g.htm~main2

Grünes Licht für den interkulturellen Galiläer www.paraneua.de/grueneslichtfuerdeninterkultur ellengalilaeer.htm

Gruss an Papst Benedikt XVI.:
www.paraneua.de/facmetecumcondolere.htm

Aus der bayerischen Staatskanzlei:
www.paraneua.de/papstbenediktxvialiaskardinalr atzingerundeuropa.htm

Referenz an ein irdisches Zion?
www.paraneua.de/zionreferenz.htm

www.paraneua.de/chargaffselfterseptember.htm



NEWS: http://www.nachtigallaktuell.de.vu/
www.paraneua.de/newstoday.htm
www.paraneua.de/defaultirgendwann.htm
www.paraneua.de/indexverboten.htm

Paraneua-Bioeule im alten Kleid: http://www.internetstartbioeule2000.d e.vu


Frankreichs Volksentscheid zur EU-Verfassung:

„Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist Unsinn,
Verstand ist stets bei wen
’gen nur gewesen.
Bekümmert sich ums Ganze, wer nichts hat?
Hat der Bettler eine Freiheit, eine Wahl?
Er muß dem Mächtigen, der ihn bezahlt,
Um brot und Stiefel seine Stimm
’ verkaufen.
Man soll die Stimmen wägen und nicht zählen,
Der Staat (Rechtsverfassung ist im weitren Sinne hier zu versteh
’n! Anm. Paraneua-Bioeule) muß untergeh’n, früh oder spät,
Wo Mehrheit siegt, und Unverstand entscheidet.
“ Sapiehas Veto vor dem Reichstag in Demetrius, erster Aufzug, Friedrich Schiller, Insel-Verlag, Frankfurt a.M. 1966, Schiller Dramen II, S. 454

Wahrscheinlich werden die Medien sich
Im Sinne eines Volksentscheids pro EU-Verfassung suggestiv hören und seh
’n sich lassen sicherlich für „Kropf“-Pro www.paraneua.de/kropf.htm so würd’ das Unheil eines Megastaates anwachsen fürchterlich!
Es würd
’ den USA und ihren Seilschaften wohl gut gefallen?
Neu-Manichäus braucht starke Fronten, der Wolfspolitik und ihren
Huntingtons zu Gefallen?
Paraneua-Bioeule im Schillerjahr 2005


www.bioeule.de/bioeulegegendeutschebischofsko nferenzundihreliberalkatholisch eneumalthusstrategeme.htm

“Pacta Conventa”, (Demetrius, Schiller) sprich „Altérité“ (Münchner Professorenforum) kann ich missen: Echte Könige richten sich nur nach heiligem Wissen! Paraneua-Bioeules Beitrag zum Schiller-Jahr:
www.paraneua.de/3.htm

Google-Suche, angeregt durch Grabbes
„Herzog von Gothland“ im Münchener Residenztheater
www.paraneua.de/gegenoekonomisierungdesmensche nderdichtergrabbemitberdoa.htm
Berdoas Meinung zur Frage der Religionen: www.paraneua.de/religionberdoa.htm ;Stichworte
„Diamant“, „Renegaten“ und„Islam“ führten auch zu Novalis:
www.paraneua.de/solltenauchweltlichjesuitenhie rerstehn.htm
Zum Ethikabbau in der Gesellschaft gesellt sich der Kulturabbau:
Weh, dem, der ein Theater heut
’ besucht?
Man zeigt ihm, dass Theater jesuitisch-islamisch ist verrucht? (Vgl. Programmheft Nr. 53:
„Wir bedanken uns bei Peter Lämmle, BR Nachtstudio, für die freundliche Vermittlung des Textes von Said.“?


Krieg für Frieden ist der Krieg der Lügner!
www.paraneua.de/kriegfuerfriedenistderkriegder luegner.htm

Wirtschafts-Angst-Politik? www.paraneua.de/wirtschaftsangstpolitik.htm

Wie kann die seelische Not der Gegenwart überwundenwerden?
www.paraneua.de/wiekanndieseelischenotdergegen wartueberwundenwerden.htm


Rudolf Steiner gegen
“jesuitisch-türkisch“? verordnete Zirkelschlüsse www.paraneua.de/roi.htm

Der Papst, ein unfreiwilliger Märtyrer des Welt-Jesuitismus? www.paraneua.de/katakombeparaneua.htm

www.paraneua.de/elitaerebosheit.htm

www.paraneua.de/furchtnichtnurliebe.htm


689
Datum: Sonntag, der 17. November, 2002 um 18 Uhr 14
"Letzter Platz" für Kirchen in FAZ (aktuelle Ausgabe, Feuilleton!) (keine e-Mail / http://www.blitz-buch.de/Kampfhund) schrieb:

178.) Eintrag vom 17.11.2002 / 17:59
Name: "Letzter Platz" für die "ecclesia catholica romana"? (FAZ, Nr. 267, Feuilleton, S. 37!)
eMail: keine
URL: http://www.blitz-buch.deParaneua
Beitrag:
Liegt die Chance der Kirchen in ihrer Wirtschaftlichkeit?
Kein Aspekt ist dies, der die Vertreter der "ecclesia catholica" freut!
Aber, um einmal die "rechts"-lastige FAZ direkt zu fragen:
Sind FAZ-Feuilletonnisten Auftragsarbeiter, die den Auftrag haben eine "Deutsch-Orden"-orientierte "ecclesia teutonica" mit den nicht nur unter Trierer Röcken verschobenen Geldern für ein irdisches Zion und seine Akzeptanz bei der frisch überbügelten Bevölkerung haben?
Schauen Sie sich einmal das "Logengesicht" an bei dt.-orden.at!
(Oder über welche Internet-Adresse unsereins zur Zeit dorthin Zugang hat!)
Und ihren angeschlossenen "Marien-", "Elisabeths-" und "Michaels"-Verein!
Wahrscheinlich vermeldet Ihr nach Wahrheit suchendes Herz eine deutliche Pein!
Diese "Rom"-freie "ecclesia catholica" ist also auch nicht das Wahre!
Seine Politik nicht nur eifrigen Lesern im Bioeulen-Netz in seiner absichtsvollsten Güte eine erfahrbare!
Mal sehen was der beauftragte "Rechts"-Katholiker Christian Geyer zu sagen hat:
"Die Verhöhnung des Desasters" bei Harald Schmidt ist ihm zu platt?
Dass wir in einer weiteren Feuilleton-Überschrift dann haben den Gärtner als Bock:
Es meldete vor einiger Zeit das Logenblatt Kardinal Wetters in MKZ schon salonfähig bleibt im Bereiche der "Kirche" Antisemitismus light!?
Haben wir nicht den eigentlichen interkulturellen Ahasverus der Nationen,
dort wo "borstige Merowinger" "privatrechtlich" bringen Diözesen und Staatsgebiete um Milliarden und Millionen?
Es ist ja interessant bei den Spuren-Suchen,
bei Deutsch-Ordens-Verbindungen auf gewisse "nationalistisch"? belastete Krisengebiete wie Südtirol zu stossen!
"Un fiume amaro" in der Vertonung von Theodorakis mit Iva Zanicchi unser Leben durchfliesst?
Passen Sie auf, dass Ihr linkslastiges Herz für Bella Italia nicht rechtslastig fliesst!
Ist denn alles politisiert?
Werden über Protokolle wir schikaniert?
In der "Geschichte der Menschheit" von Rudolf Steiner auch hinsichtlich "Ku-Klux-Klan" zu lesen
erklärt die "komisch"-gefährliche Politik und hier hinterhältiges Wesen!
Aber auch andere Worte finden sich bei dem vielfach verleumdeten Vertreter und leidenschaftlichen Vertreter und Befürworter des interkulturellen Galiläerrtums:
"Man darf sich nicht täuschen lassen darüber, dass die Ecclesiacatholica non Romana eben doch in sich birgt lichtvolle ewige Weisheit. Und in dem hiesigen Theologenkurs, den ich abhalten durfte, zeigte es sich, daß aus jener protestantischen Sehnsucht, die sich da geltend machte nach einer Vertiefung des spirituellen Seite hin, ..., aus dem Intellektualismus heraus, es zeigte sich, daß einigen der Teilnehmer gegenüber das Wort: Ecclesia catholica non Romana geradezu wie eine Befreiung gewirkt hat. Denn wir sind heute durchaus auf dem Standpunkte, daß der Rationalismus ebenso überwunden werden muß wie das Welttum der römischen Kirche; daß die Menschheit wiederum sich zusammenfindenmuß in einem allgemeinen geistigen Leben, das aber nicht in Anspruch genommen werden darf durch irgendein weltliches (!!!) Herrschaftsgelüste... (GA 208, Rudolf steiner, S. 210)
Haben "Lehmänner" diesen Kurs in den letzten Jahren vertreten?
Leider wird sich in anbetracht der Mietlings-Positionen eine solch fromme Ansicht verbieten!
Wir haben in der Flügel-Politik der "Protokolle" die Politik des Diabolos:
Sie karrikiert und führt auif zynische weis\ uns herum an der Nas\!
Das scheinbar überzeugte "Los-von-Rom" spricht auch bei Lehmännern einer wünschenswerten Spiritualisierung Hohn!
Wo Komödianten allerorten in immer ernsten Zeiten sind in absichtsvoller Bosheit zur Verwirrung uns bestellt:
Da wird der Wahrheits-Friedensweg von Balfours-adjudanten nicht gewählt!
Jetzt würd\ ich Geyer Christian gern fragen:
Ob "rechts"-katholisch Ludendorffs behagen?
Sogar die "meso-amerikanische Astronomie für Magic-City hätt\ ihre Renaissance mit Hinterland?
Auf Ihrer nächsten Party, wenn Sie essen:
Mexikanische Küche könnt\ den Herzverpflanzern und "Rule Britannica" gut passen!?
Vielleicht, wenn Sie mehr für die regionale Küche schwärmen in den Zeiten von Protokollen:
Was ass Heinrich II. vor den Zeiten der Missbrauchs-Kirchenpolitik samt Mythenverbrauch: Ist sächsische Freistaats-Küche, was wir wollen?
Vor allem! Essen Sie spontan!
Bei Bioeule morgen sind die der Computer-Arbeit freundlichen und von Kindern sehr geliebten Pfannkuchen dran!
Zwei schwarze Hunde fressen auch davon!
Auf keinen falls mit einem Haps das dicke Schwein frisst morgen sie:
Tausch auch sie keinesfalls für Mac Donalds ein und Ketchup-Song samt Strips und Straps!
Gruß Paraneua-Bioeule, wieder enorm gedankenflüchtig!
177.) Eintrag vom 15.11.2002 / 11:28
Name: China und dasEnde des Kommunismus? Sie sollten mit Bioeule in Günter Weisenborns Buch: Auf Sand gebaut lesen,, auch zu ab S.256 behandeltem "jesuitischen "Wesen

688
Datum: Samstag, der 16. November, 2002 um 14 Uhr 57
"Freiheit" aus dem "Goetheanum"? (keine e-Mail / http://www.blitz-buch.de/Kampfhund) schrieb:

Samstags erfahre ich vom goetheanistischen Überschriftenmacher,
inwieweit sich die "Philosophie der Freiheit" behauptet gegen ihre Widersacher!
Freiheit ist ein "Pscho"-Logismus?
Suggeriert wird hier bei Freiheit nach Belieben Psycho-Snobismus?
Indem man der Freiheit Wirklichkeit ironisch zum Thema macht,
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Hoffen wir, dass Geist der Freiheit solchen Engpass gegen Klans der Ku-Kluxe und ihre Ordensbrüder diesen Engpass bald bezwinge!
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„Seelenbarker“,„Thomaschrist“-IHS-Isartorplatz München-U-Bahn-Geschoss) Raucher „Türkischer Zigaretten“ und durch diesen Dunst „impotent“ als „Geisteswissenschaftler“? www.paraneua.de/drewermannjesuitismustuerken3. htm

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"Alles, was er [der Papst] Gutes und Böses getan hat, ist dem Land nützlich geworden."







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) beten wir weltweit das Vaterunser für Benedikt XVI.:

Vater unser im Himmel,
Geheiligt werde Dein Name,
Dein Reich komme,
Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden!
Unser tägliches Brot gib
’ uns heute!
Und vergib
’ uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unsern Schuldigern!
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen!

(Denn Dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.)

Amen.

(Nach Matthäus)




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www.paraneua.de/index11.htm

Lamm-Paraneua, als Gruß nach Rom:
www.paraneua.de/lammparaneua.htm
www.paraneua.de/lamm.htm
www.paraneua.de/geistsiegtkreuz.htm

2015)
papst und bischof kamphaus
aus
09.04.05 22:47




eMail:
URL: http://www.paraneua.de/7true.htm


Nachricht:

Im Vorfeld der Veröffentlichung seines fünften Buches ???Erinnerung und Identität - Gespräche an der Schwelle zwischen den Jahrtausenden
“ wurde Johannes Paul II. am 20. Februar 2005 vorgeworfen, er habe die Abtreibung mit dem Holocaust verglichen. In Wirklichkeit erinnerte er an die Schrecken des Holocausts, um auf Grenzen der Gesetzgebung hinzuweisen, die nicht zu überschreiten seien. Außerdem rief er dazu auf, die Gesetzgebung in den Parlamenten demokratischer Staaten zu hinterfragen, insbesondere zur Abtreibung. Parlamente, die solche Gesetze verabschieden, sollten sich bewusst sein, dass sie damit ihre Befugnisse überschreiten und in offenen Konflikt mit dem Gesetz Gottes und dem Gesetz der Natur geraten.

Paolo Mieli, der Chefredakteur der italienischen Zeitung ???Corriere della Sera
“, entschuldigte sich inzwischen im Namen der italienischen Presse für die ???verfälschende Zuspitzung“ der Papstworte.

Bekannt ist jedoch auch, dass sich Johannes Paul II. in den 90er Jahren mit Nachdruck gegen die Lockerung der Abtreibungsgesetze in seinem Heimatland Polen ausgesprochen hat. In einer Rede vor polnischen Gläubigen hatte er Abtreibung als "Mord" bezeichnet.

Auch wurde auf Druck Johannes Paul II., gegen den Widerstand deutscher Kardinäle, den katholischen Kirchen in Deutschland untersagt, so genannte "Beratungsscheine" auszustellen. Hintergrund war, dass die deutsche Kirche "Schwangeren-Konfliktberatungen" (Einschub in diese Google-Suche veranlasst von Paraneua-Bioeule: www.paraneua.de/666.htm, www.internetstartbioeule2000.d e.vu)

für Frauen angeboten hatte, welche eine Abtreibung beabsichtigten. Betroffenen wurde auf Wunsch ein Nachweis über die Teilnahme ausgestellt. Die Teilnahme an einer Beratung und die Vorlage eines gültigen Beratungsscheins sind Voraussetzungen dafür, in Deutschland als Frau die Erlaubnis zu erhalten, einen Schwangerschaftsabbruch durchführen lassen zu dürfen.

[Bearbeiten]

Frauen

Google-Suche, angeregt von Paraneua-Bioeule!
www.paraneua.de/miteinander.htm








www.paraneua.de/kardinalratzingerpopper.htm

www.paraneua.de/ethosevolutionrudolfsteiner.ht m

„Anthroposophie ist Erkenntnis-Christentum, das zur leiblichen Auferstehung im Geiste führt … zur freien Individualität.“
Dr. Rudolf Steiner

Ausbeutung der anthroposophischen Bewegung?
„Man zimmert ein Zerrbild und kritisiert anhand dessen Anthroposophie und ihren Gründer, - oder mehr noch -, man vertreibt meine Gedanken als Billigware ohne meinen Namen zu nennen; das Ergebis ist kurz und bündig als Plagiat zu bezeichnen!“
Dr. Rudolf Steiner (sinngemäss zitiert aus dem Gedächtnis von Paraneua-Bioeule)


Paraneua gegen
„Bischofskonferenzler“ und
ihren düsteren, nekrophilen SozioFaschismus- Hintergrund
www.paraneua.de/666.htm
Wird Papst Benedikt XVI. bei den
„Mietlingen“eine andere Rolle spielen als Westerwelles Möllemann?

Spielt der rhetorisch versierte (vgl. Festmesse am 25. April 2005 im Mainzer Dom) Kardinal Lehmann mit Parteigängern in Trier und Limburg u.a.m. eine Rolle als Anhänger des
„Liberal-Katholizismus“, der sich nicht nur unter Trierer „Unterröcken“ versteckt? Spielt er als „Schattenkabinettler“ zusammen mit Kardinal Martini (Jerusalem, vgl. FAZ „Im Zentrum“) die Möglichkeit eines Schismas durch? (Vgl. auch einen Ausspruch Bischof Kamphaus’: „Spätestens im Jahre 2000 wird sich das Zentrum der römisch-katholischen Kirche von Rom nach Jerusalem verlagern!“? Paraneua-Bioeule zitiert aus der Limburger Ordinariats-Gerüchteküche! So bliebe dem neu gewählten Papst nur Schwanengesang auf der Grundlage des Markus-Evangeliums? Ob sich da die Evangeliumsworte nicht stärker als die absichtvollste Bosheit erweisen? Ist der „verworfene Eckstein“ nicht eine Tatsache, die auch Dämonen nicht leugnen können? (Vgl. im Neuen Testament „Dämonen“ und der Krankenheilungen im Markus-Evangelium, ebenfalls im Festgottesdienst in Mainz, 25. April 2005) zum Thema gemacht!
www.paraneua.de/liberalkatholischwiemathewundl eadbeater.htm



Ein politisch glückloser Papst: Papst Benedikt XV?
« Nomen est Omen ! » ?
Kardinal Lehmann, 25. April 2005 im Mainzer Dom!
„Seinen Tod verkünden wir!“ („Fallbeil“?)



Paraneua gegen Rechtsradikalismus
www.paraneua.de/paraneuagegenrechtsradikalismu s.htm

www.paraneua.de/alptraum.htm

www.paraneua.de/index11.htm

Würde eine Aufhebung des Papsttums oder -staates zugunsten föderativer Strukturen (Vorschlag Rudolf Steiner bevor der Vatikan zum Nationalstaat wurde!) die Gefahr des Fundamentalismus aufheben? (Während des Pontifikats Benedikt XV. gab es noch keinen
„Vatikanstaat“, sondern erst 1933!)
Ist der Papst ein Gefangener der Weltpolitik, ohne die Ethik des
„Nicht-mein-sondern-Dein-Wille-Geschehe!“ umsetzen zu können?
Oder wirken
„gerufene Geister“ über gewollte Absichten hinaus mit dem Preis des unfreiwilligen Märtyrertums für den Gewählten? („Fallbeil“ für Papst Benedikt XVI.?)

Statt Dogmatismus Weg der Geisteswissenschaft
www.paraneua.de/stattdogmaweg.htm

Gegen Fatima-Drohbotschaften: www.paraneua.de/gegenfatimaundlourdesislamjesu itismus.htm



www.paraneua.de/ethosevolutionrudolfsteiner.ht m





www.paraneua.de/rudolfsteinerpapst.htm

Zitat-Beginn :

„Barometer des Fortschritts: Verwirklichung der Freiheit

„Es soll [...] nicht geleugnet werden, daß mit dem liberalen Prinzip der Kernpunkt der modernen Kultur überhaupt richtig getroffen ist.

Das Barometer des Fortschrittes in der Entwicklung der Menschheit ist nämlich in der Tat die Auffassung, die man von der Freiheit hat, und die praktische Realisierung dieser Auffassung. Unserer Überzeugung nach hat die neueste Zeit in dieser Auffassung einen Fortschritt zu verzeichnen, der ebenso bedeutsam ist, wie jener war, den die Lehren Christi bewirkten: «es sei nicht Jude, noch Grieche, noch Barbar, noch Skythe, sondern alle seien Brüder in Christo». Wie damals die Gleichwertigkeit aller Menschen vor Gott und ihresgleichen anerkannt wurde, so bemächtigte sich in dem letzten Jahrhundert immer mehr die Überzeugung der Menschen, daß nicht in der Unterwerfung unter die Gebote einer äußeren Autorität unsere Aufgabe bestehen könne, daß alles, was wir glauben, daß die Richtschnur unseres Handelns lediglich aus dem Lichte der Vernunft in unserem eigenen Innern entstammen solle. Nur das für wahr halten, wozu uns unser eigenes Denken zwingt, nur in solchen gesellschaftlichen und staatlichen Formen sich bewegen, die wir uns selbst geben, das ist der große Grundsatz der Zeit.
”

(GA 31, ursprüngl. in: Deutsche Wochenschrift, 13. Juli 1888, »Papsttum und Liberalismus«. Über die von Papst Leo XIII publizierte Enzyklika, S. 134 f).

1894:



Das Wesen des Menschen ist seine Individualität ...
“ Schluss des Zitats



www.paraneua.de/angeblichsollrudolfsteiner1910 einneueskonzilmitneuempapsterse hnthaben.htm
„Der Rosenkreuzer Rudolf Steiner ersehnte 1910 ein neues Papsttum mit neuem Papst!“? (Grabner, Athanasius?)
Hermann Bahrs Haltung scheint ihm aber nicht gefallen zu haben!



„Anthroposophie ist Erkenntnis-Christentum, das zur leiblichen Auferstehung im Geiste führt … zur freien Individualität.“
Dr. Rudolf Steiner

Europa-Verfassung? www.paraneua.de/kropf.htm
www.paraneua.de/attacrudolfsteiner.htm ?

Mehr als
„Kraft und Herrlichkeit“:
www.paraneua.de/mehralskraftundherrlichkeit.ht m

www.philos-website.de/index_g.htm?autoren/steiner_g.htm~main2

Grünes Licht für den interkulturellen Galiläer www.paraneua.de/grueneslichtfuerdeninterkultur ellengalilaeer.htm

Gruss an Papst Benedikt XVI.:
www.paraneua.de/facmetecumcondolere.htm

Aus der bayerischen Staatskanzlei:
 
 
184.) 11.05.2005 / 12:10
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